Unser stiefelförmiger Nachbar Italien ist eines der beliebtesten Reiseländer der Deutschen. Vor allem Urlauber aus Süddeutschland steuern das nahe gelegene Mittelmeerland gerne mit dem Auto oder Mietwagen an, eine bequeme und günstige Variante, um schnell am Meer zu sein. Bei deiner Budgetplanung solltest du allerdings genau über die Maut in Italien Bescheid wissen. Denn fast alle italienischen Autobahnen sind gebührenpflichtig, und auch für Tunnel, Brücken und die City-Maut einiger Städte fallen zusätzliche Kosten an. In diesem Ratgeber erfährst du, wie sich die Mautgebühren zusammensetzen, wo und wie du sie bezahlst und was du an den Mautstationen beachten musst.
Maut in Italien: Vignette, Tarife und Gebühren

Alles auf einen Blick
Die Maut in Italien richtet sich nach Strecke, Fahrzeugklasse und Zahlungsart.
Mautpflicht: Fast alle Autobahnen kosten Gebühren, ausgenommen sind ein Abschnitt der A2 und die meisten Strecken auf Sizilien.
Tarife: Die Höhe hängt von Streckenlänge und Fahrzeugklasse ab, auf Autobahnen zahlst du durchschnittlich 7 Cent pro Kilometer.
Bezahlen: An der Mautstation gehen bar, Kreditkarte, Mautkarte oder elektronisch per Telepass, die Farbe der Fahrspur zeigt die Zahlungsart.
Tunnel und Brücken: Für Mont Blanc, Fréjus, Großer St. Bernhard und Munt la Schera fallen eigene Gebühren je Fahrt an.
City-Maut: In Mailand, Bologna und Palermo brauchst du für die Einfahrt ins Zentrum ein Ticket, Elektrofahrzeuge sind teils befreit.
Inhalt: Maut in Italien
1. Maut in Italien: Tarife und Gebühren
In Italien sind fast alle Autobahnen gebührenpflichtig, ausgenommen sind der Abschnitt der A2 zwischen Salerno und Reggio Calabria sowie die meisten Autobahnen auf Sizilien (aktuell werden nur auf der A18 und der A20 Mautgebühren erhoben). Darüber hinaus wird in den Städten Mailand, Bologna und Palermo eine City-Maut erhoben. Auf den italienischen Schnellstraßen kannst du das Portmonnaie getrost im Handschuhfach liegen lassen: Diese sind nicht mautpflichtig. Die Höhe der Mautgebühr in Italien ist abhängig von der Streckenlänge und dem Fahrzeugtypen, die folgendermaßen definiert werden:
Fahrzeugkategorie | Beschreibung |
Klasse A | Motorrad PKW bis 1,30 m (gemessen an der Vorderachse) |
Klasse B | PKW über 1,30 m (gemessen an der Vorderachse) |
Klasse 3, 4, 5 | PKW mit Anhänger, Wohnwagen, Bus und LKW Fahrzeug mit mehr als 3 Achsen |
Auf längeren Strecken wird man oft mehrmals zur Kasse gebeten, außerdem können die Gebühren auf Gebirgsautobahnen höher ausfallen. Momentan zahlt man auf italienischen Autobahnen durchschnittlich 7 Cent pro Kilometer. Die Gebühr in den Städten dagegen beträgt zwischen 2 und 5 Euro. Auf der Website www.autostrade.it findest du einen Mautrechner für deine geplante Strecke.
2. Maut in Italien: Verkaufsstellen und Zahlungsarten
Üblicherweise wird die Maut in Italien nach dem geschlossenen System abgerechnet. An der Autobahnauffahrt musst du einen Mautcoupon an einem der dafür vorgesehenen Automaten ziehen. An der Ausfahrt bzw. Zahlstelle wird die entsprechende Gebühr beglichen. Auf einigen Strecken wird dagegen ein Pauschalbeitrag erhoben, zum Beispiel auf der A9 zwischen Como und Mailand (3 Euro). Hier ziehst du an den entsprechenden Mautstationen eine Autobahnkarte (biglietto di pedaggio) für ein paar Euro. In Italien gibt es mehrere Möglichkeiten, die Mautgebühr zu bezahlen:
bar
per Kreditkarte (nicht immer möglich)
elektronisch per Transponder/Telepass-Box: Im Auto findet sich ein Gerät zur elektronischen Erfassung der Maut. Sobald an der Mautstation der Mietwagen erkannt wird, wird die Gebühr automatisch von der Kreditkarte bzw. dem Konto abgebucht. Zusätzlich fallen allerdings Freischaltungsgebühren in Höhe von 5 Euro und eine Bereitstellungsgebühr in Höhe von 1,75 Euro für die ersten 28 Tage an (danach kostenlos).
