Egal ob nach Holland ans Meer oder in die Schweizer Alpen: Urlaub mit dem Auto bietet viele Vorzüge. Unter anderem kannst du die An- und Abreise flexibel durchplanen und vor Ort bist du mobil. Wir geben dir Tipps rund um die Planung und eine Roadtrip-Checkliste mit auf den Weg, damit der Urlaub bereits schon mit der Fahrt entspannt beginnt. Außerdem verraten wir dir Ziele, die du ganz einfach mit dem eigenen Auto oder Mietwagen erreichst. Von der Checkliste fürs Fahrzeug über Pflichtinventar und Maut bis zum richtigen Zeitpunkt für die Fahrt findest du hier alles, was du vor dem Start wissen musst.
Mit dem Auto in den Urlaub: Tipps für eine gute Fahrt

Alles auf einen Blick
Mit dem Auto in den Urlaub heißt: gut vorbereitet starten, entspannt fahren und flexibel am Ziel ankommen.
Vorteile: Du bist zeitlich flexibel, zahlst die Fahrtkosten nur einmal und bleibst auch am Urlaubsort mobil.
Check vor der Fahrt: Reifendruck, Ölstand, Licht und Batterie prüfen, dazu Klimaanlage, Bremsen und Wischerblätter.
Pflichtinventar: Warndreieck, Warnweste und Verbandskasten sind vielerorts Pflicht, in manchen Ländern kommen sogar Ersatzglühbirnen dazu.
Maut: In Österreich, der Schweiz und Tschechien zahlst du per Vignette, in anderen Ländern an Mautstationen.
Zeitpunkt und Ziele: Starte lieber zur Mittagszeit statt freitagnachmittags, plane Pausen ein und steuere Ziele wie Italien, Belgien oder Polen an.
Urlaub mit dem Auto
Vorteile eines Urlaubs mit dem Auto
Es gibt gleich mehrere gute Gründe mit dem Auto in den Urlaub zu fahren: Zeitliche Flexibilität: Du bist weder vom Flug- noch vom Zugplan abhängig, sondern kannst selbst festlegen, wann du deinen Mietwagen abholen bzw. mit dem eigenen Auto von zu Hause aus losfahren möchtest.
Mobilität im Urlaub: Mit dem Auto am Reiseziel kannst du selbst den entlegensten Strand besuchen, also Orte, die von öffentlichen Verkehrsmitteln nur eingeschränkt oder gar nicht angefahren werden. Wer im Urlaubsort eine Ferienwohnung gemietet hat und sich selbst versorgen muss, ist mit einem Auto außerdem bestens für Einkäufe ausgestattet.
Geld sparen: Das Auto ist gegenüber Zug und Flug meist die kostengünstige Alternative. Zum einen werden die Kosten für den Mietwagen oder das Auto nur einmal bezahlt, egal, wie voll besetzt der Wagen ist. Auch Taxi-oder Bahnfahrten am Urlaubsort entfallen.
Mehr Freiheiten beim Packen: Wer mit dem Auto fährt, muss sich an keine Gepäckvorgaben halten und kann zum Beispiel so viele Flüssigkeiten mitnehmen wie er möchte. Auch schweres Gepäck, wie zum Beispiel Fahrräder oder die Skier, lassen sich dank Dachboxen problemlos transportieren.
Komfortables Reisen: Im Auto kannst du selbst über die Klimaanlage entscheiden oder eine Pause einlegen, wann immer du möchtest. Und seien wir doch mal ehrlich: Es ist viel wert, wenn man sich seinen Sitznachbar und die anderen Beifahrer selbst aussuchen darf.
