Gerade einmal 20 Kilometer lang ist Formentera und an der schmalsten Stelle zwei Kilometer breit. Trotzdem ist die balearische Insel unter Weltenbummlern schon lange kein Geheimtipp mehr. Im Gegensatz zur Nachbarinsel Ibiza geht es hier allerdings deutlich gelassener zu. Das mag vor allem an den weißen, breiten Stränden mit Karibik-Flair liegen, an denen es sich besonders gut entspannen lässt. Wir stellen dir die schönsten Formentera-Strände vor.
Die sechs schönsten Strände auf Formentera

Alles auf einen Blick
Formentera ist klein, die sechs schönsten Strände der Insel erreichst du mit dem Mietwagen in wenigen Minuten.
Playa de ses Illetes: Der Traumstrand im Norden ist nur über einen Holzsteg erreichbar, die Zufahrt für Fahrzeuge ist streng verboten.
Playa de Migjorn: Mit fünf Kilometern der längste Strand der Insel, mit der legendären Blue Bar und ihren Alien-Shows.
Es Arenals & Playa Tanga: Muschelsand, flaches Wasser und kostenlose Parkplätze an der Piratabus-Bar, dazu Dünen und himmlische Ruhe.
Es Caló des Mort: Die kleine Bucht im Südosten liegt zwischen lehmfarbenen Felsen, komm früh, die Plätze sind schnell belegt.
Playa de S'Alga: Der Geheimtipp liegt auf der Nachbarinsel Isla de Espalmador, die du per Fähre ab La Savina erreichst.
Strände auf Formentera
Es Pujols: der beste Ausgangspunkt für eine Erkundung der Insel
Wir geben es ja zu: Es Pujols ist zwar das touristische Zentrum der Insel, aber das kleine Örtchen hat es uns einfach angetan. Trotz seiner Beliebtheit unter Besuchern aus aller Welt, hat sich Es Pujols doch einen gewissen Charme bewahrt. Das merkt man vor allem, wenn man abends an der Strandpromenade und den vielen kleinen Marktständen entlang schlendert. Besonders gut und zu fairen Preisen schläft es sich übrigens im Hotel Voramar. Neben einem kleinen Pool und einem soliden Frühstück, bekommen Gäste am Abend Tapas und ein alkoholisches Getränk aufs Haus spendiert. Am nördlichsten Zipfel der Insel befindet sich Playa de Illetas, der vielleicht schönste (und prominenteste) Strand von Formentera. Das türkisfarbene Wasser und der feine, perlweiße Sand lassen einen beinahe vergessen, dass man sich auf den Balearen und nicht in der Karibik befindet. Das mag vielleicht auch an dem lobenswerten Dünenschutz-Projekt liegen: Den Strand erreicht man nur über einen Holzsteg, die Zufahrt für Fahrzeuge ist streng verboten. Der Nebeneffekt: den Traumstrand wirst du nie für dich alleine haben. In der Hochsaison tummeln sich hier nicht nur viele Sonnenanbeter und Wassersportler, sondern auch die Reichen und Schönen. Gelegentlich legen luxuriöse Yachten am Strandabschnitt an und entlassen ihre prominenten Mitfahrer in eins der schicken (und überteuerten) Restaurants mit Meerblick. Kleiner Tipp: einfach ab dem Parkplatz einige Meter weiter entlang der Landzunge laufen und sich an einem der weniger überfüllten Strandabschnitte niederlassen. Oder in der Nebensaison anreisen, da ist es hier deutlich ruhiger.
Wer mit seinem Mietwagen in Formentera von Es Pujols aus startet, der erreicht den Strand in ca. 15 Minuten. Nimm die PM-820-2 in nördliche Richtung und verlasse die Straße am Zipfel der Estany Pudent. Wenn du nun weiter gen Norden fährst, wirst du vermutlich schon einen der Mitarbeiter sehen, der dir einen Parkplatz direkt am Strand zuweist.
2. Playa de Migjorn: Hippie-Flair und Alien-Shows
Mit seinen fünf Kilometern ist der südlich gelegene Playa de Migjorn (auch bekannt als Mitjorn-Strand) einer der längsten Strände auf Formentera und eignet sich hervorragend für ausgedehnte Spaziergänge entlang der Bucht. Jeder Strandabschnitt ist anders und hat seinen ganz eigenen Charakter. So findet man am westlichsten Zipfel des Strandes kleine ruhige Buchten, während es ab der Siedlung Es Ca Mari deutlich belebter wird. Seinen Namen verdankt der Strand übrigens dem Mitjorn-Wind, der aus Afrika herüberweht Musikfans sollten in der berühmt-berüchtigten Blue Bar vorbeischauen, die am Kilometer 6 des Strandes steht. Im ehemaligen Hippie-Hotspot wurden bereits Musikgrößen wie Jimmy Hendrix, Bob Dylan und Pink Floyd mit Getränken versorgt. Und es kommt noch besser: Regelmäßig finden hier sogenannte Alien-Shows statt, in denen große, leuchtende Gestalten in Ganzkörperanzügen über die Bar-Terrasse stapfen. Klingt komisch und ist es auch, macht aber einen Heidenspaß!
