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Transfogarascher Hochstraße: im Zickzack über die Transilvanischen Alpen

von Julia

Für Liebhaber von Haarnadelkurven und Steigungen zählt die Transfogarascher Hochstraße in Rumänien schon lange zu den absoluten Roadtrip-Highlights. Manch einer munkelt sogar, dass er sich bei dieser spektakulären Gebirgsstraße zwischen der Großen Walachei und Siebenbürgen um den besten Pass der Welt handelt. Wir nehmen Sie mit auf eine actionreiche Fahrt über die Transsilvanischen Alpen und verraten Ihnen an welchen Punkten Sie unbedingt einen Zwischenstopp einlegen sollten.

Transfogarascher Hochstraße: Infos und Highlights
Die wichtigsten Infos
1. Burg Poenari
2. Vidraru-Stausee
3. Bâlea-See
4. Cârțișoara

Transfogarascher Hochstraße (DN 7C): die wichtigsten Infos

Startpunkt: Căpățânenii Ungureni
Endpunkt: E68 nahe Cârțișoara 
Länge: 96 km
Höchster Punkt: 2274 m
Tiefster Punkt: 439 m
Reisezeit: Juli – Oktober (in den anderen Monaten sind viele Abschnitte der Transfogarascher Hochstraße gesperrt)

Symbol Hinweis Hinkommen
Die Transfogarascher Hochstraße ist Teil der 160 Kilometer langen Transfăgărășan (DN 7), die bereits in der Gemeinde Bascov beginnt. Gut zu wissen: Öffentliche Verkehrsmittel steuern die Transfogarascher Hochstraße nicht an. Also am besten einen Mietwagen in Rumänien buchen und von Bukarest Richtung Hochstraße starten. Alternativ kann man den Mietwagen in Sibiu abholen und die Straße in umgekehrter Richtung abfahren.

1. Cetatea Poenari: die wahre Burg Draculas?

© Calin Stan – stock.adobe.com

Bereits nach fünf Minuten Fahrt erhebt sich das erste Highlight in Form von einer mittelalterlichen Burgruine hoch oben über der Transfogarascher Hochstraße. Burg Poenari wird auch gerne als wahre Burg Draculas bezeichnet, da der berühmt-berüchtigte Graf Vlad III hier Zuflucht vor den Osmanen gesucht haben soll. Hinkommen ist allerdings kein Kinderspiel: Über 1.400 Stufen führen hoch zu der Ruine bevor man mit einem atemberaubenden Blick über die bewaldeten Berge belohnt wird.

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Aufgepasst: Derzeit verhindern weniger die steilen Stufen, sondern Bären den Aufstieg zu der alten Burgruine. Deshalb ist die Festung seit März 2019 offiziell geschlossen, der Aufstieg ist lediglich in Gruppen unter Begleitung von kundigen Guards möglich. Schauen Sie im Zweifel im Arges County Museum vorbei und holen dort Infos ein bevor es weiter Richtung Burg geht. 

2. Vidraru-Stausee: eine Fahrt über den Damm

© outchill – stock.adobe.com

Nach einigen Kurven und zwei Tunnelfahrten blitzt verheißungsvoll das blaue Wasser des Vidraru-Stausees vor uns auf. Absolutes Highlight dieses Streckenabschnitts der Transfogarascher Hochstraße: die Fahrt über die 6 Meter breite Staumauer. Wer mehr von der Gegend sehen will, stellt das Auto auf einem der Parkplätze ab und erkundet die Gegend zu Fuß. Den schönsten Ausblick über den blaugrünen See hat man definitiv von der Belvedere-Plattform aus. Oder per Boot: Auf dem See werden Schifffahrten und Angeltouren angeboten. Unbedingt den Fotoapparat bereithalten!

Symbol Hinweis Parken
Zwar sind Parkplätze vorhanden, aber vor allem am Wochenende bis zum letzten Millimeter besetzt. Am besten also schon so früh wie möglich (vor 12 Uhr) dort sein. Oder in einem der Hotels mit Traumblick auf den Damm einchecken – die haben in der Regel einen kostenlosen Gästeparkplatz. 

