Die griechische Insel Korfu ist ein wundervolles Reiseziel für Sonnenanbeter, Strandliebhaber und Kulturinteressierte. Mit einer Fläche von nur knapp 600 km² ist sie so kompakt, dass man sie mit Mietwagen ganz enspannt in einer Woche bereisen kann. Gleichzeitig ist Korfu unglaublich vielfältig, perfekt für einen abwechslungsreichen Roadtrip! In diesem Ratgeber stellen wir dir eine Route mit fünf Stationen vor, von Korfu Stadt über das Bergdorf Paleo Perithia und die Buchten im Nordwesten bis nach Pelekas und zu den Stränden im Süden. Außerdem erfährst du, mit welchem Budget du rechnen solltest, welche Verkehrsregeln in Griechenland gelten und wann die beste Reisezeit für deine Rundreise ist.
Traumhafte Korfu-Rundreise mit dem Mietwagen

Alles auf einen Blick
Korfu lässt sich mit dem Mietwagen gut in einer Woche umrunden, hier die wichtigsten Eckpunkte für deine Rundreise:
Route & Start: Vom Flughafen drei Kilometer südlich der Hauptstadt geht es zu fünf Stationen, am Stück oder von einer Basis aus.
Korfu Stadt: Kérkyra ist das kulturelle Zentrum der Insel; sehenswert sind das Rathaus, der Palast Achilleion neun Kilometer südlich und Schloss Mon Repos.
Norden, Westen & Süden: Weitere Stationen sind Paleo Perithia, Kap Drastis, Paleokastritsa mit Angelokastro, Pelekas zum Sonnenuntergang sowie der See Korission und Marathias.
Budget: In der Nebensaison und mit einem kleinen Wagen wird der Roadtrip günstiger, bei den Versicherungen solltest du dagegen nicht sparen.
Verkehr & Reisezeit: Es gelten 50 km/h innerorts, 90 km/h außerorts und 0,5 Promille; ideal sind Mai, Juni und September bis Mitte Oktober.
Rundreise Korfu
Reiseroute & Highlights der Korfu-Rundreise
Am bequemsten ist die Anreise nach Korfu mit dem Flugzeug. Der internationale Flughafen der Insel liegt drei Kilometer südlich der Hauptstadt. Hier kannst du deinen Mietwagen abholen und ins Abenteuer starten. Da Korfu relativ kompakt ist, kannst du unsere Route entweder am Stück abfahren und einmal rund um die Insel düsen oder von einer Basis ausgehend Ausflüge machen.
1. Korfu Stadt erkunden
Die Stadt Korfu, auch Kérkyra genannt, im Osten der Insel ist eine der schönsten Städte Griechenlands. Hier vereinen sich Gassen, Gebäude und Denkmäler aus acht Jahrhunderten zu einem einzigartigen, großartigen Stadtbild. Korfu Stadt ist das kulturelle und touristische Zentrum der Insel, vor allem in den Sommermonaten ist es hier quirlig und lebhaft. Mit kleinen Boutiquen, gemütlichen Cafés und verwinkelten Straßen eignet sich dieser Ort perfekt zum Verweilen und Genießen. Natürlich gibt es hier auch ein paar Sehenswürdigkeiten, die du auf keinen Fall verpassen solltest.
Parkplätze in Korfu Stadt sind Mangelware. Aber keine Sorge, am alten Hafen gibt es einen großen, erschwinglichen (4 bis 5 Euro) Parkplatz. Von dort kannst du problemlos zu Fuß ins Stadtzentrum laufen.
