Frankreich ist für Gourmets und Weinliebhaber als Urlaubsland das Nonplusultra. Doch man würde der „Grande Nation“ keineswegs gerecht, würde man sie nur auf Weine und Spezialitäten reduzieren. Insbesondere Bordeaux und seine Umgebung sind dank ihrer zahlreichen Sehenswürdigkeiten auch dann eine Reise wert, wenn man nichts für den roten Rebsaft übrig hat. Erlebe Frankreich mit seinem besonderen Mix aus mittelalterlich geprägten Dörfern, modernen Freizeit- und Sportmöglichkeiten, wunderschönen Flusstälern und historischen Fundstätten. Auf dieser Route erfährst du, welche sieben Stationen zwischen Bordeaux und Beaune sich besonders lohnen und was dich an jedem Halt erwartet.
Rundreise in Bordeaux und Umgebung

Alles auf einen Blick
Deine Rundreise ab Bordeaux führt dich in sieben Etappen quer durch Frankreichs Südwesten bis ins Burgund.
Route: Start ist Bordeaux, Ziel die Weinstadt Beaune; dazwischen liegen insgesamt sieben Stationen mit Städten, Dörfern und Naturlandschaften.
Bordeaux: Die Hauptstadt des Weins lockt mit der Kirche Saint Pierre, dem Palais Rohan und dem Grand Théatre sowie Verkostungen auf den Weingütern.
St. Émilion: Rund 40 Kilometer von Bordeaux entfernt wartet die mittelalterliche Stadt mit der unterirdischen Église Monolithe und der romanischen Stadtmauer.
La Roque-Gageac & Millau: Im Périgord erwarten dich eine Höhlenfestung und Dordogne-Blick, in Millau das Viaduc de Millau mit eigenem Aussichtspunkt.
Gorges du Tarn, Le Puy-en-Vélay & Beaune: Rund 50 Kilometer Schlucht, ein berühmter Wallfahrtsort und zum Schluss die Weinhauptstadt des Burgunds.
Rundreise ab Bordeaux
Fakten zu deiner Rundreise nach Bordeaux & Co.
Kilometer: 850 km Reine Fahrtzeit: 12 h Stationen: 7
1. Start in Bordeaux
Nach der Abholung des Mietwagens in Bordeaux startet deine Rundreise in der Hauptstadt des weltberühmten Weines. Die Stadt blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Wenn du die französische Kultur hautnah erleben willst, dann empfiehlt sich der Besuch einiger bedeutender Sehenswürdigkeiten wie der Kirche Saint Pierre sowie des Palais Rohan, in dem seinerzeit der Bischof von Bordeaux residierte. Den Weinliebhabern unter euch sei eine Verköstigung auf einem der zahlreichen Weingüter ans Herz gelegt. Nirgendwo auf der Welt wachsen so teure und geschmacklich außergewöhnliche Rebsorten wie hier. Nach einem Spaziergang am Garonne-Ufer, der Flaniermeile Bordeaux‘, empfiehlt sich unbedingt, die köstliche traditionelle Küche in einem der vielen Restaurants zu probieren. Bei Touristen ebenfalls sehr beliebt ist der Besuch des Grand Théatre de Bordeaux, wo regelmäßig Opern, Operetten, Ballettvorstellungen und Konzerte stattfinden. Schöner kann man den Aufenthalt in der Stadt der Kunst und Kultur nicht abrunden.
2. Station: St. Émilion
Weiter geht die Reise ins etwa 40 km weit entfernte, nordöstlich von Bordeaux gelegene St. Émilion. Inmitten der Weinberge des Bordelais liegt unweit der Dordogne die mittelalterliche Stadt. Die Gemeinde ist nicht nur ein berühmter Weinort, sondern auch eines der interessantesten mittelalterlichen Städtchen Frankreichs, da du dort große, gut erhaltene Teile der romanischen Stadtmauer und Bauwerke aus dem 13. Jahrhundert bewundern kannst. Das Highlight des Ortes ist die weltweit einzigartige Église Monolithe, welche du dir auf keinen Fall entgehen lassen solltest. Dabei handelt es sich um eine unterirdische, in den Kalkstein gehöhlte Kirche aus dem 12. Jahrhundert, welche unersetzliche Glasmalereien beherbergt. Die sportlich Ambitionierten unter euch kommen auch auf ihre Kosten: Neben ausgedehnten Wanderungen und Radtouren entlang der Weinstraße mit sanft hügligen Feldern kannst du ausreiten oder mit dem Boot auf der Dordogne schippern. Wer tagsüber keine Lust auf Natur, Sport und Kultur hat, der kann eine ausgedehnte Shoppingtour durch die zahlreichen modernen Geschäfte machen. Fürs Abendprogramm ist auch gesorgt, denn die vielen Clubs und Bars der Stadt laden dich dazu ein, das Tanzbein zu schwingen.
