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Elektroauto vs. Benziner

von billiger-mietwagen.de-Redaktion

Elektroautos haben es nicht leicht. Sie gelten als die Zukunft der Automobilbranche und fristen in Deutschland gegenwärtig nur ein Schattendasein. Lediglich 0,3 % der 44,4 Millionen in Deutschland zugelassenen PKW werden mit Strom betrieben. Im Vergleich zu klassischen Benzinern haben Elektroautos einige Vor- und Nachteile.

Grundsätzlich gelten Elektroautos als umwelt- und klimafreundlich, weil in ihren Motoren kein Verbrennungsprozess stattfindet und sie somit erheblich weniger CO2 ausstoßen (über die Stromerzeugung) als Benzin- oder Diesel-Fahrzeuge.

Auf den zweiten Blick ist die Ökobilanz der elektrisch betriebenen Vierräder dagegen nicht mehr ganz so ideal, denn Strom wird in Deutschland überwiegend durch Kohlekraftwerke produziert. Diese Kohlekraftwerke sind teils veraltet, sodass der CO2-Verbrauch schließlich doch kräftig angekurbelt wird. Durch den steten Ausbau von erneuerbaren Energiequellen wird die Stromerzeugung allerdings vermehrt klimafreundlicher.

Ein Faktor, der der Umwelt ebenfalls zugutekommt, ist die geringe Lautstärke, die von e-Autos ausgeht. Davon profitieren nicht zuletzt Menschen, die an Autobahnen oder in Ballungszentren wohnen. Gerade dort kann sich der Verkehrslärm drastisch reduzieren, wenn mehr Autos unterwegs sind, die mit Strom betrieben werden.

Die abgesehen vom Fahrtwind praktisch lautlose Fortbewegung kann sich allerdings auch zum Nachteil auswirken, da Fußgänger vollkommen daran gewöhnt sind, dass Autos während der Fahrt Geräusche von sich geben. Durch Elektroautos entsteht also gewissermaßen ein erhöhtes Gefahrenpotenzial. Viele Elektroauto-Hersteller wirken dem entgegen, indem sie eine besondere Hupe in Fahrzeuge einbauen, die Passanten warnt.


 

Nachteil Elektroauto – der Preis

Ein entscheidender Nachteil von Elektroautos ist der hohe Kaufpreis. Die Preisspanne schon für kleinere Elektroautos beginnt in der Regel erst bei 20.000 €, womit vergleichbare, mit Benzin betriebene Modelle deutlich günstiger sind:

Marke / Modell Kraftstoff Preis (€)
Renault Zoe Z.E. Life Strom 21.700
Renault Clio dCi 90 Dynamique EDC Diesel 18.900
Marke / Modell Kraftstoff Preis (€)
Nissan Leaf Acenta Strom 32.700
Nissan Pulsar 1.2 DIG-T- acenta Xtronic Superbenzin 22.200
Marke / Modell Kraftstoff Preis (€)
VW e-up! Strom 26.900
VW Polo 1.2 TSI BMT Comfortline DSG (klassenhöher) Superbenzin 18.500

 

Die Kosten für ein Elektroauto können sich im Laufe der Zeit amortisieren. Laut ADAC-Autokostenvergleich (12/14) erweist sich allerdings finanziell zumindest bei einer Haltedauer von vier Jahren und 15.000 jährlich zurückgelegten Kilometern alleine das Elektromodell i3 von BMW als rentabel gegenüber Benzinern.


 

Steuerersparnis Elektroauto – keine Kfz-Steuer

Auf längere Sicht kann sich die Anschaffung eines strombetriebenen Fahrzeugs dennoch lohnen, da zum einen Strom günstiger ist als Benzin (der Verbrauch der Stromer auf 100 Kilometern beträgt selten mehr als 5 €) und zum anderen die laufenden Kosten geringer ausfallen.

Die staatliche Förderung von Elektroautos hat in Deutschland längst nicht das Niveau von Norwegen erreicht, wo beispielsweise auf neue Elektroautos keine Mehrwertsteuer anfällt und inzwischen ein Viertel aller Neuwagen elektrisch betrieben wird.

Doch auch in Deutschland erhalten Elektroautokäufer gewisse Ermäßigungen und werden in den ersten zehn Jahren von der Kfz-Steuer befreit (ab 1. Januar 2016 noch fünf Jahre).

Künftig werden von Seiten der Politik gegebenenfalls weitere Anreize geschaffen, ein Elektroauto zu kaufen, da die Bundesregierung das Ziel ausgegeben hat, bis 2020 eine Million strombetriebene Autos in Umlauf zu bringen. Derzeit rollen knapp 20.000 reine Elektroautos und etwa 110.000 Hybridwagen über deutsche Straßen.


