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Die schönsten Lost Places in NRW

von billiger-mietwagen.de-Redaktion
Die Arbeitersiedlung Schlägel & Eisen bei Gladbeck ist einer der faszinierenden Lost Places in NRW

Letztes Update: 18. Februar 2019

Lost Places, also verlassene und leer stehende Gebäude, üben eine ganz besondere Faszination aus: Sie sind begehbare Geschichte, erzählen mit spannenden Spuren menschliche Schicksale – und sind vor allem als einmalige Fotokulissen von pittoresker Eleganz bis marodem Charme beliebt. Gerade in der ehemaligen Industriehochburg NRW finden sich zahlreiche solcher verlassener Geschichtenerzähler. Wir haben die sehenswertesten Lost Places in NRW für Sie zusammengestellt. Aber Vorsicht: Die meisten dieser Lost Places dürfen ohne Sondergenehmigung nicht betreten werden.

Die schönsten Lost Places in NRW
1. Die Eleganten: verlassene Villen
2. Fabriken: die Riesen der Lost Places in NRW
3. Echter Thrill: leer stehende Einrichtungen
4. Ein ganzes verlassenes Dorf

1. Die Eleganten: verlassene Villen

Villa Amalia, Wuppertal

Beginnen wir unsere Tour zu den schönsten Lost Places in NRW doch gleich mit einem vornehmen Highlight: Die Villa Amalia, auch als Villa Woodstock bekannt, in Wuppertal. Die 1883 erbaute Stadtvilla verdankt ihren Spitznamen wohl dem gut erhaltenen Piano im Inneren, auf dem Woodstock, Kanada steht. Lange Zeit wurde sie als Pflegeeinrichtung genutzt. Wundervoll für Fotos eignet sich der wild wuchernde Garten mit Springbrunnen, der noch vom Glanz vergangener Gartenfeste zu erzählen scheint. Glanzvoll geht es auch in den opulenten Innenräumen weiter: Kostbares Marmor, teure Edelholzverkleidungen und prächtige Tapeten waren den Bauherren wohl gerade gut genug. Vielleicht der luxuriöseste Lost Place in NRW!

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Im Jahr 2017 würde die bildschöne Villa von der Landmarken AG aufgekauft und gehört somit nicht mehr zu den Lost Places in NRW. Derzeit wird sie komplett saniert und soll in Zukunft an Büronutzer vermietet werden. Von Außen darf man das Gebäude natürlich immer noch bewundern: Folgen Sie einfach der A46 nach Wuppertal und nehmen Sie die Ausfahrt Wuppertal-Eberfeld. An der Villenadresse Brillerstraße 117 können Sie kostenlos parken.

Villa Oppenheim, Köln

Gruselfans kommen beim nächsten der Lost Places von NRW voll auf ihre Kosten: Die Villa Oppenheim in Köln, auch bekannt als Haus Fühlingen, beherbergt gleich mehrere traurige Schicksale und Geistergeschichten. In dem mittlerweile sehr verfallenen und keinesfalls sicheren Gutshof soll der Geist eines hingerichteten Zwangsarbeiters spuken – in ironischer Gesellschaft des späteren Hausherren-Geistes eines NS-Richters, der sich hier erhängte. Gerüchte sagen, dass hier seit dem Leerstand immer wieder verzweifelte Selbstmörder seinem Beispiel gefolgt seien. Brrrrr – kalte Schaueranfälle sind bei diesem Lost Place in NRW garantiert.

📌 Lesetipp → Nervenkitzel: 5 gruselige Orte in Deutschland

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Fühlingen liegt im Norden Kölns, nehmen Sie einfach die gleichnamige Abfahrt. Vor dem Gutshof in der Neusser Landstraße finden Sie immer einen freien Parkplatz, aber auch dieser Lost Place darf nur von außen besichtigt werden. Das Gelände wird streng von der Polizei bewacht. Macht aber nichts: Bereits das Außengelände sorgt für Gänsehaut.

Krupp-Villen, Duisburg

Einer der wohl spektakulärsten, weil bestens erhaltenen Lost Places in NRW ist zweifellos das ehemalige Hüttenwerk der Krupp-Familie in Duisburg-Rheinhausen. Die teilweise verlassenen Villen der höheren Angestellten bilden eine ganze Geistervillen-Kolonie, ihr Highlight war die in den 1950ern erbaute Villa des Fabrikdirektors: In der perfekt erhaltenen Inneneinrichtung konnten Besucher jahrelang tief in die Privatsphäre des Industriellen eintauchen. Vollständiges Mobiliar, Nippes und sogar verwelkte Blumen in Kristallvasen zeugten vom edlen Geschmack, zudem fanden sich gut lesbare Privatpapiere – der persönlichste aller Lost Places in NRW. Mittlerweile wird die ehemalige Villa des Direktors als Eventlocation genutzt und ist bei Duisburger Partygängern unter dem Namen Villa Rheinperle bekannt.  