Mautkarte: Hierbei handelt es sich um eine Prepaidkarte mit Guthaben. Diese ist in Deutschland zum Beispiel an Raststätten erhältlich und wird an der Mautstation genutzt.
Auf der A36, A59 und A60 werden Kennzeichen über Sensoren automatisch erfasst. Hier müssen sich Autofahrer im Nachhinein eigenständig um die Bezahlung der Maut kümmern, da sonst Bußgelder drohen. Alternativ kannst du dich über die Homepage der Autobahngesellschaft vorher mit Kennzeichen registrieren oder die App APL Free Flow herunterladen. Die Gebühren für einzelne Fahrten kannst du innerhalb von 15 Tagen per Kreditkarte über die Webseite apl.pedemontana.com bezahlen. Die Alternative: Mit dem elektronischen Transponder erfolgt die Buchung automatisch.
Nicht wundern: An den Zahlstationen gibt es drei verschiedene Fahrspuren zum Bezahlen der Maut in Italien. Das Einordnen in die entsprechende Spur entscheidet über die Zahlungsart:
Gelb: Verwendung eines Transponders
Blau: Kartenzahlung oder Mautkarte
Weiß (mit Personal): Barzahlung, Kartenzahlung oder Mautkarte
3. Tunnel und Brücken in Italien
Tunnel und Brücken in Italien sind in die Maut mit eingeschlossen. Die Gebühren richten sich auch hier nach der Streckenlänge sowie nach dem Fahrzeugtypen. Dies sind die Preise für eine einfache Fahrt.
Tunnel | Motorräder | PKWs | Wohnmobile |
Munt-la-Schera | 11-13 CHF | 15-35 CHF | 23-25 CHF |
Großer St. Bernhard Straßentunnel | 18,50 EUR | 31 EUR | 48,50 EUR |
Mont Blanc-Straßentunnel | 37,30 EUR | 56,40 EUR | 74,70 EUR |
Fréjus-Straßentunnel | 37,30 EUR | 56,40 EUR | 74,70 EUR |
Darüber hinaus kann die Höhe der Mautgebühren in Italien auch abhängig von der Tageszeit, den Wochentagen oder den Jahreszeiten sein. Beim Erwerb eines Online-Tickets kannst du teilweise Geld sparen.
4. City-Maut in Italien
Die Städte Mailand, Bologna und Palermo haben eine City-Maut eingeführt. Zusätzlich dürfen nicht alle Fahrzeuge die Städte befahren.
Stadt | Uhrzeiten | Ticket | Erlaubte Fahrzeuge |
Mailand Area C | Mo-Fr 7:30-19:30 Feiertage ausgenommen | 5 EUR Tagesticket 30-60 EUR Mehrtagesticket | Motorräder ab Euro 4 Benziner Euro 2-6 Dieselfahrzeuge Euro 6 |
Bologna | täglich 7:00-20:00 | 6 EUR Tagesticket 15 EUR 4-Tagesticket | Motorräder Benziner Euro 3-6 Dieselfahrzeuge Euro 4-6 |
Palermo ZTL Centrale | Mo-Do 8:00-20:00 Mai-Oktober: 8-24 (Fr), 0-6 & 20-24 (Sa), 0-6 (So) November-April: 8-20 & 23-24 (Fr), 0-6 & 23-24 (Sa), 0-6 (So) | 5 EUR Tagesticket 20 EUR Monatsticket (nur für Touristen) | Benziner Euro 3-6 Dieselfahrzeuge 4-6 |
In Bologna können Elektrofahrzeuge von der City-Maut befreit werden, Motorräder sind befreit. In Palermo haben Motorräder und Elektrofahrzeuge freie Einfahrt. Der Erwerb der Tickets ist für alle Städte online und an ausgewählten Verkaufsstellen möglich. Die Tickets müssenvor der Einfahrt aktiviert werden.
