Es gibt wohl kaum ein Symbol, das den amerikanischen Traum von Freiheit und Abenteuer besser beschreibt als die legendäre Route 66. Hunderttausendfach auf T-Shirts und Souvenirs gedruckt, in hunderten Serien und Filmen zu sehen oder in der Literatur behandelt: Die Route 66 ist ein Stück USA. Für viele Reisende, die zwischen Illinois und Kalifornien unterwegs sind, ist ein Roadtrip entlang der ikonischen Straße Pflicht. Doch die Strecke ist lang, und wer sie mit dem Mietwagen fährt, muss Etappen, Reisezeit und Verkehrsregeln gut planen. Was du dir dabei nicht entgehen lassen und worauf du achten solltest, zeigen wir dir hier.
Freiheit auf vier Rädern: USA Roadtrip über die Route 66

Alles auf einen Blick
Die Route 66 führt dich auf knapp 4.000 Kilometern von Chicago bis an den Pazifik.
Strecke: Von Chicago bis zum Santa Monica Pier sind es knapp 4.000 Kilometer, für die komplette Fahrt solltest du mindestens drei Wochen einplanen.
Highlights: Cadillac Ranch in Amarillo, die Wigwam Motels, das Route 66 Museum in Clinton und als Ziel der Santa Monica Pier.
Beste Reisezeit: Frühling von April bis Juni oder Herbst von September bis November, dann sind die Temperaturen angenehm und die Attraktionen weniger überlaufen.
Verkehrsregeln: Promillegrenze und Tempolimits unterscheiden sich von Staat zu Staat, informiere dich deshalb vor dem Start über die Regeln auf deiner Route.
Checkliste: Denk an Reisedokumente, Mietwagenversicherung, ein Notfall-Kit, Kleidung für jedes Wetter und etwas Bargeld, denn nicht überall werden Kreditkarten akzeptiert.
So fair müssen wir mit unseren Informationen sein: Die Route 66 in ihrer ursprünglichen Form gibt es so heute nicht mehr. Die Bezeichnung „Route 66“ wurde 1985 offiziell aufgehoben. Heute gibt es eine „Historic Route 66“, es sind auf dieser noch etwa 85 Prozent der ursprünglichen Route befahrbar. Aber: Das ändert nichts an ihrem Mythos und dem Freiheitsgefühl, das auf vielen Teilstücken bei der Fahrt mit dem Mietwagen entsteht!
Highlights entlang der Route 66: Fünf Etappen und Orte für deinen Roadtrip
Wir haben es bereits angedeutet: Die Route 66 ist lang. Auch wenn teilweise dutzende Kilometer lang kein Mensch zu sehen ist, gibt es auf knapp 4.000 Kilometern wahnsinnig viel zu entdecken. Wir haben dir unsere fünf Highlights für spannende Etappen entlang der Route zusammengestellt:
1. Start in Chicago: Wo alles begann
Bevor du dich ins Abenteuer Route 66 stürzt, nimm dir etwas Zeit für „Windy City“. Chicago ist der offizielle Startpunkt der Route. Packe für alle Fälle noch etwas wärmere Sachen ein, falls du hier startest: selbst im Frühling und Herbst kann es in Illinois (noch) etwas kühl sein.
2. Cadillac Ranch in Amarillo: Kunst mitten in der Wüste
Die Cadillac Ranch im texanischen Amarillo ist ein besonderes Kunstwerk und eines der berühmtesten Fotomotive entlang der Route 66. Du findest hier zehn halb vergrabene Cadillacs, die in einer Reihe stehend als Leinwand für Graffiti-Künstlerinnen und -Künstler dienen. Halte hier also unbedingt an, falls dich deine Routenplanung nach Texas verschlägt. Mit einer Spraydose im Gepäck (es gibt auch welche vor Ort zu kaufen) kannst du dich auf den Cadillacs verewigen!
3.The Wigwam Motels: Die etwas andere Unterkunft
Schon mal von den Wigwam Motels gehört? Wer eine umfassende Route-66-Erfahrung möchte, sollte hier mindestens eine Nacht verbringen. Diese jahrzehntealten Motels in Holbrook (Arizona) und San Bernardino (Kalifornien) bestehen aus Tipi-förmigen Betongebäuden. Gewöhnungsbedürftig, aber ein Erlebnis!
4. Route 66 Museum in Clinton: Dem Original auf der Spur
Falls dich die Route 66 in ihren Bann gezogen hat, sollte das entsprechende Museum in Clinton (Oklahoma) auf deiner To-do-Liste stehen. Hier findest du Artefakte, Originalfotografien und zahlreiche persönliche Geschichten rund um die „Mother Road“ und ihre nicht zu unterschätzende Bedeutung für Nordamerika.
5. Ende am Santa Monica Pier: Das ersehnte Ziel
Der Santa Monica Pier markiert das traditionelle Ende der Route 66: Hier kommst du am Pazifik an. Am Pier gibt es einen Vergnügungspark, dutzende Restaurants und viel zu entdecken. Tipp: Schau dir einen der Sonnenuntergänge an. Es lohnt sich!
Beste Reisezeit für die Fahrt entlang der Route 66 mit dem Auto
Die ideale Reisezeit für einen Roadtrip auf der Route 66 ist im Frühling (April bis Juni) oder Herbst (September bis November). In diesen Monaten sind die Temperaturen angenehm und die Hauptattraktionen entlang der Route wie die Cadillac Ranch sind weniger überlaufen.
SWenn möglich, vermeide den Sommer. Hier steigen in vielen Regionen entlang der Route nicht nur die Temperaturen, sondern auch die Preise für Mietwagen in den USA.
