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Kreta-Roadtrip mit dem Mietwagen: unsere Route für 5 Tage

Die Lassithi-Region im Osten von Kreta haben viele Urlauber und Urlauberinnen nicht auf dem Schirm. Dabei eignet sich die Region rund um Sitia wunderbar für einen Kreta-Roadtrip, denn hier gibt es komprimiert all das zu sehen, was die Insel so besonders macht. Netter Nebeneffekt: In dieser Ecke von Kreta versteckt sich noch der ein oder andere Geheimtipp. Welche Stationen sich lohnen, wie lange du für die Strecke brauchst und worauf du beim Autofahren auf Kreta achten solltest, erfährst du in diesem Erfahrungsbericht. Ich war mit dem Mietwagen und drei Freunden für eine Woche dort unterwegs und nehmen dich mit auf einen Roadtrip zu wilden Stränden, minoischen Stätten und unglaublichen gastfreundlichen Kretern!

Update: 29.09.2026

Alles auf einen Blick

Fünf Tage Kreta-Roadtrip durch den Osten der Insel, von Heraklion über Sitia bis an die Ostküste.

  • Route: Start und Ziel ist Heraklion, dazwischen liegen Sitia, die Richtis-Schlucht, das Kloster Toplou, Vai, der Itanos Beach und Knossos.

  • Strecke: rund 321 Kilometer und etwa 6 Stunden reine Fahrzeit, empfohlen sind dafür 5 bis 7 Tage.

  • Highlights: die Wanderung durch die Richtis-Schlucht mit ihrem 20 Meter hohen Wasserfall, der Palmenstrand von Vai und der Palast von Knossos.

  • Geheimtipp: der Itanos Beach nur 4 Kilometer nördlich von Vai, naturbelassen, ohne Strandbar und nur mit dem Auto erreichbar.

  • Autofahren: gut ausgebaute Straßen, aber Serpentinen und Bergziegen bremsen dich, im Schnitt kamen wir auf 60 km/h.

Roadtrip durch Kreta: unsere Route

  1. Tag 1: Start in Heraklion

Infos zum Kreta-Roadtrip

Start und Ende: Heraklion Stationen: Heraklion - Richtis-Schlucht - Sitia - Kloster Toplou - Palmenstrand von Vai - Itanos Beach - Palast von Knossos - Heraklion Reine Fahrzeit: ca. 6 Stunden Strecke: ca. 321 km Empfohlene Reisezeit: 5 bis 7 Tage

Tag 1: Mietwagen-Abholung in Heraklion und Fahrt nach Sitia

Die Mietwagen-Abholung bei unserem Vermieter Centauro geht ganz flott: Gebucht haben wir natürlich über billiger-mietwagen.de und deswegen bereits im Voraus alle wichtigen Angaben zu Versicherung und Co. gemacht. Am Schalter melden wir noch einen Zusatzfahrer für 9 Euro pro Tag an, damit wir etwas flexibler unterwegs sind. Insgesamt zahlen wir für fünf Miettage 135 Euro. Nach einer kurzen Auto-Inspektion wuchten wir unsere vier Koffer ins Auto. Zum Glück haben wir uns für einen Wagen aus der Kompaktklasse entschieden: mit vier Personen und Gepäck wäre es sonst etwas kuschelig auf der Rückbank geworden. 📚 Lesetipp: Die wichtigsten Mietwagen-Tipps für Abholung und Rückgabe Und dann kann der Kreta-Roadtrip durch den Osten der Insel auch schon losgehen! Von Heraklion aus geht es über die Nationalstraße 90 Richtung Sitia. 130 Kilometer sagt uns Google Maps. Das klingt eigentlich nicht besonders weit. Denkste! Die Strecke ist durch Serpentinen, enge Bergstraßen und den ein oder anderen Blitzer geprägt. Unsere durchschnittliche Fahrtgeschwindigkeit: etwa 60 km/h. Der Ausblick über das weite Meer und die Bergtäler entschädigt allerdings alles. Wir legen den ein oder anderen Fotostop ein, weil wir uns an der Landschaft einfach nicht sattsehen können. Nach rund drei Stunden kommen wir in Sitia an. Jetzt heißt es: Einparken, auspacken und schnell was zu essen suchen!

Auf Kreta ist es nicht ungewöhnlich, wenn Autos auf dem rechten Standstreifen fahren. Damit wird signalisiert, dass man etwas langsamer unterwegs ist und überholt werden darf.

