Traumurlaub in Britisch Columbia (Kanada) Teil 1

Kanada

3 Wochen

Juni 2008

Frank B.

26.06.2008

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Start: Vancouver

Traumurlaub in British Columbia, Kanada (31.5.-21.6.2008) Teil1 Nach Festlegung des Reiselandes stellten sich uns folgende Fragen: Machen wir eine organisierte Reise oder entdecken wir BC auf eigene Faust, buchen wir ein Wohnmobil oder einen Mietwagen, welche Strecke ist in 3 Wochen zu bewältigen und bietet das gesuchte Abenteuer. Wir entschieden uns, auf eine organisierte Reise zu verzichten, da wir keine Lust hatten, zu vorgegeben Tagen in bestimmten Hotels bzw. Orten sein zu müssen. Nach Berechnung schied dann auch ein Wohnmobil aus. Die aktuellen Spritpreise in Kanada sind drastisch gestiegen. Zu Beginn des Urlaubs lag „regular“ bei 1,27 $. Zum Ende der 3 Wochen lag der Preis bei 1,47 § (knapp 1 Euro) und das läppert sich bei der Kilometeranzahl. Außerdem wäre unsere geplante Inside Passage (Schiffspassage über 15 Stunden) deutlich teurer geworden.Wir entschieden uns für einen Midsize SUV, da dieser in der Anmietung gerade im Angebot war und das war gut so!!! Tag1, Samstag, 31.5.2008: Von Frankfurt ging es per Direktflug (unbedingt zu empfehlen!) nach Vancouver, Kanada. Nach etwa 9 ½ Stunden Flug und der anschließenden Zollabfertigung übernahmen wir unseren gebuchten Mid-Size SUV. Wir erhielten einen schwarzen Ford Escape mit 4WD, Klimaanlage, Radio-CD Kombi, Sitzheizung etc., der gerade einmal 13700 km auf dem Tacho hatte und optisch sowie technisch einwandfrei war. Die Abfertigung über Alamo verlief zügig und problemlos. Angebotene Zusatzversicherungen lehnten wir auf Anraten von billiger-mietwagen.de ab und starteten von Vancouver International Airport zunächst in Richtung Seattle, USA, um in den kurz hinter der Grenze liegenden Designer Outlet Stores ein paar Schnäppchen zu ergattern. Die Einreise in die USA kann man ohne Übertreibung als Martyrium bezeichnen. Lange Schlange an der Grenze mit anschließender „erkennungsdienstlicher Behandlung“ inklusive Fingerabdruckabnahme und Fotofertigung der einreisenden Touristen. Es wird halt jeder von den USA als potentieller Terrorist behandelt und man darf für die Einreise auch noch pro Person 6 oder 8 $ bezahlen. Danach erst mal in ein Motel und ausschlafen um am nächsten Morgen Klamotten einzukaufen.