 

Kostenfaktor beim Elektroauto – die Batterie

Ein Vorteil von Elektroautos ist die deutlich bessere Energieeffizienz von bis zu 90 % im Vergleich zu lediglich 30 % bei Benzinern, sodass herkömmliche PKW dreimal so viel Energie aufwenden müssen, um bei identischen Bedingungen dieselbe Strecke zurückzulegen.

Außerdem sind benzinbetriebene Fahrzeuge grundsätzlich wartungsintensiver, da der Verschleiß, z. B. der Bremsen, höher als bei Elektroautos ist.  Ein hoher Kostenfaktor bei Elektroautos ist allerdings die Batterie, die etwa alle fünf Jahre bzw. ungefähr alle 150.000 km ausgetauscht werden muss und schnell über 10.000 € verschlingen kann.

Problematisch für die Nutzung der strombetriebenen Fahrzeuge sind logischerweise die langen Ladezeiten und das gegenwärtig wenig ausgebaute Ladestationennetz. Ganz im Gegenteil zu Benzinern, die an Tankstellen binnen Minuten „aufgeladen“ werden können, schlägt die Ladezeit bei Elektroautos mit im Schnitt vier bis acht Stunden zu Buche.

Mobile Ladestationen für Elektroautos sind in Deutschland gerade in ländlichen Gebieten oftmals weit voneinander entfernt.


 

Im Trend – der Hybridantrieb

Darüber hinaus sind die spritfreien Fahrzeuge auch für längere Strecken eher ungeeignet, da die Lithium-Ionen-Akkus der meisten Elektroautos eine geringe Reichweite haben – sie halten nur für etwa 100 km.

Untersuchungen zeigen allerdings, dass 80 % aller Europäer ohnehin weniger als diese 100 km pro Tag zurücklegen. Aktuell im Trend ist übrigens der Hybridantrieb, der eine Kombination aus Elektromotor und Verbrennungsmotor darstellt und die Reichweite auf bis zu 500 km verlängern kann.

Abschließend lässt sich feststellen, dass Elektroautos eine Menge zukunftsträchtiges Potenzial bergen. Für den Moment ist Strom gegenüber Sprit in mancherlei Hinsicht jedoch noch im Nachteil. Sollten aber der Preis niedriger, die Reichweite länger und die Ladestellen besser vernetzt sein, kann das Elektroauto der Zukunftsprognose gerecht werden. Die beste Möglichkeit für den Ausbau bietet zunächst der Stadt- bzw. Nahverkehr.


 

Die Vor- und Nachteile von Elektroautos im Überblick

Kriterium Vorteil
Umweltfreundlichkeit
Lautstärke Elektroauto
Kraftstoff (Strom / Benzin) Elektroauto
CO2-Ausstoß Elektroauto
Preis und laufende Kosten
Kaufpreis Benziner
Steuer Elektroauto
Verschleiß Elektroauto
Batterie Benziner
Steuer Elektroauto
Technik
Energieeffizienz Elektroauto
Ladedauer / Tankzeit Benziner
Ladestationen / Tankstellen Benziner
Reichweite Benziner

Titelbildquelle: #116353683 | Urheber: © bizoo_n – Fotolia.com

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3 Kommentare

Rüdiger Lueg 13. März 2017 - 3:38

Tesla garantiert die Batterie für 150.000 km und das dauert nicht bei alles 5 Jahre. Ein Electroauto braucht kein Ölwechsel, Auspuff, Zündkerzen, Getriebe und recht wenig Bremsen. Wartung ist bei weitem weniger. CO2? Ein E-Wagen braucht 1/3 der Energie und im zentralen Kraftwerk ist der Wirkungsgrad fast 40% falls Fossil und bei Wind, Wasser und Sonne gibts kein CO2. Also, in der Regel ist der Carbonfootprint eines EAuto 15% bis 20% verglichen mit Verbrennern. 5 mal besser!

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Stephen Putt 20. Januar 2016 - 12:32

Sie stoßen kein CO2 aus, weil in ihren Motoren kein Verbrennungsprozess stattfindet.
Doch, nur woanders, beim Strom Erzeugung.

Antworten
Maggie 20. Januar 2016 - 13:39

Hallo Herr Putt,

da haben Sie recht, das haben wir in der Tat nicht korrekt formuliert. CO2-Emission wird natürlich auch durch Stromerzeugung verursacht. Wir haben dies im Text abgeändert. Vielen Dank für den Hinweis.

Beste Grüße
Maggie
von billiger-mietwagen.de

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