Es brodelt und qualmt, zischt und dampft: Wenn uns die Natur zu einem heißen Vollbad einlädt, spricht der Geologe von einer Thermalquelle. Diese gibt es tatsächlich nicht nur in Island oder im Yellowstone-Nationalpark, sondern auch vor unserer Haustür. Wir zeigen dir vier heiße Quellen in Deutschland und verraten, welche Thermalbäder sich für einen entspannten Kurzurlaub lohnen. Außerdem erfährst du, wie heiße Quellen in Deutschland ganz ohne Vulkane entstehen und warum ihrem mineralreichen Wasser eine wohltuende Wirkung nachgesagt wird. Mit dem Mietwagen kannst du mehrere Thermalorte flexibel zu einem entspannten Roadtrip verbinden.
Heiße Quellen in Deutschland: 4 x Energie aus der Tiefe

Alles auf einen Blick
Heiße Quellen gibt es nicht nur in Island, sondern auch in Deutschland, hier die wichtigsten Thermalorte im Überblick:
Baden-Baden: Aus zwölf Thermalquellen und rund 2.000 Metern Tiefe speist der Kurort die moderne Caracalla Therme und das historische Friedrichsbad.
Aachen und Burtscheid: Hier sprudeln die heißesten Quellen Deutschlands mit über 70 °C, das Wasser steigt aus über 3.000 Metern Tiefe empor.
Wiesbaden: Am Kochbrunnen in der Innenstadt fließt rund 67 °C heißes Thermalwasser kostenlos, baden kannst du im Jugendstilbad des Hotels Schwarzer Bock.
Therme Erding: Die Bäderlandschaft bei München umfasst 185.000 Quadratmeter, täglich kommen rund 5.000 Badegäste in eine der größten Thermen Europas.
Entstehung: In Deutschland gilt Wasser mit mehr als 20 °C am Austrittsort als Thermalquelle, erhitzt wird es durch tief reichende Strömungssysteme statt Vulkane.
Heiße Quellen in Deutschland
1. Thermalbäder in Baden-Baden
Eine der bekanntesten heißen Quellen Deutschlands liegt bei Baden-Baden. Der noble Kurort macht sich diesen geologischen Vorzug schon seit fast 2.000 Jahren zunutze: Bereits die Römer genossen hier im Jahr 69 n. Chr. ihr erstes heißes Bad im natürlichen Quellwasser. Heute werden in dem beliebten Badeort insgesamt zwölf Thermalquellen für den Kurbetrieb genutzt. Das Wasser stammt aus einer Tiefe von rund 2.000 Metern und ist reich an Lithium und Magnesium, Cäsium, Kieselsäure sowie Spuren von Kobalt, Zink und Kupfer. In der modernen Caracalla Therme (mit rund 5000 m²) und dem historischen römisch-irischen Friedrichsbad kannst du dich selbst von der Heilkraft des Wassers überzeugen. Ein Bad in den heißen Quellen Deutschlands soll aufgrund des hohen Mineralgehalts einen belebenden und regenerierenden Effekt haben.
Fahre mit dem Auto oder Mietwagen über die A5 nach Baden-Baden und anschließend über die B500 Richtung Baden-Baden Zentrum. Folge ab dann immer den blauen Therme-Schildern.Wichtig: Gib als Zieladresse in dein Navigationssystem die Rotenbachtalstraße, 76530 Baden-Baden ein und folge bei Ankunft dem Schild Bädergarage. Es stehen vor Ort ausreichend Parkplätze zur Verfügung.
2. Aachener und Burtscheider Thermalquellen
Unglaublich, aber wahr: Ihren Thermalquellen verdankt die Stadt Aachen quasi ihre Existenz. Es sind nicht nur die heißesten Quellen Deutschlands, sondern ganz Mitteleuropas. Das Wasser steigt hier aus einer Tiefe von über 3.000 Metern empor. Schon seit Jahrhunderten sind die Aachener und Burtscheider Thermalquellen deshalb ein Anziehungspunkt für Erholungssuchende und Kranke. Sie galten nicht nur als Heilstätten, sondern sogar als heilige Stätten. Um dem Strom an Pilgern gerecht zu werden, entstanden nach und nach immer mehr Gebäude, Unterkünfte und Gaststätten. Heute sind die meisten Quellaustritte nicht mehr zugänglich. In einigen Brunnen und Thermalbädern in der Region können Anwohner und Gäste die heißesten Quellen Deutschlands aber noch austesten. Es handelt sich hauptsächlich um Natrium-Chlorid-Hydrogencarbonat-Thermen, darunter die Kaiserquelle und Rosenquelle in Aachen sowie die Landesbadquelle, das Schlangenbad, die Schwertbad-Quelle (vermutlich das älteste Badehaus Deutschlands) und eine zweite Rosenquelle in Burtscheid. Vor allem bei rheumatischen Beschwerden, Muskel- und Gelenkerkrankungen sollen die heißen Quellen der Region Linderung verschaffen.
