Es soll für dich nach England gehen, aber ohne Flugzeug? Kein Problem: Dank Eurotunnel kannst du problemlos mit dem Auto nach England fahren. Warum du keine Angst vor dem Linksverkehr haben musst, was sich für dich durch den Brexit verändert hat und wie du dich vor Ort mit dem Mietwagen zurechtfindest, zeigen wir dir in unserem Artikel. Neben dem Eurotunnel bringt dich auch eine Fähre mitsamt Auto nach Großbritannien. Außerdem geht es um Tempolimits, die Citymaut und das Parken in London.
Mit dem Auto nach England: So geht’s per Fähre oder Tunnel

Alles auf einen Blick
Mit dem Auto nach England kommst du per Fähre oder Eurotunnel, das solltest du vorher wissen:
Anreise: Die Fahrt durch den Eurotunnel dauert knapp 35 Minuten, die Fähre braucht mehrere Stunden. Auf der Fähre sind Mietwagen meist nicht versichert.
Einreise und Führerschein: Seit dem Brexit brauchst du einen Reisepass, der Personalausweis reicht nicht mehr. Dein deutscher Führerschein gilt weiterhin.
Linksverkehr und Regeln: In England fährst du links, die Promillegrenze liegt bei 0,8 und telefonieren ist nur mit Freisprechanlage erlaubt.
Tempolimits: Innerorts gelten meist 30 mph (ca. 48 km/h), auf Landstraßen 60 mph (ca. 96 km/h), auf Schnellstraßen und Autobahnen 70 mph (ca. 112 km/h).
Citymaut London: Die Congestion Charge kostet 15 britische Pfund und gilt montags bis freitags 7:00 bis 18:00 Uhr, zahlbar bis zu 90 Tage vorab.
Inhalt:
1. Anreise: mit dem Auto nach England
Wenn du mit dem Auto oder Mietwagen von Deutschland nach England einreisen willst, solltest du einige Dinge beachten. Über den Landweg ist England nicht zu erreichen, da sich zwischen Deutschland und Großbritannien die Nordsee befindet. Ratsam ist also eine Überfahrt per Fähre oder eine Anfahrt mit dem Autozug, der durch den Eurotunnel führt.
Während eine Überfahrt mittels Fähre mehrere Stunden in Anspruch nehmen kann, dauert die Fahrt durch den Eurotunnel knappe 35 Minuten. Die Kosten für den Eurotunnel variieren stark je nach Buchungszeitpunkt, Saison und Auslastung, können aber zwischen etwa 100 Euro und über 250 Euro pro Fahrzeug und einfacher Fahrt liegen.
Bis auf wenige Ausnahmen sind Mietwagen auf der Fährfahrt NICHT versichert. Das hat folgenden Grund: Beim Auffahren oder Verlassen der Fähre wird es manchmal eng und es passieren immer wieder kleine Zusammenstöße, wodurch Kratzer am Mietwagen entstehen können. Für dieses Risiko möchten die Vermieter nicht haften und geben deswegen für die Überfahrt auf der Fähre keinen Versicherungsschutz. Eine gute Alternative ist deshalb der Eurotunnel Calais-Folkestone: Hier bleibt der Versicherungsschutz während der Durchfahrt bestehen.
Ein weiterer wichtiger Punkt, wenn du mit dem Mietwagen von Deutschland nach England fahren möchtest: Viele Vermieter erlauben Grenzfahrten von Deutschland nach Großbritannien nur gegen eine Gebühr. Informiere dich hier also vor der Reise bei dem entsprechenden Anbieter über die aktuellen Regelungen.
2. Linksverkehr in England beachten
Das britische Königreich verfügt über ein vielschichtiges Verkehrsnetz. Einziger Knackpunkt, den viele Autofahrer scheuen: Die Briten fahren auf der linken Straßenseite. Obwohl sich das Lenkrad in einem deutschen Auto, im Gegensatz zu den englischen PKWS, auf der linken Seite befindet, darfst du auch mit einem deutschen Mietwagen auf englischen Straßen fahren. Achte bei deiner Ankunft darauf, dass die Scheinwerfer für den Linksverkehr richtig eingestellt sind! Diese sind nämlich in Deutschland so eingestellt, dass sie den rechten Fahrbahnrand ausleuchten, können in England aber die entgegenkommenden Fahrzeuge blenden. Das Fahren auf der linken Spur wird dir am Anfang etwas ungewohnt vorkommen, aber mit etwas Übung wirst du dich schnell daran gewöhnen.
