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Unser Roadtrip durch Apulien: in 10 Tagen zu den schönsten Reisezielen in Süditalien

von Julia
Trullis in Alberobello in Italien

Warum ich mich für einen Roadtrip durch Apulien und Basilikata entschieden habe? Diese Regionen in Süditalien bildet den berühmten Stiefelabsatz und zählen zu den ältesten Kulturlandschaften Europas. Naturbelassene Strände, UNESCO-Stätten und italienische Gelassenheit prägen die Gegend und eignen sich wunderbar für eine Rundreise. Ich war im Oktober 10 Tage in Apulien und Basilikata unterwegs und habe vor allem eins gelernt: Autofahren in Süditalien ist nicht gefährlich, aber gewöhnungsbedürftig. Wer sich aber einmal daran gewöhnt hat, erlebt hautnah eine der schönsten Gegenden des Landes. Hier teile ich mit Ihnen meine Erfahrungen und Reisetipps!

Apulien-Rundreise (10 Tage): die wichtigsten Infos

Route: Bari – Polignano a Mare – Monopoli – Grotta di Castellana – Alberobello – Riserva Naturale Torre Guaceto – Lecce – Torre dell’Orso – Gallipolli – Matera – Bari

Strecke: 529 km

Reine Fahrzeit: ca. 8 Stunden

Reisezeit: 10 Tage (Oktober)

Roadtrip durch Apulien: unsere Rundreise für 10 Tage

1. Start in Bari

Altstadtgasse in Bari in Italien

Baris Altstadt besteht aus vielen kleinen Gassen


Von Stuttgart aus geht es für uns mit dem Flieger nach Bari, die Hauptstadt Apuliens. Gerade einmal zwei Stunden Flugzeit liegen vor uns. Mit dem Auto wären es von Süddeutschland aus rund 15 Stunden gewesen, was durchaus machbar ist. Allerdings haben wir für unsere Rundreise nur 10 Tage – und Apulien soll so abwechslungsreich sein, dass wir nicht zu viel Zeit auf die Anreise verschwenden wollten.

Bari ist eine Stadt der Gegensätze: Während die Neustadt mit Bürogebäuden und Geschäften daherkommt, ist die Altstadt familiär und traditionell. Letztere liegt auf einer Landzunge und bildet mit ihren kleinen und größeren Gassen ein regelrechtes Labyrinth. Irgendwann landet man allerdings immer wieder an der Kathedrale San Sabino oder an der Basilica San Nicola. Abends geht es hier besonders lebhaft zu: Piazza Mercantile und Piazza Ferrarese sind beliebte Treffpunkte, was nicht zuletzt an den beiden hervorragenden Eisdielen Sandrino und Martinucci liegt.

Meine Restaurant-Tipps
Im urigen Restaurant Terranima werden apulische Spezialitäten aufgetischt, ein Vier-Gänge-Menü kostet faire 35 Euro pro Person. Natürlich gibt es hier auch die muschelförmigen Orechiette-Nudeln, die überall in der Altstadt an Straßenständen verkauft werden. Etwas ungezwungener geht es bei der L’Antica Pizzeria da Michele Bari (Corso Vittorio Emanuele II) zu. Am besten Zeit mitbringen, denn der Laden ist außerordentlich beliebt.

2. Polignano a Mare

Blick auf Bucht mit Strand in Polignano a Mare

Der Stadtstrand von Polignano a Mare liegt idyllisch in einer Bucht


Nach drei Nächten in Bari holen wir endlich unseren Mietwagen am Flughafen ab. Das Fahrzeug ist ganz neu, aber wir nehmen uns dennoch Zeit und untersuchen den kleinen Fiat 500 auf mögliche Schäden – undokumentierte Beulen oder Kratzer sollte man nämlich von vornherein festhalten. Der Mietwagen ist allerdings in einem Top-Zustand, deswegen geht es direkt auf die Autobahn.