Nur sieben kurze Minuten sind es mit dem Mietwagen von Es Pujols bis zum Playa de Migjorn. Verlasse den Ort in die südöstliche Richtung und fahre im Kreisverkehr auf die PM-820-2. Wechsle bei Sant Ferras de Ses Roques auf die PM-820 und folge der Straße bis zum Restaurante La Tortuga. Kurz nach dem Restaurant biegst du nach rechts auf die Avinguda de Cal Marí. Da der Strand so lang ist, gibt es mehrere Zufahrtsstraßen, die zu den verschiedenen Parkplätzen der jeweiligen Abschnitte führen.
3. Es Arenals: ein Paradies für Muschelsammler und Aktivurlauber
Genaugenommen handelt es sich bei dem südöstlich gelgegenen Es Arenals um einen weiteren Strandabschnitt des Migjorn-Strandes. Da der wahrgewordene Karibik-Traum aber mit seinem muschelbedeckten Sand zu einem der schönsten Spots der Insel gehört, musste er unbedingt mit in unsere Top 6. Das Wasser ist flach abfallend, weswegen Familien mit Kindern hier ebenso gut aufgehoben sind wie Wassersportler. Die können sich bei der direkt am Strand gelegenen Tauch- und Surfschule Equipment für den nächsten Tauchgang oder Wellenritt ausleihen. Den Strandtag sollte man übrigens unbedingt in der Piratabus-Bar ausklingen lassen. In einem ausrangierten Bus aus den 1970ern, der etwa 300 Meter vom Strand entfernt auf einer kleinen Erhöhung liegt, kann man bei Tapas und entspannter Musik relaxen. Es gibt wohl keinen besseren Ort auf der Insel, um den Sonnenuntergang, am besten mit einem der hervorragenden Cocktails in der Hand, zu genießen.
Da Es Arenals zum Playa de Migjorn gehört, ist die Anfahrt dieselbe wie im letzten Abschnitt des Artikels. Unser Tipp: Bieg kurz vor dem Platja es Caló nach rechts ab und verlasse die PM-820. An der Piratabus-Bar gibt es kostenlose Parkplätze, von denen aus du in weniger als fünf Minuten am Strand bist.
4. Playa Tanga: Natur pur und himmlische Ruhe
Wer einen ruhigen und naturbelassenen Strand sucht, der ist hier im Nordosten der Insel bestens aufgehoben. Dafür ist Playa Tanga aber auch gut versteckt, nämlich zwischen den zwei Strandabschnitten Llevant und Sa Roqueta. Die Mühe lohnt sich allemal: Einmal angekommen, kann man hier dank den flachen Felsen in mehreren kleinen Badebuchten direkt am Wasser entspannen. Im Rücken hat man keine störenden Hotelkomplexe, sondern eine weitläufige Dünenlandschaft. Entspannung pur! Übrigens: Wer zwischendurch Hunger bekommt, der sollte unbedingt ins Restaurant Tanga einkehren. Es liegt inmitten der Dünen und existiert bereits seit 40 Jahren. Man munkelt, dass es hier nicht nur gute Paella und fangfrischen Fisch, sondern auch den besten Kuchen der Insel gibt.
Wer von Es Pujols aus startet, der nimmt die PM-820 in nördliche Richtung und genießt die Fahrt, die am Wasser entlang führt. Im Norden der Insel biegst du scharf rechts ab und folgst der Straße bis zum Meer. Du bist circa 12 Minuten unterwegs. Da der Strand gut versteckt liegt, gibt es keinen Parkplatz für Badegäste. Allerdings kannst du deinen Mietwagen auf dem Parkplatz von dem Restaurant Tanga abstellen, dass direkt hinter dem Strand liegt. Folge von hier aus einfach dem Holzsteg, der dich direkt an den Playa Tanga führt.
5. Playa Es Caló des Mort: idyllische Bucht inmitten von Felsen
Wer für einen Tag mal eine etwas andere Facette von Formentera kennenlernen möchte, für den könnte die kleine Bucht von Es Caló des Mort perfekt sein: Im Südosten der Insel geht die flache Dünenlandschaft in eine raue Steilküste über. Man mag kaum glauben, dass sich unter dem düsteren Namen (Caló des Morts bedeutet übersetzt Todesbucht) eine so malerische Naturkulisse versteckt. Zwischen den lehmfarbenen Felsen kann man wunderbar entspannen und auf das weite, azurblaue Meer hinausschauen. Allerdings muss man sich den idyllischen Platz mit anderen sonnenhungrigen Urlaubern teilen. Deswegen unser Tipp: Ausnahmsweise mal etwas früher aufstehen, um sich einen der besten Plätze zu sichern! Mit der Idylle geht auch einher, dass es hier außer einer kleinen Bar keine Restaurants oder Hotels gibt. Die erreicht man aber zu Fuß über die Dünen in nur wenigen Minuten.