Tag 2: Sitia, unsere Ausgangsbasis für Ausflüge

Nach dem gestrigen Roadtrip-Tag hatten wir kaum Zeit uns Sitia genauer anzusehen, das holen wir jetzt nach. Die kleine Hafenstadt im Osten des Landes ist unser Ausgangspunkt für die nächsten Tage. Mit rund 10.000 Einwohnern geht es hier deutlich entspannter zu als in größeren Städten wie Heraklion oder Chania. Ein Tag reicht also völlig aus, um die Uferpromenade und die Altstadt mit den terrassenförmigen Gassen zu erkunden.

Meine Tipps für einen Tag in Sitia:

  • Hoch über den Gassen der Altstadt thront die Festung Kazarma, von der Teile seit der byzantischen Epoche immer wieder aufgebaut wurden. Oben angekommen (3 Euro Eintritt), bietet sich dir ein Rundumblick auf die umliegenden Berge und die Meeresbucht.

  • Das Herz der Stadt ist die Hafenpromenade mit vielen kleinen Tavernen, Cafés und einem kleinen Sandstrand. Mein Restaurant-Tipp: Im rustikalen Rakadiko Oinodeion serviert die Garefalakis-Familie fantastische lokale und saisonale Gerichte. Viele Zutaten, wie das Öl, das Brot und der Raki, sind selbstgemacht.

  • Im Archäologischen Museum von Sitia werden Funde aus Ostkreta ausgestellt, die vom Neolithikum bis in die römische Zeit reichen. Das berühmteste Ausstellungsstück: der Kouros von Palekastro, eine minoische Statue aus Elfenbein.

Unsere Unterkunft in Sitia (mit Parkplatz und Waschmaschine) haben wir über airbnb gebucht. Der Besitzer Konstantinos ist unglaublich herzlich und hat für uns vorab sogar ein paar Lebensmittel eingekauft. Mit drei Schlafzimmern, zwei Badezimmern und einem großen Wohnbereich ist die Unterkunft auch für Familien geeignet. Highlight der Wohnung: die große Terrasse mit Meerblick!

Tag 3: Wanderung durch die Richtis-Schlucht

Heute steht Bewegung auf dem Programm! Zwischen Sitia und Agios Nikolaus erstreckt sich ein tiefer Graben vom Lassithi-Plateau bis zum Meer. Die vier Kilometer lange Richtis-Schlucht kann es größentechnisch zwar nicht mit der berühmten Samaria-Schlucht im Westen des Landes aufnehmen, ist aber mindestens genauso schön. Startpunkt der Wanderung ist der öffentliche Parkplatz an der New National Road beim Ort Exo Mouliana. Von hier aus geht es kontinuierlich bergab (Höhenunterschied: 350 Meter) und immer weiter in die Schlucht hinein. Wir wandern entlang kleiner Waldwege, klettern über den ein oder anderen Baumstamm und überqueren Bäche. Nach knapp eineinhalb Stunden eröffnet sich uns ein fantastischer Blick auf einen 20 Meter hohen Wasserfall, der innerhalb der Schlucht liegt. Dank einem kleinen Badeteich kann man sich hier abkühlen und eine Verschnaufpause einlegen. Bis zum Strand (und somit Endpunkt der Wanderung) sind es von hier aus nur noch knapp 30 Minuten. Dort angekommen, schauen wir den Wellen staunend dabei zu wie sie tosend gegen die Klippen prallen. Lange können wir uns das Naturschauspiel allerdings nicht anschauen: Schließlich müssen wir wieder nach oben zu unserem Mietwagen!

Plane für die mittelschwere Wanderung (Hin- und Rückweg) insgesamt drei bis vier Stunden ein. Viele Besucher- und Besucherinnen unterschätzen den Schwierigkeitsgrad und laufen mit Flip-Flops los. Mit Turnschuhen oder festen Wanderschuhen geht es aber viel schneller voran!

Tag 4: Kreta-Roadtrip zum Kloster Moni Toplou und den Stränden

Nach der gestrigen Wanderung haben wir uns einen faulen Strandtag mehr als verdient! Dort müssen wir aber erst einmal hinkommen: Also ab in den Mietwagen und auf zu einem kleinen Kreta-Roadtrip an die Ostküste! Unsere Fahrt führt uns wieder über das Hochplateau und Serpentinen. Das weite Meer haben wir dabei immer im Blick. Wir legen einen spontanen Zwischenstopp am Moni-Toplou-Kloster ein, das sich wie eine Festung auf einem Hochplateau erhebt. Das Kloster aus dem 15. Jahrhundert hat nicht nur eine spannende Geschichte zu erzählen (Piraten und Kreuzritter wollten die Klostermauern schon stürmen), sondern hier kannst du auch hausgemachtes Olivenöl und Wein kaufen.