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Station 2: Victoria

Tag 2, Sonntag, 1.6.2008:Das amerikanische Outlet findet man nach Abfahrt an der Anschlussstelle 270 der Interstate 5 Rtg. Seattle. Am Ende unseres Kanadaurlaubs ermittelten wir jedoch ein besseres Outlet in Vancouver selbst, aber dazu später einige Angaben.Weiter ging es über Seattle, Tacoma, Olympia und Aberdeen zu unserem 1. richtigen Urlaubsziel, dem Olympic National Park und seinen Wäldern und seinen herrlichen Pazifikstränden (entlang der 109).Über die 101 und die dort wilde Pazifikküste ging es Richtung Norden. Zahlreiche „Minitrails“ führen an den Strand, wo angeschwemmte und durch den Ozean „geschälte“ Baumstämme von rundgeschliffenen Steinen und anschließendem Sand abgelöst und bewundert werden können.Bäume mit „Geschwüren“ (Resultat einer Wurmattacke) sind faszinierende Erscheinungen und der Fotoapparat stand nicht still.Alles war wirklich atemberaubend, sollte aber noch vielfach getopt werden. Übernachtet wurde in einem Motel am Lake Quinault mit herrlichem Blick auf den See (etwa 65 USD).Tag 3, Montag, 2.6.2008:Nach einem morgendlichen Spaziergang auf einem Trail durch den „Regenurwald“, bei dem unter anderem die größte Sidkatanne der Welt zu bewundern war, ging es über die 101 weiter über Folks nach Port Angeles, wo die Fähren mittags und am frühen Abend nach Vancouver Island zur Stadt Victoria ablegen.In Port Angeles fanden wir unmittelbar neben dem Fährgelände eine 1. Tourist- bzw. Visitor-Information, deren generellen Besuch (in jedem Ort!) wir jedem ans Herz legen möchten.Kostenloses Kartenmaterial, Restaurantübersichten, Accomodationübersichten (Unterkünfte im jeweiligen Ort) und viele weitere Optionen. Das „Buch“ Accomodations BC ist für den Motelreiser einfach Pflicht. Es beinhaltet alle Übernachtungsmöglichkeiten mit Preisangaben, so dass wir für durchschnittlich 75 CAD inkl. Taxes (mit Queensbett ->franz. Doppelbett für 2 Personen) immer ein Motel fanden. Kaffeemaschine und Kaffee für den nächsten Morgen inklusive.Dort buchten wir nach Beratung und mit freundlicher Unterstützung auch sicherheitshalber unsere spätere Inside Passage (mit Auto und für 2 Personen etwa 620 CAD die sich lohnen! s.u.)Die Überfahrt nach Kanada (Vancouver Island) dauerte ca. 2 ½ Stunden und kostete knapp 70 CAD.Ab ging’s ins nächste Motel etwas außerhalb des Stadtkerns.

Fotos:
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Station 3: Port Alberni

Tag 4, Dienstag, 3.6.2008 (der Tag der 1. Schotterstraße): Das hochgelobte Victoria enttäuschte uns ein wenig. Vielleicht lag dies am schlechten Wetter, der frühen Besichtigungsuhrzeit (Geschäfte noch zu) oder an unserem bereits nach zwei Tagen in der Wildnis erlittenen Zivilisationsschock. Jedenfalls entschlossen wir uns schnellstens wieder in die Wildnis zu begeben, wovon Vancouver Island sehr viel zu bieten hat. Wir verzichteten auf die Westküste, da wir diese bereits im Olympic National Park genossen hatten. Zudem hätte man bei Nutzung des Highways die gleiche Strecke zurück fahren müssen. Es ging über den Highway 1 auf der östlichen