Eine Villa des Hüttenwerks Duisburg-Rheinhausen

© sehbaer_nrw – stock.adobe.com

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Die Villa Sohl liegt an der B7 im Düsseldorfer Stadtteil Ludenberg Am Gartenkamp 12. Das Gartengrundstück ist als Park für die Öffentlichkeit vorgesehen und darf deshalb betreten werden. Die Türen und Fenster sind allerdings verriegelt und der Zugang zum Haus somit verboten. 

Villa Sohl, Düsseldorf

Die letzte Villa unter unseren Lost Places in NRW ist definitiv ein Ort, an dem eine unbeschreibliche Atmosphäre herrscht. Die Rede ist von der Villa Sohl in Düsseldorf, die in den 1960er Jahren erbaut wurde – und zwar von keinem geringeren als dem ehemalige Thyssen-Chef. Hans-Günther Sohl hat viel Zeit, Herzblut und Geld (ca. 1,5 Millionen Mark) in seine ehemalige Stadtvilla investiert. Der wahnsinnig große Garten mit Pool, ein Schwimmbad im Keller und die vier offenen Kamine im Erdgeschoss zeugen noch heute davon. 

Die Attraktion des Hauses befindet sich allerdings weit unter der Erde: Aus Angst vor einem Atomangriff hat der ehemalige Generaldirektor sich einen Schutzbunker in den Keller einbauen lassen, der heute noch existiert. Ähnlich wie viele andere Lost Places in NRW, gibt es Gerüchte darüber, dass die Villa Sohl in absehbarer Zeit abgerissen werden soll. Noch ist von solchen Arbeiten aber nichts zu sehen. 

Symbol Tipp Tipp
 Die Villa Sohl liegt an der B7 im Düsseldorfer Stadtteil Ludenberg Am Gartenkamp 12. Das Gartengrundstück ist als Park für die Öffentlichkeit vorgesehen und darf deshalb betreten werden. Die Türen und Fenster sind allerdings verriegelt und der Zugang zum Haus somit offiziell verboten.

2. Fabriken: die Riesen der Lost Places in NRW

Rasspe-Werke, Solingen

Sie suchen eher nach verfallender Industrieromantik? Dann sind Sie in den ehemaligen Rasspe-Werken in Solingen goldrichtig. Diese eröffneten 1827 als Fabrik für Stiefeleisen, heute steht das prächtige Haupthaus der wunderschönen Backsteinanlage unter Denkmalschutz. Schon 1999 musste Insolvenz angemeldet werden, seitdem zerfallen Brennerei und Lagerhallen allmählich – werden aber währenddessen reizend von blühenden Pflanzen wie Sommerflieder umwuchert. Tolle Fotoaufnahmen sind Ihnen auf dem Gelände sicher – einer der romantischsten Lost Paces in NRW. Über die Geschichte und vor allem neue Pläne zum Erhalt informiert sehr interessant die Website des Interessenverbandes.

Das Rasspe-Werk in Solingen

© Wirtschaftsförderung Solingen GmbH & Co. KG

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Die ehemalige Fabrik liegt in Solingen zwischen den Straßen Peter-Rasspe-Straße und Stöcken, in denen Sie Ihren Mietwagen auch parken können.

Alte Zeche Zoll und Kokerei Hansa, Dortmund

Die Stars der Industrie-Romantik unter den Lost Places in NRW sind aber natürlich die vielen alten Zechen. Wo einst Bergmänner unter Tage malochten, sind die ehemaligen Kohle-Förderanlagen heute oft sehenswerte Denkmäler. In Dortmund gibt es gleich zwei davon in nächster Nähe: Die alte Zeche Zollern gilt als Prunkstück, der Rundgang über die Tagesanlagen aber erzählt von harten Arbeitergeschichten. Auf dem Gelände der ehemaligen Kokerei Hansa werden sogar nächtliche Führungen mit Panoramblick aus dem Kohleturm angeboten. Die Schatten und Geräusche der alten Maschinen lassen alte Zeiten lebendig werden.

