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Mit dem Zipfelpass quer durch Deutschland

Oberstdorf im Allgäu

Was haben Oberstdorf im Süden, Selfkant im Westen, List auf Sylt im Norden und Görlitz im Osten Deutschlands gemeinsam? Diese vier Kommunen liegen nicht nur alle in den äußersten Winkeln des Landes, sie haben auch einen Zipfelpakt abgeschlossen. Seit 2000 vergeben Sie an ambitionierte Deutschlandreisende den sogenannten Zipfelpass. Wir zeigen Ihnen, was es damit auf sich hat.

Mit dem Zipfelpass quer durch Deutschland
Zipfelpass: der etwas andere Reisepass
Zipfelpass-Rekorde: im Eiltempo durch die Bundesrepublik
1. Ziel Oberstdorf: bayerisches Idyll im Allgäu
2. Ziel Selfkant: Naturparadies in Tüddern
3. Ziel Görlitz: geschichtsträchtige Stadt im Osten
4. Ziel List: Inselfeeling im hohen Norden

Zipfelpass: der etwas andere Reisepass

Im Jahr 2000 präsentierte ein Bund aus vier deutschen Orten zum Tag der Deutschen Einheit einen neuen Reisepass: den sogenannten Zipfelpass. Er ist äußerlich einem ehemaligen Reisepass der Bundesrepublik Deutschland nachempfunden, hat aber natürlich keine Gültigkeit als Ausweisdokument. Die vier Gemeinden liegen in den äußersten Ecken Deutschlands und sind entsprechend maximal weit voneinander entfernt. Genau das hat sie auf die Idee gebracht, Reisende zu belohnen, die innerhalb von vier Jahren alle vier Zipfelpass-Kommunen besucht haben.

Der Nachweis erfolgt über einen Stempel im Zipfelpass, den Sie an allen vier Orten in den Touristenzentren und Rathäusern erhalten. Können Sie schlussendlich vier Stempel vorweisen, erhalten Sie das Zipfelpass-Paket, das verschiedene Kleinigkeiten und Spezialitäten aus den Regionen der Zipfel enthält. Die einzige Voraussetzung für den Erhalt eines Stempels ist, dass Sie mindestens eine Übernachtung in dem jeweiligen Zipfelort nachweisen können.

Zipfelpass-Rekorde: im Eiltempo durch die Bundesrepublik

Die Tour zu allen Zipfeln des Landes hat schon viele ehrgeizige Zipfelstürmer herausgefordert. Jahr für Jahr machen sich immer mehr Deutschlandreisende auf den Weg in die äußersten Winkel des Landes. Waren es im Jahr 2003 noch rund 50 Zipfeljäger, verlangten im Jahr 2009 bereits rund 500 Menschen nach einem Stempel in ihrem Zipfelpass. Heute muss es schon eine vierstellige Anzahl an Menschen sein, die auf der Jagd nach Stempeln quer durch Deutschland reisen. Dabei greift jeder zu dem Fortbewegungsmittel seiner Wahl: ob zu Fuß, mit einem Fahrrad, hoch zu Ross, mit dem eigenen Auto, einem Mietwagen oder mit einem Zipfeltaxi.

Immer wieder stellen die Zipfelstürmer dabei neue Rekorde auf. Lange Zeit hielt sich der Rekordhalter Sven Meretz, der in nur vier Tagen alle vier Zipfelgemeinden bereist hatte. Er nutzte für die Fahrt quer durch Deutschland die Bahn und erlangte den letzten Stempel in seinem Zipfelpass innerhalb von nur 90 Stunden. 2013 stürzte ihn der Halver Jochen Gölitz vom Zipfelthron, indem er seinen Rekord um zehn Stunden unterbot. Er entschied sich für die Reihenfolge Nord-Ost-Süd-West und benötigte für seine Reise 80 Stunden. 2017 packte schließlich Ralf Willeke seine Tochter Pia ein und stellte zusammen mit ihr den aktuell gültigen Rekord auf: Die beiden erreichten alle Zipfelorte in nur 76 Stunden.

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1. Ziel Oberstdorf: bayerisches Idyll im Allgäu

Auch ohne Zipfelpass-Ambitionen hat es schon viele nach Oberstdorf im Allgäu verschlagen. Der Kurort ist unter anderem berühmt für seine alpinen Skigebiete, die schneesicheren Langlaufloipen der Region und die riesigen Skisprungschanzen. Im Sommer zieht es viele Wanderer und Bergsteiger ins schöne Allgäuer Land.

Oberstdorf ist nicht groß, aber die Heimat mehrerer malerischer Plätze und Ortsteile. Dazu gehören Rubi, Reichenbach, Schöllang, Tiefenbach, Kornau und die Täler im Süden der Gemeinde. Wem die Dorfromantik allein nicht genügt, kann sich auch verschiedenen sportlichen Aktivitäten widmen, zum Beispiel dem Reiten oder Schwimmen. Auch für Familien ist ein Urlaub in Oberstdorf sehr zu empfehlen. Viele Höfe in der Region bieten Urlaub auf dem Bauernhof mit kleinen und großen Tieren zum Anfassen, frisch gemolkener Milch zum Frühstück und jeder Menge gesunder Landluft. Ein buntes Kinderferienprogramm sorgt zudem für abwechslungsreiche Unterhaltung für die Allerkleinsten.