Inselseite nach Cowichan Bay. Viele Stopps und Abstecher waren angesagt. Es gab viel zu sehen, an der Küste und Richtung des Landesinneren. Von der Küste ging es nun ins wirkliche Innere der Insel. Der durch die Natur führende Highway 18 brachte uns Richtung Lake Cowichan. Trotz kurzer Spaziergänge und wiederum diverser Abstecher landeten wir in dem Miniort Youbou. Dort tankten wir voll (Gott sei Dank!!!) und entschlossen uns trotz der Warnung (It’s a very bumpy road) über eine Schotterstraße in Richtung Port Alberni weiterzufahren. Schließlich war dorthin eine „Straße“ selbst auf unserer Großmaßstabskarte vermerkt und wir wollten nicht die gleiche Strecke zurückfahren. Diese Fahrt wurde zu einem echten Abenteuer. Regen verwandelte die Schotterstraßen in matschige Pfützenstraßen. Schilder und Wegweiser? Fehlanzeige! Nach einer Kreuzung ½ Stunde nach Gefühl gefahren und wir standen vor einer eingestürzten und deshalb gesperrten Brücke. Hätte man ja auch vorher ankündigen können. Zurück marsch marsch und fahren nach Kompass war angesagt. Nach unendlichen Kilometern Schotterstraße, die uns zwischenzeitlich nun doch bis an die Pazifikküste gebracht hatten (Bamfield) sah unser SUV aus wie nach 3 Wochen Ralley Paris Dakar. Handyempfang auf der ganzen Strecke negativ! Wir erkannten nun den Sinn der auf diesen Straßen teils angegebenen Funkfrequenzen und waren froh, als wir endlich Port Alberni erreicht hatten. Eine vernünftige Karte musste her. Besser wäre noch ein GPS Navi. Zu empfehlen ist hier (ohne Navi) das sogenannte Backroad Mapbook von Vancouver Island (23 CAD plus tax), mit dem an Bord wir wohl besser gefahren wären und das uns im Folgenden gute Dienste leistete. Von Port Alberni noch über die 4 nach Qualicum Beach an die Ostküste. Ein Nobelort für gealterte Golfer. Nix für uns! Also zurück auf den Highway, ab nach Comox zu einem tollen Pub (Whistle Pub mit Lokomotive als Erkennungszeichen) und gute Nacht im Motel! Tag 5, Mittwoch, 4.6.2008 (der Tag des 1. Bären): Von Comox aus waren wir mutig (da ja nun mit Backroad Mapbook) über Cumberland zum Comox Lake fuhren. Die „Comox Lake Main“ entpuppte sich erneut als „Straße“, die unserem SUV alles abverlangte. Es lebe der 4 WD mit Differentialsperre. Es ging am Ufer entlang, teilweise ca. 150 Meter über dem Wasserspiegel und ohne Leitplanken oder ähnlichem. Gegenverkehr wäre zu einem echten Problem geworden. Jedenfalls fanden wir tatsächlich einen „befahrbaren Abhang“, der uns endlich an das Seeufer brachte. Nach wohlverdienter Pause machten wir uns auf den Rückweg, auf dem ich plötzlich im Rückspiegel um 12:12 Uhr unseren 1. Bär entdeckte. Ein „halbstarker“ Schwarzbär war scheinbar direkt hinter unserem Auto vom Hang gerutscht und hockte mitten auf der „Straße“. Aufgeregt stiegen wir (don’t do it!) aus und bewunderten und fotografierten den Kerl. Er nahm dann die bewaldete Böschung in Richtung See, schaute uns noch ein paar mal neugierig an und verschwand im Dunkel des Waldes. Welch ein Erlebnis! Der 1. Bär in freier Wildbahn war für den Rest des Tages und bis zur erneuten Motelübernachtung in Comox Thema.