Das Gelände der ehemaligen Kokerei Hansa

© Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur / Klaus-Peter Schneider, 2014

Symbol Tipp Tipp
Alle heutigen Zechen-Denkmäler, die zu den schönsten Lost Places in NRW gehören, finden Sie auf der Website der Industriedenkmal Stiftung inklusive Infos zu Führungen und Events.

3. Echter Thrill: leer stehende Einrichtungen

Royal Air Force Militärgelände, Mönchengladbach

Selbstverständlich sind nicht alle Lost Places in NRW frei zugänglich. Manchmal erfordert es schon Mut, auf Zeitreise und Motivsuche einfach in die Gebäude einzusteigen. Dazu kommt noch ein gewisses mulmiges Gefühl, wenn die Mutigen dann plötzlich in einem ehemaligen Krankenhaus stehen. Genau diesen Thrill können Sie auf dem alten Royal Air Force Militärgelände in Mönchengladbach erleben. Das riesige Gelände bietet neben der einigermaßen erhaltenen Klinik auch noch Barracken, eine Kantine und sogar ein kleines Kraftwerk. Die Soldaten sind vor Jahrzehnten abgezogen, dem Kasernenleben können Sie an diesem Lost Place in NRW aber immer noch nachspüren.

📌 Lesetipp → Sanatorium mit düsterem Charme – die Beelitz-Heilstätten

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Das verlassene englische Militärgelände liegt an der britisch klingenden Straße Whittingham Crescent. Es ist weiträumig abgesperrt, darf offziell nicht betreten werden und wird streng vom Sicherheitspersonal bewacht. 

Anstalt Waldniel-Hostert, Schwarmtal

Einer der Lost Places in NRW mit der unrühmlichsten Vergangenheit ist die Anstalt Waldniel-Hostert in Schwalmtal. Ganz früher versorgten hier Franziskaner-Mönche bis zu 500 Bedürftige, im Dritten Reich wurde das Gelände jedoch eine Psychatrie-Anstalt der Nationalsozialisten. Dieser Teil ist heute eine Gedenkstätte. Auf dem Gelände befinden sich aber noch andere Gebäude sowie eine Kirche mit beeindruckenden Glasarbeiten. Sie gehören einem Privatmann, der sie Ihnen legal für Fotos zu Verfügung stellt – Sie müssen bei diesem Lost Place in NRW also keinen Nervenkitzel einplanen.

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Das Gelände liegt in der Schulstraße 50 in Schwalmtal, beim Besucherzentrum der Gedenkstätte können Sie kostenlos parken. Termine zum ungestörten Entdecken und Fotografieren können Sie über die Website vereinbaren.

4. Ein ganzes leer stehendes Dorf

Schlägel & Eisen, Gladbeck

Geisterstädte kennen wir eigentlich aus amerikanischen Westernfilmen – doch es gibt sie auch unter den Lost Places in NRW. Wer die geisterhaften Orte entdecken möchte, muss aber in der Regel schnell sein, weil sie früher oder später komplett abgerissen werden. Diesem Ort hier ist es zum Beispiel so ergangen: 

Die Arbeitersiedlung Schlägel & Eisen bei Gladbeck wurde als klassische Bergbausiedlung Anfang des letzten Jahrhunderts erbaut. Die durchaus hübschen Mehrfamilienhäuser standen einige Jahre leer. Grund war hier aber keine Zechenschließung, sondern der Verkauf des Areals an eine Immobilienfirma. Lange hat diese nichts unternommen und Urbexer konnten durch menschenleere Siedlungsstraßen, verwilderte Parkanlagen und leer stehende Wohnungen streifen. Man fühlte sich ein bisschen wie der letzte Mensch auf Erden an diesem einsamsten der Lost Places in NRW. Nach dem Abriss sollen 120 neue Wohnungen und ein Altenpflegeheim entstehen. 

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Wer verfolgen möchte, wie die Bauarbeiten vorangehen: Die Ausfahrt Gladbeck-Zweckel bringt Sie in den richtigen Stadtteil, die ehemalige Siedlung begann an der Schlägelstraße 10, hier können Sie auch parken. Und danach ist eine typische Ruhrpott-Currywurst mit Imbisstratsch danach genau das Richtige: am besten beim beliebten Curry Heinz!

