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Roadtrip Süditalien: von Amalfi bis zur Stiefelspitze

Bereit für eine Mietwagen-Rundreise der Superlative? Unser Roadtrip durch Süditalien startet in Neapel und führt uns über die schönste Küstenstraße des Landes bis hinunter an die Stiefelspitze. Umgeben von drei Meeren erkunden wir uralte Örtchen in den Bergen und am Meer, einen der beeindruckendsten Nationalparks des Landes und die interessantesten Städte vier facettenreicher Regionen. Zusätzlich gibt es Tipps rund um die Kosten sowie das Parken und Autofahren vor Ort. So weißt du schon vor der Abfahrt, welche Etappen sich lohnen und worauf du bei der Planung achten solltest.

Update: 02.10.2026

Alles auf einen Blick

Unser Roadtrip durch Süditalien führt dich in rund drei Wochen von Neapel bis zur Stiefelspitze.

  • Route: Start und Ziel ist Neapel, dazwischen liegen 15 Stationen, rund 1450 Kilometer und etwa 27 Stunden Fahrtzeit.

  • Reisedauer: Für die komplette Runde solltest du 3 bis 4 Wochen einplanen, als beste Reisezeit gelten Mai/Juni und September/Oktober.

  • Highlights: Die Amalfitana zieht sich über 50 Kilometer an der Steilküste entlang, dazu kommen Matera, Alberobello und der Sila-Nationalpark.

  • Mietwagen: Für enge Gassen und Küstenstraßen passt ein Kleinwagen am besten, ab mehr Gepäck wird die Kompaktklasse nötig.

  • Kosten: Im Süden fällt weniger Maut an als im Norden, grob rechnest du mit 7 bis 9 Cent pro Kilometer.

Roadtrip durch Süditalien

  1. Neapel

Süditalien-Roadtrip: die Route

Start/Ziel: Neapel Stationen: 15 Strecke: ca. 1450 km Fahrtzeit: ca. 27 Stunden Reisedauer: 3 bis 4 Wochen Beste Reisezeit: Mai/Juni und September/Oktober

1. Neapel

Eigentlich gibt es kaum einen authentischeren Ort als Neapel, um einen Süditalien-Roadtrip zu starten. In der Hauptstadt von Kampanien tobt in labyrinthischen Altstadtgassen und auf bunten Märkten das pure Leben. An nahezu jeder Ecke schallen einem italienisch Wortfetzen entgegen, es wird viel geflucht und gelacht, und hervorragend gegessen! Kein Wunder: Neapel ist die Heimatstadt der neapolitanischen Pizza mit dem charakteristischen luftigen Rand und dem flüssigen Belag. Letzterer ist der Grund dafür, dass du in Neapel kaum jemanden sehen wirst, der die Pizza mit den Händen isst: viel zu große Klecker-Gefahr! Zwei Pizzerien mit Weltberühmtheit sind Da Michele und Gino e Toto Sorbillo (unser persönlicher Favorit!) auf der Via dei Trubunali.

Das Temperament der Neapolitaner kommt nicht nur in den Restaurants und den belebten Altstadtgassen, sondern auch im Straßenverkehr zum Vorschein. Wilde Hubkonzerte und Dellen im Auto gehören hier fast zum guten Ton. Unser Tipp: Sofern dein Hotel in der Stadt keinen Parkplatz besitzt, solltest du den Mietwagen in Neapel erst am nächsten Tag abholen und die Stadt ausschließlich zu Fuß erkunden. Schont definitiv das Portmonnaie und die Nerven!

2. Vesuv und Pompeji

Ob das neapolitanische Temperament vielleicht auf den weltberühmten Vesuv zurückzuführen ist, der sich majestätisch vor den Toren der Stadt erhebt? Es handelt sich dabei um den einzigen aktiven Vulkan auf dem europäischen Festland. Wer sowohl Mut als auch Ausdauer mitbringt, kann das bedrohlich-schöne Naturwunder (nur mit Guide) auf einem steinigen Wanderpfad erklimmen, der auf rund 1.000 Metern Höhe beginnt. Beim Blick in den Kraterschlund kann einem schon etwas mulmig werden, vor allem wenn man sich vor Augen führt, dass der Vesuv für den Untergang von Pompeji verantwortlich ist. Die gut erhaltenen Ruinen der antiken römischen Stadt sind ebenso beeindruckend wie furchteinflößend. Kleiner Tipp: Wenn du die Tickets vorab online buchst (20 €), musst du nicht Schlange stehen.

