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Energie aus der Tiefe: heiße Quellen in Deutschland

Heiße Quellen in Deutschland

Es brodelt und qualmt, zischt und dampft – wenn uns die Natur zu einem heißen Vollbad einlädt, spricht der Geologe von einer Thermalquelle. Diese gibt es tatsächlich nicht nur in Island oder im Yellowstone-Nationalpark, sondern auch vor unserer Haustür. Wir zeigen Ihnen vier herrlich heiße Quellen in Deutschland.

Energie aus der Tiefe: heiße Quellen in Deutschland
1. Wie heiße Quellen in Deutschland entstehen
2. Thermalbad in Baden Baden: heißes aus dem Schwarzwald
3. Aachen und Burtscheid: heißeste Quellen Mitteleuropas
4. Thermalquellen Wiesbaden: Teewasser aus dem Kochbrunnen
5. Therme Erding: Thermalbad der Superlative


 

1. Wie heiße Quellen in Deutschland entstehen

Der Fachbegriff für eine heiße Quelle ist hydrothermale Quelle oder auch Thermalquelle. Um in Deutschland als heiße Quelle zu gelten, muss das Wasser am Austrittsort mehr als 20°C warm sein. Das ist jetzt noch keine ansprechende Badetemperatur – doch es geht auch deutlich wärmer. Die heißeste Quelle Deutschlands in Bad Blumenau erreicht zum Beispiel stolze 107°C Wassertemperatur und führt damit auch das Hitze-Ranking unter Europas Thermalquellen an.

Heiße Quellen treten meist dort auf, wo der Untergrund vulkanische Aktivität aufweist. Das ist zum Beispiel in Japan, Island oder im berühmten Yellowstone Nationalpark der Fall. Deutschlands heißen Quellen liegt eine andere geologische Besonderheit zugrunde, sogenannte tiefreichende Strömungssysteme. Hier zirkuliert das Wasser bis in die tiefsten Schichten der Erde und erhitzt sich dadurch.

Das warme Wasser aus der Tiefe machen sich zahlreiche Thermalbäder zu Nutze. Denn Deutschlands heißen Quellen wird noch ein weiterer positiver Effekt zugeschrieben: Sie sollen Heilkräfte besitzen. Tief im Inneren der Erde befinden sich viele verschiedene Mineralien und Spurenelemente, die das Wasser auf seinem Weg an die Erdoberfläche mit nach oben transportiert. Dazu gehören zum Beispiel Magnesium, Kupfer, Zink und Kobalt. Medizinischen Beobachtungen zufolge wirken diese Zusatzstoffe wohltuend bei Muskel- und Gelenkbeschwerden sowie Allergien und vielen chronischen Krankheiten.

📌 Lesetipp → Bitte entspannen: die 8 besten heißen Quellen in Island

2. Thermalbad in Baden-Baden: heißes aus dem Schwarzwald

Eine der bekanntesten heißen Quellen Deutschlands liegt bei Baden-Baden. Der noble Kurort macht sich diesen geologischen Vorzug schon seit fast 2.000 Jahren zunutze: Bereits die Römer genossen hier im Jahr 69 n. Chr. ihr erstes heißes Bad im natürlichen Quellwasser. Heute werden in dem beliebten Badeort insgesamt zwölf Thermalquellen für den Kurbetrieb genutzt. Das Wasser stammt aus einer Tiefe von rund 2.000 Metern und ist reich an Lithium und Magnesium, Cäsium, Kieselsäure sowie Spuren von Kobalt, Zink und Kupfer.

In der modernen Caracella Therme und dem historischen römisch-irischen Friedrichsbad können Sie sich besonders schön von der Heilkraft des Wassers überzeugen. Ein Bad in den ältesten heißen Quellen Deutschlands soll aufgrund des hohen Mineralgehalts sowohl einen belebenden als auch einen regenerierenden Effekt haben.

Baden-Baden hat viele heiße Quellen

Das Kurhaus von Baden-Baden © pure-life-pictures – stock.adobe.com

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Die Caracalla Therme sowie das Friedrichsbad befinden sich im Zentrum der Stadt. Fahren Sie mit Ihrem Auto oder Mietwagen über die A5 nach Baden-Baden und anschließend über die B500 Richtung Baden-Baden Zentrum. Folgen Sie ab dann immer den blauen Therme-Schildern.

Wichtig: Geben Sie als Zieladresse in Ihr Navigationssystem Rotenbachtalstraße, 76530 Baden-Baden ein und folgen Sie bei Ankunft dem Schild Bädergarage. Es stehen vor Ort ausreichend Parkplätze zur Verfügung.

3. Aachen und Burtscheid: heißeste Quellen Mitteleuropas

Unglaublich, aber wahr: Ihren Thermalquellen verdankt die Stadt Aachen quasi ihre Existenz. Es sind nicht nur die heißesten Quellen Deutschlands, sondern ganz Mitteleuropas. Das Wasser steigt hier aus einer Tiefe von über 3.000 Metern empor. Schon seit Jahrhunderten sind die Aachener und Burtscheider Thermalquellen deshalb ein Anziehungspunkt für Erholungssuchende und Kranke. Sie galten nicht nur als Heilstätte, sondern sogar als heilige Stätte. Um dem Strom an Pilgern gerecht zu werden, entstanden nach und nach immer mehr Gebäude, Unterkünfte und Gaststätten.