Immerath, Erkelenz

Ähnlich ergehen könnte es dem Dörfchen Immerath im rheinländischen Erkelenz. Aufgrund des hohen Vorkommens von Braunkohle musste der idyllische Ort dem Tagebau weichen. Die Bewohner werden nach und nach zwangsumgesiedelt, fast alle Mehrfamilienhäuser stehen bereits leer. Trauriger Höhepunkt im Jahr 2018: Der denkmalgeschütze Dom wurde, trotz Demonstrationen und einer Petition, bis auf die Grundmauern abgerissen. Wer heute durch das Dorf schlendert, fühlt sich in den Straßen dieses Lost Places in NRW wie in einem Endzeit-Film. Besonders beeindruckend: Das mittlerweile völlig leere Gewächshaus.

Symbol Parken Anfahrt & Parken
Da selbst die A61, die nach Immerath führt, dem Braunkohleabbau weichen muss, müssen Sie den Weg über die Landstraße wählen. Von Köln kommend, verlässt man am Dreieck Jackerath die Autobahn und fährt über die Kasterstraße und die Jackeratherstraße nach Immenrath. Parkmöglichkeiten gibt es hier genug.
Das Dorf Immerath im Rheinland, einer der vielen Lost Places in NRW

© Haik – stock.adobe.com

Titelbildquelle: flickr.com | Urheber © damn_unique

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8 Kommentare

Tom 14. Februar 2019 - 16:33

Da ist ja nun nichts wirklich neues bei.
Aussr Ealdniel habe ich schon alle Locations besucht.
Einige der Locations wurden renoviert, sind nicht zugänglich oder werden durch Security bewacht.

Antworten
Alex 15. Februar 2019 - 14:34

Hallo Tom,

schade, dass wir Ihnen nichts Neues mehr zeigen konnten. Vielleicht finden andere Leser ja noch etwas Inspiration.
Vielen Dank für den Hinweis zu den Renovierungen. Wir werden den Artikel zeitnah noch einmal überarbeiten und alle Neuerungen einbauen.

Viele Grüße
Alex

Antworten
Claudia 29. November 2018 - 6:25 Antworten
Alex 29. November 2018 - 7:46

Hallo Claudia,

vielen Dank für den Hinweis!

Liebe Grüße
Alex

Antworten
Christian 29. März 2018 - 0:39

Was fällt euch eigentlich ein? Sorry, aber sowas geht gar nicht! Es gibt einen Codex unter Urbexern (hier mal für euch zum nachlesen: https://www.lost-place.org/tipps/der-urbexer-codex-verhaltensregeln-fuer-jeden-urbexer/ ) – der besagt dass man Locations nicht veröffentlicht! Wieso habt ihr nichts besseres zu tun, als genau solche Orte, besonders solch schönen Orte wie die Villa Woodstock, so „zur Schau“ zu stellen? Genau solche Leute wie ihr seid dran Schuld dass solche Orte demnächst von Vandalisten heimgesucht werden..

Antworten
Alex 29. März 2018 - 8:18

Hallo Christian,
Sie haben natürlich völlig recht. Ein verantwortungsvoller Umgang mit Lost Places ist unumgänglich. Deswegen weisen wir unsere Leser direkt im ersten Absatz darauf hin, die Gebäude ohne Führung oder offizielle Erlaubnis gar nicht erst zu betreten.
Ein gut gehütetes Geheimnis haben wir mit der Anfahrt zu Villa Woodstock auch nicht ausgeplaudert. Die Adresse wird auf vielen Websites erwähnt, inzwischen wird die Villa sogar auf ImmobilienScout24 zur Miete angeboten.
Ihr Urbexer-Code ist natürlich in jedem Fall wichtig und richtig, vielen Dank für’s Posten. Trotzdem raten wir weiterhin dazu, abgesperrtes Privatgelände gar nicht erst zu betreten, sondern diese besonderen Gebäude von außen zu betrachten oder vorher um Erlaubnis zu bitten.
Viele Grüße
Alex

Antworten
Simone St. 22. Juli 2018 - 17:16

Ich finde es gut wenn man die Möglichkeit bekommt legal solche Locations zu fotografieren. Ich würde gerne wissen wie bzw. wo ich die Zuständigen Stellen zwecks Besichtigung anschreiben kann.

Antworten
Alex 23. Juli 2018 - 9:07

Hallo Simone,

leider sind die Gebäude oft in Privatbesitz und können deshalb, aber auch aus Sicherheitsgründen und um sie nicht zu beschädigen, nicht betreten werden.
Der Eigentümer der Anstalt Waldniel-Hostert bietet aber beispielsweise Fototouren an.

Viele Grüße
Alex

Antworten

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