Unmittelbar vor dem Aufgang zum Krater gibt es einen kostenlosen Parkplatz. Das gesparte Geld musst du anschließend leider beim Besuch von Pompeji ausgeben: Auf dem großen Parkplatz unmittelbar vor der Ruinenstadt werden 3 € pro Stunde fällig. Dafür wird der Parkplatz aber im Gegensatz zu den Parkmöglichkeiten beim Vesuv bewacht.

3. Sorrent

Du willst Meer sehen, und davon am besten so viel wie möglich? Wer hoch oben auf den Klippen der Küstenstadt Sorrent steht, fühlt bei dem scheinbar endlos weiten Blick über das Wasser fast ein bisschen wie am Ende der Welt. Aber nur für einen kleinen Augenblick: Auf dem geschäftigen Piazza Tasso mit seinen kleinen Cafés ist immer etwas los. Schier beeindruckend ist das historische Zentrum mit der Chiesa di Francesco. Die Kirche stammt aus dem 14. Jahrhundert und bildet mit ihren zwei grünen Innenhöfen und den hübschen Kreuzgängen eine Ruheoase mitten in der Stadt.

In Sorrent musst du in den zentralen Parkhäusern leider mit stündlichen Parkgebühren von 2,50 € rechnen, für einen gesamten Tag werden in der Regel etwa 27 € fällig. Besonders zentral stehst du im bewachten Parcheggio Achille Lauro (Correale) am Piazza Lauro (2 €/h, max. 24 €). Wer der wunderschönen Insel Capri einen Besuch abstatten möchte, parkt am besten in der Garage Marina Piccola direkt am Hafen (30 €/Tag) und nimmt von dort aus die Personenfähre.

4. Panoramastraße Amalfitana

Entlang der Amalfiküste erstreckt sich auf 50 Kilometern eine der wohl schönsten Panoramastraßen Europas. Die Strada Stratale 163 (besser bekannt als Amalfitana) schlängelt sich in schwindelerregender Höhe an Steilküsten entlang und hält hinter jede Kurve atemberaubende Blicke auf das Meer bereit. Zwei traumhafte Orte für einen Zwischenstopp sind der spektakulär gelegene Klippenort Positano mit seinen bunten Häuschen sowie das etwas unbekanntere Örtchen Ravello. Der letztgenannte Tipp hält im Park der Villa Rufolo einen regelrechten Zaubergarten für Besucher bereit, der einst schon Richard Wagner beeindruckt hat. Definitiv ein Highlight auf unserem Roadtrip durch Süditalien!

Gilt eigentlich auf dem gesamten Süditalien-Roadtrip, aber vor allem auf der Amalfitana: Fahr vorausschauend! Die Straßen sind eng und Autos fahren teilweise haarscharf aneinander vorbei. Mittlerweile sorgen an engen Stellen Ampeln für mehr Sicherheit, sorgen aber auch dafür, dass du längere Wartezeiten auf der Strecke einplanen musst. Park-Tipp für Positano: Viel günstiger als im Stadtzentrum (3 €/Tag statt 7 €/h) parkst du auf den Plätzen oberhalb des Stadtzentrums.

5. Salerno

Nach so vielen Haarnadelkurven und atemberaubenden Ausblicken, eignet sich die antike Hafenstadt Salerno hervorragend für eine Verschnaufspause. Das wohl imposanteste Bauwerk der Stadt ist ohne Frage die Kathedrale im arabo-normannischen Baustil. Vor allem der goldverzierte Märtyrer-Altar in der Krypta ist schier und einfach beeindruckend. Mindestens genauso sehenswert ist das Castello di Arechi, das aus dem Mittelalter stammt und knapp 300 Meter über der Stadt thront. Oben angekommen, wartet nicht nur ein spannender Rundgang auf dich, sondern auch ein phänomenaler Ausblick über die Stadt und das strahlend blaue Meer.

Salerno ist nicht gerade parkfreundlich für Autofahrer. Wer weder Hotel noch Wohnung mit Parkplatz reserviert hat (was wir für Großstädte grundsätzlich empfehlen), muss im Zentrum mit 2 bis 4 € pro Stunde rechnen. Die Parkhäuser in Hafennähe sind schneller und stressfreier zu erreichen als die Parkhäuser mitten im Zentrum. Wer die Burg mit dem Auto besuchen möchte, sollte rechtzeitig dort sein: Der öffentliche Parkplatz ist zwar kostenlos, aber nicht besonders groß.