Die südliche Costa di Bari ist geprägt durch steil aufragende Klippen und kleinere Grotten. Mitten in dieser schönen Küstenlandschaft liegt die Kleinstadt Polignano a Mare. Wir spazieren durch die engen Gassen der Altstadt, die uns direkt ans Meer führen. Der Blick auf den Lama Monachile, einen kleinen Kiesstrand inmitten von Felsen, ist wunderschön. Im Oktober können wir hier noch schwimmen gehen, das Wasser ist – typisch für das Mittelmeer um diese Jahreszeit – angenehm warm.

📌 Lesetipp: Die schönsten Urlaubsorte am Meer in Italien

3. Monopoli

Sonnenuntergang über dem Hafen der Stadt Monopoli

In den Abendstunden ist es am Hafen von Monopoli besonders schön


Weiter geht es nach Monopoli, einem Städtchen, das gerade einmal 15 Minuten Autofahrt von Polignano a Mare entfernt ist. Auf den ersten Blick ähneln sich die beiden Städte – aber auf den zweiten Blick ist Monopoli viel uriger. Ein Gewirr von Gassen führt zum Hafen, wo nachmittags die Fischkutter einlaufen. Einheimische tummeln sich rund um die Schiffe, um frischen Fisch zu ergattern. Kern der Altstadt ist die Piazza Cattedrale, wo sich die Kathedrale Madonna della Madia erhebt. Dort ist auch das Bild der Madonna untergebracht, das immer wieder überall in der Altstadt auftaucht – die Ikone der Stadt, die durch Kreuzfahrer im 13. Jahrhundert nach Monopoli gelangt sein soll.

Besonders schön ist der Hafen in den Abendstunden, wenn die Sonne den Himmel in feuerrote Farben taucht. Von der Festung Castello Carlo V aus hat man einen besonders schönen Blick auf den Hafen und die Altstadt.

4. Grotta di Castellana

Tropfsteinhöhle Grotte di Castellana in Italien

In der Grotte di Castellana ist das Fotografieren fast überall verboten


Die Grotta di Castellana darf auf einem Roadtrip durch Apulien auf keinen Fall fehlen, denn die Höhle gehört zu den schönsten Reisezielen in der Region. Das weit verzweigte Gängesystem wurde erst 1938 entdeckt. Heute werden Führungen durch das 3 Kilometer lange Höhlenlabyrinth angeboten. Wir entscheiden uns für die komplette zweistündige Höhlenwanderung (19,50 Euro pro Person), denn im Gegensatz zu der kurzen Führung gelangt man hier bis in die Grotta Bianca. Die weiße Grotte mit ihren bizarren Kalkformationen gilt als schönste Höhle der Welt – und das ist keine Übertreibung!

Über eine Treppe gelangen wir nach unten und blicken im ersten Raum durch eine riesige Öffnung nach oben, das Tageslicht scheint herein und wirkt geradezu gespenstisch. In der großen Halle dürfen wir noch Fotos schießen, danach herrscht absolutes Handyverbot. Wir gehen durch eine unterirdische Klamm, die der Fluss ausgewaschen hat, immer tiefer in das Höhlensystem hinein. Pünktlich nach zwei Stunden befinden wir uns wieder an der Oberfläche – immer noch fasziniert von den zahlreichen Räumen mit ihren Stalagmiten und Stalaktiten.

Tickets gibt’s unter grottedicastellana.it.

5. Alberobello

Kegelförmige Trullis in Alberobello

Die weltberühmten Trullis in Alberobello


Wenn es um Reiseziele in Apulien geht, steht das Valle d’Itria bei den meisten ganz oben auf der Liste. Die Landschaft zwischen Bari, Brindisi und Taranto ist bedeckt von Mandel- und Olivenhainen sowie kleinen Eichenwäldern. Besonders charakteristisch für die Region sind allerdings die Trullis. Dabei handelt es sich um weiß getünchte, runde Häuser mit spitzen Dächern, die den ein oder anderen Apulien-Reiseführer zieren. 1996 wurden Sie sogar zum UNESCO-Welterbe ernannt.