Das beeindruckende Rathaus wurde 1691 unter venezianischer Herrschaft gebaut. Es diente zunächst als Clubhaus für den Adel, später als Theater und seit 1903 als Rathaus. Leider kann es nur von außen besichtig werden. Für Sissi-Fans ist der Palast Achilleion ein absolutes Must-See. Neun Kilometer südlich der Hauptstadt ließ die österreichische Kaiserin diesen Palast erbauen, mit der Absicht, für immer nach Korfu zu ziehen. Daraus wurde zwar nichts, der Palast ist dennoch sehenswert. Auch das Schloss Mon Repos steht mit einer berühmten Persönlichkeit in Verbindung. Hier wurde Prinz Philipp, der Gemahl der britischen Königin Elisabeth II geboren. 👉 Tipp: Vermeide es, wenn möglich, zu den Stoßzeiten (vormittags gegen 9 Uhr und abends zwischen 18 und 20 Uhr) in die Stadt zu fahren. Zu den Zeiten stehst du schnell im Stau.
2. Bergdorf Paleo Perithia
Von der Hauptstadt geht es gen Norden weiter zur zweiten Station. Paleo Peritha ist ein altes Bergdorf, das im Schatten des Pantokrator, Korfus höchstem Berg, malerisch zwischen dichten Wäldern liegt. Der Ursprung des Dorfes geht auf die Venezianer zurück, zuletzt war Paleo Perithia lange Zeit verlassen. Langsam erwacht das hübsche Dorf jedoch wieder zu neuem Leben. Die alten Steinhäuser werden restauriert, Tavernen eröffnet und die ersten Griechen ziehen dorthin um. Schon die Anfahrt ist ein echtes Erlebnis, auch wenn die schmale Straße durch die Berge nichts für schwache Nerven ist. Die Tavernen im Dorf servieren regionales, authentisches Essen, sind durch den wachsenden Touristenansturm vor allem im Sommer aber nicht gerade günstig.
3. Buchten und Dörfer im Nordwesten
Nach den Bergen geht's nun endlich ans Meer. An der Nordküste entlang fährst du bis zum Kap Drastis, der atemberaubenden Nordwestspitze von Korfu. Durch Olivenhaine geht es über Serpentinen abwärts bis zu Meer. Auch wenn man laut Schildern mit dem Auto bis ganz hinunter fahren kann, ist es empfehlenswert, das Auto auf halber Strecke bei der Aussichtsplattform stehen zu lassen. Das letzte Stück ist sehr schmal und uneben. Unten angekommen warten ein kleiner Sandstrand und ein erfrischendes Bad im Meer. Weiter geht es entlang der Westküste Richtung Süden. Ein Zwischenstopp lohnt sich im Bergdorf Afionas oberhalb der Bucht Agios Georgios Pagon. Hier kannst du herrlich durch malerische Gässchen schlendern. Ebenfalls im Nordwesten befindet sich der beliebte Badeort Paleokastritsa. Rund um den eigentlichen Ort gibt es zahlreiche kleine Buchten mit feinstem Sandstrand und kristallklarem Wasser. Nur knapp 10 Kilometer von Paleokastritsa entfernt liegt außerdem das beeindruckende Angelokastro, eine ehemalige Verteidigungsanlage. Du kannst mit dem Mietwagen bis an den Fuß des Felsens heranfahren, danach folgt ein kurzer Fußweg (ca. 20 min) mit großartigen Ausblicken. Der Eintritt zur Burgruine kostet 3 €, sie ist von Dienstag bis Sonntag von 8:30 bis 15 Uhr geöffnet.
4. Ausblick von des Kaisers Thron
Unsere vierte Station führt uns weiter gen Süden in das kleine Dorf Pelekas. Hier solltest du wenn möglich mindestens eine Nacht verbringen. Warum? Weil man von hier einen der vielleicht spektakulärsten Sonnenuntergänge der Welt beobachten kann. Unweit des Dorfes befindet sich auf einem Hügel eine kleine Aussichtsplattform. Von hier hast du einen großartigen, weiten Ausblick über Korfu. Schon der deutsche Kaiser Wilhelm II. liebte es, von hier die Sonne im Meer versinken zu sehen. Deshalb wurde die Plattform auch Kaiser's Throne getauft.
