Vorbei an blühenden Lavendelfeldern, türkis schimmernden Flüssen und malerischen Dörfern in hohen Gebirgstälern: Auf einem Roadtrip durch die Provence wird dich die Vielfältigkeit der Landschaft begeistern. Schon berühmte Künstler wie Kandinsky oder van Gogh ließen sich von den Farben und Stimmungen im Südosten Frankreichs inspirieren. Die Route führt dich in einer Woche von La Ciotat über Cassis, Marseille, Aix-en-Provence, Arles und Les Baux-de-Provence bis an den Fluss Durance. Zum Abschluss warten mit der Montagne Sainte-Victoire und dem Massif de la Sainte-Baume zwei Gebirgszüge, die schon Maler wie Paul Cezanne begeistert haben. Um dir die Schönheit der Region näherzubringen, habe ich dir meine Highlights sowie individuelle Tipps für eine Rundreise durch die Provence zusammengefasst.
Provence-Roadtrip: die schönste Route für eine Woche

Alles auf einen Blick
Der Provence-Roadtrip führt dich in einer Woche über 409 Kilometer und sieben Stationen durch Südfrankreich.
Route: Von La Ciotat über Cassis, Marseille, Aix-en-Provence, Arles, Les Baux-de-Provence und die Durance bis zur Montagne Sainte-Victoire und zurück nach Cassis.
Eckdaten: 409 km, 7 Stationen und rund 7 Stunden reine Fahrtzeit verteilen sich entspannt auf eine Woche.
Highlights: Die Route des Crêtes misst 15 km, Arles wurde 46 v. Chr. römische Kolonie, in Les Baux thront eine der größten Burgruinen Frankreichs.
Natur: In der Camargue beobachtest du Rosaflamingos, das Massif de la Sainte-Baume reicht bis 1147 m, bei Valensole blüht im Sommer der Lavendel.
Gut zu wissen: Bei starkem Wind oder Unwetter kann die Route des Crêtes gesperrt sein, prüfe vorher den Wetterbericht.
Roadtrip Provence
Fakten zum Provence-Roadtrip
Kilometer: 409 km Stationen: 7 Reine Fahrtzeit: 7 h
1. Start: Von La Ciotat nach Cassis über die Route des Crêtes
Die gerade mal 15 km lange Corniche (fr. „Küstenstraße“) oder auch Route des Crêtes (fr. „Gipfelstraße“) ist eine kurvenreiche Straße in Südfrankreich, die über den Rücken der Klippenküste von La Ciotat nach Cassis führt. Im Grunde wäre der Fahrspaß auf der Route des Crêtes ohne Zwischenhalt nach einer halben Stunde vorbei, aber die vielen Aussichtspunkte laden zu dem ein oder anderen Zwischenstopp ein. Die kleine französische Gemeinde Cassis liegt in einer Bucht der Calanques-Küste undermöglicht einen Einblick in das Leben eines kleinen französischen Fischerdorfes. Am ersten Sonntag im September findet hier immer das lokale Winzerfest statt.
Bei starkem Wind oder Unwetter kann es passieren, dass die Route des Crêtes gesperrt wird. Deshalb bitte den Wetterbericht beachten!
Abends geht es in die Hafenstadt Marseille. Wer auf dem Roadtrip durch die Provence mit dem Wohnmobil unterwegs ist, braucht sich um das Nachtquartier natürlich keine Gedanken zu machen. Für alle anderen meine Empfehlung: Im Hotel Azur bekommst du kleine, saubere Zimmer. Wenn du es etwas ruhiger magst, solltest du ein Zimmer zum Garten buchen. Hotel-Tipp:
boutique Hôtel Azur (24 Cours Franklin Roosevelt, 13001 Marseille)
2. Marseille
Marseille besticht vor allem durch sein mediterranes Flair und die historischen Stadtviertel. Das Wahrzeichen von Marseille ist die goldene Madonna der Wallfahrtskirche Notre-Dame-de-la-Garde. Das Panier-Viertel lädt mit seinen vielen schönen Gassen, bunten Häusern und kleinen Läden zum Spazierengehen, Verweilen und Genießen ein. Hier triffst du auch auf das Museums- und Kulturzentrum der Stadt. Meine Empfehlung: ein Besuch des Musée d’Archéologie Méditerranéenne.
