Frankreich ist ein abwechslungsreiches und wunderschönes Reiseland. Schicke Großstädte, einsame Strände, gewaltige Berge, endlose Lavendelfelder: Wer am liebsten alles sehen möchte, reist mit dem Mietwagen. Damit du deinen Urlaub richtig genießen und ganz entspannt durch Frankreich fahren kannst, verraten wir dir die 10 wichtigsten Autotipps von Alkoholtester bis Maut. Von den Tempolimits über die Promillegrenze bis zur Maut gelten in Frankreich eigene Regeln, die du vor der Fahrt kennen solltest. Außerdem erfährst du, worauf es beim Tanken, Parken und bei der Wahl des passenden Mietwagens ankommt.
Die 10 wichtigsten Autotipps für Frankreich

Alles auf einen Blick
Mit diesen Regeln und Tipps fährst du entspannt und ohne böse Überraschungen durch Frankreich.
Tempolimits: Innerorts gilt Tempo 50, außerorts je nach Straße 80 bis 110 km/h und auf der Autobahn 130 km/h.
Promille: Erlaubt sind 0,5 Promille, für Fahranfänger mit weniger als drei Jahren Führerschein liegt die Grenze bei 0,2 Promille.
Pflichtausstattung: Warnweste und Warndreieck gehören ins Auto, einen Alkoholtester musst du seit dem 22. Mai 2020 nicht mehr mitführen.
Maut und Sprit: Viele Autobahnen sind kostenpflichtig, zahlen kannst du bar oder mit Kreditkarte, Benzin kostet aktuell rund 2,21 Euro je Liter.
Parken: Weiß gestrichelte Linien stehen für gebührenpflichtige Plätze, gelbe für Park- und Halteverbot, blaue oft für kostenlose Stellplätze.
Die 10 wichtigsten Autotipps für Frankreich
1. Geschwindigkeitsbegrenzungen
Wie in Deutschland darfst du auch in Frankreich in geschlossenen Ortschaften maximal 50 km/h fahren. Außerhalb gilt's auf die Beschilderung zu achten: 80 bis 110 km/h sind maximal erlaubt. Auf Autobahnen liegt die Geschwindigkeitsbegrenzung bei 130 km/h.
2. Promillegrenzen
Wenn du eine Tour durch Frankreichs großartige Weinregionen planst, buche nach der Weinprobe unbedingt eine Übernachtung. Die Promillegrenze liegt in Frankreich bei 0,5 und wird stark kontrolliert. Auch zu deiner eigenen Sicherheit solltest du den Mietwagen dann lieber stehen lassen. Achtung: Fahranfänger dürfen nur mit maximal 0,2 Promille fahren. Als Fahranfänger gilt in Frankreich jeder, der seinen Führerschein kürzer als drei Jahre hat.
3. Maut
Die Maut in Frankreich kann ein ganz schönes Loch in die Reisekasse fressen. Viele Autobahnabschnitte sind kostenpflichtig, die Preise variieren teilweise stark. Für unsere letzte Fahrt mussten wir von der Grenze im Norden (bei Valenciennes) bis zur Atlantikküste bei La Rochelle über 60 Euro nur für die Maut berappen. Die Maut kannst du direkt an den Mautstellen entweder bar oder mit Kreditkarte bezahlen (Achte auf die Symbole über den Spuren!). Der Vorteil der teuren Maut? Die Autobahnraststätten sind wirklich hervorragend, inklusive sauberen Klos und tollen Spielplätzen. Achtung: Die linke Spur an Mautstellen ist oft mit einem "t" gekennzeichnet. Das t steht für télépéage und die Spur ist Fahrern mit einer elektronischen Mautbox (Liber-t) vorbehalten.
4. Blinker bleibt an
Lass dich nicht irritieren, wenn auf der Autobahn auf der mittleren Spur ein dauerblinkendes Auto fährt, ohne die Spur nach links zu wechseln. Vermutlich überholt der Fahrer nur das rechte Fahrzeug. In Frankreich wird so lange geblinkt, bis der Überholvorgang komplett abgeschlossen ist.
5. Pflichtinventar
Warnweste und Warndreieck dürfen auf einem Roadtrip durch Frankreich auf keinen Fall im Auto fehlen. Verbandskasten und Ersatzreifen musst du hingegen nicht dabei haben. Einen Alkoholtester musst du in Frankreich seit dem 22. Mai 2020 nicht mehr mitführen. Die frühere Pflicht wurde gestrichen und wer keinen Alkoholtester dabei hat, muss nicht mit Sanktionen rechnen. Willst du dennoch auf Nummer Sicher gehen, kannst du die Alkoholtester beispielsweise über Amazon kaufen.
6. Unfallbericht einpacken
Bei Unfällen ohne Personenschaden rückt in Frankreich keine Polizei an. Stattdessen füllen die Unfallparteien einen Unfallbericht aus, der den Hergang schildert und alle Daten erfasst. Eigentlich nicht unpraktisch, vorausgesetzt man spricht französisch. Uns hat ein Franzose auf der Heimfahrt aus dem letzten Urlaub eine ordentliche Delle ins Auto gefahren. Er hatte zwar einen Unfallbericht parat, mit unseren beschränkten Französischkenntnissen hat es allerdings lange gedauert, bis alles ausgefüllt war. Beim ADAC kannst du dir im Vorfeld eine deutsche Übersetzung des Unfallbericht herunterladen oder den Europäischen Unfallbericht in den wichtigsten Sprachen für knapp 4 Euro kaufen.
