Das Nordkap wird nicht umsonst auch gern das Ende der Welt genannt, denn es ist der nördlichste vom Festland aus auf dem Straßenweg erreichbare Punkt Europas. Jedes Jahr zieht es hunderte von Urlaubern auf ihrem Weg in den Norden in die raue und wilde Natur Norwegens, Wir nehmen dich mit auf die beste Route für einen Roadtrip zum Nordkap mit dem Auto und geben dir Tipps für das Reisen in Norwegen. Die Strecke von Kristiansand bis zum Nordkap führt dich an Fjorden, Küstenstädten und berühmten Panoramastraßen vorbei. Dabei stellt sich schnell die Frage, wie viel Zeit du einplanen musst und welche Stopps sich wirklich lohnen. Wir zeigen dir die wichtigsten Stationen der Route und worauf du bei Wetter, Reifen und Verkehrsregeln in Norwegen achten solltest.
Mit dem Auto quer durch Norwegen: ein Roadtrip zum Nordkap

Alles auf einen Blick
Ein Roadtrip zum Nordkap führt dich in rund drei bis vier Wochen quer durch Norwegen.
Route: Start in Kristiansand, danach Stavanger, Bergen, Geiranger, Trondheim, die Lofoten, Tromsø und zuletzt das Nordkap.
Reisezeit: Von Juni bis August scheint die Mitternachtssonne, Polarlichter siehst du am besten zwischen November und Februar.
Highlights: Der Trollstigen mit 11 Haarnadelkurven, die Atlantikstraße und die Wanderung zum Preikestolen gehören zu den bekanntesten Stopps.
Reifen: Im Sommer brauchst du mindestens 1,6 Millimeter Profil, im Winter 3 Millimeter; kläre den Zustand vorab mit dem Vermieter.
Verkehrsregeln: Die Promillegrenze liegt bei 0,2 Promille, auf Autobahnen gilt Tempo 90 bis 110 km/h.
Roadtrip Nordkap
Infos zur Nordkap-Route
Stationen: Kristiansand - Stavanger - Bergen - Geiranger - Trondheim - Polarkreiszentrum - Lofoten - Narvik - Tromsø - Nordkap Start: Kristiansand Reine Fahrzeit: ca. 53 Stunden Strecke: ca. 3.200 Kilometer Empfohlene Reisedauer: Um genügend Zeit für alle Sehenswürdigkeiten entlang des Weges zu haben, empfehlen wir dir, mindestens 3 bis 4 Wochen einzuplanen.
1. Start in Kristiansand
Du kannst mit dem Mietwagen ab Hamburg nach Dänemark fahren und von dort mit der Fähre nach Kristiansand übersetzen. Der Süden Norwegens ist zwar deutlich touristischer, hat jedoch viel Sehenswertes zu bieten. Starte deinen Roadtrip zum Nordkap in der kleinen Hafenstadt, wo es noch heute traditionelle Holzhäuser in der Altstadt zu sehen gibt. Der Hafen Fiskebrygga ist besonders bei Einheimischen sehr beliebt und Fischhändler verkaufen hier ihren Fang. 📌 Lesetipp: Mit dem Auto von Deutschland nach Norwegen
Grenz- und Fährfahrten mit dem Mietwagen müssen immer vorab angemeldet werden! Einige Mietwagen-Anbieter erlauben prinzipiell keine Fährfarten, da der Versicherungsschutz auf der Fähre nicht mehr greift. Infos dazu findest du in den Mietbedingungen deines Wunsch-Angebots.
2. Stavanger
Unsere Nordkap-Route führt uns weiter nach Stavanger. Die viertgrößte Stadt Norwegens eignet sich hervorragend als Ausgangspunkt für Tagesausflüge und Wanderungen:
Eine der bekanntesten Wanderrouten führt zum Preikestolen, eine natürliche Felsplattform mit weitem Blick über den Lysefjord und die angrenzende Berglandschaft. Die Wanderung dauert etwa 2 Stunden und ist auch für weniger Wandererprobte geeignet. Du solltest jedoch aufgrund des Gerölls und der steilen Hänge unbedingt festes Schuhwerk tragen.