3. Bâlea: Bergseen und Wasserfälle in luftigen Höhen

© bymandesigns – stock.adobe.com

Während es zunächst noch gemächlich durch das sanfte grüne Capra-Tal geht, macht die Transfogarascher Hochstraße nach einigen Kilometern ihrem Namen alle Ehre: Über mehrere Haarnadelkurven geht es immer weiter steil bergauf bis die Transfăgărășan schließlich auf 2.042 Metern über dem Meeresspiegel ihren spektakulären Höhepunkt findet. Und dann geht es knapp 900 Meter lang durch die Dunkelheit des unbeleuchteten Bâlea-Tunnels.

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Das etwas mulmige Gefühl macht schnell leuchtenden Augen Platz, wenn unmittelbar nach dem Ausgang der azurblaue Bâlea-Gletschersee auftaucht. Eingebettet zwischen den Bergen des Făgăraş-Gebirges bietet sich dieses idyllische Flecken Erde hervorragend für eine Verschnaufpause mitten in der Natur an. Gleich mehrere traumhafte Wanderwege führen von hier aus in die umliegenden Berge – spektakuläre Ausblicke inklusive. Wer es lieber ruhig angehen lassen will kann stattdessen mit der Seilbahn zu den rauschenden Bâlea-Wasserfällen schweben.

Symbol Hinweis Parken
Für knapp 1 Euro können Sie den Mietwagen auf dem Parkplatz direkt am See abstellen und die Wanderschuhe schnüren oder die Seilbahn ansteuern. Gleich mehrere urige Chalets bieten sich als Unterkunft für die Nacht an. Wer im Berghotel Bâlea Lac einkehrt, nächtigt quasi direkt auf dem See – das Hotel ist beinahe komplett von Wasser umgeben. 

4. Cârțișoara: letzte Etappe der Transfogarascher Hochstraße

© jenyateua – stock.adobe.com

Im Zickzackkurs geht es hinunter nach Siebenbürgen, wo das Roadtrip-Abenteuer in der kleinen Ortschaft Cârțișoara endet. Einmal die Autotür geöffnet, fällt einem direkt das deutlich mildere Klima auf. Und auch die kleinen Häuschen, die sich in dem ruhigen Örtchen aneinanderreihen, bilden einen heimeligen Kontrast zu den schwindelerregenden Haarnadelkurven, die hinter uns liegen. Bevor wir uns von der Transfogarascher Hochstraße verabschieden, statten wir dem kleinen, aber sehr liebevoll gestalteten Heimatmuseum Badea Cartan einen Besuch ab (geöffnet von 10 bis 17 Uhr, Montags Ruhetag). 

Von hier aus sind es nur noch 4 Kilometer bis zur Landstraße E68, wo die Transfăgărășan – und somit auch die Transfogarascher Hochstraße – offiziell endet. Wer den Mietwagen an dieser Stelle noch nicht zurückbringen möchte, kann seine Rumänien-Reise von hier aus fortsetzen. Wie wäre es zum Beispiel mit dem sagenumwobenen Schloss Bran im Osten, wo Bram Stoker seinen Dracula angesiedelt hat? Im Westen dagegen wartet mit Timisoara ein echter Städte-Geheimtipp. Na, wohin geht’s als nächstes?

Titelbildquelle: #293976077 | Urheber: © daliu – stock.adobe.com

Julia

Ich bin gebürtige Kölnerin (die allerdings weder Kölsch noch Karneval mag), Filmliebhaberin und Reise-Enthusiastin. Wenn ein Roadtrip vorbei ist, möchte ich am liebsten direkt den nächsten planen. In die USA zieht es mich dabei immer wieder – vor allem der amerikanische Südwesten hat es mir angetan. Muss unbedingt mit in den Urlaub: Tonnenweise gute Musik und eine Reisebegleitung, mit der man auch mal schweigen kann.
Julia

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