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Bushwick in New York: ein Tag in Brooklyns buntem Viertel

von Julia

Bunt, bunter, Bushwick: Das einstige New Yorker Arbeiterviertel im Nordosten Brooklyns ist ein Mekka für Kunst- und Kulturliebhaber. Wo früher gehämmert und geschweißt wurde, findet man heute Street-Art-Kunstwerke und jede Menge Gallerien. Ich nehme euch mit auf einen eintägigen Spaziergang durch Bushwick, New York – zu Fuß macht es nämlich am meisten Spaß, das Viertel zu entdecken. 

Tipps für Bushwick, New York
Infos zu Bushwick, New York
1. Frühstück bei Milk & Pull
2. Bushwick Collective
3. Slag Gallery
4. Mittagessen bei Roberta’s
5. Shoppen in Bushwick
6. Ausgehen in Bushwick

Bushwick: ein guter Ausgangspunkt für den New-York-Trip?

Warum ich mich für Bushwick entschieden habe, als ich nach Ferienwohnungen in New York gesucht habe? Weil ich gerne auch das New York abseits der Wolkenkratzer und Top-Sehenswürdigkeiten kennenlernen wollte. Und das habe ich definitiv: Bushwick ist ein entspanntes und authentisches Viertel, in dem es sich nach einem vollgepackten Sightseeing-Tag wunderbar entspannen lässt. Ich war bloß eine Woche dort und habe mich sehr schnell in Bushwick zurechtgefunden – und mich auch ein bisschen in das Viertel verliebt. 

📌 Lesetipp: New Yorks Stadtteile: Infos und Reiseipps für die 5 Bezirke des Big Apple

Aber braucht man von Bushwick aus nicht unglaublich lange bis nach Manhattan? Die Antwort: Nicht unbedingt. Wer sich, wie ich, eine zentrale AirBnb-Wohnung nahe der Hauptverkehrsstraße Myrtle Avenue sucht, erreicht in wenigen Gehminuten eine U-Bahnstation, die Manhattan mit Brooklyn verbindet. Die Linien M und J fahren im ständigen Minutentakt über die Williamsburg Bridge nach Manhattan. Kleines Beispiel: Zur Lower Eastside braucht man knapp 15 Minuten, die Fahrt zum Central Park dauert rund 30 Minuten. 

Ein Tag in Bushwick, New York: 

1. Guten Morgen, Bushwick: Frühstück bei Milk & Pull

But first: coffee! Den trinkt man in Bushwick am besten bei Milk & Pull an der 181 Irving Avenue (zwischen Stanhope und Stockholm Street). Egal ob einfacher schwarzer Kaffee oder hipper Chai Latte: die Baristas sind echte Meister ihres Fachs. Zu der nötigen Dosis Koffein passt wunderbar ein klebriger, süßer Dough-Doughnut – Kalorien zählen wir in New York nicht. Wer es lieber herzhaft mag, bekommt hier übrigens das klassische New Yorker Frühstück überhaupt: leckere Bagels mit einer großzügigen Portion Cream Cheese. 

2. Bushwick Collective: New Yorks größte Outdoor-Gallerie

Keine zehn Gehminuten vom Coffeeshop entfernt – der schönste Weg führt schnurstracks durch den hübschen Maria Hernandez Park – erwarten uns mehrere Straßenzüge, die sich mittlerweile zu einer absoluten Sehenswürdigkeit New York gemausert haben. Kein Wunder: In der Jefferson Street, der Troutman Street und auf der angrenzenden St. Nicholas Avenue leuchten verschiedenste Street-Art-Kunstwerke in den buntesten Farben. Talentierte Künstler aus aller Welt haben sich hier ausgetobt und eine faszinierende Freilichtgallerie erschaffen, an der man sich einfach nicht sattsehen kann. Der in Bushwick aufgewachsene Joseph Ficalora hat das Projekt initiiert und unter dem Namen Bushwick Collective bekannt gemacht. Übrigens: Neben den drei genannten Straßen gibt es in Bushwick noch mehr als 100 (!) andere Blocks, in denen Street-Art auf den Häuserwänden prangt. 

Die Slag Gallery in der 56 Bogart Street ist nur eine von vielen Gallerien, die sich in Bushwick aneinanderreihen. Ein Besuch in den kreativen Wänden lässt sich wunderbar mit dem Street-Art-Spaziergang kombinieren. Dass New York ein Paradies für Kunstliebhaber ist, steht außer Frage. Während im Moma in Manhattan weltberühmte Künstler wie Monet und Da Vinci hängen, konzentriert sich die Slag Gallery auf die „Rising Stars“, von denen man in Zukunft sicher noch etwas hören wird. Neben Gemälden gibt es in der Galerie auch Skulpturen und Installationen zu bewundern. 

Symbol Tipp Website-Tipp
Auf Bushwick Daily gibt es aktuelle News zu Ausstellungen und Vernissagen im Viertel sowie jede Menge Restaurant- und Konzert-Tipps.

