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Kanalinseln: Stefanies und Yvonnes Woche auf Jersey

Stefanie berichtet von ihrem und Yvonnes Roadtrip zu viert nach Jersey, der größten Kanalinsel vor der Küste Frankreichs. Die Tour haben die beiden zwar mit einem privaten Pkw unternommen, sie eignet sich aber auch bestens für eine Mietwagen-Reise.

St. Helier

Nach der ca. 1,5-stündigen Fährüberfahrt von St. Malo in der Bretagne nach Jersey kamen wir mit unserem Auto in der Inselhauptstadt St. Helier an. Schon bei der Einfahrt in den Hafen entdeckten wir das mitten in der Bucht gelegene Elizabeth Castle. Die im 16. Jahrhundert zur Verteidigung der Insel gebaute Burganlage erreicht man bei Ebbe zu Fuß über einen betonierten Weg über den Strand. Bei Flut fährt man mit sogenannten Amphibienfahrzeugen hinüber, die sich sowohl an Land als auch im Wasser fortbewegen können.

Obwohl die Stadt nur knapp 30.000 Einwohner hat, überzeugt sie vor allem Shopping Fans durch eine ansehnliche Fußgängerzone mit zahlreichen Geschäften bekannter britischer Marken (in unserem Fall mehr als einmal in 7 Tagen genutzt…). Aber auch Mitreisende, die sich eher für Fotografieren und englische Teetradition interessieren, kommen auf ihre Kosten: Die viktorianische Markthalle bietet mit ihrer interessanten Konstruktion und den bunten Marktständen voll frischem Obst und Gemüse  großartige Fotomotive. Rund um die Halle laden außerdem zahlreiche Tea Rooms wahlweise zum Afternoon Tea oder zum Jersey Cream Tea ein. Unbedingt beachten, um Enttäuschungen zu vermeiden: Die Tea Rooms schließen um 17 Uhr, die meisten Geschäfte gegen 18 Uhr.

Zur Aussprache des Ortsnamens St. Helier und aller anderen auf der Insel muss man wissen, dass sie zwar französisch aussehen, jedoch englisch ausgesprochen werden, in diesem Fall also ungefähr „Sänt Hällja“. Der Grund: Die Kanalinseln sind als Kronbesitz der britischen Krone unterstellt, da diese auch als Herzöge der Normandie fungieren. Als Untertanen des normannischen Herzogs sprachen die Inselbewohner ursprünglich Französisch, erst Ende des 19. Jahrhunderts wurde Englisch als Umgangssprache gebräuchlich.

Gorey

Unsere Unterkünfte, zwei voll ausgestattete Appartements direkt nebeneinander, befanden sich in Gorey neben einem Golfplatz, eine halbe Minute vom Meer entfernt. Gorey liegt an der Ostküste der Insel und hat einen langgezogenen Sandstrand, an dem man beim morgendlichen Joggen (jawohl!) Inselbewohner mit ihren Hunden trifft. Wer Biertrinken sportlicher Anstrengung vorzieht, spaziert einfach gemütlich den Strand entlang und kehrt im örtlichen Pub ein, um Ale & Co. zu genießen.

Über dem Ort erhebt sich auf einem Hügel Gorey Castle (auch „Mont Orgueil Castle), das man sich tagsüber von innen anschauen oder dessen beleuchtete Fassade man abends bestaunen kann. In Gorey wie auch im Rest der Insel kann man übrigens hervorragend Essen gehen. Sofern man jedoch am Wochenende abends einen Tisch haben möchte, sollte man unbedingt vorher reservieren. Unser Lieblingsrestaurant befand sich nur ca. 500 Meter von unserer Unterkunft entfernt: Restaurant De La Poste