Etwas weiter entfernt liegt der Kjeragbolten, ein Felsblock, der in einer Felsspalte 984 Meter über dem Lysefjord eingeklemmt und ein beliebtes Fotomotiv ist. Die Wanderung dauert 3 Stunden und wird aufgrund des wechselhaften Wetters nur von Mai bis Oktober empfohlen. Neben einer guten Wanderausrüstung solltest du auch eine gute Kondition mitbringen, denn viele Urlauber unterschätzen die anstrengende Wanderung.
3. Bergen
Jeder kennt die Bilder der zerklüfteten norwegischen Küste und der spektakulären Landschaft: Die Fahrt von Stavanger nach Bergen erweckt diese Bilder zum Leben. Schon die kurzen Fährstrecken zum Überqueren der Fjorde sind ein kleines Highlight. Die Hafenstadt Bergen ist bunt, modern und quirlig. Sie ist umgeben von Fjorden und Wäldern und bietet sowohl kulinarische als auch kulturelle Erlebnisse. Wie wäre es mit einer Kaffeepause in der Altstadt oder einem Kneipenabend mit Livemusik?
4. Geiranger
Geiranger ist das wohl bekannteste Dorf Norwegens und ziert so manche Postkarte, nicht ohne Grund. Es liegt direkt am Kopf des Geirangerfjords. Vom Aussichtspunkt Flydalsjuvet hast du einen einmaligen Ausblick auf den ganzen Fjord. Auf dem Weg gibt es auch viele Haltebuchten, die sich vor allem für Panoramafotos eignen. Du kannst ab Geiranger auf einer der Bootstouren die berühmten Wasserfälle Sieben Schwestern und den Freierwasserfall besichtigen.
5. Trollstigen und die Atlantikstraße
Zu einem richtigen Nordkap-Roadtrip gehören auch beeindruckende Straßen. Der Weg von Geiranger nach Trondheim hat gleich mehrere zu bieten:
Nervenkitzel garantiert: Der Trollstigen begeistert Norwegenurlauber mit seinen 11 Haarnadelkurven und steilen Schluchten jedes Jahr aufs Neue. Vom Aussichtspunkt oben hast du einen wunderbaren Blick auf die Kurven und das Tal.
Die Atlantikstraße verläuft mit acht Brücken über mehrere kleine Inseln und wurde zur schönsten Straße der Welt gekürt. Viele Besucher fahren die Strecke sogar mehrmals, um dabei die weite Sicht über den Atlantik zu genießen. Auch hier empfehlen wir dir einen kurzen Stopp in einer der Haltebuchten, um die Landschaft auf sich wirken zu lassen.
Der Trollstigen ist aufgrund der Witterungsbedingungen nur von ca. Mitte Mai bis Ende September befahrbar.
6. Trondheim
Nach all den Naturwundern wird es wieder Zeit für ein bisschen Sightseeing in der Stadt. Trondheim hat sich in den letzten Jahren als Fahrradstadt einen Namen gemacht. Unser Tipp: Auto bei der Unterkunft stehen lassen und mit Leihfahrrädern Trondheim erkunden. Besuche das hippe Bakklandet Viertel mit seinen Boutiquen und Galerien oder genieße typisch norwegisches Essen in einem der Restaurants am Fluss Nidelva.
7. Polarkreiszentrum
Für alle Reisenden Richtung Nordkap ist das Polarkreiszentrum ein Besuchermagnet. Direkt an der E6 bildet es das Tor zum Reich der Mitternachtssonne. Denn 66′ 33’ N ist ein magischer Breitengrad, ab dem man den Polarkreis überschreitet. Aus diesem Grund hat Norwegen hier ein Besucherzentrum mit einem Museum errichtet, in dem du dir sogar eine Urkunde für die Überquerung holen kannst. Die Ausstellung informiert unter anderem mit Filmen über die verschiedenen Aspekte des Polarkreises.