3. Station: La Roque-Gageac
Nach ungefähr zwei Fahrtstunden hast du die nächste Etappe deiner Rundreise erreicht: La Roque-Gageac ist eine kleine Gemeinde im Périgord. Das Dorf schmiegt sich an eine Felswand unmittelbar am Ufer der Dordogne und besticht durch seine malerische, reizvolle Landschaft. Um in die mittelalterlich geprägte Atmosphäre der Gemeinde einzutauchen, musst du lediglich die Uferstraße verlassen. Der Weg über eine steil ansteigende Treppe führt zur Kirche der Gemeinde. Von dort hast du einen sagenhaften Blick über das Tal und das Dorf mit seinen engen Gässchen und hübschen Häusern. In der Ferne erblickst du die eindrucksvolle Burg Castelnaud, welche eine der geschichtsträchtigsten Festungen des Périgord ist. Ein Muss ist die Besichtigung der Kirchenterrasse, welche sich inmitten eines exotischen Gartens befindet. Dank des milden Klimas erwächst dort eine traumhaft blühende Oase aus mediterraner und tropischer Vegetation. Bei diesem Anblick erklärt sich von selbst, warum La Roque-Gageac als eines der schönsten Dörfer Frankreichs klassifiziert wird. Abenteuerlich wird es, wenn du dir die Überreste der vom 12. bis 18. Jahrhundert bestehenden Höhlenfestung ansehen willst. Das Fort ist nur über 140 Treppenstufen zu erreichen, welche außen vor der senkrechten Felswand befestigt sind. Du solltest auf jeden Fall schwindelfrei sein.
4. Station: Millau
Weiter geht’s zur nächsten Etappe nach Millau, das weit über die Landesgrenzen Frankreichs hinaus als Zentrum des Drachensports berühmt ist. Wenn du dich für’s Gleitschirmfliegen interessierst, bieten dir die nahe gelegenen Hänge rund um Millau acht Naturstartplätze mit Höhenunterschieden zwischen 200 und knapp 500 Metern. Übernachtungsmöglichkeiten gibt es z.B. in der deutschsprachigen Drachenschule vor Ort. Ein absolutes Highlight ist zudem das Viaduc de Millau, eine der höchsten Brücken der Welt, welche mit einer Länge von 2,5 km das Tal des Flusses Tarn überspannt. Fahre unbedingt zum Rastplatz Aire de la Cavalerie im Süden von Millau. Dies ist ein offizieller Aussichtspunkt, von dem aus du das majestätische Jahrhundertbauwerk in aller Ruhe betrachten kannst und eine beeindruckende Aussicht auf die hier beginnenden Schluchten des Tarn und der Dourbie hast. Lohnenswert ist auch ein Abstecher in die kleine Ausstellungshalle unter der Brücke, wenn du dich für Technik und Brückenbau interessierst. Das Viadukt von Millau ist außerdem ein idealer Ausgangspunkt, um deine Reise in Richtung der Tarnschlucht fortzusetzen.
5. Station: Gorges du Tarn
Nordöstlich von Millau erreichst du eines der größten Naturwunder: eine rund 50 km lange und bis zu 500 m tiefe Schlucht, den Gorges du Tarn. Durch diese Flusslandschaft, eine der schönsten Frankreichs übrigens, verläuft eine enge, kurvenreiche Tourismusstraße. Hier solltest du unbedingt zwischendurch an den zahlreichen Aussichtpunkten anhalten, um die wunderschöne Umgebung auf sich wirken zu lassen. Wenn du schon einmal vor Ort bist, bietet sich auf jeden Fall die Besichtigung einer der vielen Grotten an. Und, Romantiker aufgepasst: Hol die Badehosen raus und such die traumhafte, etwas abseits gelegene Badestelle bei Castelbouc auf. Hinter dem Felsen befindet sich zudem ein winziger, liebevoll restaurierter Ort, durch den du bummeln kannst. Unbedingt anschauen! Auf sportliche Aktivitäten musst du auch nicht verzichten. Wenn du gerne am Wasser wanderst oder Wildwasserkanu liebst, dann ist der Tarn ein El Dorado für dich. Vom Wasser aus wirst du eine sagenhaft schöne Landschaft in unberührter Natur erleben. Zwischendurch kannst du immer wieder an Land gehen, um an den zahlreichen Stränden des Tarn Sonne zu tanken, zu picknicken oder in der Natur zu wandern. Darüber hinaus hast du die Möglichkeit, in freier Natur zu übernachten, denn fast jedes Dorf verfügt über einen Campingplatz, meist in unmittelbarer Nähe des Flusses. Das ist Freiheit pur!
6. Station: Le Puy-en-Vélay
Erholt von der frischen gesunden Luft setzt du deine Reise fort und erreichst nach ca. zwei Stunden den wunderschönen Wallfahrtsort Le Puy-en-Vélay. Nach einem Gang durch die historischen und äußerst charmanten Gassen der Stadt sowie dem Besuch der Kathedrale Notre Dame de Puy mit ihrer „Schwarzen Jungfrau“ solltest du dir auf keinen Fall die kulinarischen Gaumenfreuden in einem der zahlreichen Spezialitäten-Restaurants entgehen lassen. Bewegung nach einem guten Essen kann nicht schaden und so profitieren die Sportler unter euch auch in dieser Stadt von einem umfangreichen Angebot an Natursportarten. Für Unterhaltung ist ebenfalls gesorgt, denn Le Puy-en-Vélay bietet dir zahlreiche Events und Veranstaltungen, wie z. B. das „Fest des Vogelkönigs“, zu dem jährlich Tausende von Teilnehmern und Zuschauern strömen. Die Stadt ist zudem weltweit bekannt als Ausgangspunkt des Pilgerwegs nach Santiago de Compostela. Das könnte der Grund sein, weshalb du nach deinem Aufenthalt das Gefühl hast, spirituell neue Kraft getankt zu haben.