4. Roberta’s: himmlische Pizzen in einer alten Lagerhalle

Direkt um die Ecke von der Slag Gallery wartet eine echte New Yorker Institution: Bei Roberta’s haben sich schon Politiker wie Bill Clinton und Hip-Hop-Ikonen wie Jay-Z ihre Pizza schmecken lassen. Man munkelt sogar, dass es hier die beste Pizza in ganz Brooklyn geben soll. Dem ein oder anderen mag die Pizzeria in der alten Lagerhalle vielleicht etwas zu hip daherkommen, aber die Steinofen-Pizzen haben die perfekte Konsistenz und sind unglaublich lecker! Mein absoluter Favorit: Die Pizza „Speckenwolf“ mit Mozzarella, Speck, frischen Champignons, Zwiebeln und schwarzem Pfeffer. 

Kleiner Tipp: Auf Wartezeiten muss man sich in Roberta’s leider immer einstellen. Um die Mittagszeit bekommt man seine Pizza aber definitiv schneller als in den Abendstunden.

5. Shopping in Bushwick: ein Mekka für Vintage-Fans

Gut gesättigt geht es nur ein paar Blocks weiter, wo man eine gesunde Mischung aus unabhängigen Boutiquen und gemeinnützigen Vintage-Läden findet. Zumindest ein kleiner Shopping-Ausbruch gehört zu einem Trip nach New York nämlich einfach dazu. Nach großen Ketten sucht man in Bushwick vergebens – zum Glück. Stattdessen findet man (vor allem zwischen der Flushing Avenue und der U-Bahnhaltestelle Morgan Avenue so viele kleine außergewöhnliche Läden.

Meine Shopping-Tipps für Bushwick: 

  • Beacon’s Closet, 23 Bogart Street: Hier finden Vintage-Liebhaber auf 2.000 Quadratmetern eine gut sortierte Auswahl an Klamotten, Schuhen und Taschen – und das ohne arm zu werden!
  • Urban Jungle, 118 Knickerbocker Avenue: Wenn man diesen Vintage-Laden betritt, wird man erst einmal von den ganzen Farben und Prints erschlagen. Mit ein bisschen Fingerspitzengefühl (und dank dem großartigen Personal) findet man dann aber doch schnell ein paar richtige Schätze. Ein paar Levi’s Jeans und zwei Shirts für 18 Dollar – ja, das geht. 
  • Human Relations, 1067 Flushing Aenue: Bergeweise gebrauchte Bücher warten in dem kleinen gemütlichen Laden auf Leseratten. Egal ob man einfach nur zum Stöbern herkommt oder hier für unschlagbare 5 Dollar sein neues Lieblingsbuch findet: ein kurzer Besuch lohnt sich defintiv, wenn man in der Nähe ist. Manchmal finden hier auch Lesungen statt (wird auf der Website angekündigt). 

6. Ausgehen in Bushwick: Craft Beer und Travestie-Shows

Egal ob man den Abend einfach nur gemütlich bei einem Glas Bier ausklingen lassen oder richtig feiern gehen möchte: Bushwicks Bars und Clubs sind mindestens genauso bunt wie die Graffitis, die die Straßen schmücken. Rund um die Jefferson Street gibt es besonders viele Ausgehmöglichkeiten. Wem das nicht reicht, der kann sich im benachbarten Hipster-Viertel Williamsburg austoben. 

📌 Lesetipp: Williamsburg, New York: Tipps für das Hipster-Viertel

Nach einem ausgedehnten Shopping-Trip kehrt man am besten erst einmal in der Rookery Bar (425 Troutmann Street) ein. In einer industriell angehauchten Atmosphäre wird hier zu den Kölängen von Electro-Pop eine enorme Auswahl an Craft-Bieren und Cocktails angeboten. Für den kleinen (oder großen) Hunger gibt’s außerdem eine Auswahl an Salaten, Suppen und richtig leckeren Sandwiches (die sich nach der Bestellung auch als Burger entpuppen können). 

Wer noch so richtig feiern gehen möchte, sollte zum legendären House of Yes (2 Wyckoff Avenue) weiterziehen. In dem renommierten Club mit zwei Bühnen, drei Bars und einem überdachten Innenhof geben sich regelmäßig Punkbands, DJs, Performance-Künstler und Dragqueens die Ehre. Vorher am besten einen Blick auf die Website werfen: Einige Shows sind kostenlos, für andere muss man vorab reservieren. Die DJ-Sets darf aber jeder – auch gerne spontan – besuchen. 

Restaurant Mitternachts-Snack bei Archie’s
Wer schon wieder essen kann, bekommt bei Archie’s Restaurant & Bar (128 Central Aenue) in entspannt-lockerer Atmosphäre bis früh in die Morgenstunden riesige Pizzen serviert. Wenn alle Läden schon geschlossen haben, bekommt man hier garantiert noch etwas zu futtern.

Julia

Ich bin gebürtige Kölnerin (die allerdings weder Kölsch noch Karneval mag), Filmliebhaberin und Reise-Enthusiastin. Wenn ein Roadtrip vorbei ist, möchte ich am liebsten direkt den nächsten planen. In die USA zieht es mich dabei immer wieder – vor allem der amerikanische Südwesten hat es mir angetan. Muss unbedingt mit in den Urlaub: Tonnenweise gute Musik und eine Reisebegleitung, mit der man auch mal schweigen kann.
Julia

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