8. Die Lofoten
Vom Küstenort Bodø aus setzt eine Fähre zu den Lofoten über. Die Inselgruppe gilt als das absolute Reisehighlight Norwegens. Du solltest bei deinem Roadtrip zum Nordkap also unbedingt einen Abstecher auf die Lofoten miteinplanen. Das kleine Örtchen Å gehört mit seinen roten, 150 Jahre alten Stelzenhäusern zu den ursprünglichsten Fischerdörfchen in ganz Norwegen. Doch auch das alte Fischerdorf Nusfjord ist ein beliebtes Lofotenziel.
9. Narvik
Nach den Lofoten gönnst du dir am besten eine kurze Verschnaufpause in Narvik. Mit der Seilbahn kannst du auf den Berg Narvikfjellet fahren und von hier im Sommer die Mitternachtssonne oder im Winter das Nordlicht sehen. Von der Talstation aus gibt es auch mehrere schöne Wanderwege. Wegen der großen Höhenunterschiede ist Narvikfjellet auch ein hervorragendes Skigebiet und gilt unter Skifahrern als absoluter Geheimtipp.
10. Tromsø
Tromsø liegt mitten in der Arktis und hat ein lebendiges und aufregendes Zentrum. Die Stadt bietet Plätze in der ersten Reihe zum Beobachten des Nordlichtes an und ist damit im Winter ein Hotspot unter Norwegenurlaubern. Doch auch im Sommer kannst du dank der immer scheinenden Sonne rund um die Uhr etwas unternehmen. Besuche die Arktische Kathedrale oder steige die 1200 Steinstufen der Sherpa-Treppe nach oben für den besten Ausblick über die Stadt.
11. Das Nordkap
Die Landschaft auf der Route zum Nordkap wird allmählich einsamer und rauer. Zwischenzeitlich wirst du dich wirklich so vorkommen, als wärst du am Ende der Welt. Kurz vor dem Nordkap empfiehlt sich ein Zwischenstopp in Honningsvåg, um noch mal zu tanken und Verpflegung zu shoppen. Dann geht es bestens gerüstet die letzten Kilometer bis zum Ziel: dem Nordkap. Hier an der Kante des Schieferplateaus zu stehen und auf das endlose Meer zu blicken dürfte das Highlight des ganzen Nordkap-Roadtrips sein. Natürlich darf auch das obligatorische Foto mit dem Globus-Denkmal nicht fehlen. Für den Rückweg empfehlen wir die schnellere Route über Finnland und Schweden. Wer mehr Zeit mitbringt, kann auch hier entlang der Strecke einiges entdecken. 📌 Lesetipp: Drei Roadtrips durch Schweden
12. Tipps für einen Roadtrip zum Nordkap
Wer den Roadtrip zum Nordkap wagt, sollte sich gut auf die Reise vorbereiten, denn es gibt einige Dinge, die du in Norwegen beachten musst.
Juni bis August gilt als ideale Reisezeit für Norwegen, da dann die Mitternachtssonne fast taghell scheint. Je nach Lust und Laune kannst du dann sogar nach dem Abendessen einfach noch ein Stückchen weiterfahren. Für Polarlichter empfehlen wir eine Reise zwischen November und Februar. In diesem Fall musst du die Route dann anpassen, da zum Beispiel der Trollstigen nicht befahrbar ist.
Viele schwören aber auch auf den September als besten Reisemonat, da dann nicht mehr so viele Urlauber unterwegs sind. Es kann allerdings sein, dass es dann schon mal schneit. Trotz der nördlichen Lage ist das Wetter in Norwegen relativ mild. Im Norden sind die Temperaturen meist niedriger als im Rest des Landes. Der Süden ist die wärmste und trockenste Region Norwegens. Ab Mai steigen die Temperaturen dort auf über 10 Grad.