Von Es Pujols bis zum Strand sind es mit dem Mietwagen etwa 18 Minuten. Nimm die PM-820-2 in südöstliche Richtung und wechsle bei Sant Ferras de Ses Roques auf die PM-820. Wenn du der Straße eine Weile folgst, wirst du bereits Schilder entdecken, die dir den restlichen Weg zum öffentlichen Parkplatz anzeigen. Von hier aus musst du nur noch einem kleinen Pfad folgen bis die Bucht sich bereits vor dir erstreckt.
6. Playa de S'Alga: der Geheimtipp auf der Nachbarinsel
Lust auf Einsame-Insel-Feeling? Dann haben wir zu guter Letzt haben noch einen echten Geheimtipp für dich auf Lager: Direkt an der nördlichen Landzunge von Formentera befindet sich die kleine vorgelagerte Isla de Espalmador. Die Insel ist kaum bebaut, lediglich ein paar kleinere Häuser, ein Leuchtturm und eine Kapelle erwecken den Eindruck, dass du hier nicht ganz alleine bist. Hier auf der Isla de Espalmador sind die Strände noch weißer und das Wasser noch klarer als auf Formentera. Besonders schön ist der Playa de S'Alga im Südwesten der Insel. Hier gibt es weder Hotels noch Restaurants (für Verpflegung musst du also selbst sorgen). Die fehlenden Hotels sorgen vor allem für eins: himmlische Ruhe! Es lohnt sich, den Blick über das weite Meer schweifen zu lassen, in der Ferne kannst du nicht nur den regen Bootsverkehr zwischen den Inseln sehen, sondern auch die Silhouette von Formentera. Kleiner Tipp: Wer eine Weile am feinen Sandstrand entlangschlendert und dann den kleinen Pfad am nördlichen Ende des Strandes nimmt, vor dem erstreckt sich plötzlich eine weite Steppenlandschaft. Nach einem kurzen Spaziergang gelangt man zu einem Salzfeld mit Schlammsee, an dem viele verschiedene Vogelarten leben. Auch wenn es verlockend erscheint und dem lehmigen Wasser eine heilende Wirkung nachgesagt wird: Ein Schlammbad ist absolut verboten, da es sich um ein Naturschutz-Gebiet handelt!
Die Isla de Espalmador erreichst du am leichtesten mit der Fähre, die dreimal täglich von La Savina ablegt und etwa eineinhalb Stunden unterwegs ist. Du kannst dein Auto auf dem gebührenpflichtigen Parkplatz von La Savina abstellen. (Beachte allerdings, dass du hier stündlich eine Gebühr von 1,20 Euro zahlen musst!) Die erste Fähre legt morgens um 10.15 Uhr ab, die letzte Schifffahrt nach Formentera geht um 18.45 Uhr zurück.
Häufige Fragen zu den Stränden auf Formentera
Warum liegen an Formenteras Stränden Berge von braunem Seegras, und warum räumt sie niemand weg?
Das ist Posidonia, und sie steht unter Schutz. Nach dem balearischen Posidonia-Dekret 25/2018 braucht jede Entnahme angespülter Reste eine ausdrückliche Genehmigung der Umweltbehörde. An Naturstränden mit Service darf vom 30. September bis 1. Mai gar nicht geräumt werden, an Stränden mit Erosion sollen die Bänke liegen bleiben, und abgeräumtes Material muss in der Regel bis zum 15. Oktober zurück auf den Strand.
Woran erkennst du im Wasser, wo die Badezone endet und wo Boote fahren dürfen?
An gelben Kugelbojen von mindestens 60 Zentimetern Durchmesser, die höchstens 200 Meter auseinander liegen und zwischen denen Verbotsschilder für alle Boote und Schwimmkörper hängen. Wo Jetskis, kleine Segel- oder Ruderboote ein- und ausfahren dürfen, gibt es eigene Kanäle von 25 bis 50 Metern Breite, markiert durch eine grüne kegelförmige und eine rote zylindrische Boje.
Wem gehört eigentlich der Sand, auf dem Strandbars wie die Blue Bar stehen?
Dem Staat. Strand und Küstenstreifen sind in Spanien dominio público marítimo-terrestre. Nach Artikel 31 und 32 des Küstengesetzes 22/1988 ist die Nutzung zum Spazieren, Baden oder Angeln frei und kostenlos, während jede Anlage einen behördlichen Titel braucht und nur zulässig ist, wenn sie anderswo nicht stehen kann. Artikel 33 verbietet jede private Nutzung des Strandes und verlangt freien Zugang zu genehmigten Anlagen.
Darfst du von Formentera aus auch die anderen kleinen Inseln vor der Küste ansteuern und betreten?
Nein. Im Naturpark ses Salines sind das Anlanden auf den Inselchen und ihr Betreten untersagt, einzige Ausnahme ist s'Espalmador. Und selbst dort darfst du an Land nur die öffentliche Zone am Ufer und den ausgeschilderten Weg zur Lagune nutzen. Auf Formentera selbst führen vier markierte Routen durch den Park, die du ohne Führung gehen darfst.
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