Reise-Tipps für den perfekten Urlaub mit dem Auto
1. Das Auto urlaubsfit machen
Bevor es auf die Straße geht, solltest du genau überprüfen, ob das Fahrzeug auf dem neusten Stand ist. Wenn du nicht mit dem eigenen Auto, sondern mit dem Mietwagen in den Urlaub fahren möchtest kannst du davon ausgehen, dass die Anbieter in der Regel moderne und funktionstüchtige Fahrzeuge bereitstellen. Ein kurzer Blick auf den Wagen lohnt sich trotzdem: Wenn dir der Kratzer in der Beifahrertür erst nach dem Urlaub auffällt wäre das sehr ärgerlich. Also vor der Fahrt einmal das Fahrzeug umrunden, auf Gebrauchsspuren checken und gegebenenfalls per Foto oder Video dokumentieren. 📌 Lesetipp: Die wichtigsten Mietwagen-Tipps für Abholung und Rückgabe Wer mit dem eigenen Auto in den Urlaub fahren möchte, sollte vorab folgende Checkliste durchgehen:
Reifendruck überprüfen und gegebenenfalls der Beladung anpassen, bei der Mitnahme einer Dachbox oder eines Fahrradträgers darauf achten, dass das zulässige Gesamtgewicht des Fahrzeuges (steht im Benutzerhandbuch des Autos) nicht überstiegen wird
Ölstand checken: Ist der Ölstand zu niedrig, kann es während der Fahrt zu Motorschäden kommen
Licht testen: Funktionieren sämtliche Scheinwerfer, Blinker und Rücklichter?
Batterie prüfen, am besten nicht erst kurz vor der Fahrt, sondern regelmäßig in einer Werkstatt prüfen lassen
Klimaanlage, Bremsen und Wischerblätter checken sowie gegebenenfalls den Behälter der Scheinbenwischanlage auffüllen
Winterreifen aufziehen: in einigen Reiseländern (zum Beispiel Regionen in Nordnorwegen) sind Winterreifen Pflicht
Blick unter die Motorhaube nicht vergessen: Weisen irgendwelche Schläuche, Kabel und Steckverbindungen Schäden auf und sitzt der Keilriemen fest?
2. Pflichtinventar, Verkehrsregeln und Maut recherchieren
Ist mein Versicherungsschutz noch aktuell? Liegen Fahrzeugpapiere und Unterlagen für den Unfallbericht im Handschuhfach? Habe ich die wichtigen Notfallnummern, zum Beispiel für die Pannenhilfe, notiert? Welche Verkehrsregeln gelten in meinem Urlaubsland hinsichtlich Tempolimit, Lichtpflicht, Kindersitzpflicht und Parken? Und welches Pflichtinventar muss mit an Bord? Warndreieck, Warnweste und Verbandskasten sind zum Beispiel vielerorts, wie in Deutschland, Pflicht, im manchen Ländern müssen sogar Ersatzglühbirnen eingepackt werden. Nicht vergessen: Während auf deutschen Autobahnen keine Maut mehr erhoben wird, werden in anderen Ländern für das Befahren von Straßen, Tunneln und Brücken Gebühren fällig. In Österreich, der Schweiz oder Tschechien wird die Maut zum Beispiel über eine Vignette beglichen, in anderen Ländern wird die Maut nach wie vor an Stationen erhoben. 📌 Lesetipp: Infos zur Maut und Vignette in verschiedenen Ländern
3. Zeitpunkt für die Fahrt klug wählen
Wer mit dem Auto in den Urlaub fährt, wählt oft den Freitagnachmittag oder Samstagmorgen, um loszubrausen. Kein Wunder also, dass es sich zu diesen Zeiten besonders auf den deutschen und ausländischen Autobahnen staut. Wer wildem Gehupe entgehen möchte, wählt lieber die Mittagszeit. Das gilt auch für Autofahrten unter der Woche, da morgens und nachmittags die Berufspendler unterwegs sind. Auch wichtig: Direkt vom Büro aus mit dem Auto in den Urlaub zu starten, ist nach acht Stunden Arbeiten nicht empfehlenswert. Und auch Nachtfahrten solltest du nur dann in Angriff nehmen, wenn du ausgeruht und ein sicherer Fahrer bist. Wenn es nicht anders geht: Wechsle dich mit deinem Beifahrer ab, wenn die Augen müde werden oder buche für lange Fahrten vorab ein Hotel als Zwischenstopp zum Verschnaufen. Sowieso solltest du großzügig Pausen einplanen, um sich die Beine zu vertreten.