Bouley Bay bis Rozel

Da vor allem die Nordküste von Jersey vorwiegend aus Felsküste besteht, an der sich Wege („Coast Path“) mit phantastischem Meerblick entlang ziehen, legten wir in unserem Urlaub gleich mehrere „Wandertage“ ein. Bei dieser Wanderung starteten wir in Bouley Bay, einer kleinen Bucht mit Kieselstrand, von wo aus sich der Weg stetig ansteigend durch angenehm schattige Waldstücke bis hoch zum Klippenpfad schlängelt. Wir entschieden uns für eine Wanderung in Richtung Osten, passierten kleinere Dörfer mit traumhaften Häusern und Grundstücken mit perfektem, englischen Rasen und exotischen Pflanzen (begünstigt durch das mediterrane Klima), entdeckten die über 5.000 Jahre alte Megalithanlage Dolmen du Couperon und kehrten schließlich ein in Jerseys bekanntestem Kiosk „The Hungry Man“ in Rozel Bay. Mit Blick auf einen der schönsten Naturhäfen von Jersey lassen sich hier neben käseüberbackenen Pommes auch Megaburger und sogar vegetarische Varianten mit Tofu-Speck verspeisen. Da lohnt sich auch die anstrengendste Wanderung.

Plémont Bay

Unsere Lieblingsbucht, Plémont Bay, liegt im westlichen Teil der Nordküste. Schon morgens fuhren wir mit unserem Auto quer über die Insel, um zu diesem besonderen Ort zu gelangen. Auf der Fahrt durch enge, teilweise pflanzenüberwucherte Straßen stellten wir einmal mehr fest, dass man auf den Straßen der Kanalinseln mit einem kleineren Auto grundsätzlich besser bedient ist (wenn da nicht das Gepäck von vier Erwachsenen wäre, von denen eine Person die zulässige Anzahl an mitführbaren Schuh-Paaren eindeutig überschritten hätte).

Nach einem großartigen Frühstück mit Waffeln, Eiern und Speck (ja, es geht hier viel ums Essen!) im Plémont Bay Café stiegen wir die Treppen hinunter zum wunderschönen, feinsandigen Strand mit türkisblauem Wasser. Leider war letzteres für ein Bad im Meer Ende Mai mit 16 Grad doch zu kalt zum Baden. Stattdessen erkundeten wir die Grotten hinter dem Strand und entdeckten sogar einen versteckten Wasserfall.

La Corbière Lighthouse

Am südwestlichen Zipfel der Insel befindet sich, am Ende des „Corbière Walk“, der Leuchtturm Corbière Lighthouse. Wandert man bei Ebbe durch die felsige Landschaft hinüber zum Leuchtturm, kann man sich kaum vorstellen, dass diese Szenerie bei Flut vollkommen anders aussieht. Doch der Tidenhub auf Jersey, mit bis zu 14 Metern der zweithöchste der Welt, sorgt nicht nur dafür, dass bei Flut sämtliche Felsen rund um das Lighthouse verschwinden, sondern auch dafür, dass man für Stunden am Leuchtturm festsäße, würde man die penetranten Pfeifsignale tatsächlich überhören und den richtigen Zeitpunkt für die Rückkehr verpassen. Der Leuchtturm ist und bleibt jedenfalls ein wunderschönes Fotomotiv, egal ob bei Ebbe, Flut, in der Morgensonne oder bei Sonnenuntergang. Und damit mir keiner vorwirft, dass in diesem Teil des Textes der kulinarische Aspekt fehlt: Am Parkplatz, von dem aus man zum Leuchtturm läuft, verkauft ein freundlicher Mann in einer der auf der Insel zahlreichen Buden der „Jersey Ice Cream“ extrem leckeres Eis aus der besonders fetthaltigen Milch der berühmten Jersey Kühe. Lieblingssorte: Honey Crunch!

Fazit:

Wer nach Jersey möchte, erreicht die Insel wie wir unkompliziert mit dem eigenen Auto (bei Bedarf mit einer Übernachtung in Frankreich) und ist dann vor Ort mobil. Alternativ kann man auch von mehreren deutschen Flughäfen aus nach Jersey fliegen und sich dort einen (möglichst kleinen) Mietwagen leihen. Als Reisezeit eignen sich besonders Mai und Juni wegen der besonderen Blütenpracht. Wer allerdings einen Badeurlaub plant, sollte eher im Juli und August nach Jersey fahren, wenn die Wassertemperaturen zwar immer noch frisch, aber zumindest erträglich sind.

billiger-mietwagen.de-Redaktion
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