Jeder Natur-Fan, der Skandinavien, Kanada oder Alaska zu kälteren Jahreszeiten bereist hat, muss sie mindestens einmal gesehen haben: Polarlichter, die farbenfrohen Leuchtspektakel am nordischen Nachthimmel. Einer der besten Orte weltweit, um das Tanzen der Nordlichter live mitzuerleben, ist Island. Zwischen Reykjavik und dem Norden rund um Akureyri findest du viele Orte, an denen das Leuchten besonders gut zur Geltung kommt. Entscheidend sind dabei die richtige Reisezeit, ein dunkler Standort abseits der Stadtbeleuchtung und ein klarer Nachthimmel. Wann und wo du die besten Chancen auf Polarlichter in Island hast, verrate ich dir in diesem Artikel.
Polarlichter in Island: Nordlichter live erleben

Alles auf einen Blick
Polarlichter in Island erlebst du am besten im Herbst und im Spätwinter, fernab von Stadtlicht und bei klarem Himmel.
Beste Reisezeit: September und Oktober sowie Februar und März, gute Chancen bestehen auch Ende August, Ende Januar, Anfang April und Anfang November.
Entstehung: Geladene Teilchen der Sonne treffen auf das Magnetfeld der Erde, Sauerstoff leuchtet in 120 bis 400 km Höhe grün, oberhalb von 300 km rot.
Beste Orte: Überall im Land möglich, besonders gut im Norden rund um den Mývatn, den du von Akureyri aus in knapp einer Stunde erreichst.
Rund um Reykjavik: Fahre für intensives Leuchten aus der Stadt heraus, zum Beispiel in den Thingvellir-Nationalpark, der auch Naturfotografen aus aller Welt anzieht.
Tipps: Plane mindestens eine Woche ein, meide Kunstlicht, verfolge den Wetterbericht und nutze Nordlicht-Apps wie Aurora Forecast oder NorthernEye.
Polarlichter in Island
1. Wie entstehen Polarlichter?
Die Entstehung von Polarlichtern kann man sich, extrem vereinfacht, so vorstellen: Wenn aufgeladene Partikel der Sonne auf das Magnetfeld der Erde treffen, entsteht ein farbenprächtiges Licht. Die verschiedenen Farben werden durch unterschiedliche chemische Prozesse hervorgebracht: Grünes Licht entsteht zum Beispiel durch Sauerstoffatome, die in 120 bis 400 km Höhe angereichert werden. Rotes Licht entsteht, wenn sie in über 300 km Höhe angeregt werden. Damit die bunten Lichter auch gut zu sehen sind, ist eine sternenklare Nacht ohne Wolken Voraussetzung.
2. Beste Zeit für Polarlichter in Island: wann hat man die besten Chancen?
Eine hunderprozentige Nordlicht-Garantie gibt es natürlich zu keiner Zeit in keinem Land. Island, vor allem der Norden, gilt allerdings als Land mit den meisten Polarlicht-Nächten in Europa, und ist damit das perfekte Reiseziel für Nordlicht-Jäger. Die beste Reisezeit für das Sichten von Nordlichtern in Island sind September und Oktober sowie Februar und März, die Zeit zwischen der immerwährenden Mitternachtssonne und dem finsteren nordischen Winter. Dann strahlen die Polarlichter in Island in ihrem kräftigsten Licht und sind an einigen Orten sogar jede Nacht zu sehen. Wer im Frühjahr oder frühen Herbst in Island unterwegs ist, hat also allerbeste Chancen, das farbenfrohe Phänomen am Himmel mitzuerleben. Aber auch Ende August, Ende Januar, Anfang April und Anfang November stehen die Chancen gut.
3. Wo sieht man die meisten Polarlichter in Island?
Zur Nordlicht-Saison kannst du im Grunde im ganzen Land Polarlichter erleben. Die einzigen Orte, wo die Chancen schlechter stehen, sind künstlich beleuchtete Städte, und davon gibt es eigentlich nur zwei: Reyjkavik und Akureyri. Grundsätzlich gilt: Je weiter nördlich du dich befindest, desto höher sind die Chancen auf Polarlichter.
Polarlichter in der Region Akureyri
Akureyri liegt in der Nähe des Polarkreises ganz im Norden Islands. Optimale Voraussetzungen für tolle Polarlicht-Nächte, wäre da nicht das verfälschende Kunstlicht der Stadt. Ein kleines Stück weiter hast du aber wieder beste Sichtchancen auf das Tanzen am Firmament: In Nordisland besteht in der Saison bei klarem Himmel eine fast 100%ige Polarlicht-Wahrscheinlichkeit (durchschnittlich 10 von 10 sternenklaren Nächten)! Von Akureyri aus bist du mit einem Mietwagen in knapp einer Stunde in der vulkanischen Region rund um den Mückensee Mývatn: Dessen spektakuläre, einsame Vulkanlandschaften bieten die besten Bedingungen für das Sichten von Nordlichtern.