Erstes Ziel des Zipfelpass: Oberstdorf im Allgäu

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Zipfelpass-Reisende mit Rekord-Ambitionen reisen mit der Bahn nach Oberstdorf oder nutzen die A7 für eine Anreise mit dem Auto.

2. Ziel Selfkant: Naturparadies in Tüddern

Die zweite der vier Zipfelpass-Gemeinden liegt an der Westspitze Deutschlands in Nordrhein-Westfalen. Selfkant liegt inmitten einer grünen Oase, umgeben von dichten Bruch- und Auenwäldern, wilden Flusstälern und märchenhaften Windmühlen. Tatsächlich herrscht hier in der Gegend die höchste Windmühlendichte in ganz Deutschland. Das mag an der Nähe zu den niederländischen Nachbarn liegen, die auch in dem typischen Dialekt der Region zum Ausdruck kommt. Rund 27 Kilometer Grenze teilen sich die Bewohner mit ihrer niederländischen Nachbargemeinde.

Was können Sie nun bei Ihrem Stopp in der Zipfelpass-Region Selfkant unternehmen? In Sachen Freizeitaktivitäten steht die unberührte und abwechslungsreiche Umgebung im Vordergrund. Ob Wandern, Radfahren oder Reiten – das gut ausgebaute Wegenetz lädt zu Bewegung unter freiem Himmel ein. An Regentagen können Sie das alte Bauernmuseum in Tüddern besuchen oder eine Fahrt mit der historischen Selfkantbahn unternehmen.

Die Selfkantbahn

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Selfkant erreichen Sie am besten mit dem Auto über die A44, A61, A46 und die E214/A2. Die Anreise mit der Bahn gestaltet sich wegen mehrfachem Umstieg etwas komplizierter, ist aber auch möglich über die Bahnhöfe Geilenkirchen und Sittard in den Niederlanden.

3. Ziel Görlitz: geschichtsträchtige Stadt im Osten

Mit ihren fast 4.000 Denkmälern aus der Gotik, Renaissance, dem Barock, Jugendstil und der Gründerzeit gehört Görlitz für viele zu den schönsten Städten Deutschlands. Die weitestgehend unversehrte Architektur aus verschiedenen Epochen erlaubt einen Spaziergang durch die Zeit und führt Ihnen wie in einem Bilderbuch die europäische Baugeschichte vor Augen.

Flanieren Sie von den mittelalterlichen Tuchmarkt-Häusern am Untermarkt über die barocken Prachtbauten am Obermarkt bis zum hochherrschaftlichen Gründerzeitviertel. Sie werden sehen, trotz allgegenwärtiger Geschichte wirkt Görlitz nicht eingestaubt und eingeschlafen. Es gibt ebenso schicke Boutiquen, hippe Lokale und internationale Restaurants. Rund um die Stadt erstrecken sich vier Naturschutzgebiete und ein Vogelschutzgebiet, die zu ausgiebigen Wandertouren einladen. Sie verlaufen an einigen Stellen bis in das Stadtgebiet hinein.

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Gölitz in Sachsen

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Nach Görlitz gelangen Sie am einfachsten mit ihrem eigenen Auto oder einem Mietwagen über die Autobahn A4 und die E40. Eine Anreise ist aber auch mit der Bahn möglich.

4. Ziel List: Inselfeeling im hohen Norden

Die letzte Station auf Ihrer Zipfelpass-Tour liegt hoch im Norden Deutschlands auf der beliebten Insel Sylt. Hier erwartet Sie das volle Inselprogramm mit stundenlangen Strandspaziergängen, spannenden Entdeckungstouren durch das Wattenmeer und fangfrischem Fisch zum Abendessen. Das 2009 eröffnete Besucherzentrum Naturgewalten Sylt bietet auf rund 1.500 Quadratmetern jede Menge Informationen rund um die Nordsee und ihre Bewohner.

Kaufen Sie an der nördlichsten Fischbude Deutschlands noch schnell ein leckeres Lachsbrötchen, bevor Sie eine Wanderung zu einem der zwei Leuchttürme unternehmen oder mit einem Handtuch unterm Arm Richtung Sandstrand aufbrechen. Ein besonderes Erlebnis in List ist eine Fahrt mit dem 35 Meter hohen Riesenrad, das seit Mai 2017 im Hafen seine Runden dreht.

Nördlichstes Ziel für den Zipfelpass: Sylt

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Die Insel Sylt und die Zipfelpass-Gemeinde List erreichen Sie per Autozug von Niebüll aus oder mit der Autofähre über die dänische Insel Röm. Der Intercity sowie ein Regionalexpress bringen Sie bis nach Westerland.

Titelbildquelle: #147042137 | Urheber: © Dozey – stock.adobe.com

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