7. Station: Beaune
Nach gut drei Fahrtstunden hast du das Ziel unserer Route erreicht: Die Stadt Beaune. Da du nun in der Weinhauptstadt des Burgunds bist, gehört die Teilnahme an einer Verkostung mit einem Sommelier zum Pflichtprogramm. Zeitzeugen der Geschichte Beaunes und des Burgund sind die hiesigen historischen Bauwerke, Schlösser, Klöster und Abteien, welche du bei einer organisierten Stadtrundfahrt mit der Touristenbahn erkunden kannst. Ein Augenschaums sind außerdem die vielen liebevoll gestalteten Stadtgärten, für die Beaune ausgezeichnet wurde. Ein Besuch lohnt sich in jedem Fall. Doch Beaune hat noch wesentlich mehr zu bieten. Dank des spektakulären Freizeitangebots der Stadt kannst du eine Fahrt mit dem Heißluftballon machen, per Ultraleichtflugzeug durch die Lüfte schweben oder die Natur bei einem Hubschrauberrundflug bestaunen. Wenn du es bodenständiger magst, dann verbessere doch dein Handicap auf dem Golfplatz oder erkunde zum Abschluss deiner Reise die herrliche Landschaft bei einer Fahrradtour. Vom Burgund aus kommst du dann über die Freigrafschaft ins Elsass, bevor du nach Deutschland zurückkehrst.
Häufige Fragen zur Rundreise ab Bordeaux
Was musst du beachten, wenn du von Bordeaux aus einen Abstecher zur Dune du Pilat machst?
Die Düne ist ein staatlich geschütztes site classé und wird von einem Zweckverband aus Region, Département und Gemeinde verwaltet. Du stellst den Wagen auf dem bewirtschafteten Besucherparkplatz am Empfangsbereich in Pyla-sur-Mer ab, nachts zwischen 2 und 5 Uhr ist das Parken dort verboten. Die Zufahrt in die umliegenden Wälder ist streng untersagt, ebenso Feuer, wildes Campen und motorisierte Fahrzeuge im Gelände.
Welche Regeln gelten, wenn du vom Bassin d'Arcachon aus zum Banc d'Arguin übersetzt?
Die Sandbank ist ein nationales Naturschutzgebiet. Nach dem Dekret von 2017 darfst du dich dort von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang weder am Strand noch im Watt aufhalten. Eine mindestens 100 Hektar große Zone de protection intégrale ist markiert und darf überhaupt nicht betreten werden. Haustiere wie Hunde oder Katzen sind im gesamten Gebiet verboten, auch angeleint, und Zelten oder Biwakieren ist untersagt.
Kommst du mit dem Mietwagen über den Pont de pierre ins Zentrum von Bordeaux?
Nein. Nach einem einjährigen Versuch hat Bordeaux Métropole die Brücke im Juli 2018 dauerhaft für Autos gesperrt. Seither ist sie dem Nahverkehr und den sanften Verkehrsmitteln vorbehalten, also Straßenbahn, Bussen, Taxis, Rettungsfahrzeugen, Radfahrern und Fußgängern. Als Autofahrer nutzt du stattdessen eine der anderen Garonnebrücken, etwa den weiter flussaufwärts gelegenen Pont Saint-Jean.
Wie schnell darfst du im Stadtgebiet von Bordeaux fahren?
Bordeaux hat sein Straßennetz fast flächendeckend beruhigt. Nach Angaben der Stadt sind rund 89 Prozent der Straßen auf 30 Stundenkilometer begrenzt, schneller fährst du nur auf wenigen Hauptachsen wie den Quais entlang der Garonne. Plane für Wege innerhalb der Stadt also deutlich mehr Zeit ein als dein Navi auf Landstraßen veranschlagt, und achte auf die Beschilderung an den Zonengrenzen.
Darfst du zwischen den Gorges du Tarn und Le Puy-en-Vélay im Fahrzeug übernachten?
In der Kernzone des Nationalparks Cevennen, die deine Route in dieser Gegend kreuzen kann, nicht. Der Erlass vom 12. Dezember 2016 verbietet dort das Nächtigen im Zelt, im Fahrzeug, im Wohnanhänger oder in jedem anderen Unterstand. Tagsüber darfst du nur auf öffentlichen Straßen fahren und auf ausgewiesenen Flächen halten, über Nacht nur auf Stellplätzen außerhalb der Kernzone stehen. Schilder mit der Aufschrift Zone de Protection zeigen dir die Grenze.
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