3. Reisedokumente und Verkehrsregeln
Trotz des Brexits gestaltet sich die Einreise nach England nicht komplizierter als vorher. Bereite dich allerdings darauf vor, dass du nun bei Grenzkontrollen deinen Reisepass vorzeigen musst. Der Personalausweis reicht zur Einreise nicht mehr aus. Nichts dagegen hat sich in Bezug auf den Führerschein verändert: Der deutsche Führerschein ist nach wie vor völlig ausreichend, wenn du mit dem Auto nach England fährst. Achte, auf die Anschnallpflicht und nimm fortwährend die allgemein gültigen Verkehrshinweise ernst. Halte dich an die Promillegrenze von 0,8.
Das Telefonieren mit dem Handy während der Fahrt ist nur mit einer Freisprechanlage erlaubt. Es ist strengstens untersagt, das Mobiltelefon in der Hand zu halten, selbst wenn du an einer roten Ampel oder im Stau stehst. Verstöße werden mit hohen Bußgeldern und Punkten geahndet.
4. Geschwindigkeitshinweise beachten
Auch in Großbritannien gilt: andere Länder, andere Sitten. Wenn du mit dem Auto nach England fährst, solltest du dich daher vorher mit den Geschwindigkeitsbegrenzungen auseinandersetzen.
Die Geschwindigkeit wird in Meilen pro Stunde (mph) angegeben. Dabei entspricht eine Meile etwa 1,61 Kilometer.
Auf Landstraßen (single carriageways): sind in der Regel 60 Meilen/Stunde erlaubt. Das entspricht ca. 96 km/h.
Auf Schnellstraßen (dual carriageways) sowie Autobahnen (motorways): darfst du in der Regel 70 Meilen/Stunde (ca. 112 km/h) fahren.
Innerorts (in built-up areas): sind meist lediglich 30 Meilen/Stunde und somit ca. 48 km/h zugelassen.
Wichtiger Hinweis: Achte vor allem im Ausland penibel auf die Geschwindigkeitsbegrenzungen. Du befindest dich einerseits auf unbekanntem Terrain und kennst dich auf den Straßen Englands nicht aus. Andererseits ist die britische Polizei für ihre häufigen Radarkontrollen bekannt. Um deinen Urlaub nicht von unerwünschten Bußgeldern trüben zu lassen, solltest du also besonders vorausschauend fahren und dich stets an die örtlichen Vorgaben halten.
5. Besonderheiten in britischen Großstädten bedenken
London, Manchester, Liverpool oder Birmingham sind hervorragend über das Autobahnnetz erreichbar. Hier führen zahlreiche Fernstraßen (sogenannte A-Roads) an dein Ziel. Während die Anbindung im Allgemeinen gut ist, ist zu beachten, dass es in Ballungsräumen wie London oder Manchester zu erheblichen Verkehrsverzögerungen kommen kann.
Hauptziel vieler England-Reisender ist jedoch immer wieder London. Das Autofahren in der britischen Hauptstadt ist allerdings oftmals ein wenig tricky. Achte daher am besten immer auf die Busspuren (Bus Lanes). Diese werden stets mittels Straßenschilder sowie roter Fahrbahnmarkierungen signalisiert. Diese Straßenspuren dürfen in London in der Regel nur von Fahrrädern, öffentlichen Verkehrsmitteln, Taxis, Motorrädern sowie Notfallfahrzeugen passiert werden. Befahre diese Spur daher niemals, auch nicht nur kurz. Verkehrsdelikte werden in England mit hohen Bußgeldstrafen geahndet.
6. Citymaut und Steuern für Autofahrer
Wenn du mit dem Auto nach England fahren möchtest, so musst du für Reisen in die Städte mit Maut- und Staugebühren rechnen. Diese Gebühren, die in England als Congestion Charge (Staugebühr) deklariert werden, sind vor der Einfahrt zu entrichten. Diese Maut gilt montags bis freitags von 7:00 bis 18:00 Uhr und an Wochenenden sowie den meisten Feiertagen (Bank Holidays) von 12:00 bis 18:00 Uhr. Ausgenommen ist lediglich der Zeitraum vom 25. Dezember (Christmas Day) bis einschließlich zum Neujahrsfeiertag. Die Gebühren in Höhe von 15 britischen Pfund können entweder online oder in speziellen Geschäften sowie Tankstellen (mit PayPoint-Logo) entrichtet werden. Eine Zahlung der Citymaut kann sogar bis zu 90 Tage vor Anreise getätigt werden, sodass du ganz entspannt mit dem Auto nach England reisen kannst. Für ältere Fahrzeuge fällt außerdem in derselben Zone seit April 2019 eine zusätzliche Emissionsgebühr von derzeit £12,50 an. Mehr über die Ultra Low Emission Zone (ULEZ), also Umweltzone. Seit August 2023 auf fast das gesamte Gebiet von Greater London ausgedehnt worden und ist somit deutlich größer als die Congestion Charge Zone. Die Gebühren findest du in unserem Artikel über die Maut in Großbritannien.
