Elektroauto oder Benziner? Die Frage stellen sich viele von uns. Vor- und Nachteile für beide Arten von Autos gibt es jede Menge. Am Ende zählen auch die individuellen Bedürfnisse und der Kostenpunkt. Wir wagen einen Vergleich.
Unterschiede Elektroauto vs. Benziner
verifiziert von Frieder Bechtel | Mietwagen-Experte und Pressesprecher

Alles auf einen Blick
Ob sich ein Elektroauto für dich lohnt, entscheidet sich an diesen fünf Punkten:
Kaufpreis: Elektroautos kosten in der Anschaffung mehr als vergleichbare Benziner, die laufenden Kosten fallen dafür geringer aus.
Kfz-Steuer: Reine Elektroautos mit Erstzulassung bis 31. Dezember 2030 bleiben zehn Jahre steuerfrei, längstens bis Ende 2035.
Batterie: Die Hersteller geben meist acht Jahre oder 160.000 Kilometer Garantie, bezogen auf mindestens 70 % Restkapazität.
Reichweite und Laden: Aktuelle Akkus erreichen 400 bis 500 km, in Deutschland stehen rund 200.000 öffentliche Ladepunkte bereit.
Umweltbilanz: Elektroautos fahren ohne Verbrennungsprozess, 2025 kamen 58,6 % des Stroms aus erneuerbaren Energien.
Grundsätzlich gelten Elektroautos als umwelt- und klimafreundlich, weil in ihren Motoren kein Verbrennungsprozess stattfindet und sie somit erheblich weniger CO2 ausstoßen (über die Stromerzeugung) als Benzin- oder Diesel-Fahrzeuge. Auf den zweiten Blick ist die Ökobilanz der elektrisch betriebenen Vierräder dagegen nicht mehr ganz so ideal, denn ein Teil des Stroms stammt weiter aus Kohlekraftwerken: 2025 kamen 58,6 % des eingespeisten Stroms aus erneuerbaren Energien, rund ein Fünftel aus Kohle. Bei der Stromerzeugung fällt also weiter CO2 an. Durch den steten Ausbau von erneuerbaren Energiequellen wird die Stromerzeugung allerdings vermehrt klimafreundlicher. Ein Faktor, der der Umwelt ebenfalls zugutekommt, ist die geringe Lautstärke, die von e-Autos ausgeht. Davon profitieren nicht zuletzt Menschen, die an Autobahnen oder in Ballungszentren wohnen. Gerade dort kann sich der Verkehrslärm drastisch reduzieren, wenn mehr Autos unterwegs sind, die mit Strom betrieben werden. Die abgesehen vom Fahrtwind praktisch lautlose Fortbewegung kann sich allerdings auch zum Nachteil auswirken, da Fußgänger vollkommen daran gewöhnt sind, dass Autos während der Fahrt Geräusche von sich geben. Durch Elektroautos entsteht also gewissermaßen ein erhöhtes Gefahrenpotenzial. Viele Elektroauto-Hersteller wirken dem entgegen, indem sie eine besondere Hupe in Fahrzeuge einbauen, die Passanten warnt.
Nachteil Elektroauto: der Preis
Ein entscheidender Nachteil von Elektroautos ist der hohe Kaufpreis. Die Preisspanne schon für kleinere Elektroautos beginnt in der Regel erst bei 20.000 €, womit vergleichbare, mit Benzin betriebene Modelle deutlich günstiger sind:
Marke / Modell | Kraftstoff | Preis (€) |
Renault Zoe Z.E. Life | Strom | 21.700 |
Renault Clio dCi 90 Dynamique EDC | Diesel | 18.900 |
Nissan Leaf Acenta | Strom | 32.700 |
Nissan Pulsar 1.2 DIG-T- acenta Xtronic | Superbenzin | 22.200 |
VW e-up! | Strom | 26.900 |
VW Polo 1.2 TSI BMT Comfortline DSG (klassenhöher) | Superbenzin | 18.500 |
Die Kosten für ein Elektroauto können sich im Laufe der Zeit amortisieren. Laut ADAC-Autokostenvergleich (12/14) erweist sich allerdings finanziell zumindest bei einer Haltedauer von vier Jahren und 15.000 jährlich zurückgelegten Kilometern alleine das Elektromodell i3 von BMW als rentabel gegenüber Benzinern.
