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Kolmannskuppe: Namibias pittoreske Geisterstadt

Kolmannskuppe in Namibia

Anfang des 20. Jahrhunderts war Kolmannskuppe die reichste Stadt Namibias. Vom ruhmreichen Glanz der Vergangenheit ist jedoch kaum etwas geblieben: Eingebettet in die karge Wüstenlandschaft, präsentiert sich Kolmannskuppe heute als eine bizarre Geisterstadt, die im Sand zu versinken scheint. Wir haben für Sie alles Wissenswerte rund um die bewegende Geschichte der einstigen Luxusstadt Afrikas zusammengestellt.

Kolmannskuppe: Namibias pittoreske Geisterstadt
1. Der Aufstieg von Kolmannskuppe
2. Glanzvolle Blütezeit mit schnellem Ende
3. Kolmannskuppe heute


 

1. Der Aufstieg von Kolmannskuppe: vom kargen Wüstenort zur Diamantenmetropole

Den Beginn des Aufstiegs der Stadt Kolmannskuppe markiert ein Zufall, der binnen kürzester Zeit große Wellen schlug. Aber von Anfang an: Als in der damaligen deutschen Kolonie Namibia zu Beginn des 20. Jahrhunderts großräumig Bahngleise verlegt wurden, entdeckte der Arbeiter Zacharias Lewala bei Lokmannskuppe eines Tages einen Gesteinsklumpen, dem er seinen Vorgesetzten zeigte. Der deutschgebürtige Oberbahnmeister August Stauch erkannte den Wert des Steins sofort und sicherte sich daraufhin die Schürfrechte vor Ort. Denn hinter dem Zufallsfund verbarg sich ein großer Diamant, der schon kurze Zeit später einen regelrechten Boom auslöste.

Die Nachricht vom wertvollen Fund in Kolmannskuppe verbreitete sich schnell bis über die Landesgrenzen hinweg und lockte Glücksritter und Diamantensucher aus aller Welt an. Was zunächst mit einem kleinen Diamantencamp begann, entwickelte sich schon bald zu einer Siedlung, deren Bewohner dank der kostbaren Juwelenfunde zu erheblichem Wohlstand kamen. Dieser Reichtum spiegelte sich auch im Stadtbild von Kolmannskuppe wider: So wurden nicht nur herrschaftliche Wohnhäuser errichtet, sondern auch Einkaufsläden, ein Krankenhaus, eine Schule und sogar ein Casino sowie ein Ballsaal wurden buchstäblich aus dem Erdboden gestampft.

Eingang zu Kolmannskuppe in Namibia

© NICOLA – stock.adobe.com

Angesichts der vergleichsweise widrigen Bedingungen mitten in der kargen Wüstenlandschaft, die immer wieder von verheerenden Sandstürmen heimgesucht wurde, war das Bauen kein leichtes Unterfangen. Doch um die Ansprüche der wohlhabenden Bewohner zufriedenstellen zu können, wurden weder Kosten noch Mühen gescheut. Einen Großteil der Baumaterialien ließen die wohlhabenden Bürger aus Deutschland nach Kolmannskuppe importieren. Und auch die Versorgung mit Trinkwasser und Lebensmitteln wurde durch Lieferungen aus dem rund 1.000 Kilometer entfernten Kapstadt sichergestellt. Auf Afrikaans heißt die Geisterstadt übrigens Kolmanskop.

So kam es also, dass sich Kolmannskuppe binnen kürzester Zeit vom trostlosen Wüstenort zu einer belebten Diamantenmetropole aufschwang, die sich bei der vom Juwelenfieber gepackten Upperclass größter Beliebtheit erfreute. Und so hätte damals wohl kaum jemand vermutet, dass der Traum der afrikanischen Luxusstadt bereits wenige Jahre später vorbei sein sollte.

2. Glanzvolle Blütezeit mit schnellem Ende

Die glanzvolle Blütezeit von Kolmannskuppe währte nicht lange. Durch den intensiven Diamantenabbau war das Vorkommen der kostbaren Edelsteine schnell erschöpft. Immer mehr Bewohner verließen daraufhin die Stadt, um an anderen Orten ihre Juwelensuche fortzusetzen. Im Jahr 1956 verabschiedete sich schließlich die letzte Familie aus der einstigen Diamantenmetropole und überließ sie dem Verfall.