Im Sommer muss dein Reifenprofil mindestens 1,6 Millimeter betragen. Im Winter müssen die Winterreifen mindestens 3 Millimeter betragen. Kläre unbedingt mit dem Vermieter deines Mietwagens den Zustand der Reifen. Bei Schnee und Eis müssen Fahrzeuge über 3,5 t zGG. passende Schneeketten tragen. Beachte unbedingt die Schilder, die auf Wildwechsel hinweisen. Im Juni überqueren die neugeborenen Rentiere mit ihrer Mutter im Norden häufig etwas planlos die Straße.
Die Höchstgeschwindigkeit für PKW auf Autobahnen beträgt zwischen 90 und 110 km/h. Besonders auf der Strecke zum Nordkap gibt es immer wieder Geschwindigkeitsbegrenzung, die bei Missachtung zu saftigen Geldstrafen führen können.
📌 Lesetipp: Verkehrsregeln Norwegen 📌 Lesetipp: Maut in Norwegen
Die Promillegrenze liegt bei 0,2 Promille und zählt damit zu den niedrigsten in Europa. Insgesamt darf Alkohol nur in sehr eingeschränkten Mengen nach Norwegen eingeführt werden. Genaue Angaben findest du auf der Website des Auswärtigen Amts.
Häufige Fragen zum Roadtrip ans Nordkapp
Ab wann darfst du in Norwegen mit Spikereifen fahren?
Das ist regional geregelt. In Nordland, Troms und Finnmark, also im gesamten Norden deiner Route, sind Spikereifen vom 16. Oktober bis einschließlich 30. April erlaubt. Im übrigen Norwegen gilt der Zeitraum vom 1. November bis zum ersten Sonntag nach Ostermontag, das Enddatum wandert also jedes Jahr. Verlangen es die Straßenverhältnisse, sind Spikes auch außerhalb dieser Fristen zulässig, dann aber an allen Rädern.
Kommst du im Winter jederzeit mit dem Auto bis ans Nordkapp?
Nein. Den letzten Abschnitt der E69 ab dem Abzweig Skarsvåg darfst du im Winter nicht auf eigene Faust fahren. Statens vegvesen bringt dich dort in einer Kolonne hinter dem Räumfahrzeug hoch, zu festen Zeiten, die für die ganze Wintersaison veröffentlicht sind. Du wartest also am Treffpunkt auf die nächste Kolonne. Bei Unwetter bleibt der Abschnitt ganz zu.
Wer darf am Nordkapplateau eine Gebühr für die Zufahrt verlangen?
Das Plateau zählt als freie Natur. Eine Gebühr für Zufahrt oder Parken braucht dort eine Erlaubnis der Gemeinde Nordkapp nach Paragraf 14 des Friluftsloven, und gegen diese Erlaubnis kann man Beschwerde einlegen. Genau so kam es: Am 2. Juli 2026 hob die Statsforvalteren i Troms og Finnmark die 2025 an Scandic erteilte Erlaubnis auf, weil die Gebühr über die Leistungen für Besucher hinausging.
Kannst du für die Fähre auf die Lofoten vorab einen Autoplatz buchen?
Ja, aber nur auf zwei Verbindungen: Bodø nach Moskenes und die Linie über Værøy und Røst. Nur dort gibt es in Nordland eine Platzbuchung für Fahrzeuge. Pflicht ist sie nicht, in der Hauptsaison aber dringend zu empfehlen. Deine Mitfahrer trägst du in der Buchung mit ein. Alle anderen Fähren in Nordland laufen über ein Warteschlangensystem.
Woher erfährst du verlässlich, ob deine Tagesetappe offen ist?
Dafür gibt es die fünf Veitrafikksentralen von Statens vegvesen. Sie sind das ganze Jahr rund um die Uhr besetzt, überwachen das Straßennetz und geben die Meldungen heraus. Sperren darf eine Straße der jeweilige Straßeneigentümer oder die Polizei. Telefonisch bekommst du Auskunft unter der Nummer 175, für ausgewählte Strecken gibt es zusätzlich einen SMS Dienst zu Sperrungen und Kolonnenfahrten.
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