Steuerersparnis Elektroauto: keine Kfz-Steuer
Auf längere Sicht kann sich die Anschaffung eines strombetriebenen Fahrzeugs dennoch lohnen, da zum einen Strom günstiger ist als Benzin (der Verbrauch der Stromer auf 100 Kilometern beträgt selten mehr als 5 €) und zum anderen die laufenden Kosten geringer ausfallen. Die staatliche Förderung von Elektroautos hat in Deutschland längst nicht das Niveau von Norwegen erreicht, wo Elektroautos bis zu einem Kaufpreis von 300.000 Kronen von der Mehrwertsteuer befreit sind und 2025 rund 96 % aller Neuwagen elektrisch betrieben wurden. Doch auch in Deutschland erhalten Elektroautokäufer gewisse Ermäßigungen und werden bei einer Erstzulassung bis zum 31. Dezember 2030 zehn Jahre lang von der Kfz-Steuer befreit, längstens bis zum 31. Dezember 2035. Künftig werden von Seiten der Politik gegebenenfalls weitere Anreize geschaffen, ein Elektroauto zu kaufen, nachdem das frühere Ziel von einer Million strombetriebenen Autos bis 2020 deutlich verfehlt wurde (2020 waren es 136.617). Zum 1. Januar 2026 rollen 2.034.260 reine Elektroautos und etwa 4,36 Millionen Hybridwagen über deutsche Straßen.
Kostenfaktor beim Elektroauto: die Batterie
[sc name="picture-credit" author="Adam Wrobel" ][/sc] Ein Vorteil von Elektroautos ist die deutlich bessere Energieeffizienz von bis zu 90 % im Vergleich zu lediglich 30 % bei Benzinern, sodass herkömmliche PKW dreimal so viel Energie aufwenden müssen, um bei identischen Bedingungen dieselbe Strecke zurückzulegen. Außerdem sind benzinbetriebene Fahrzeuge grundsätzlich wartungsintensiver, da der Verschleiß, z. B. der Bremsen, höher als bei Elektroautos ist. Ein hoher Kostenfaktor bei Elektroautos ist allerdings die Batterie, auf die die Hersteller in der Regel acht Jahre oder 160.000 Kilometer Garantie geben, bezogen auf mindestens 70 % Restkapazität. Problematisch für die Nutzung der strombetriebenen Fahrzeuge sind die Ladezeiten und die Verteilung der Ladepunkte, auch wenn in Deutschland im April 2026 rund 149.000 Normalladepunkte und 51.200 Schnellladepunkte in Betrieb waren. Ganz im Gegenteil zu Benzinern, die an Tankstellen binnen Minuten „aufgeladen“ werden können, schlägt die Ladezeit bei Elektroautos je nach Ladepunkt mit etwa 20 Minuten am Schnelllader bis zu mehreren Stunden an der Wallbox zu Buche. Mobile Ladestationen für Elektroautos sind in Deutschland gerade in ländlichen Gebieten oftmals weit voneinander entfernt.
Im Trend: der Hybridantrieb
Darüber hinaus sind die spritfreien Fahrzeuge auch für längere Strecken eher ungeeignet, auch wenn die Lithium-Ionen-Akkus heutiger Elektroautos Reichweiten von 400 bis 500 km erreichen. Untersuchungen zeigen allerdings, dass 80 % aller Europäer ohnehin weniger als 100 km pro Tag zurücklegen. Aktuell im Trend ist übrigens der Hybridantrieb, der eine Kombination aus Elektromotor und Verbrennungsmotor darstellt und die Reichweite auf bis zu 500 km verlängern kann. Abschließend lässt sich feststellen, dass Elektroautos eine Menge zukunftsträchtiges Potenzial bergen. Für den Moment ist Strom gegenüber Sprit in mancherlei Hinsicht jedoch noch im Nachteil. Sollten aber der Preis niedriger, die Reichweite länger und die Ladestellen besser vernetzt sein, kann das Elektroauto der Zukunftsprognose gerecht werden. Die beste Möglichkeit für den Ausbau bietet zunächst der Stadt- bzw. Nahverkehr.
Die Vor- und Nachteile von Elektroautos im Überblick
Kriterium | Vorteil |
Umweltfreundlichkeit | |
Lautstärke | Elektroauto |
Kraftstoff (Strom / Benzin) | Elektroauto |
CO2-Ausstoß | Elektroauto |
Preis und laufende Kosten | |
Kaufpreis | Benziner |
Steuer | Elektroauto |
Verschleiß | Elektroauto |
Batterie | Benziner |
Steuer | Elektroauto |
Technik | |
Energieeffizienz | Elektroauto |
Ladedauer / Tankzeit | Benziner |
Ladestationen / Tankstellen | Benziner |
Reichweite | Benziner |
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