Die schönsten Strände im Osten von Kreta (+ Geheimtipp!)

Nur eine Viertelstunde entfernt von Moni Toplou erstreckt sich der Palmenstrand von Vai. Warum der Strand ein echtes Highlight auf einem Kreta-Roadtrip ist? Mehr als 5.000 kretische Dattelpalmen bilden hier den größten natürlichen Palmenhain Europas. Außerdem ist mit einem großen Parkplatz (Gebühr: 2,50 Euro), einem Kiosk, sanitären Anlagen und Liegen für eine gute Infrastruktur gesorgt. Einziges Manko: Selbst zur Nebensaison ist hier noch recht viel los. Viel ruhiger ist es am benachbarten Psili Ammos Beach. Du erreichst die Bucht über die Treppenstufen, die vom Vai-Strand aus zu sehen sind. Ein kleiner Schotterweg führt anschließend runter zum fast menschenleeren Strand, der genau aus dem Grund bei FKKlern sehr beliebt ist.

Der Itanos-Beach liegt nur 4 Kilometer nördlich vom Vai-Beach entfernt, ist aber nicht so bekannt und nur mit dem Auto zu erreichen. Hier haben wir einen einsamen, naturbelassenen Strand gefunden, der mit glasklaren Wasser punktet. Sanitäre Anlagen oder Strandbars gibt es hier nicht, dafür aber himmlische Ruhe und sogar alte minoische Ruinen.

Tag 5: Palast von Knossos

So schnell kann es gehen: Nach fünf Tagen neigt sich unser Kreta-Roadtrip schon dem Ende zu und es geht wieder zurück Richtung Heraklion. Bevor wir unseren liebgewonnen Fiat wieder an der Station abgeben, nutzen wir die Mobilität noch einmal für einen Ausflug zum Palast von Knossos. Der liegt nämlich direkt vor den Toren von Heraklion und darf bei einem Roadtrip durch Kreta auf keinen Fall fehlen. Kretas größte historische Attraktion war einst die wichtigste minoische Stadt der Insel. Um den beeindruckenden Ort ranken sich Mythen um bekannte Gestalten wie den Minotaurus oder Daedalus und Ikarus. Herzstück des großen Geländes ist der Palast von Knossos. Das einstige Regierungsgebäude gibt mit seinen restaurierten roten Säulen ein beliebtes Fotomotiv ab. Tipp: In den Morgenstunden ist es hier nicht so überfüllt wie tagsüber.

Tag 6 bis 7: Heraklion

Die Mietwagen-Rückgabe funktioniert genauso reibungslos wie die Abholung. Bestnote! Uns fällt es fast ein bisschen schwer unseren fahrbaren Untersatz wieder abzugeben, aber das wuselige Heraklion erkunden wir besser zu Fuß. Weiter geht es also mit dem Taxi zum Olive Green Hotel: Das hippe und eco-freundliche Boutique-Hotel im Herzen der Stadt punktet mit sauberen und geräumigen Zimmern und einem wirklich guten Frühstück.

Meine Highlights in Heraklion:

Um Heraklion in Ruhe zu erkunden reichen zwei Tage völlig aus. Auf den ersten Blick ist die kretische Hauptstadt keine Schönheit, aber wer sich in den Gassen der Stadt verliert, erlebt eine dynamische und spannende Stadt.

  • Festung Koules: Direkt an der Hafenpromenade liegt diese beeindruckende Festung aus dem 16. Jahrhundert. Absolut empfehlenswert ist die Ausstellung inmitten der uralten Festungsmauern. Von dort aus gelangst du auch zu Dach des Gebäudes. Der Panorama-Blick von hier aus reicht über die Stadt und das Meer.

  • Das archäologische Museum ist eines der größten und bedeutendsten Einrichtungen in Griechenland. Die Antikensammlung deckt mehrere Jahrtausende an griechischer und kretischer Geschichte ab, von der Jungsteinzeit bis zur Römerzeit. Hier kann man locker zwei Stunden verbringen!

  • Die Minas-Kathedrale am Agia-Ekaterini-Platz gehört zu den größten Sakralbauten in Griechenland. Besonders beeindruckend ist die Kreuzkuppel und die zahlreichen biblischen Fresken auf den Innenwänden.

  • Tipp für Familien mit Kindern: Im Naturkundemuseum zeigt ein Erdbebensimulator eindrucksvoll wie sich die stärksten Erdbeben in der Vergangenheit angeführt haben. Außerdem gibt's hier noch einen Mini-Zoo und Dinosaurier-Nachbildungen in Lebensgröße zu sehen.