In der Nähe der Aussichtsplattform gibt es ein Restaurant und Parkplätze. Alternativ kannst du dein Auto aber auch in Pelekas stehen lassen und den kaiserlichen Thron mit einer kurzen Wanderung erreichen. In der Hochsaison sind alle Parkplätze schnell voll.
5. Seen und Strände im Süden
Die letzte Station unserer Korfu-Rundreise führt uns in den Süden der Insel. Ein erstes Highlight ist der See Korission. Der wunderschöne Süßwassersee liegt ganz dicht am Meer und hat einen großartigen, langen Sandstrand. Das Naturschutzgebiet rund um den See eignet sich hervorragend für kleine Wanderungen. Selbst in der Hochsaison ist es hier noch vergleichsweise ruhig, perfekt für ein entspanntes Bad im seichten Wasser. Wer doch lieber im Salzwasser plantscht, findet etwas weiter südlich bei Marathias einen der schönsten Strände Korfus. Der rot-goldene Strand liegt in einer wunderschönen Bucht. Das Wasser ist hier besonders klar und ruhig, das Wasser ist lange seicht, perfekt für Familien mit Kindern. Die Wave Beach Bar direkt am Strand serviert zudem richtig leckere Snacks. Marathias ist zwar unser Favorit, aber auch der etwas weiter südlich gelegene Gardenos Beach ist toll. Der lange Sandstrand ist fein und drei urige Tavernen servieren die nötige Stärkung nach einem entspannten Badetag. Die Strände im Süden sind leider schon der letzte Stop auf unserer Rundreise. Von hier geht es in etwa einer Stunde zurück zum Flughafen.
Budget: Wie viel kostet die Rundreise?
Die Kosten für deinen Roadtrip durch Korfu hängen natürlich von deinen individuellen Anforderungen und Plänen ab. Besonders die Reisezeit hat einen großen Einfluss auf die Kosten. Während der Hauptreisezeit im Sommer sind Flüge, Unterkünfte und Mietwagen oft deutlich teurer. Unsere Empfehlung: Nutze, wenn möglich, das Sparpotenzial der Nebensaison. Mietwagen in Griechenland sind oft sehr preiswert. Durchschnittlich zahlst du etwa 40 bis 50 Euro pro Tag. Günstiger wird es in der Nebensaison, wenn du dich für einen kleinen Wagen entscheidest oder eine Mietwagenstation außerhalb des Flughafen-Terminals nimmst. Bei den Versicherungen solltest du hingegen nicht sparen. Sollte doch ein Schaden entstehen, kann es sonst schnell teuer werden. Einfache, aber gute Unterkünfte gibt es auf Korfu schon ab 36 Euro pro Nacht. Meist handelt es sich dann um Selbstversorger-Apartments. Aber auch schöne 4-Sterne-Hotels kannst du bereits für rund 300 Euro pro Woche buchen. Wenn du dir richtigen Luxus gönnen willst, kannst du ab 250 Euro auch eine Nacht in einem schicken Resort verbringen.
Die wichtigsten Tipps rund um Auto und Verkehrsregeln
Ruhe und starke Nerven sind hervorragende Begleiter auf einem Roadtrip durch Korfu. Die vielen engen Gassen, die schmalen Serpentinen und die temperamentvollen einheimischen Autofahrer sind schon eine kleine Herausforderung. Ansonsten sind die Verkehrsregeln in Griechenland jedoch recht einfach und unkompliziert.
Innerhalb von Ortschaften gilt ein Tempolimit von 50 km/h, außerhalb liegt sie bei 90 km/h.
Die Promillegrenze liegt bei 0,5.
Kreisverkehr: Wenn nicht anders beschildert, haben in Griechenland einfahrende Fahrzeuge Vorfahrt (Achtung, dies widerspricht der deutschen Regelung, aber moderne Kreisverkehre sind oft mit "Vorfahrt gewähren" beschildert!).
In Bereichen mit gelb markierten Straßenrändern sowie an Vorfahrtstraßen gilt Parkverbot.
(Stand 12.2025). Alle Infos zu den Regelungen auf Korfu findest du in unserem Artikel über die Verkehrsregeln in Griechenland.