In Alberobello, der bekanntesten Stadt im Valle d’Itria, stehen 1400 dieser sonderbaren Häuser auf einem Fleck. Und ja, wir sind nicht die einzigen, die begeistert auf das Meer von Trullis schauen und Fotos schießen. Obwohl der Oktober zur Nebensaison zählt, sind hier ganz schön viele Menschen unterwegs. Im Trulliviertel Rione Monti reihen sich zahlreiche Souvenirläden aneinander, die unter anderem Likör verkaufen. Wesentlich ruhiger zu geht es im nördlich gelegenen Rione Aia Piccola. Hier hat man den Eindruck, dass hier wirklich gelebt und gearbeitet wird. Besonders beeindruckend ist der Trullo Sovrano, der als einziges Gebäude ein Obergeschoss besitzt (angeblich soll hier eine wohlhabene Priesterfamilie gelebt haben). In einigen Trullis kann man sogar übernachten, ein Doppelzimmer kostet zwischen 60 und 80 Euro pro Nacht.

6. Riserva Naturale Torre Guaceto

Langer Sandstrand mit Dünen in Apulien

Zwischen Bari und Lecce reihen sich wunderschöne Sandstrände aneinander


Nach so viel Trubel wird es Zeit für etwas mehr Ruhe. Das Gute an einem Mietwagen: Neben den touristischen Reisezielen wie Alberobello gelangt man zu echten Geheimtipps, die nicht von Bussen und Zügen angefahren werden. Eines dieser Reiseziele in Apulien ist das Riserva Naturale Torre Guaceto zwischen Ostuni und Brindisi. Der unter Naturschutz stehende Küstenabschnitt gilt als der schönste der Provinz, die Strände wurden mehrfach für ihre Wasserqualität ausgezeichnet. Perfekt für eine Wanderung!

Vom Parkplatz an der SS379 wandern wir am Strand entlang zum Torre Guaceto, einem Küstenwachturm aus spanischer Zeit. Dort zweigt ein Weg landeinwärts ab und verläuft parallel zur Küste. Auf demselben Weg geht es wieder zurück, wir legen eine Badepause an der Punta Penna Grossa ein. Teilweise haben wir den breiten Sandstrand fast für uns alleine!

7. Lecce

Barockkirche Basilica di Santa Croce in Lecce in Italien

Sieht auch bei Regenwetter schön aus: Basilica di Santa Croce


Unser Zwischenstopp für die nächsten Tage ist Lecce, die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz auf der Salento-Halbinsel. Obwohl es sich um eine Kleinstadt handelt, wird Lecce als Florenz des Südens bezeichnet. Schnell wird uns klar warum: Bei einem Spaziergang fallen uns die zahlreichen Barockgebäude auf, die das Stadtbild prägen. Besonders beeindruckend ist die prächtige Kirchenfassade der Basilica di Santa Croce. Von hier aus spazieren wir – trotz Regenwetter – weiter zur Piazza Sant’ Oronzo, wo sich unter anderem ein römisches Amphitheater befindet. Ebenfalls ein Muss: Piazza Dumomo, der nicht nur einige Barockkathedralen beherbergt, sondern abends auch ein beliebter Treffpunkt ist.

Parken in Lecce
Da unsere Airbnb-Wohnung sich in der verkehrsberuhigten Altstadt befindet, parken wir in der Via Vito Mario Stampacchia. Hier stehen wir für 2 Euro pro Tag – an Sonntagen ist das Parken sogar kostenlos. Von hier aus sind es nur fünf Minuten bis zur Altstadt.

8. Torre dell’Orso

Felsen im Meer bei Torrel dell'Orso

Das Felsenpaar Le Due Sorelle ist ein beliebtes Fotomotiv


Die Südostküste zwischen Lecce und dem Capo Santa Maria gehört zu den schönsten Strecken auf unserem Roadtrip durch Apulien. In vielen Kurven windet sich die Straße oberhalb des azurblauen Meers dahin, manchmal entlang steiler Hänge, manchmal ganz nah an kleinen Buchten vorbei.

Wir machen Halt in Torre dell’Orso und trauen unseren Augen kaum: Das Wasser ist so azurblau, wie wir es sonst nur von Werbefotos kennen. Dünen und weiße Klippen rahmen den Strand ein, Hotelbunker sind keine in Sicht. Wir legen spontan einen Strandtag ein! Abends wandern wir oberhalb der Klippen an der Küste entlang, um Fotos von Le Due Sorelle, den zwei Schwestern, zu schießen. Dabei handelt es sich um zwei Kalkfelsen, die aus dem Wasser herausragen.