Versäume die Zahlung der Maut auf gar keinen Fall. Andernfalls kann ein Bußgeld von bis zu £130 anfallen.
7. Parken in London mit hilfreichen Apps
Viele Urlauber packt die blanke Panik bei der Parkplatzsuche in englischen Großstädten. Das kann tatsächlich sehr zeitaufwendig und nervenaufreibend sein, wenn du unvorbereitet in den englischen Verkehr fährst.
Um die Parkplatzsuche zu erleichtern, kannst du auf Online-Plattformen und Apps wie Parkopedia zurückgreifen. Diese bieten einen schnellen und genauen Überblick über verfügbare Parkmöglichkeiten, inklusive Informationen zu Kosten, Öffnungszeiten und oft auch zur aktuellen Verfügbarkeit. So kannst du dich bereits vorab informieren und deinen Parkplatz gegebenenfalls reservieren, um entspannter an dein Ziel zu gelangen.
Natürlich kannst du ebenso den Park&Ride-Service nutzen. Dabei handelt es sich um Parkplätze, die nahe U-Bahnstationen liegen und zudem günstiger als im Stadtzentrum sind. Die Fahrt mit der Underground ist zudem entspannend und führt dich in so ziemlich jedes Viertel der Londoner Innenstadt.
Noch Fragen zum Thema Mietwagen? Wir helfen gerne!
Bei weiteren Fragen zu Mietwagen oder bei Unsicherheiten während der Buchung steht die kostenlose Kundenberatung gerne zur Verfügung. 0221 - 567 999 11 (außerhalb Deutschlands: 0049 221 - 567 999 11). Unsere Mietwagen-Experten helfen gerne weiter.

Häufige Fragen zur Autoanreise nach England
Was braucht dein Hund, wenn er mit nach Großbritannien fährt?
Dein Hund braucht für Großbritannien eine Bandwurmbehandlung: Ein Tierarzt muss ihm frühestens 120 und spätestens 24 Stunden vor der Ankunft ein Mittel mit dem Wirkstoff Praziquantel verabreichen. Produktname, Hersteller, Datum und Uhrzeit kommen mit Stempel und Unterschrift in den Heimtierausweis, das Animal Health Certificate oder das GB Pet Health Certificate. Verzögert sich deine Anreise über die 120 Stunden hinaus, braucht dein Hund eine neue Behandlung.
Welche Fahrzeugpapiere musst du im Mietwagen nach Großbritannien dabeihaben?
Die Zulassungsbescheinigung Teil I ist in Großbritannien Pflicht und muss im Fahrzeug mitgeführt werden. Beim Mietwagen ist der Vermieter als Halter eingetragen, deshalb solltest du schon bei der Übernahme nachsehen, ob Teil I oder eine Kopie davon wirklich im Wagen liegt, und zusätzlich den Mietvertrag griffbereit halten, der dich als berechtigten Fahrer ausweist.
Wie bezahlst du die Dartford Crossing mit einem ausländischen Kennzeichen?
Die Dartford Crossing zahlst du nicht an einer Schranke, sondern nachträglich online, telefonisch oder bar in einem Payzone Shop, und zwar bis Mitternacht des Tages nach deiner Fahrt. Für einen Pkw werden 3,50 Pfund fällig, rund 4 Euro, und zwar täglich zwischen 6 und 22 Uhr (Stand 2026). Dein ausländisches Kennzeichen ist dabei kein Hindernis: Du gibst es bei der Zahlung einfach ein.
Was tust du, wenn dein Mietwagen auf einer britischen Autobahn liegen bleibt?
Fahr wenn möglich noch bis zur nächsten Ausfahrt oder Raststätte; geht das nicht mehr, hältst du ganz links in einer Emergency Area, einer Haltebucht oder auf dem Standstreifen und schaltest den Warnblinker ein. Steig dann über die verkehrsabgewandte Seite aus, geh mit allen Mitfahrern hinter die Leitplanke und repariere nichts selbst. National Highways erreichst du unter 0300 123 5000, im Notfall wählst du 999.
Wie lang darf dein Wohnwagen oder Anhänger in Großbritannien sein?
Hinter einem Pkw mit bis zu 3.500 Kilogramm zulässiger Gesamtmasse darf dein Anhänger oder Wohnwagen in Großbritannien höchstens 7 Meter lang sein, gemessen ohne die Deichsel. Entscheidend ist außerdem das zulässige Zuggewicht aus voll beladenem Auto plus voll beladenem Anhänger; den Wert findest du auf dem Typenschild unter der Motorhaube oder in der Bedienungsanleitung. Steht dort kein Zuggewicht, ist das Fahrzeug zum Ziehen gar nicht zugelassen.