📌 Lesetipp: Diese 5 Roadtrips durch Frankreich sind perfekt für 1 bis 2 Wochen In der Bucht bei Marseille befindet sich zudem das Château d'If. Wenn du noch ein wenig Zeit hast, solltest du von hier auch einen Abstecher zu den nahe gelegenen Frioul-Inseln machen. Hier, wo Sgelboote durch türkisblaue Buchten schippern, fühlt sich der Provence-Roadtrip so richtig nach Côte d'Azur an. Nach einer 40-minütigen Fahrt kommst du abends in der „wahren“ Hauptstadt der Provence, Aix-en-Provence, an. Hotel-Tipps:
4-Sterne-Hotel Hôtel de Gantès (1 Rue Fabrot, 13100 Aix-en-Provence)
Hôtel Le Mozart (49 Cours Gambetta, 13100 Aix-en-Provence)
3. Aix-en-Provence
Die Universitätsstadt Aix-en-Provence ist die historische Hauptstadt der Provence und wird wegen ihrer vielen kleinen Brunnen auch als „Stadt des Wassers“ bezeichnet. Der Cours Mirabeau ist die touristische Prachtmeile, auf der alleine man schon tagelang flanieren könnte. Über ihn ist das südliche Quartier Mazarin mit der nördlichen Altstadt verbunden. Ein besonderes Highlight ist die Kathedrale Saint-Saveur am Universitätsplatz, die im Verlauf der Jahrhunderte immer wieder neu ausgebaut wurde. Nach einer Stunde Autofahrt erreichst du am Abend die römische Stadt Arles. Hotel-Tipps:
Hotel De L'Amphithéâtre (5 Rue Diderot, 13200 Arles)
Hôtel Spa Le Calendal (5 Rue Porte de Laure, 13200 Arles)
4. Camargue und die römische Stadt Arles
Arles wurde im Jahr 46 v. Chr. von Julius Caesar höchstpersönlich zur römischen Militärkolonie ernannt. Das reiche kulturelle Erbe der Stadt ist vor allem den Römern zu verdanken: Neben einem römischen Theater kannst du die Reste der Thermen des Kaisers Konstantin, das Amphitheater und den Obelisken auf dem Place de la Republique bewundern. Ganz in der Nähe liegt auch der Naturpark Camargue, in dem du in den Schilfgebieten Rosaflamingos beobachten und die Salzwasserlagunen der unteren Camargue besuchen kannst.
5. Les Baux-de-Provence
Nach 30 min erreichst du den kleinen Ort Les Baux-de-Provence, in dem du dir eine kleine Pause einlegen kannst. Alleine schon die Anfahrt ist traumhaft, denn man fährt an den Alpilles, der beeindruckenden Kalksteingebirgskette zwischen Avignon, Cavaillon und Arles, vorbei. Die Gemeinde Les Baux-de-Provence liegt am Südhang der Alpilles und gehört zum gleichnamigen regionalen Naturpark. Das Herz des Ortes ist das Château des Baux, eine der größten Burgruinen Frankreichs, die du dir auf keinen Fall entgehen lassen solltest. Hotel-Tipp:
Fabian des Baux (Quartier Du Fréchier, D5, 13520 Les Baux-de-Provence)
Wenn du Zeit hast, empfehle ich auch einen Abstecher in die Gemeinde Saint-Rémy-de-Provence, die nur 10 km weiter nördlich liegt. In dem hübschen Städtchen malte Vincent van Gogh 1889 auch sein weltberühmtes Gemälde „Sternennacht“.
Von Les Baux-de-Provence folgst du dem Fluss Durance in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur. Diese wunderschöne Strecke ist eines meiner persönlichen Highlights und Grund genug für einen individuellen Provence-Roadtrip. Deine nächste Station ist die kleine Gemeinde Lourmarin, in der du die Nacht und den nächsten Tag verbringen solltest. Hotel-Tipp:
Moulin de Lourmarin (Rue du Temple, 84160 Lourmarin)
6. Provence-Roadtrip rund um den Fluss Durance
Das Gebiet rund um den Fluss Durance, den Gemeinden Lourmarin, Cucuron und hoch bis zu Manosque, wird auch als die „innere Provence“ bezeichnet. Die Gegend ist für ihre vielen Weinberge, Pinienwälder, Täler und mittelalterlichen Dörfer bekannt. Genau wie Les Baux-de-Provence gilt Lourmarin als eines der schönsten Dörfer Frankreichs. Besuche hier auf jeden Fall das älteste Renaissanceschloss der Provence. Die Gemeinde Cucuron gilt als typisches Beispiel eines provenzalischen Dorfes. Die Straßen verlaufen kreisförmig rund um das mittelalterliche Zentrum mit der Kirche und antiken Bauten. Die birnenförmige Altstadt von Manosque hatte ursprünglich vier Stadttore. Auf einem Spaziergang über die Boulevards kannst du die Ruinen der ehemaligen romanischen Stadtmauer erkunden. Hotel-Tipp:
Hôtel Le Mas des Quintrands (2360 Boulevard du Maréchal Juin, 04100 Manosque)
Wenn du auf deinem Provence-Roadtrip Lavendelfelder sehen willst, solltest du von Manosque einen Abstecher nach Valensole einplanen. Der Ort liegt inmitten eines Tals und ist im Sommer von Lavendel und Mandelbäumen umgeben.