3. Thermalquellen Wiesbaden
Mitten in der Wiesbadener Innenstadt steht der sogenannte Kochbrunnen, die in Wiesbaden wohl bekannteste Thermalquelle. Zugegeben, mit rund 67°C hat das Wasser keine optimale Tee-Temperatur, aber dafür ist es umsonst und jederzeit verfügbar. Die heißen Quellen von Wiesbaden speisen sich aus einer Tiefe von rund 2.000 Metern und sind laut Schätzungen mindestens 200.000 Jahre alt. Ein Geschenk der Natur, das den Wiesbadenern nicht nur kostenloses heißes Trinkwasser und mineralreiches Badewasser spendet, sondern in der Region auch als regenerative Energiequelle genutzt wird. Möchtest du im Kochbrunnen-Wasser ein entspanntes Bad nehmen, lohnt sich ein Besuch des wunderschönen Badehauses. Das rund 540 Jahre alte und unter Denkmalschutz stehende Jugendstilbad gehört zum Radisson Blu Schwarzer Bock Hotel in Wiesbaden, ist aber auch für Nicht-Hotelgäste frei zugänglich. Unter hohen Gewölbedecken findest du hier Anwendungen wie die traditionelle Boden-Steinwanne oder einen 32 °C warmem Quellwasser-Pool.
Das Badhaus Wiesbaden befindet sich im Stadtzentrum. Die Parkplatzsuche gestaltet sich manchmal schwierig. Es gibt zwei kostenpflichtige Parkgaragen in der Nähe, auf die du ausweichen kannst: der Contipark am Kurhausplatz 1 und der Inno-park in der Paulinenstraße 19 (Kranzplatz 12, 65183 Wiesbaden)
4. Therme Erding
Eine der größten Thermen in Europa befindet sich im Süden Deutschlands, bei den heißen Quellen in der Nähe der bayerischen Landeshauptstadt München. Die Gesamtgröße der Bäderlandschaft beträgt stattliche 185.000 Quadratmeter. Die Entdeckung der heißen Quelle unter der Kreisstadt Erding verdanken die Erbauer einem Zufall. 1983 suchten Geologen in der Region nach Erdöl- sowie Erdgas und nahmen umfangreiche Bohrungen vor. In rund 2.350 Metern Tiefe stießen die Maschinenführer auf eine der fluorid- und schwefelhaltigsten heißen Quellen in Deutschland. Im November 1998 legte die Stadt den Grundstein für eine gigantische Wellnessoase. Eröffnet wurde die Therme Erding schließlich im Oktober 1999. Seitdem kommen rund 5.000 Badegäste pro Tag in den Genuss des bayerischen Thermalwassers. Der eigentliche Thermenbereich rund um Deutschlands heiße Quellen mit Schwefel-Effekt umfasst ein imposantes Becken mit Poolbar, Grotte, Wasserfall, verschiedenen Massagedüsen und Strömungskanal. Rundherum gibt es zahlreiche Liegen zum Entspannen, Dampfbäder, Saunen und einen Kneipp-Parcours. Das ist aber noch längst nicht alles: Neben dem eigentlichen Thermenbereich bietet Erding noch eine VitalOase mit zahlreichen Saunen, Schwefelheilbecken und mehreren mineralhaltigen Vital-Quellen sowie einem textilfreien Saunabereich, Rutschen und Wellenbad.
Erding liegt rund 36 Kilometer nördlich von München entfernt. Die Therme ist sowohl mit öffentlichen Verkehrsmitteln als auch mit dem Mietwagen ab München gut zu erreichen. Es stehen genügend Kundenparkplätze zur Verfügung.
Schon gewusst? So entstehen heiße Quellen in Deutschland
Der Fachbegriff für eine heiße Quelle lautet hydrothermale Quelle oder auch Thermalquelle. Um in Deutschland als heiße Quelle zu gelten, muss das Wasser am Austrittsort mehr als 20 °C warm sein. Das ist jetzt noch keine ansprechende Badetemperatur, doch es geht auch deutlich wärmer. Die heißeste Quelle Deutschlands in Aachen erreicht zum Beispiel über 70 °C Wassertemperatur und zählt damit auch zu den heißesten Thermalquellen Mitteleuropas. Heiße Quellen treten meist dort auf, wo der Untergrund vulkanische Aktivität aufweist. Das ist zum Beispiel in Japan, Island oder im berühmten Yellowstone National Park der Fall. Deutschlands heißen Quellen liegt eine andere geologische Besonderheit zugrunde, sogenannte tief reichende Strömungssysteme. Hier zirkuliert das Wasser bis in die tiefsten Schichten der Erde und erhitzt sich dadurch. Das warme Wasser aus der Tiefe machen sich zahlreiche Thermalbäder zu Nutze. Denn Deutschlands heißen Quellen wird noch ein weiterer positiver Effekt zugeschrieben: Sie sollen Heilkräfte besitzen. Tief im Inneren der Erde befinden sich viele verschiedene Mineralien und Spurenelemente, die das Wasser auf seinem Weg an die Erdoberfläche mit nach oben transportiert. Dazu gehören zum Beispiel Magnesium, Kupfer, Zink und Kobalt. Medizinischen Beobachtungen zufolge wirken diese Zusatzstoffe wohltuend bei Muskel- und Gelenkbeschwerden sowie Allergien und vielen chronischen Krankheiten.
Heiße Quellen in Bayern & Co.: dein Roadtrip zu Entspannung & Erholung
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