6. Pisciotta

Etwa zwei Stunden südlich von Salerno entfernt, liegt mi dem Bergdorf Pisciotta ein winziger Süditalien-Geheimtipp hoch über dem Meer. In dem mittelalterlichen Dörfchen, das rund 170 Meter über dem Meeresspiegel liegt, stehen uralte Steinhäuser zwischen Feigenbäumen und steilen Treppen. In den kleinen Restaurants werden regionale Spezialitäten wie der himmlisch köstliche Büffelmozarella aufgetischt. Und das Schönste daran: Du zwängst dich nicht mit zahlreichen anderen Menschen durch die kleinen Gässchen.

Geheimtipps sind nicht immer leicht zu erreichen: Die Straßen in dem Bergdorf sind eng und oft einspurig. Auch mit riesengroßen Parkplätzen kann das Örtchen verständlicherweise nicht dienen, die Parkbuchten entlang der Hauptstraße SR 447 sind aber in der Regel kostenlos.

7. Maratea

Die nächste Etappe von unserem Süditalien-Roadtrip führt uns in die Region Basilikata, die wesentlich ungezähmter und untouristischer daherkommt. Während der Fahrt durch die wildromantische Landschaft zwischen Kampanien, Apulien und Kalibrien haben wir die blaue Weite des tyrrhenischen Meeres immer im Blick. Als Zwischenstopp bietet sich Maratea als einzige Stadt der Region an. Gerade einmal knapp 5.000 Einwohner leben in diesem kleinen Paradies. Unbedingt besuchen: Den Spiaggia Nera, der nicht nur durch seine romantische Lage zwischen Felsen, sondern vor allem wegen dem schwarzen Vulkansand ein ganz besonderes Fleckchen Erde ist. Tagsüber ist der Sand teilweise sehr heiß, in den Morgenstunden und abends kühlt es ab.

Rund um den Bahnhof und am Hafen findest du teilweise kostenlose Parkplätze. Wenn du zum Strand möchtest, steht überhalb der Bucht ein Parkplatz für 5 €/Tag zur Verfügung. Von dort gelangst du über mehrere Treppenstufen bis hinunter zum Strand. 

8. Tropea und Capo Vaticano

Unser Roadtrip durch Süditalien führt uns schnurstracks von einem Traumstrand zum nächsten. In Tropea gibt es zwar keinen schwarzen vulkanischen Sand, dafür schaut man beim Sonnenbaden aber auf die jahrhundertealte Kirche Santa Maria dell' Isola, die auf einem Felsen im Meer thront. Hier legen wir einen kompletten Strandtag ein bevor wir uns abends in die bunten Gassen der Altstadt begeben. Egal ob Pizza oder Pasta: In Tropea wird dir in vielen Gerichten die regionalen milden roten Zwiebeln begegnen, auf die die Einheimischen besonders stolz sind. Rund 25 Kilometer von Tropea entfernt wartet mit dem Capo Vaticano der nächste Ort für stundenlange Sonnenstunden am Strand. Hier, am der sogenannten Küste der Götter, scheint das Wasser noch klarer und der Himmel noch blauer zu sein. Bei gutem Wetter (was hier nicht unwahrscheinlich ist) kannst du sogar bis zu den Äolischen Inseln und der Meerenge von Messina schauen.

Sowohl am Strand von Tropea als auch am Capo Vaticano parkst du für 2 € pro Stunde (max. 10 € pro Tag). In der Nebensaison kann es durchaus vorkommen, dass die Parkgebühren günstiger sind oder sogar ganz wegfallen.

9. Chianela di Scilla

Verschlafen und etwas unscheinbar liegt das Dörfchen Scilla vor der Küste nahe der etwas bekannteren Stadt Reggio Calabria. Aber nur auf den ersten Blick. Wer durch die kleinen Straßen streift und irgendwann zu dem imposanten Schloss Ruffo di Calabria gelangt, genießt einen traumhaften Blick über die auf Felsen stehenden bunten Häuschen. Besonders schön ist das verwinkelte Fischerviertel Chianaela, wo hervorragender Schertfisch in den Restaurants serviert wird. Mit etwas Glück kannst du in den frohen Sommermonaten sogar beobachten, wie der Fisch (ganz traditionell mit Harpune) gefangen wird.