7. Vom Montagne Sainte-Victoire bis zum Massif de la Sainte-Baume
Am nächsten Tag geht es weiter in die „wilde Provence“ zum Kalksandsteingebirge Montagne Saint-Victoire. Schon zahlreiche Künstler wie Picasso, Kandinsky und allen voran Paul Cezanne hat das Panorama begeistert. Nach dem Maler wurde daher auch die Route Cezanne benannt, die nach Aix-en-Provence zurückführt. Nach weiteren 60 min Autofahrt triffst du auf das Massif de la Sainte-Baume. Es ist die längste und höchste Gebirgskette der Provence, deren Gipfel auf 1147 m Höhe liegt. Eine alte französische Legende besagt, dass Maria Magdalena die Provence missionierte. Ihre angebliche Ruhestätte befindet sich in einer Höhle auf dem Hügel La Sainte-Baume, die heute ein Wallfahrtsort ist. Wegen des milden Klimas gilt das Massif als einer der wichtigsten Wasserspeicher der Provence, aus dem zahlreiche Quellen und Flüsse entspringen.
Auch hier solltest du dir vorher den Wetterbericht anhören. Die Windböen sind im Bereich des Bergkamms manchmal sehr stark.
Von hier geht's schließlich zurück nach Cassis, wo du deinen Mietwagen wieder abgeben kannst.
Häufige Fragen zur Rundreise durch die Provence
Darf dein Mietwagen in die Umweltzone im Zentrum von Marseille?
Marseille hat im Stadtkern eine Umweltzone, begrenzt von den großen Boulevards Plombières, Jarret und Prado 2. Hinein darfst du rund um die Uhr nur mit Crit'Air 0 bis 3, Fahrzeuge mit Crit'Air 4, 5 oder ganz ohne Plakette bleiben draußen. Ein Verstoß kostet dich 68 Euro, bei Lkw und Bussen 135 Euro. Für einzelne Fahrten gibt es einen Tagespass der Metropole, den du im Jahr bis zu 52 Mal nutzen kannst.
Wie stellst du den Mietwagen in Avignon ab, wenn du in die Altstadt willst?
Innerhalb der Stadtmauer zahlst du am Straßenrand montags bis samstags von 9 bis 19 Uhr Gebühr und darfst dort höchstens vier Stunden am Stück stehen. Für längere Besuche nimmst du besser einen der großen Parkplätze vor der Mauer: Italiens und Piot sind kostenlos, und von beiden bringt dich ein kostenloser Pendelbus ins Zentrum. In die Tiefgaragen passen nur Fahrzeuge bis 1,90 Meter Höhe.
Kommst du im Sommer spontan zur Calanque de Sugiton bei Marseille?
Nein. In den Sommerwochen bis Mitte September brauchst du für die Calanques Sugiton und Pierres Tombées eine Reservierung beim Nationalpark Calanques. Sie ist kostenlos, das Buchungsfenster öffnet drei Tage vorher um 9 Uhr, und eine Buchung gilt für einen Tag und höchstens fünf Personen. Die Bestätigungsmail musst du vor Ort vorzeigen. Nach Angabe des Parks läuft die Regelung bis 2027.
Darfst du deinen Mietwagen in der Provence vor der Rückgabe selbst waschen?
In trockenen Sommern ordnen die Präfekturen gestufte Wasserbeschränkungen an. Ab der Stufe alerte renforcée ist das Waschen von Fahrzeugen untersagt, erlaubt bleiben nur professionelle Waschanlagen mit Wasseraufbereitung. Verboten sind dann auch das Abspritzen von Terrassen und das Bewässern von Rasen. Welche Stufe für deinen Urlaubsort gilt, zeigt das Portal Propluvia des Umweltministeriums. Rechne die Wäsche also besser in einer Waschstraße ein.
Kannst du an der Durance einfach am Ufer Pause machen und ins Wasser gehen?
Besser nicht. Am türkis schimmernden Kanal des Energieversorgers EDF gilt ein Zutrittsverbot, die Anlagen sind Privatgelände und entsprechend beschildert. Weil die Kraftwerke den Abfluss steuern, kann der Durchfluss binnen zehn Minuten von null auf 250 Kubikmeter je Sekunde steigen, dazu kommen kaltes Wasser, starke Strömung und glitschige Wände. Zum Baden fährst du besser an einen der offiziell freigegebenen Seen der Region.
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