In den folgenden Jahren fiel die Stadt immer wieder Plünderern zum Opfer, die Baumaterialien wie Türen, Fenster oder Mobiliar aus den Häusern entfernten, um sie bei anderen Gebäuden in der Region neu zu verbauen. Auch Sandstürme, die regelmäßig über das Land fegten, trugen ihren Teil dazu bei, dass vom früheren Glanz in Kolmannskuppe nur noch wenig übrig blieb: Einige der ehemals so prachtvollen Häuser sind heute meterhoch mit Sand überspült und zunehmend von der Natur zurückerobert – eine äußerst bizarre Kulisse, die vor allem Profi- und Hobbyfotografen begeistert.

Geisterstadt Kolmannskuppe in Namibia

© homocosmicos – stock.adobe.com

Aber auch Reisende, die sich für unkonventionelle Sehenswürdigkeiten interessieren, wissen die Atmosphäre der afrikanischen Geisterstadt zu schätzen. Daher steht ein Ausflug nach Kolmannskuppe bei den meisten Urlaubern, die mit dem Mietwagen durch Namibia reisen, ganz oben auf die To-Do-Liste.

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Wenn Sie das einzigartige Flair von Kolmannskuppe mit der Kamera einfangen möchten, ohne dabei von anderen Besuchern gestört zu werden, können Sie einen Besuch außerhalb der Öffnungszeiten beim Freilichtmuseum beantragen. Eine kleine Extragebühr muss hierfür selbstverständlich entrichtet werden, doch angesichts der spektakulären Aufnahmen dürfte sich dies garantiert lohnen.

Symbol Parken Anfahrt und Parken
Mit dem Mietwagen von Lübitz aus sind es nur 16 Minuten bis zur Geisterstadt. Folgen Sie der B4 für 13 Kilometer und biegen Sie dann auf den Parkplatz vor dem Hauptgebäude ein. Dort können Sie auch Tickets kaufen.

3. Kolmannskuppe heute: Freilichtmuseum mit gespenstischem Flair

Als die namibische Regierung zu Beginn der 1980er Jahre das Potential der bizarren Geisterstadt erkannte, ließ sie Kolmannskuppe zu einem Freilichtmuseum ausbauen. Einige der verfallenen Gebäude wurden aufwendig restauriert und in ihren ursprünglichen Zustand versetzt. In einem Museum auf dem Gelände können Sie sich zudem über die Geschichte der ehemaligen Diamantenmetropole informieren. Daneben existieren jedoch auch noch Häuserruinen, in denen sich bis heute die Folgen der verheerenden Wüstenstürme erkennen lassen.

Kolmannskuppe in Namibia von Innen

© Lukas – stock.adobe.com

Besucher bekommen also eine abwechslungsreiche Ausstellung geboten, in der sie nicht nur Wissenswertes über die einst so schillernde Luxussiedlung erfahren, sondern überdies das bizarre Flair einer Geisterstadt hautnah erleben können. Dabei bleibt es Ihnen selbst überlassen, ob Sie Kolmannskuppe auf eigene Faust erkunden oder bei einer geführten Tour in die Stadtgeschichte eintauchen möchten.

Öffnungszeiten und Termine für geführte Touren durch Kolmannskuppe:

  • Das Freilichtmuseum ist täglich von 9 Uhr morgens bis 13.00 Uhr geöffnet. Danach wird es zu windig und zu heiß. Wer fotografieren möchte, benötigt eine gebührenpflichtige Fotopermit.
  • Montags bis samstags werden jeweils Führungen um 9.30 Uhr und um 11.00 Uhr angeboten.
  • An Sonn- und Feiertagen findet nur eine Tour um 10.00 Uhr morgens statt.

Der Eintrittspreis fällt mit 85 namibischen Dollar (rund fünf Euro) vergleichsweise gering aus und bietet somit eine gute Gelegenheit, ein einzigartiges Urlaubserlebnis zu genießen. Für all diejenigen, die sich für bizarre Sehenswürdigkeiten interessieren, ist die Geisterstadt Kolmannskuppe ein absolutes Must-See, das sie sich keinesfalls entgehen lassen sollten!

Symbol Tipp Tipp
Wenn Sie auf einer Rundreise durch Namibia die berühmte Geisterstadt besichtigen möchten, ist Lüderitz die perfekte Ausgangsbasis. Die malerische Hafenstadt liegt gerade einmal zehn Kilometer von Kolmannskuppe entfernt und kann zudem mit einer paradiesischen Landschaftskulisse aufwarten. Eine beliebte Unterkunft in Strandnähe ist das Lüderitz Nest Hotel, wo Sie mit dem Meer zu Füßen herrliches Urlaubsfeeling genießen können. Architekturliebhabern empfehlen wir die Alte Loge, eine liebevoll restaurierte Villa aus der Kolonialzeit, die heute als Boutique-Gästehaus geführt wird.

Titelbildquelle: #94587124 | Urheber: © hannesthirion – stock.adobe.com

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