Verkehrsregeln und Maut in den USA
Auf der Route 66 gelten die allgemeinen Verkehrsregeln der USA. Da sich Vorschriften wie die Promillegrenze oder auch die Tempolimits von Staat zu Staat unterscheiden, solltest du dich vorher damit vertraut machen: Nicht überall auf der Route 66 gelten so die gleichen Bedingungen. Lesetipp: Verkehrsregeln in den USA Denke auch an die Mautgebühren. Falls es dich auf die ursprüngliche Route 66 verschlägt, fährst du ziemlich günstig. Denn: Das sind heute meist Landstraßen und keine Interstates, also das US-amerikanische Pendant zu deutschen Autobahnen. Auf einigen Interstates wiederum kann eine „Toll“ (englisch für Maut) anfallen, das gilt beispielsweise auch für Brücken wie die Golden Gate Bridge in San Francisco. Wirf am besten einen Blick in unseren Artikel rund um Mautgebühren in den USA, um gewappnet zu sein. Lesetipp: Mautgebühren in den USA
Komplette Route 66 mit dem Auto abfahren: Dauer und Checkliste
Wer tatsächlich einen USA-Roadtrip entlang der kompletten Route 66 von Chicago bis nach Santa Monica plant, sollte mindestens drei Wochen dafür einplanen. So bleibt ausreichend Zeit, auch einmal etwas abseits der Strecke Highlights anzusteuern und die Gegenden zu erkunden. Abschließend möchten wir dir eine kleine Checkliste an die Hand geben, damit du dich auf den Trip auf der Route 66 bestens vorbereiten kannst:
Reisedokumente: ESTA? Reisepass? Internationaler Führerschein für die USA? Denke unbedingt an deine Reisedokumente, ansonsten scheitert der Route-66-Roadtrip bereits bei der Einreise oder Mietwagenabholung.
Mietwagenversicherung: Überprüfe den Versicherungsschutz für den Mietwagen. Gerade, wenn du längere Strecken planst, lohnen sich Optionen wie Unterboden- oder Glas- & Reifenschutz.
Notfall-Kit: Denke an ein Erste-Hilfe-Set. Auch ausreichend Wasser, ein paar Snacks und eine Decke sollten im Auto nicht fehlen.
Klamotten: Packe für alle Wetterbedingungen, vor allem bei einem Trip über die gesamte Route 66. Die Wetterbedingungen können sich auf 4.000 Kilometern immer wieder ändern.
Bargeld und Kreditkarten: Nicht überall entlang der Route 66 werden Kreditkarten akzeptiert. Am besten hast du für den Notfall immer ein paar Dollar in der Tasche.
Häufige Fragen zum Roadtrip auf der Route 66
Wer kümmert sich heute überhaupt noch um die historischen Orte entlang der Route 66?
Seit 1999 betreibt der National Park Service das Route 66 Corridor Preservation Program. Es vergibt Zuschüsse mit Eigenanteil für den Erhalt bedeutender historischer Orte an der Strecke, und zwar nur für Gebäude und Abschnitte aus der Zeit von 1926 bis 1985. Seit 2001 kamen so über 170 Projekte zusammen. Dazu berät das Programm bei Planung, Forschung und Bildungsarbeit.
Darfst du im Petrified Forest National Park ein Stück versteinertes Holz als Souvenir mitnehmen?
Nein, das ist verboten. Der Park untersagt dir, natürliche oder kulturelle Objekte mitzunehmen, also auch Fossilien, Steine und versteinertes Holz. Die Parkverwaltung nennt dafür eine Mindeststrafe von 325 US-Dollar, die ebenso für Beschädigungen gilt. Auch Petroglyphen darfst du weder entfernen noch beschädigen, und direkter Kontakt mit den Felszeichnungen ist dir ebenfalls untersagt.
Seit wann stehen die Wigwam Motels unter Denkmalschutz, und wer hat sich die Betonzelte ausgedacht?
Das Wigwam Village Motel Nummer 6 in Holbrook steht seit 2002 im National Register of Historic Places, dem vom National Park Service geführten Denkmalverzeichnis der USA. Chester E. Lewis stellte es 1950 fertig, als sechstes von sieben Wigwam Villages, nach einem Entwurf, den der Architekt Frank Redford 1936 patentieren ließ. Die fünfzehn Betonzelte sind im Halbkreis um das Büro angeordnet.
Welches Stück der alten Route 66 ist in Arizona amtlich als historische Straße ausgewiesen?
Arizona führt die State Route 66 in seiner amtlichen Liste der Historic Roads. Die Ausweisung umfasst 67 Meilen und reicht von Kingman bei Meilenstein 56,67 bis Seligman bei Meilenstein 123,17. Das Verkehrsministerium ADOT nahm die Abschnitte der früheren US 66 zu verschiedenen Zeitpunkten zwischen 1987 und 1994 in das System der historischen Straßen auf.
Darfst du am Ziel einfach auf den Santa Monica Pier fahren und deinen Mietwagen dort abstellen?
Nicht ohne Weiteres. Das Stadtrecht von Santa Monica regelt den Pier Deck Parking Lot ausdrücklich: Die Stadtverwaltung legt die Betriebszeiten fest, und außerhalb dieser Zeiten oder ohne gültige Parkberechtigung darfst du dort nicht stehen. Große Fahrzeuge brauchen für städtische Parkflächen eine Genehmigung der Stadt. Ohne abweichendes Schild gilt dort Tempo 15 Meilen pro Stunde.
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