9. Gallipolli

Stadtstrand von Gallipolli in der Abendsonne

Der Stadtstrand von Gallipolli am Abend


Von der Adriaküste aus geht es weiter zum Golf von Torent, wo sich lange Dünenstrände aneinanderreihen. Wir sind aber aus einem anderen Grund hier: Die Altstadt von Gallipolli soll zu den schönsten Reisezielen im Südwesten von Apulien gehören. Wir werden nicht enttäuscht: Das Castello Angioino springt uns als erstes ins Auge. Im Hafen unterhalb der Burg fahren kleine Fischkutter ein. Im Ort gibt es sogar eine unterirdische Ölmühle aus dem 17. Jahrhundert, das dazugehörige Museum kann man besichtigen. Die hübschen Altstadt-Gassen führen uns bis an den Stadtstrand, den Chiesa della Puritá. Im Sommer ist hier viel los, jetzt im Oktober finden wir ohne Probleme ein freies Plätzchen. Danach lassen wir den Abend an der Riviera Nazario Sauro mit einem Aperitif und Fisch ausklingen – natürlich mit Blick aufs Meer.

Parken in Gallipolli
Die Neu- und Altstadt von Gallipolli werden durch eine Brücke miteinander verbunden. Die Altstadt darf teilweise nicht befahren werden, deswegen stellen wir den Mietwagen auf dem Parkplatz hinter dem Hafen (Lungomare Marconi) ab. 10 Euro pro Tag sind zwar nicht gerade günstig, dafür können wir aber bequem in 10 Minuten zur Altstadt laufen.

10.Matera

Die Höhlenstadt Matera mit ihren Sassi

Die Höhlenstadt Matera ist UNESCO-Weltkulturerbe


Unser Roadtrip durch Apulien endet mit meinem persönlichen Highlight, der Höhlenstadt Matera. Schon seit Jahren steht dieses ganz besondere Reiseziel auf meiner Bucket List – endlich ist es soweit! Matera liegt nicht in Apulien, sondern in der angrenzenden Region Basilikata, ist aber nur eine Stunde Autofahrt von Bari entfernt.

📌 Lesetipp: 5 Italien-Geheimtipps abseits der Touristenziele

Warum die Stadt schon ewig auf meiner Liste steht? Matera ist ein riesiges, von Schluchten durchzogenes Plateau. Orthodoxe Mönche ließen sich hier einst nieder und gruben Felsenkirchen in den Stein. Seit 1993 ist Matera UNESCO-Weltkulturerbe, denn nirgendwo sind die Höhlensiedlungen, die sogenannten Sassi, so gut erhalten wie hier. Und tatsächlich übertrifft dieser Ort all meine Erwartungen: Über zahlreiche Treppen und Straßen bewegen wir uns stundenlang durch die Stadt und halten immer wieder inne, um auf die umliegende Landschaft zu schauen. Matera ist wie ein lebendiges Freilichtmuseum, das vor allem in den Morgen- und Abendstunden eine ganz besondere Stimmung hat.

Unser Hotel in Matera
Haben Sie schon einmal in einer Höhle geschlafen? Wir haben uns eine Nacht im Aquatio Cave Luxury Hotel & Spa gegönnt (200 Euro pro Nacht). Die Zimmer des 5-Sterne-Hotels verteilen sich über mehrere Ebenen und fügen sich so in die Architektur der Stadt ein. Das Hotel verfügt außerdem über einen unterirdischen Pool und Spa-Bereich. Besonders spektakulär: Morgens blickt man über die Sassi bis hinauf zur Felsenkirche.

11. Zurück nach Bari – mit einer bösen Überraschung

Wieder in Bari angekommen, endet unser Roadtrip durch Apulien etwas unerwartet. Nach der Inspektion entdecken wir eine kleine Beule überhalb des Autoreifens – kaum sichtbar, aber eindeutig da. Zum Glück haben wir bei unserer Buchung über billiger-mietwagen.de eine Vollkaskoversicherung ohne Selbstbeteiligung abgeschlossen („Ohne Selbstbeteiligung” bedeutet meist „Rückerstattung der Selbstbeteiligung”). Heißt in unserem Fall: Unser Vermieter behält von der Kaution 120 Euro für den Schaden ein, nach dem Urlaub bekommen wir den Betrag allerdings zurückerstattet – das sieht die AGB von unserem Veranstalter auch so vor.