4. Auto richtig beladen
Als Orientierung fürs Kofferraum packen: Schwere Gepäckstücke kommen immer mittig hinter die Rückbank, leichte Sachen werden darüber platziert. Handtücher oder Wechselklamotten eignen sich wunderbar als Lückenfüller und zum Polstern. Ganz wichtig: Gepäck nicht zu hoch stapeln und bei Kombis das Trenngitter nutzen, damit Koffer und Co. nicht zu gefährlichen umherfliegenden Gegenständen werden oder die Sicht versperren. Dachboxen sind nicht nur sinnvoll zum Transportieren von Skiern und Snowboards, sondern können auch für andere Gepäckstücke zusätzlichen Stauraum schaffen. Was muss wirklich mit? Steht mir in der Ferienwohnung oder im Hotel vielleicht eine Waschmaschine zur Verfügung, sodass ich bei der Kleidung Platz sparen kann? Und habe ich auch an technische Helfer, wie zum Beispiel den Adapter und die Powerbank für das Handy gedacht? Um nicht Wichtiges zu vergessen, kann man auf einer Packliste schon vor dem Roadtrip brainstormen, was auf jeden Fall mit muss.
5. Reiseproviant mitnehmen
Früher oder später kommt auf jeder längeren Fahrt der Hunger, und meistens dann, wenn gerade nicht der nächste Tankstellenshop in Sicht ist. Bereits zu Hause vorbereitete Snacks schonen nicht nur die Reisekasse, sondern sind auch jederzeit griffbereit. Bestens als Proviant geeignet sind leichte Snacks, wie zum Beispiel belegte Vollkornbrote oder Apfelstücke. Für den Energieschub zwischendurch eignen sich krümelfreie Süßigkeiten, wie zum Beispiel Studentenfutter. Außerdem solltest du, nicht nur im Hochsommer, unbedingt genügend Wasser für die Autofahrt mitnehmen.
6. Für Unterhaltung an Bord sorgen
Urlaub mit dem Auto heißt auch: Viele Stunden auf einer Stelle sitzen. Da wird sich im Nachhinein derjenige freuen, der gute Roadtrip-Musik und, falls kleine Passagiere mit an Bord sind, Spielzeug für die Autofahrt eingepackt hat. Nimmt keinen Platz weg und sorgt trotzdem für Stimmung: ein gutes Repertoire an Spielen für unterwegs, die du dir gerne aus unserem Artikel klauen darfst.
7. Route vorab planen
Bevor es mit dem Auto in den Urlaub geht, am besten noch einmal checken, ob alle Karten auf dem Navigationsgerät aktuell sind oder ob gegebenenfalls die Software aktualisiert werden muss. Im Zweifel hilft Google Maps auf dem Smartphone oder der gute alte Straßenatlas im Handschuhfach. Grundsätzlich solltest du dir bereits vor der Fahrt mögliche Ausweichrouten anschauen, damit du im Falle eines Staus nicht gemeinsam mit den anderen Fahrern auf derselben Nebenstrecke feststeckst.
8. Bequeme Kleidung tragen
Im Auto gilt eigentlich dasselbe wie im Flieger: Bequem, luftig und etwas weiter sollte das Reise-Outfit sein. Zu enge Kleidung ist nach mehreren Stunden Sitzen nicht nur unbequem, sondern kann sich sogar negativ auf Verdauung und Kreislauf auswirken. Im Sommer gilt: Festes Schuhwerk ist beim Autofahren ein Muss, die Flip-Flops gehören in den Kofferraum statt an die Füße. In einigen Ländern werden sogar Bußgelder für das Autofahren mit ungeeigneten Schuhen verhängt.
Mit dem Auto in den Urlaub: Ziele ab Deutschland
Wir haben dich mit jeder Menge Reise-Tipps rund um die Planung ausgestattet. Jetzt stellt sich nur noch die Frage, wo es hingehen soll.
Ab Süddeutschland
Von Süddeutschland aus bieten sich dank der gut ausgebauten Brennerautobahn Österreich oder Italien wunderbar als Reiseziele an. Wen es bei seinem Urlaub mit dem Auto ans Meer verschlägt, der findet zum Beispiel mit Lignano Sabbiadoro den perfekten Badeort für einen Familienurlaub an der Adriaküste. Italien und Österreich kennst du schon? Wie wäre es dann mit einer Rundreise durch Slowenien? Trotz seinen azurblauen Bergseen, geschichtsträchtigen Städten und spektakulären Nationalparks gehört die kleine Balkanhalbinsel immer noch zu den absoluten Geheimtipps unter den Reisezielen. Also, hin da!