Polarlichter rund um Reykjavik
Natürlich kann man mit etwas Glück auch in Reykjavik Polarlichter sehen. Wer das magische Leuchten aber in seiner ganzen Kraft erleben will, sollte ein Stück aus der Stadt rausfahren. In der direkten Umgebung von Reykjavik ist der Thingvellir-Nationalpark eine gute Anlaufstelle. Tagsüber ist Thingvellir wegen seiner außergewöhnlichen geologischen und kulturellen Besonderheiten eine bedeutende Station auf der Golden Circle-Route. Abends zieht er Nordlicht-Jäger und Naturfotografen aus aller Welt an, die den bunt leuchtenden Himmel mit der Kamera festhalten wollen. Thingvellir erreichst du mit dem Mietwagen von Reykjavik aus in knapp 40 Minuten Fahrzeit.
Organisierte Polarlicht-Reisen in Island
Wenn du den Polarlichtern in Island nicht ganz alleine hinterherjagen willst, kannst du dich auch für eine geführte Nordlicht-Reise ab Reykjavik oder Akureyri entscheiden. Einige Veranstalter versprechen sogar eine Polarlicht-Garantie in ihren Angeboten.
4. Tipps für Polarlicht-Jäger
Wähle die optimale Reisezeit für Polarlichter in Island (September/Oktober oder Februar/März).
Wenn deine Reise am Anfang der Polarlicht-Saison startet, fahre von Süden nach Norden den Polarlicht-Regionen in Island entgegen.
Verfolge den Wetterbericht. Plane deine Polarlicht-Beobachtung in sternenklaren Nächten und bei wolkenlosem Himmel.
Wähle Beobachtungspunkte in der freien Natur außerhalb von Städten. So erlebst du das Leuchten am intensivsten, ohne dass es durch Kunstlicht verfälscht wird.
Reise am besten mindestens eine Woche und verliere nicht die Geduld! Nach einigen ereignislosen bzw. wolkenverhangenen Nächten folgt häufig eine ganze Periode von fantastischen Polarlicht-Nächten.
Wenn du dich nicht nur auf dein Glück verlassen willst, kann dir eine Nordlicht-App weiterhelfen: Aurora Forecast oder NorthernEye treffen aktuelle Vorhersagen für Polarlichter in Island und an vielen anderen Orten der Welt. Auch hilfreich sind die Polarlicht-Vorhersagen auf den Seiten des Space Weather Prediction Centers und die Facebookseite von Aurora Service - Europe.
Häufige Fragen zu Polarlichtern in Island
Gilt am Mývatn ein eigenes Schutzgesetz, und wer setzt es durch?
Ja. Für den See und die Laxá gilt ein eigenes Gesetz, nämlich nr. 97/2004, ausgefüllt durch die Verordnung nr. 665/2012. Die Aufsicht hat die Umweltbehörde Umhverfisstofnun. Alles, was Tierwelt, Geländeformen oder Landschaft beeinträchtigen kann, braucht ihre Genehmigung, und der Antrag muss mindestens vier Wochen vorher bei ihr liegen. Verstöße werden mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren geahndet.
Darfst du in der Silfra-Spalte einfach so tauchen oder schnorcheln?
Nein, der Nationalpark Thingvellir knüpft das an Auflagen. Du brauchst eine Tauch- oder Schnorchelerlaubnis und musst beim Buchen deine volle Gesundheit bestätigen. Allein ins Wasser zu gehen ist verboten, ein Partner ist Pflicht. Taucher müssen einen Trockenanzug tragen und entweder ein Trockenanzug-Zertifikat oder zehn Trockenanzugtauchgänge aus den letzten zwei Jahren schriftlich nachweisen. Mehr als 18 Meter Tiefe und Höhlen sind tabu.
Wie musst du dich in einem geschützten Hochtemperaturgebiet wie dem Geysir-Gebiet verhalten?
Umhverfisstofnun verlangt, dass alle Besucher im Bereich der heißen Quellen auf den markierten Wegen und Stegen bleiben. Das dient der Sicherheit und schützt die empfindlichen Sinterkrusten. Verboten sind außerdem das Baden in den Quellen und Tümpeln, das Einbringen von Seife oder anderen Stoffen und das Hineinwerfen von Steinen oder Münzen. Krusten, Erde oder Steine abzubrechen oder mitzunehmen ist ebenfalls untersagt.
Wer bestimmt die Regeln im Thingvellir-Nationalpark, und welche Fahrzeuge dürfen dort nicht fahren?
Zuständig ist die Thingvallanefnd, ein Ausschuss aus sieben vom Althingi gewählten Mitgliedern und sieben Stellvertretern. Nach der Verordnung nr. 848/2005 richtet sich jede Bewegung zu Fuß, zu Pferd oder mit dem Auto nach ihren jeweils geltenden Verhaltens- und Verkehrsregeln. Schneemobile und Motorräder sind im ganzen Park verboten, ebenso Transporte von Öl und anderen gefährlichen Stoffen. Verstöße werden strafrechtlich verfolgt.
Welche Stelle gibt die amtliche isländische Nordlichtvorhersage heraus, und was sagt deren Skala aus?
Herausgeber ist Veðurstofa Íslands, der staatliche isländische Wetterdienst. Seine Nordlichtvorhersage nennt einen Aktivitätswert auf einer Skala von 0 bis 9, der jeweils für Mitternacht des gewählten Tages gilt. Daneben zeigt eine Karte die vorhergesagte Bewölkung über Island: bewölkte Flächen erscheinen grün, wolkenfreie Flächen weiß. Beides zusammen steht auf der Behördenseite, nicht nur in privaten Apps.
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