Nicht vergessen: Den Schaden müssen Sie nach dem Urlaub selbst bei Ihrem Veranstalter bzw. der zusätzlichen Versicherung (mit dem Mietwagenvertrag und den Schadenspapieren) einreichen. Total praktisch: billiger-mietwagen.de schickt Ihnen eine E-Mail zu, in der ausführlich erklärt wird, wie der Schaden einzureichen ist.

12. Apulien im Oktober: unsere Erfahrungen und Reisetipps

Welcher Mietwagen in Süditalien?

Fiat 500 auf einem Parkplatz in Italien

Unser Mietwagen in Apulien – natürlich ein Fiat 500


Unseren Mietwagen für den Roadtrip durch Apulien haben wir natürlich über billiger-mietwagen.de gebucht. Für eine Woche haben wir 220 Euro gezahlt, was angesichts der aktuellen Mietwagenpreise ein echtes Schnäppchen ist. Allerdings haben wir uns auch schon zwei Monate vor der Abreise um einen Mietwagen gekümmert – früh buchen lohnt sich also.

Da wir nur zu zweit unterwegs waren, haben wir uns für einen Kleinwagen entschieden. Natürlich stand am Ende ein Fiat 500 für uns an der Mietstation bereit – schließlich sind wir in Italien. Mit zwei großen Gepäckstücken á 23 Kilogramm war der Kofferraum des Wagens allerdings fast schon ein bisschen zu klein – einer der Koffer wurde deswegen kurzerhand auf die Rückbank verfrachtet. Das nächste Mal vielleicht doch lieber Kompaktklasse. 😉

Autofahren in Apulien

Die Verkehrsregeln in Italien unterschieden sich zwar nicht wesentlich von denen in Deutschland, an den Fahrstil mussten wir uns allerdings erst einmal gewöhnen. Außerhalb der Ortschaften hält sich niemand an die Geschwindigkeitsbegrenzungen, abenteuerliche Überholmanöver sind keine Seltenheit. Wir haben uns natürlich brav an die Geschwindigkeitsbegrenzungen gehalten, waren aber jederzeit darauf vorbereitet, abrupt überholt zu werden. In den Städten werden selbst die kleinsten Lücken genutzt, um zu überholen. Außerdem zunächst irritierend: Auf Autobahnfahrten ist es in Italien nicht selbstverständlich, dass man „rausgelassen“ wird.

📌 Lesetipp: Verkehrsregeln in Italien

Trotz all diesen kleinen Ungereimtheiten gestaltet sich das Autofahren abseits der wuseligen Städte ganz entspannt. Die Straßen sind zwischen den bekannten Orten sehr gut ausgebaut, nur kleinere Zufahrtsstraßen zu Stränden können holperig sein. Unser Motto während des Urlaubs: vorausschauend fahren, sich nicht durch Überholmanöver irritieren lassen und den eigenen Fahrstil beibehalten.

Zonas Traffico Limitados

Verkehrsberuhigte Zone in Italien

Lieber nicht reinfahren: Zona Traffico Limitado in Matera


Während wir uns zu Beginn unserer Reise noch darüber gefreut haben, dass es in Apulien und Basilikata fast keine Mautstationen gibt, sind uns die verkehrsberuhigten Zonen in den Städten zum Verhängnis geworden. Die sogenannten Zonas Traffico Limitados in den Altstadtkernen dürfen nur zu bestimmten Uhrzeiten befahren werden – das ist zum Beispiel in Bari, Lecce oder Matera der Fall. Die Zonen sind durch Schilder gekennzeichnet, eine Kamera hängt darüber und registriert das Nummernschild.

