Wie auch in Österreich wird für die Benutzung der Autobahnen und Straßen in der Schweiz eine Vignette verlangt. Diese kostet umgerechnet etwa 42 Euro und gilt 14 Monate. Die Verkehrsregeln in der Schweiz sind insgesamt ein wenig lockerer als in den Nachbarstaaten. Es besteht keine Pflicht, eine Warnweste, einen Verbandskasten und einen Feuerlöscher mitzuführen. Lediglich das Warndreieck ist Pflichtinventar. Winterreifen sind ebenfalls nicht gesetzlich vorgeschrieben. Sollte es jedoch wegen ungeeigneter Bereifung zu einem Unfall oder Verkehrsbehinderungen kommen, können Geldstrafen verhängt werden.
Verkehrsregeln Schweiz: die wichtigsten Infos

Alles auf einen Blick
Für deine Autofahrt in der Schweiz sind diese Regeln zu Vignette, Tempo, Promille und Ausstattung besonders wichtig:
Vignette: Für die Autobahnen brauchst du eine Vignette, die umgerechnet etwa 42 Euro kostet und 14 Monate gilt.
Tempolimits: Mit dem PKW gelten 50 km/h innerorts, 80 bis 100 km/h außerorts und 120 km/h auf der Autobahn.
Promillegrenze: Für alle Kraftfahrzeugfahrer gilt 0,5 Promille, für Berufskraftfahrer und Fahranfänger in den ersten drei Jahren 0,1 Promille.
Licht und Winterreifen: Tagfahrlicht ist ganzjährig Pflicht, Winterreifen sind nicht gesetzlich vorgeschrieben, bei Unfällen wegen ungeeigneter Bereifung drohen aber Geldstrafen.
Kindersitz und Radarwarner: Kinder unter 12 Jahren oder unter 150 cm brauchen einen Kindersitz, GPS-Navis mit Radarwarnfunktion sind verboten.
Für Fahrzeuge über 3,5 t gilt ein Fahrverbot zu bestimmten Zeiten: Sonntags, feiertags und nachts von 22 bis 5 Uhr dürfen diese Wagentypen nicht auf den Autobahnen und Straßen unterwegs sein. Diese und weitere wichtige Verkehrsregeln für die Schweiz findest du in der folgenden Übersicht.
Verkehrsregeln in der Schweiz
1. Höchstgeschwindigkeiten in der Schweiz
Angaben in km/h | PKW | PKW mit Anhänger | Wohnmobil | Motorrad |
innerhalb geschlossener Ortschaften | 50 | 50 | 50 | 50 |
außerhalb geschlossener Ortschaften | 80 bis 100 | 80 | 80 bis 100 | 80 bis 100 |
Autobahn | 120 | 100 | 100 bis 120 | 120 |
Mopeds dürfen inner- und außerorts nur 30 km/h fahren.
Bei Geschwindigkeitsüberschreitungen ab 40 km/h in einer 30 km/h Zone oder ab 80 km/h auf Autobahnen drohen hohe Strafen (sogar ein Jahr Haft und eine Zwangsversteigerung des Fahrzeuges sind möglich)
Auf dreispurigen Autobahnen pro Richtung darf die linke Fahrspur nur von Fahrzeugen benutzt werden, die schneller als 100 km/h fahren dürfen (demnach also nicht von PKW mit Anhängern und Wohnmobilen über 3,5 t zGG.
2. Promillegrenzen in der Schweiz
Alle Kraftfahrzeugfahrer | Berufskraftfahrer und Fahranfänger (die ersten drei Jahre) |
0,5 Promille | 0,1 Promille |
3. Gesetzliche Verpflichtungen in der Schweiz
Kategorie | Verpflichtung / Anforderung |
Anschnallpflicht / Gurtpflicht | Gesetzliche Verpflichtung für alle Fahrzeuginsassen |
Tagfahrlicht / Lichtpflicht | Gesetzliche Verpflichtung ganzjährig auf allen Straßen |
Ersatzreifen | Keine gesetzliche Verpflichtung zur Mitnahme eines Ersatzreifens oder Reparatursets |
Winterreifen | Keine gesetzliche Pflicht, wird aber bei entsprechenden Straßenverhältnissen empfohlen, da beim Fahren auf verschneiten Straßen ohne korrekte Berifung Strafen verhängt werden dürfen |
Kindersitz | Alle Kinder unter 150 cm Körpergröße oder unter 12 Jahren Sicherheitsstandard ECE-R 44/03 oder höher |
Warnweste | Kein Pflichtinventar, aber empfohlen |
Warndreieck | Pflichtinventar |
Verbandskasten | Kein Pflichtinventar, aber empfohlen |
Feuerlöscher | Kein Pflichtinventar |
Glühbirnen | Kein Pflichtinventar |
4. Parken in der Schweiz
Gelbe Kreuze am Fahrbahnrand, die mit einer gelben Linie verbunden sind, zeigen Parkverbot an und an gelben Linien am Fahrbahnrand gilt Halteverbot.
In blauen Zonen darf für gewöhnlich eine Stunde kostenfrei mit Parkscheibe geparkt werden.