Die beste Reisezeit für Korfu
Auf Korfu herrscht ein mediterranes Klima. Die Sommermonate sind heiß und trocken, die Winter mild und feucht. Zwischen Oktober und Februar kann es hier stark regnen, dafür wird zwischen Juni und September oft nur ein einziger Regentag gezählt. Der August ist der heißeste Monat, dann steigt das Thermometer fast jeden Tag auf über 30°. Im Januar, dem kältesten Monat, sind es immerhin noch durchschnittlich 13° C. Für einen Roadtrip empfehlen wird den späten Frühling oder den Frühherbst. Gerade im Mai und Juni sowie im September bis Mitte Oktober sind die Temperaturen mit um die 23° C perfekt für Autofahrten und Entdeckungstouren. Regen ist äußerst selten und die Insel ist noch nicht so voll wie in den Sommermonaten. Wenn du auf jeden Fall viel baden willst, ist der Herbst die Top-Reisezeit. Im September liegen die Wassertemperaturen noch deutlich über 20° C, perfekt!
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Häufige Fragen zur Rundreise auf Korfu
Wo kannst du den Mietwagen abstellen, wenn in Korfu-Stadt nichts frei ist?
Die Stadt weist für die Hauptsaison Randparkplätze aus: Lyriko mit 250 Stellplätzen, die Fläche hinter der Berufsschule EPAL in Mantouki mit 60 und der Prison Park mit ebenfalls 60 Plätzen (Stand 2026). Von dort bringt dich der Stadtbus ins Zentrum. Die App Corfu Parking zeigt dir live, wo noch etwas frei ist, dazu Fahrtzeit und Fußweg (Stand 2026).
Welche Mietwagengröße passt zu den schmalen Straßen rund um Paleokastritsa und Afionas?
Das Auswärtige Amt schreibt, dass die Straßen auf dem griechischen Festland gut ausgebaut sind, auf den Inseln dagegen mit Einschränkungen zu rechnen ist, auch bei der Beschilderung (Stand 2026). In engen Wohnstraßen gilt zudem Tempo 30, und diese Bereiche sind nicht immer ausgeschildert (Stand 2026). Für die Bergdörfer im Inselinneren fährst du mit einem Kleinwagen deshalb entspannter als mit einem breiten SUV.
Kommst du mit dem Mietwagen bis auf den Gipfel des Pantokrator?
Ja, eine Stichstraße führt die letzten 4,7 Kilometer hinauf zum Gipfel, der je nach Quelle mit 906 bis 917 Metern angegeben wird (Stand 2026). Die letzten rund 1,5 Kilometer steigen mit etwa 10 Prozent an, und der Belag wechselt dort auf raue Betonplatten (Stand 2026). Fahr langsam und im niedrigen Gang, oben warten Kapelle, Sendemast und eine kleine Taverne.
Wie kommst du für einen Tagesausflug von Korfu nach Saranda?
Die Fähren legen im Neuen Hafen von Korfu-Stadt ab. Die Überfahrt dauert etwa 25 bis 30 Minuten, und es gibt im Schnitt rund fünf Abfahrten pro Tag, die erste gegen 9 Uhr, die letzte gegen 21 Uhr (Stand 2026). Autos nimmt laut Fahrplan Finikas Lines mit (Stand 2026). Einfacher ist es, den Mietwagen am Hafen zu parken und als Fußgänger zu fahren.
Wann haben die Tankstellen auf Korfu geöffnet?
Tankstellen in Griechenland haben laut ADAC in der Regel von 7 bis 21 Uhr geöffnet, nur in größeren Städten und an Autobahnen oft rund um die Uhr (Stand 2026). Plane Bergtouren also mit vollem Tank. Benzin kostete zuletzt 2,21 Euro und Diesel 2,22 Euro je Liter (Stand 2026). Kreditkarten werden meist akzeptiert, Reservekanister im Fahrzeug sind verboten.
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