Statt mittendrin lieber auf der Steilküste oberhalb des Dorfes parken (entlang der Strada Statale 18) und Scilla zu Fuß erkunden.

10. Catanzaro

Die Hauptstadt der Region Kalabrien wird wegen ihrer außergewöhnlichen Lage zwischen zwei Wasserläufen auch als Stadt der drei Hügel bezeichnet. Von hier aus kann man gleich auf zwei Meere blicken: Im Westen das Thyrrenische und im Osten das Ionische. Herzstück der Stadt und perfekt für einen Spaziergang ist der wunderschöne Parco della Biodiversitá Mediterranea, wo man locker einen ganzen Tag vertrödeln könnte. Sollte man aber lieber nicht: Im Stadtkern gibt es zahlreiche hübsche sakrale Bauwerke und prächtige Palazzi zu sehen.

Sobald du über die beeindruckende Ponte Bisantis in das Stadtzentrum eingefahren bist, steuerst du am besten das Parcheggio Musofalo an. Mit 3 € pro Tag stehst du hier unschlagbar günstig und läufst zum Beispiel zum Park nur knappe 20 Minuten, alternativ kannst du auch den Bus nehmen. Von 20:30 Uhr bis 7 Uhr morgens werden 5 € fällig.

11. Sila-Nationalpark

Der älteste Nationalpark Kalabriens begrüßt uns mit unberührter Natur, traumhaften türkisfarbenen Seen und leuchtend grünen Hügeln. Wer hier durch märchenhafte Wälder mit Tannen und Kiefern spaziert, vergisst teilweise, dass er sich in Italien befindet. Das feucht-kühle Klima und die Bergriesen in der Ferne erinnern uns eher an kanadische Landschaften. Kaum zu glauben, dass wir vor einigen Tagen noch an Stränden gesessen haben. Das Handynetz gibt auf dem ein oder anderen Wanderweg seinen Geist auf, was uns allerdings ganz und gar nicht stört.

Im Nationalpark gibt es zahlreiche Parkplätze, die zudem kostenlos sind. Am besten steuerst du erst einmal das Besucherzentrum Cupone an, um sich einen Überblick zu verschaffen und sich in Ruhe mit dem großen Gelände vertraut zu machen. Dort gibt es auch kostenlose Parkmöglichkeiten.

12. Lecce und Torre dell'Orso

Nach stolzen vier Stunden Fahrt begrüßt uns die Region Apulien mit offenen Armen. Oder eher: mit der Hauptstadt des italienischen Barocks. Lecce wird auch gerne mal als Florenz des Südens bezeichnet, was angesichts der wunderschönen Barockbauten keine Überteibung ist. Die Größe der Stadt ist überschaubar, um an einem Tag die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu erkunden. Ein Muss sind das alte Amphitheater sowie das römische Theater, das noch heute benutzt wird und der imposante und weitläufige Domplatz im Stadtzentrum. Gerade in den Sommermonaten kann es in Lecce verdammt heiß werden. Abkühlung findet man nicht nur in den vielen Kirchen oder zahlreichen Eiscafés, sondern auch etwa 40 Autominuten von der Stadt entfernt. Die Strände von Torre dell'Orso warten mit strahlend weißen Sand und türkisfarbenen Wasser auf. Mutige Schwimmer können sich die nötige Portion Abkühlung bei einem beherzten Sprung in die von Felsen eingerahmte Grotta della Poesia holen (ca. 10 Fahrminuten von den Stränden entfernt)

Statt im chaotischen Zentrum solltest du deinen Mietwagen lieber am inneren Stadtgürtel parken. Da Lecce nicht sehr groß ist, brauchst du zu Fuß in den Altstadtkern gerade einmal 5 bis höchstens 10 Minuten. Mit etwas Glück findet man am Bahnhof nicht nur kostenlose, sondern auch schattige Parkplätze.

13. Alberobello

Wer an die Region Apulien denkt, hat bestimmt direkt die weiß getünchten Steinhäuser mit den kegelförmigen Dächern (auch Trulli genannt) vor Augen. In Alberobello werden wir von hunderten dieser Zipfelmützen-Häuser begrüßt. Wir nutzen die hübsche Stadt auf unserem Süditalien-Roadtrip für einen Zwischenstopp und schlendern durch die kleinen Gassen und die vielen Souvenirläden. Bis zu 300 Jahre alt sind die niedlichen Häuschen, das älteste von ihnen ist das Casa d'Amore, das besichtigt werden kann. In dem ein oder anderen Trullo kann man sogar übernachten, von klein und urig bis zu luxuriös mit Pool.