Heute sind die meisten Quellaustritte nicht mehr zugänglich. In einigen Brunnen und Thermalbädern in der Region können Anwohner und Gäste die heißesten Quellen Deutschlands aber noch spüren. Es handelt sich hauptsächlich um Natrium-Chlorid-Hydrogencarbonat-Thermen, darunter die Kaiserquelle und Rosenquelle in Aachen sowie die Landesbadquelle, das Schlangenbad, die Schwertbad Quelle und eine zweite Rosenquelle in Burtscheid. Vor allem bei rheumatischen Beschwerden, Muskel- und Gelenkerkrankungen sollen die heißen Quellen der Region Linderung verschaffen.

📌 Lesetipp → FKK-Thermen in Deutschland: das sind die schönsten!

Elisenbrunnen in Aachen

Aus dem Elisenbrunnen in Aachen kommt warmes, schwefelhaltiges Wasser © rcfotostock – stock.adobe.com

4. Thermalquellen Wiesbaden: Teewasser aus dem Kochbrunnen

Unser nächster Tipp führt Sie zu einer der köstlichsten heißen Quellen in Deutschland. Mitten in der Wiesbadener Innenstadt steht ein Brunnen, in den Sie direkt Ihren Teebeutel reinhängen könnten. Es ist der Kochbrunnen, die in Wiesbaden wohl bekannteste Thermalquelle. Zugegeben, mit rund 67°C hat das Wasser keine optimale Tee-Temperatur, aber dafür ist es umsonst und jederzeit verfügbar.

Die heißen Quellen von Wiesbaden speisen sich aus einer Tiefe von rund 2.000 Metern und sind laut Schätzungen mindestens 200.000 Jahre alt. Ein Geschenk der Natur, das den Wiesbadenern nicht nur kostenloses heißes Trinkwasser und mineralreiches Badewasser spendet, sondern in der Region auch als regenerative Energiequelle genutzt wird. Möchten Sie im Kochbrunnen-Wasser ein entspanntes Bad nehmen, suchen Sie das historische Badhaus auf. Das rund 525 Jahre alte und unter Denkmalschutz stehende Jugendstilbad gehört zum Radisson Blu Schwarzer Bock Hotel in Wiesbaden, ist aber auch für Nicht-Hotelgäste frei zugänglich. Hier genießen Sie das heiße Quellwasser bei einem Bad in der traditionellen Boden-Steinwanne oder im 32°C warmem Quellwasser-Pool. Eine der schönste Arten, die heißen Quellen Deutschlands zu genießen.

Der Kochbrunnen in Wiesbaden

Der Kochbrunnen in Wiesbaden © Branko Srot – stock.adobe.com

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Das Badhaus Wiesbaden befindet sich im Zentrum von Wiesbaden. Wenn Sie die heißen Quellen Deutschlands hier erkunden wollen, kann sich die Parkplatzsuche daher als schwierig erweisen. Es gibt zwei kostenpflichtige Parkgaragen in der Nähe, auf die Sie ausweichen können: Contipark am Kurhausplatz 1 und Inno-park in der Paulinenstraße 19.
Anschrift: Kranzplatz 12, 65183 Wiesbaden

5. Therme Erding: Thermalbad der Superlative

Eine der größten Thermen in Europa befindet sich im Süden Deutschlands, bei den heißen Quellen in der Nähe der bayerischen Landeshauptstadt München. Die Gesamtgröße der Bäderlandschaft beträgt stattliche 180.000 Quadratmeter. Die Entdeckung der heißen Quelle unter der Kreisstadt Erding verdanken die Erbauer einem Zufall. 1983 suchten Geologen in der Region nach Erdöl- sowie Erdgas und nahmen umfangreiche Bohrungen vor. In rund 2.350 Metern Tiefe stießen die Maschinenführer auf eine der fluorid- und schwefelhaltigsten heißen Quellen in Deutschland. Im November 1998 legte die Stadt den Grundstein für eine gigantische Wellnessoase. Eröffnet wurde die Therme Erding schließlich im Oktober 1999. Seitdem kommen rund 5.000 Badegäste pro Tag in den Genuss des bayerischen Thermalwassers.

Der eigentliche Thermenbereich rund um Deutschlands heiße Quellen mit Schwefel-Effekt umfasst ein imposantes Becken mit Poolbar, Grotte, Wasserfall, verschiedenen Massagedüsen und Strömungskanal. Rundherum gibt es zahlreiche Liegen zum Entspannen, Dampfbäder, Saunen und einen Kneipp-Parcours. Das ist aber noch längst nicht alles: Neben dem eigentlichen Thermenbereich bietet Erding noch eine VitalOase mit zahlreichen Saunen, Schwefelheilbecken und mehreren mineralhaltigen Vital-Quellen sowie einem textilfreien Saunabereich, Rutschen und Wellenbad. Kurzum: In der Therme Erding können Sie die heißen Quellen Deutschlands wirklich voll auskosten.

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Erding liegt rund 36 Kilometer nördlich von München. Die Therme ist sowohl mit öffentlichen Verkehrsmitteln von München aus als auch mit dem Mietauto gut zu erreichen. Es stehen genügend Kundenparkplätze zur Verfügung.

Titelbildquelle: #139879326 | Urheber: © kai – stock.adobe.com

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