Im urigen Restaurant Vranas wird Fisch serviert, der frischer kaum sein könnte. Zur Mittagszeit läuft der Wirt einfach rüber zum benachbarten Fischmarkt und tischt dir Dorade, Barsch, Lachs und Co. auf. Natürlich gibt es am Schluss noch ein Dessert oder Raki aufs Haus. Gastfreundlichkeit wird hier großgeschrieben!

Fazit: Meine 3 Tipps für einen Kreta-Roadtrip durch den Osten

  • Kreta ist groß! So groß, dass man hier locker zwei Wochen oder länger verbringen könnte, um sich die gesamte Insel anzuschauen. Optimalerweise nimmst du dir in einer Woche den Westen der Insel vor und erkundest danach den Osten, oder umgekehrt. Eine gute Ausgangsbasis für Ausflüge mit dem Mietwagen könnten zum Beispiel die Städte Chania, Heraklion oder Sitia sein.

  • Autofahren auf Kreta ist entspannter als gedacht! Die Straßen auf Kreta sind gut ausgebaut und verbinden die wichtigsten Orte miteinander. Autobahnen auf der Insel gibt es keine, dafür aber Schnellstraßen. In den Bergregionen unbedingt vorausschauend fahren: Neben scharfen Kurven gibt es hier auch immer wieder Bergziegen, die sich auf die Straße verirren.

  • Die Nebensaison ist perfekt für einen Kreta-Roadtrip! Im September und Oktober ist an den bekannten Sehenswürdigkeiten und Stränden deutlich weniger los als zur Hochsaison. Wir waren Ende Oktober auf Kreta unterwegs und konnten bei Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad sogar noch im Meer schwimmen gehen. Gegen November schließen dann aber schon die ersten Restaurants und Shops und die Kreter gehenn die wohlverdiente Winterpause.

Häufige Fragen zum Roadtrip auf Kreta

Was riskierst du, wenn du auf Kreta wie die Einheimischen den Pannenstreifen mitbenutzt?

Der Pannenstreifen ist auf griechischen Schnellstraßen allein für Einsatzfahrzeuge und liegengebliebene Autos da. Die Verkehrspolizei ahndet das Befahren hart: Zum Bußgeld kommt der Entzug der Fahrerlaubnis für 40 Tage. Wer ein zweites Mal erwischt wird, wird festgenommen, dem Staatsanwalt vorgeführt, zahlt 1.350 Euro und verliert den Führerschein für 18 Monate.

Wann musst du in Heraklion fürs Parken am Straßenrand zahlen?

Die Stadt Heraklion betreibt ein System kontrollierter Parkzonen mit elektronischer Überwachung der Stellplätze. Gebührenpflichtig sind die markierten Plätze montags bis freitags von 8 bis 15 Uhr und von 17.30 bis 21 Uhr, samstags von 8 bis 15 Uhr. Sonntags und an staatlichen oder örtlichen Feiertagen stellst du dein Auto dort kostenlos ab.

Reicht die Schlüsselzahl 196 in deinem Führerschein für einen Leihroller auf Kreta?

Nein. Die Schlüsselzahl 196 erlaubt dir Krafträder bis 125 Kubikzentimeter ausdrücklich nur im Inland, so steht es in Paragraf 6b der Fahrerlaubnisverordnung. Auf Kreta brauchst du für einen Roller über 50 Kubikzentimeter die Klasse A1. Eingetragen wird die 196 ohnehin erst, wenn du 25 bist, die Klasse B fünf Jahre hast und eine Fahrerschulung nachweist.

Darfst du einen Stein oder eine Scherbe von einer minoischen Fundstätte mitnehmen?

Besser nicht. Erwerb und Ausfuhr von Antiquitäten sind in Griechenland nur mit einer Genehmigung des Kulturministeriums zulässig. Das Auswärtige Amt rät Reisenden ausdrücklich, keinesfalls Steine von archäologischen Stätten mitzunehmen, und führt das Entfernen archäologischer Fundstücke vom Fundort unter den rechtlichen Besonderheiten auf. Ein vermeintliches Andenken kann dir also eine Anzeige einbringen.

Wie findest du heraus, ob an deinem Wandertag auf Kreta Waldbrandgefahr herrscht und Zugangsverbote gelten?

Der griechische Zivilschutz veröffentlicht für jeden Tag der Waldbrandsaison eine Vorhersagekarte mit fünf Gefahrenstufen. Stufe 4 steht für besonders hohe Gefahr, Stufe 5 für den Alarmzustand und taucht nur selten auf. An Tagen mit hoher Gefahr sperren die Behörden den Zugang zu Wäldern und Waldflächen, und diese Verbote musst du beachten.

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