Entlang der Via Independenzia findest du gleich mehrere Parkplätze auf denen du entweder stündlich (2 €/h) oder gegen eine Pauschalgebühr von 6 € parken kannst. Ins Zentrum sind es 10 Gehminuten.

14. Bari

Die Hauptstadt von Apulien hat zwar keine Trulli zu bieten, dafür aber eine traumhafte Altstadt direkt am adriatischen Meer und eine der wohl berühmtesten Pilgerstätten von Italien. Die Wallfahrtskirche San Nicola zieht noch heute Gläubige aus aller Welt geradezu magisch an. Fans von Kultur und Geschichte dürften eher von den mächtigen Festungsanlagen des Castello Svevo di Bari begeistert sein, die um 1130 von den Normannen errichtet wurde. Beide Sehenswürdigkeiten lassen sich hervorragend mit einem Bummel durch die bilderbuchverdächtigen Altstadtgassen kombinieren.

In den engen Altstadtgassen ist das Parken geradezu unmöglich. Lieber in ein Parkhaus in Hafennähe fahren (z.B. Parcheggio Saba Porto für faire 0,50 €/h) und 10 bis 15 Minuten gemütlich ins Zentrum laufen.

15. Matera

Bevor es zurück nach Neapel geht, beenden wir den Roadtrip durch Süditalien mit einem echten Highlight: Matera wurde 2019 zur Kulturhauptstadt ernannt und mutet angesichts ihrerer Architektur bereits bei der Anfahrt spektakulär an. Eine große Schlucht trennt die beiden Altstadtviertel voneinander und über die Stadt auf dem Karsthügel wacht das beeindruckende Castello Tramontano. Das eigentliche Highlights sind aber die Sassi di Matera. Bis zu den 1950er Jahren lebten die Bewohner in diesen Höhlensiedlungen, die man heute noch teilweise besichtigen kann.

Parkplätze sind in Matera leider Mangelware. Kostenlose Parkplätze gibt es etwa 600 Meter vom Zentrum entfernt nahe dem Busbahnhof.

Knapp 3 Stunden Fahrt sind es zurück bis nach Neapel, wo wir unseren Mietwagen wieder am Flughafen abgeben und die Reise gen Deutschland antreten. Im Flieger lassen wir den Süditalien-Roadtrip Revue passieren: Wir haben auf unserer Rundreise vier faszinierende Regionen und drei verschiedene Meere gesehen. Wir könnten bis nach Sizilien schauen, haben uralte Städte mit eigenen Augen gesehen und haben eine der schönsten Küstenstraßen Europas befahren. Wir sind uns sicher: Wir kommen wieder!

16. Tipps für einen Roadtrip durch Süditalien

  • Bewachte Parkhäuser wählen: Statt auf der Straße zu parken (blaue Linien am Bordstein kennzeichnen übrigens immer kostenpflichtige Zonen) und Blechschäden zu riskieren, solltest du dich im Zweifel lieber für das Parkhaus mit Wächter entscheiden. Hier steht das Auto definitiv sicherer als am Straßenrand.

  • Mautgebühren einkalkulieren: Erfreulicherweise werden im Süden von Italien nicht auf so vielen Autobahnen wie im Norden Mautgebühren erhoben. Auf einigen Strecken musst du dennoch das Portmonnaie zücken, zum Beispiel zwischen Bari und Neapel. Grob beträgt die Maut in Italien etwa 7 bis 9 Cent pro Kilometer.

  • Im Kreisverkehr Vorfahrt gewähren: Die Verkehrsregeln in Italien ähneln grundsätzlich denen in Deutschland. Im Kreisverkehr haben allerdings meist die Autos Vorfahrt, die sich schon im Kreisel befinden; nur ohne entsprechende Beschilderung gilt rechts vor links.

  • Den richtigen Mietwagen wählen: Mit einem Kleinwagen fährt es sich in den italienischen Kleinstädten und auf der engen Küstenstraße an der Amalfiküste definitiv am sorgenfreisten. Wer etwas mehr Gepäck dabei hat oder mit mehr als zwei Personen reist, kommt aus Platzgründen um einen etwas größeren Wagen aus der Kompaktklasse nicht herum, denn für mehr als zwei große Gepäckstücke sind die Kleinwagen-Kofferräume meist nicht ausgelegt. Im Zweifel gilt: Am Gepäck sparen.