Fotos:
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Station 4: Campbell River

Tag 6, Donnerstag, 5.6.2008 (das Bärenerlebnis schlechthin): Weiter über Courtney nach Campbell River, dem angeblichen Lachsmekka von Vancouver Island, wobei wir die 19A direkt an der Ostküste wählten. Schöne kleine Örtchen und immer ein Blick aufs Meer. In Campbell River war es jedoch zu früh für die Lachse und die Angler am langen Holzpier gingen alle leer aus. Wir fuhren über die 28 entlang des Lower und Upper Campbell Lake durch den Strathcona Provincial Park bis zum Städtchen „Gold River“ , natürlich nicht ohne die den ein oder anderen Abstecher in „Schotterstraßen“ (Gravel Roads) mitzunehmen. Schließlich waren wir auf Bärensuche. Plötzlicher um 15:35 Uhr ein Schrei meiner Frau: „Ein Bär, zurück, zurück! Und tatsächlich: Etwa 10-15 Meter im ausnahmsweise etwas lichteren Wald neben der Gravelroad saß ein nun etwas größerer Schwarzbär. Aber was war das? Da sind ja noch 2 Junge dabei. Mutter Bär hatte die Kleinen ins Trainingslager gebeten. Rauf auf den Baum und wieder runter. Ab auf den nächsten und wieder runter. Ein 15-minütiges Schauspiel, dass alleine die Reise wert war. Einfach toll so etwas in freier Natur zu sehen. Die von dort knapp 70 Kilometer Schotterstraße bis Woss und damit zurück auf den Highway 19 waren ein Kinderspiel und wir übernachteten im dort einzigen und nach Mottenkugeln duftenden Motel. Der Geruch verfolgte uns noch mindestens 3 Tage.Vor dem Schlafen noch eine „Ortsbesichtigung“ per Auto und plötzlich waren wir auf einer herrlich breiten Straße, die sich als der Airport von Woss entpuppte.Tag 7, Freitag, 6.6.2008: Von Woss ging es weiter nach Port McNeill, von wo aus wir wieder zahlreiche Backroads befuhren. Wir hielten in Telegraph Cove um eine Wale Watching Tour zu starten. Happige 180 CAD wurden vom im Netz empfohlenen Unternehmen verlangt und es ging mittags los. Vorher überraschten uns Kolibris, die an aufgehängten Nektarspendern naschten. Leider gab es vom Schiff aus keine Orcas zu sehen. Die nicht residenten Orcas kommen erst mit den Lachsen dort an. Die residenten jagen Seelöwen und Seehunde und sind deshalb jagdtechnisch nur notgedrungen an der Oberfläche. Sonne, sich sonnende Seelöwen und Seehunde sowie Zwerg- und Buckelwale sowie die beeindruckende Inselwelt mit zahlreichen Adlern versüßten dennoch diesen Ausflug. Anschließend ab nach Port McNeill, wo wir wieder einen tollen Pub zum essen entdeckten und ab in „Jacobs“ Motel Deawood Inn. Tag 8, Samstag, 7.6.2008: Auf ging es über den Highway und eine anschließende Verbindungsstraße nach Port Alice, natürlich wieder mit zahlreichen Abstechern auf die mittlerweile beliebten „Gravelroads“. Zu sehen gab es neben Auerhuhn, und viel Bärensch… auf den Roads einen wunderbaren kleinen Lake, an dem wir binnen 1 Stunden 10 Forellen fingen. Die allgemein bekannte Suggestivfrage: „Sch.. der Bär in den Wald?“ konnten wir nun mit Sicherheit beantworten. Nein! Er sch… nicht in sein Wohnzimmer sondern scheinbar immer auf die „Gravelroad“. Es kann nicht anders sein, bei dieser Anzahl von Haufen. Abends wieder in Port McNeill, mal eben zu zweit 60 Chickenwings und jeder 2 Bier vertilgt, nicht ohne den da berühmten „Cocktail“ bzw. Longdrink „Paralyzer“ zu probieren, eine Mischung aus Tequila, Wodka, Colouha, CocaCola und Milch. Lecker! Das Bett bei Jacob tat gut ;-).

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Ziel: Port Hardy

Tag 9, Sonntag, 8.6.2008: Auf der Fahrt nach Port Hardy entdeckten wir auf einem Abstecher nach Fort Rupert und dortiger Benutzung eines „autobreiten“ Weges einen wunderschönen Großkieselstrand mit atemberaubender Aussicht. Wir saßen einfach da, beobachteten einen vorbei schwimmenden Delphin und ein paar springende Lachse. Ein einheimisches Indianerpärchen nahm uns später die Illusionen. „When I was a boy…“ ging es los und wir erfuhren von gigantischen Lachsfängen vor 30 Jahren. „Salmon for 10.000 bucks were caught on one day. Today there is nothing. They suck this beautiful country and the ocean!” Ok! Das Gespräch wurde nur unterbrochen durch einen Weißkopfseeadler der laut schreiend seine Jungen im Nest fütterte. Toll, so etwas aus geringer Entfernung zu beobachten. Wahre Massen dieser Tiere entdeckten wir im Hafen von Port Hardy. Sage und schreibe 8 Stück hockten auf einem einzigen Baum! Ein Motel lohnte sich nicht für die kommende Übernachtung, da wir schon um 5:30 Uhr an der Fähre für die Inside Passage sein mussten. Kurzerhand übernachteten wir im Auto. Das Gepäck nach vorne und die Sitze umgeklappt. Isomatten und Schlafsäcken mussten reichen. War hart! Es wurde zudem erst um 23:30 Uhr dunkel und es war um 04:00 Uhr schon wieder taghell. Diese „Schlafpause“ nutzen wir, bevor die Seeadler bei Tagesanbruch wieder kreischten. Teil 2 folgt in Kürze

Fotos:
 
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