7. Keine Gelbphasen
Die Ampelschaltung in Frankreich ist etwas gewöhnungsbedürftig. Anders als in Deutschland gibt es hier teilweise nur Rot- und Grünphasen. Denn: Nicht immer haben französische Ampeln Gelbphasen, die den Wechsel einleiten. Stattdessen gibt es oft zusätzlich zu den Hauptampeln kleine Ampeln auf Augenhöhe, die der besseren Orientierung dienen sollen.
8. Sprit
Sprit ist in Frankreich tendenziell etwas günstiger als in Deutschland, momentan sind die Preise allerdings ähnlich hoch. Aktuell bezahlst du für einen Liter Benzin 2,21 Euro, der Dieselpreis liegbt 2,37 Euro. Zum vergleich: In Deutschland zahlst du pro Liter 2,35 Euro (Benzin) bzw. 2,44 Euro (Diesel) (Stand: 10/26). Selbstverständlich unterliegen die Benzinpreise auch in Frankreich täglichen Schwankungen. Autogas wird in Frankreich nur an wenigen Tankstellen angeboten.
9. Parken
Linien am Fahrbahn- bzw. Bordsteinrand zeigen dir an, wo du in Frankreich parken darfst. Weiß gestrichelte Linien bedeuten, dass du gegen Bezahlung einer Gebühr (Ticket am Parkscheinautomaten) parken darfst. Gelb gestrichelte Linien hingegen bedeuten Parkverbot, während durchgehende gelbe Linien für ein absolutes Halteverbot stehen. Blaue Linien zeigen oftmals kostenlose Parkmöglichkeiten an. Achte auf die Beschilderung und verwende eine Parkscheibe. Parken auf dem Bordstein (auch wenn du nur mit zwei Reifen drauf stehst) ist generell verboten.
10. Der passende Mietwagen
In unserer Liste der Autotipps darf natürlich auch ein Tipps zum perfekten Mietwagen in Frankreich nicht fehlen. Tatsächlich hängt die Auto-Wahl in Frankreich aber hauptsächlich von deinen Plänen und Bedürfnissen ab. Die Straßen sind fast überall in einem sehr guten Zustand und sowohl mit einem Kleinwagen als auch mit einem SUV problemlos befahrbar. Wenn du auf deiner Route große Städte ansteuerst, solltest du jedoch einen kleinen Wagen wählen. Die Straßen sind oft recht eng und die Parkmöglichkeiten rar.
Häufige Fragen zum Autofahren in Frankreich
Gilt in Frankreich wirklich noch rechts vor links?
An Kreuzungen ohne Vorfahrtschild gilt in Frankreich die priorité à droite: Wer von rechts kommt, fährt zuerst. Die amtliche Beschilderungsvorschrift nennt sie ausdrücklich das Regime, das ohne Beschilderung greift, innerorts ist sie die Grundregel (Stand 2026). Deshalb steht dort oft gar kein Schild. Außerorts wird nur vor gefährlichen Kreuzungen gewarnt. Fahr in Dörfern und Wohnvierteln langsam und rechne jederzeit mit Autos aus einer Seitenstraße rechts.
Was droht dir in Frankreich für einen Radarwarner im Auto?
Besitz, Transport und Nutzung von Radarwarnern sind in Frankreich verboten. Fällig werden bis zu 1.500 Euro, dazu sechs Punkte im französischen System und ein Fahrverbot von bis zu drei Jahren (Stand 2026). Das Gerät wird eingezogen, und ist es fest angebracht, kann sogar das Fahrzeug beschlagnahmt werden. Bei einem Mietwagen wird das richtig unangenehm, also lass solche Geräte zu Hause und verlass dich auf die ausgeschilderten Tempolimits.
Was musst du bei der Übernahme des Mietwagens an Pflichtausrüstung prüfen?
Prüf bei der Übernahme, ob Warnweste und Warndreieck wirklich im Mietwagen liegen, denn kontrolliert wirst du, nicht der Vermieter. Die Weste muss griffbereit im Fahrzeug liegen und vor dem Aussteigen angezogen werden. Kannst du Weste oder Dreieck bei einer Kontrolle nicht sofort vorzeigen, werden bis zu 38 Euro fällig; wer die Weste bei einer Panne nicht trägt, zahlt in der Regel 135 Euro (Stand 2026).
Wie legst du Abholung und Rückgabe um die französischen Stautage herum?
Der Staukalender von Bison Futé stuft einzelne Tage bis schwarz ein. Im Sommer 2026 ist Samstag, der 1. August, landesweit schwarz im Ausreiseverkehr; empfohlen wird, die Île-de-France erst nach 15 Uhr zu verlassen (Stand 2026). Leg Abholung und Rückgabe deines Mietwagens möglichst nicht auf solche Tage, sonst verlierst du Stunden auf A7, A9 oder A10 und riskierst eine verspätete Rückgabe.
Warum steht auf französischen Landstraßen mal 80 und mal 90 km/h?
Auf Landstraßen außerhalb von Ortschaften gilt in Frankreich grundsätzlich Tempo 80. Jedes Département darf für seine eigenen Straßen aber auf 90 km/h zurückgehen, deshalb wechselt das Limit teils von Kreis zu Kreis (Stand 2026). Verlass dich nicht aufs Navi, sondern auf die Schilder; wo keins steht, bleib bei 80. Gegenverkehr ohne bauliche Trennung bleibt der Normalfall, also kalkuliere mehr Fahrzeit ein als in Deutschland.