  • Anreise klug planen: Wer sich rechtzeitig um Flüge nach Neapel kümmert, kann richtige Schnäppchen finden. Alternativ ist eine Anreise ab Deutschland Mit dem Auto nach Italien möglich. Allerdings sind es selbst ab München bis nach Neapel stolze 11 bis 12 Stunden Fahrt (Pausen noch nicht eingerechnet). Darüber hinaus fallen im Norden von Italien viele Mautgebühren an. In der Regel ist ein Flug nach Süditalien günstiger und stressfreier.

  • Hotels mit Parkplatz buchen: Die hübschen Altstadtgassen in Süditalien sind nicht gerade autofreundlich. Wer über Nacht in einer der Städte bleiben möchte, sollte bei der Buchung stets darauf achten, dass das Hotel oder das Appartement über einen Parkplatz verfügt.

Dich zieht es eher in den Norden und das Zentrum von Italien statt in den Süden? Dann schau doch mal in unsere Italien-Rundreise rein, die dich von Deutschland über Mailand nach Rom und in viele andere Highlights führt.

Häufige Fragen zum Roadtrip durch Süditalien

Musst du dein Ticket für den Aufstieg zum Vesuvkrater vorher buchen?

Ja. Der Weg Nummer 5 zum Gran Cono ist laut Parkverwaltung ausschließlich im Vorverkauf zugänglich. Du buchst mit Kreditkarte und hinterlegst Name, Datum und Uhrzeit, denn das Ticket gilt für ein festes Zeitfenster. Pro Stunde lässt der Park höchstens 360 Personen auf den Pfad, also 60 alle zehn Minuten. Ab der Warnstufe Orange des regionalen Zivilschutzes sperrt das System Verkauf und Zugang automatisch.

Kann es dir in Pompeji passieren, dass du trotz Ticket am Eingang warten musst?

Ja. Die Besuchsordnung des Parco Archeologico di Pompei hält fest, dass das Gelände nicht mehr als 15.000 Personen gleichzeitig aufnehmen kann. Ist diese Grenze erreicht, werden die Eingänge kontingentiert, mit Schlangen und Verzögerungen als Folge. Plane deine Ankunft deshalb früh am Tag. Sperrige Taschen musst du außerdem abgeben, erlaubt sind nur Stücke bis 30 mal 30 mal 15 Zentimeter.

Darfst du im Nationalpark Pollino mit dem Mietwagen auf Feldwege oder neben die Straße fahren?

Nein. Das Gründungsdekret des Nationalparks Pollino untersagt im gesamten Parkgebiet den Verkehr von Kraftfahrzeugen außerhalb von Staatsstraßen, Provinzstraßen, Gemeindestraßen, öffentlich genutzten Vizinalstraßen und Privatstraßen. Erlaubt bleiben nur Dienstfahrzeuge und Fahrten für Land, Forst und Weidewirtschaft. Kontrolliert wird das von Forstbehörde und Carabinieri. Bleib mit dem Mietwagen also auf der öffentlichen Straße und geh die letzten Meter zu Fuß.

Brauchst du im Spätherbst auf den Bergstraßen Kalabriens und der Basilikata Winterreifen?

Kann sein. Der Winterplan des italienischen Verkehrsministeriums sieht vor, dass die Winterausrüstungspflicht jeweils vom 15. November bis zum 15. April gilt, aber nur auf Abschnitten, für die der Straßenbetreiber eine eigene Verordnung erlassen hat. Betroffen sind alle Kraftfahrzeuge außer Mopeds und Motorrädern. Du erfüllst die Pflicht mit Winterreifen der Kennzeichnung M+S oder mit Schneeketten an Bord.

Darfst du auf der Autobahn Richtung Bari bei Regen genauso schnell fahren wie bei Sonne?

Nein. Bei Niederschlag jeder Art sinkt das Tempolimit in Italien laut dem Automobile Club d'Italia auf 110 Kilometer pro Stunde auf Autobahnen und auf 90 Kilometer pro Stunde auf den strade extraurbane principali, also den autobahnähnlichen Schnellstraßen. Trocken gelten dort 130 und 110. Die niedrigeren Werte greifen automatisch, auch wenn kein Schild sie anzeigt.

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