In Matera auf unserem Weg ins Hotel waren wir nicht aufmerksam genug. Abgelenkt vom Verkehrschaos und der Schönheit der Stadt sind wir kurzerhand in die verkehrsberuhigte Zone gefahren. Der Hotelmitarbeiter hat uns schon mal vorgewarnt, dass unser Mietwagenanbieter in den nächsten Monaten vermutlich Post aus Italien erhalten wird. Die Rechnung geht dann aber natürlich an uns. Den Fehler machen wir bestimmt nicht mehr, denn so eine Geldbuße kann 100 Euro oder mehr kosten.

Parken in Italien

In nahezu allen kleineren und größeren Städten in Apulien gibt es nahe der Altstadt kostenpflichtige größere Parkplätze. Diese sind nicht nur auf Google Maps verzeichnet, sondern in der Regel auch gut ausgeschildert. Stundenpreise zwischen 1 und 2 Euro sind leider normal, für Tagesausflüge haben wir meist den Tagestarif von 10 Euro gezahlt. Zwar gibt es auch kostenlose Parkplätze in einigen Straßen, auf den größeren Parkplätzen steht man aber deutlich sicherer und mit genügend Abstand zum Nachbarn.

Mein Parken-Tipp
Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht, unsere Gastgeberinnen und Gastgeber auf Airbnb nach Park-Tipps zu fragen. Denn meist wissen die Einheimischen am besten, wo man sicher und günstig parken kann.

Tanken in Apulien

Blick in den Tankdeckel eines Autos

Im Tankdeckel des Mietwagens steht, was Sie tanken dürfen


In Süditalien sind Selbstbedienungsautomaten an den Tankstellen keine Seltenheit. Dort muss man einfach seine Tanksäule auswählen, per Karte (EC- und Kreditkarte funktionieren) zahlen und schließlich tanken. Ein Blick in den Tankdeckel verrät, mit welchem Kraftstoff der Mietwagen getankt werden muss.

Bei einer Strecke von 530 Kilometern mussten wir den Mietwagen nur zweimal tanken. Nicht vergessen: Bei den meisten Mietwagenanbietern muss das Fahrzeug mit derselben Tankmenge zurückgegeben werden, mit der der Wagen auch abgeholt wurde. Ansonsten muss der Vermieter selbst nachtanken und berechnet dafür eine Servicegebühr.

Mein Fazit: Ist Apulien eine Reise wert?

Nach 10 Tagen Apulien-Rundreise kann ich nur sagen: ja, unbedingt! Im Gegensatz zu den bekannteren Regionen ist Apulien touristisch noch nicht überlaufen und hat sich in den meisten Städten seine Ursprünglichkeit und Sympathie bewahrt. Gefährlich ist eine Reise nach Apulien ganz und gar nicht. Wir haben uns während einem Roadtrip keine Minute lang Sorgen um unseren Mietwagen oder unsere eigene Sicherheit gemacht. Eher im Gegenteil: Wir haben ausschließlich hilfsbereite Menschen kennengelernt und auch Fahrten nach Sonnenuntergang waren kein Problem.

Hätten wir etwas mehr Zeit gehabt, hätten wir uns die Region Basilikata noch einmal etwas genauer angeschaut. Hier haben wir es leider nur nach Matera geschafft, gerade die Orte und Strände an der Küste sollen aber wunderschön sein.

Süditalien: Do's and Dont's
DO: Zur Nebensaison verreisen. Mit 20 bis 24 Grad perfekt zur Besichtigung von Städten. Zum Schwimmen gehen ist es trotzdem noch warm genug und teilweise hat man die Strände fast für sich allein.
DON’T: In Zona Traficos Limitados fahren – denn sonst landet garantiert ein paar Monate später eine saftige Strafgebühr (ca. 100 Euro) in Ihrem Briefkasten. Lieber außerhalb der Altstädte parken.

Und wo ist es nun am schönsten in Apulien? Das lässt sich so konkret gar nicht genau sagen. Es ist das Gesamtpaket aus den bildschönen Hafenstädten, den faszinierenden UNESCO-Stätten, der italienischen Gastfreundlichkeit und dem fantastischen Essen, die diese Region so besonders machen. Wir kommen bestimmt wieder – mit etwas mehr Zeit und einem größeren Mietwagen!

📌 Lesetipp: Roadtrip durch Italien: Diese 5 Routen sind am schönsten

Julia

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