5. Sonstiges zur Maut in Italien
Die lokale Währung ist der Euro.
Das Wenden oder Zurücksetzen ist an den Mautstationen strengstens verboten und kann mit Bußgeldern in Höhe von 6.000 Euro oder sogar einem Fahrverbot geahndet werden.
Auch der Spurwechsel ist an den Mautstationen verboten. Sollte dies doch einmal passieren, dann kannst du an den Stationen die Taste "Assistenza" drücken und den Betrag beim Personal oder mittels Beleg nachträglich bezahlen.
**Die Maut-Infos sind nach bestem Gewissen recherchiert und werden regelmäßig geupdated. Nichtsdestotrotz gilt für den redaktionellen Content: Alle Angaben sind ohne Gewähr. Die aktuellen Mautpreise können sich jederzeit ändern.
Häufige Fragen zur Maut in Italien
Welche Mautspur darfst du mit einem Mietwagen ohne eigene Telepass-Box nutzen?
Die gelben Telepass-Spuren sind für dich tabu, dort brauchst du ein angemeldetes Sendegerät mit Vertrag und bekommst kein Ticket. Nutze die besetzten weißen Spuren oder die blauen Kartenspuren. Einzige Falle laut ADAC: Die Ausfahrt Sasso Marconi Nord auf der A1 hat nur Telepass-Spuren (Stand 2026). Frag deshalb bei der Übernahme, ob im Mietwagen eine Box aktiv ist und was sie kostet.
Warum zahlt dein gemieteter Van am Mont-Blanc-Tunnel mehr als ein normaler Pkw?
Am Tunnel zählt zusätzlich die Gesamthöhe deines Fahrzeugs, nicht nur die Höhe an der Vorderachse wie auf der Autobahn. In Klasse 1 kommst du nur mit höchstens 2 Metern Gesamthöhe. Von 2 bis 3 Metern gilt Klasse 2, und die kostet auf der italienischen Seite 74,70 Euro je Fahrt statt 56,40 Euro (Stand 2026). Miss deinen Mietwagen samt Dachbox vorher nach.
Kommst du am Mont-Blanc-Tunnel mit der Telepass-Box deines Mietwagens durch?
Nein. Laut der Servicecharta des Betreibers sind am Mont-Blanc-Tunnel keine elektronischen Mautsysteme aktiviert (Stand 2026). Du hältst an der Mautstelle und zahlst bar in Euro, mit Visa, Mastercard, Maestro oder per Apple Pay, Samsung Pay und Google Pay. Planst du die Rückfahrt, nimm gleich das Hin- und Rückfahrticket für 70,40 Euro statt zweimal 56,40 Euro. Es gilt sieben Tage.
Zahlst du auf dem Autobahnring um Rom Maut?
Nein. Der Grande Raccordo Anulare, die A90, ist auf seinen 68,2 Kilometern komplett mautfrei (Stand 2026). An Ausfahrt 30 bei Kilometer 60,6 zweigt die A91 Richtung Flughafen Fiumicino ab, praktisch für die Rückgabe deines Mietwagens. Sobald du den Ring Richtung A1 oder A24 verlässt, ziehst du wieder ein Mautticket und zahlst an der Ausfahrt.
Bekommst du Maut zurück, wenn du in Italien im Baustellenstau stehst?
Seit Juni 2026 ja. Laut ADAC kannst du dir die Maut bei einer Fahrtverzögerung, etwa durch einen Baustellenstau, teilweise oder vollständig erstatten lassen, auch mit einem ausländischen Fahrzeug (Stand 2026). Wie viel du zurückbekommst, hängt von Zeitverlust und Streckenlänge ab. Den Antrag stellst du online oder über die Muovy-Cashback-App. Heb den Mautbeleg aus dem Mietwagen also auf.