Vom Westen Deutschlands mit dem Auto in den Urlaub
Wer im Westen Deutschlands wohnt und in seinem Urlaub mit dem Auto ans Meer fahren möchte, ist schnell an den belgischen und niederländischen Stränden. Wer nicht nur am Strand liegen möchte, kann auf einer Belgien-Rundreise Flanderns Kunst- und Kulturstädte besser kennenlernen. Sonnengarantie gibt es für diejenigen, die mit dem Auto nach Spanien fahren. Unser Tipp: Statt Südspanien einfach mal den grünen Norden ansteuern. Die sattgrüne Berglandschaft rund um Bilbao ist einfach atemberaubend (und nicht so überlaufen).
Ab Nord- und Ostdeutschland
Wer in Nord- und Ostdeutschland startet, hat die Qual der Wahl: Gerade mal eineinhalb Autostunden von Berlin entfernt liegt mit Polen eines der spannendsten und vielfältigsten Länder für eine Auto-Rundreise. Immer wieder eine Reise wert ist übrigens Tschechiens goldene Hauptstadt: Prag ist ständig im Wandel und legt gleichzeitig Wert auf Traditionen. Wen es in den hohen Norden zieht, der ist mit etwas Planung schnell mit dem Auto in Schweden, entweder mit der Autofähre oder alternativ über Dänemark.
...oder einfach in Deutschland bleiben?
Warum immer in andere Länder schweifen? Auch in Deutschland gibt es jede Menge tolle Ziele, die sich für einen Wochenendausflug oder einen etwas längeren Urlaub mit dem Auto lohnen. Wofür entscheidest du dich? Wir sind gespannt!
Häufige Fragen zum Urlaub mit dem Auto
Wie weit darf dein Gepäck hinten aus dem Auto herausragen?
Nach hinten darf die Ladung bis zu 1,50 Meter über dein Fahrzeug hinausragen, auf Strecken bis 100 Kilometer sogar bis zu 3 Meter. Sobald das äußerste Ende mehr als einen Meter über die Rückstrahler hinausreicht, musst du es sichtbar machen: mit einer hellroten Fahne von mindestens 30 mal 30 Zentimetern, einem gleich großen Schild oder einem zylindrischen Körper mit mindestens 35 Zentimetern Durchmesser, höchstens 1,50 Meter über der Fahrbahn.
Was gilt, wenn die Prüfplakette deines Autos mitten in deinen Urlaubswochen abläuft?
Die Prüfplakette auf dem Kennzeichen wird mit Ablauf des aufgedruckten Monats ungültig. Liegt danach kein gültiger Nachweis vor, darf die zuständige Behörde dir den Betrieb des Fahrzeugs im öffentlichen Verkehr untersagen oder beschränken, und du musst dich daran halten. Fällt dein Plakettenmonat in die Reisezeit, legst du die Hauptuntersuchung deshalb besser vor die Abfahrt.
Welche Papiere brauchst du, wenn betäubungsmittelhaltige Medikamente mitfahren?
Für jedes verordnete betäubungsmittelhaltige Arzneimittel brauchst du eine eigene Bescheinigung nach Artikel 75 des Schengener Durchführungsübereinkommens. Dein Arzt füllt sie aus, beglaubigen lassen musst du sie vor der Abreise beim Gesundheitsamt am Praxissitz. Die Gültigkeitsdauer beträgt 30 Tage, bei längerem Urlaub reicht eine einzelne Bescheinigung also nicht über die gesamte Reise.
Woran erkennst du vor der Abfahrt, wie alt deine Reifen wirklich sind?
Auf der Reifenflanke steht die Tire Identification Number, die mit den Buchstaben DOT beginnt. Ihre letzten vier Ziffern nennen Woche und Jahr der Herstellung, 3197 steht also für die 31. Woche des Jahres 1997. Über diese Kennung erreichen Behörden Fahrzeughalter auch bei Rückrufen. Prüfe beim Blick auf die Flanke gleich mit, ob Risse oder eingefahrene Fremdkörper zu sehen sind.
Reicht dein Autoführerschein, wenn du einen Wohnwagen oder einen Gepäckanhänger mitnimmst?
Mit der Klasse B darfst du Anhänger bis 750 Kilogramm zulässige Gesamtmasse ziehen. Ein schwererer Anhänger ist nur erlaubt, solange die Kombination insgesamt 3.500 Kilogramm zulässige Gesamtmasse nicht überschreitet. Für mehr brauchst du die Klasse BE, die Anhänger bis 3.500 Kilogramm zulässige Gesamtmasse abdeckt. Maßgeblich ist dabei immer die zulässige Gesamtmasse, nicht das tatsächlich geladene Gewicht.
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