In weißen Zonen darf für gewöhnlich kostenfrei und zeitlich unbegrenzt geparkt werden; unbedingt auf etwaige Beschilderung vor Ort achten, da es sich auch um gebührenpflichtige Zonen mit Parkscheinautomat handeln könnte.
Bei gelben Zonen handelt es sich um Privatparkplätze. Ohne entsprechende Erlaubnis ist das Parken hier verboten.
In roten Zonen darf mit Parkscheibe bis zu 15 Stunden geparkt werden (auf Schilder achten!)
Gebührenpflichtige Parkplätze können mit Parkplatznummern gekennzeichnet sein und werden dann an der zentralen Parkuhr bezahlt.
5. Kraftstoffe in der Schweiz
Deutsche Bezeichnung | Einheimische Bezeichnung | Oktanzahl |
Normal Benzin Bleifrei | Benzin, Essence, Benzine sans plomb 91 | 91 |
Super Benzin Bleifrei | Super, Benzina senza piombo, Benzina verde, Benzine sans plomb 95 | 95 |
SuperPlus Benzin Bleifrei | Super Plus, Benzina senza piombo 98, Benzina verde plus, Benzine sans plomb 98 | 98 |
Diesel | Diesel, Gasolio, Gasoil, Gazole | - |
Autogas (LPG) | Autogas (LPG) | 105 bis 115 |
6. Sonstiges in der Schweiz
Die lokale Währung ist der Schweizer Franken mit einer ungefähren Umrechnung von 0,94 CHF = 1,00 EUR.
Schienenfahrzeuge haben innerorts auf gleichberechtigten Straßen Vorfahrt
GPS-Navis mit Radarwarnfunktion sind verboten (selbst ausgeschaltet).
Auf Bergstraßen muss das Fahrzeug, das abwärts fährt, rechtzeitig anhalten.
Rückwärtsfahren ist nur dann erlaubt, wenn die Weiterfahrt oder das Wenden nicht möglich ist.
Häufige Fragen zu den Verkehrsregeln in der Schweiz
Wer bekommt die Rechnung, wenn dein Mietwagen in der Schweiz geblitzt wird?
Die Schweiz kennt eine Halterhaftung. Nach Artikel 6 des Ordnungsbussengesetzes geht die Busse zuerst an den im Fahrzeugausweis eingetragenen Halter, also an die Autovermietung. Sie hat 30 Tage Zeit zu zahlen und darf stattdessen deinen Namen und deine Adresse melden. Dann läuft das Verfahren gegen dich, wieder mit 30 Tagen Frist. Für die Weitergabe deiner Daten berechnen die meisten Vermieter zusätzlich eine Bearbeitungsgebühr (Stand 2026).
Wie treibt die Schweiz eine Busse ein, wenn du längst wieder zu Hause bist?
Seit dem 1. Mai 2024 gilt der deutsch-schweizerische Polizeivertrag. Schweizer Verkehrsbussen ab 80 Franken, also rund 70 Euro, werden seitdem auch in Deutschland vollstreckt. Zuständig dafür ist das Bundesamt für Justiz in Bonn. Erfasst sind nur Verstöße, die du ab diesem Stichtag in der Schweiz begangen hast (Stand 2026). Eine Schweizer Busse einfach liegen zu lassen funktioniert also nicht mehr, sobald sie diese Schwelle erreicht.
Was kostet dich eine kleine Tempoüberschreitung als Ordnungsbusse in der Schweiz?
Bis 15 km/h zu viel bleibt es in der Regel bei einer Ordnungsbusse. Innerorts zahlst du 40 Franken (rund 43 Euro) bei 1 bis 5 km/h, 120 Franken (rund 128 Euro) bei 6 bis 10 km/h und 250 Franken (rund 270 Euro) bei 11 bis 15 km/h. Auf der Autobahn sind es 20, 60 und 120 Franken, bei 21 bis 25 km/h bereits 260 Franken (Stand 2026).
Kann dir ein Schweizer Gericht bei einem Raserdelikt den Mietwagen einziehen?
Ja. Artikel 90a SVG erlaubt dem Gericht, das benutzte Fahrzeug einzuziehen und zu verwerten, wenn damit skrupellos eine grobe Verkehrsregelverletzung begangen wurde. Auf das Eigentum kommt es dabei nicht an, das Bundesgericht hat die Einziehungsbeschlagnahme sogar bei Leasingfahrzeugen bestätigt. Als Raser giltst du unter anderem ab 50 km/h zu viel bei Tempo 50 und ab 60 km/h zu viel bei Tempo 80 (Stand 2026).
Musst du im Schweizer Kreisel blinken, wenn du hineinfährst?
Nein. Nach Artikel 41b der Verkehrsregelnverordnung musst du beim Einfahren in einen Kreisverkehrsplatz die Richtung nicht anzeigen, solange du keinen Fahrstreifen wechselst. Pflicht ist der Blinker erst beim Verlassen des Kreisels. Beim Einfahren gilt außerdem: Tempo herabsetzen und den im Kreis von links herannahenden Fahrzeugen den Vortritt lassen. Radfahrer dürfen dort vom Rechtsfahrgebot abweichen, überhole sie im Kreisel deshalb nie (Stand 2026).



