Startseite Kanada Online-ReiseführerReiserouten in Kanada Berge, Seen oder Inselglück: 3 Routen für einen Roadtrip durch Kanada

Berge, Seen oder Inselglück: 3 Routen für einen Roadtrip durch Kanada

von Julia
Icefields Parkway in den kanadischen Rocky Mountains

Das zweitgrößte Land der Welt schenkt uns über sechs Zeitzonen verteilt die schönsten Landschaften – von Gletschern über bunte Laubwälder bis zu langen Sandstränden. Die perfekte Kulisse für einen Roadtrip! Kanada bietet für so ziemlich jeden Geschmack die perfekte Route. Wir stellen Ihnen unsere Favoriten für zwei bis drei Wochen vor, sowohl im Osten als auch im Westen. Außerdem verraten wir Ihnen, wann die einzelnen Regionen am schönsten sind und welcher Mietwagen sich am besten für einen Roadtrip durch Kanada eignet.

1. Roadtrip durch Kanada: Wie viel Zeit einplanen?

Wie lange man für eine Rundreise durch Kanada braucht, hängt natürlich auch immer vom eigenen Tempo und der gewählten Route ab. Egal ob Westen oder Osten: Grundsätzlich sind zwei bis drei Wochen für einen Roadtrip durch Kanada eine sinnvolle Reisedauer. Dann haben Sie genügend Zeit, um die geplante Strecke zurückzulegen, aber haben auch genug Puffer für Spontanität. Außerdem verschätzt man sich abseits der Ballungszentren mitunter leicht bei Distanzen und Fahrtzeiten.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen pro Tag nicht mehr als 200 Kilometer zurückzulegen – oder den Mietwagen auch mal stehen zu lassen. Gerade die großen Städte wie Toronto oder Vancouver erkundet man am besten zu Fuß.

2. Wann ist die beste Zeit, um nach Kanada zu reisen?

Niagarafälle in den USA

Der Indian Summer beginnt im September und endet im Oktober © Aivolie - stock.adobe.com

Für einen Roadtrip durch Kanada eignet sich vor allem die Zwischensaison (Mai und September bis Oktober). Zu der Zeit ist es zwar etwas kühler als in den Sommermonaten, aber das Wetter ist angenehm. Zudem sind außerhalb der Hochsaison die Sehenswürdigkeiten und Straßen nicht so überfüllt. Das gilt vor allem für den beliebten Icefield Parkway im Westen Kanadas, wo von Juni bis August reger Betrieb herrscht.

Und wann ist die beste Zeit für den Indian Summer in Kanada? Die Zeit der bunten Blätter beginnt in Nordamerika im Spätsommer und geht bis in den Herbst hinein. Wer den Indian Summer in voller Pracht erleben möchte, reist von Mitte September bis Mitte Oktober in den Osten von Kanada.

Nicht empfehlenswert für einen Roadtrip durch Kanada sind die Monate von November bis April. Dann ist es in Kanada dunkel und kalt. Außerhalb von Großstädten und Skiorten ist vieles geschlossen – auch beliebte Panoramastraßen.

3. Welcher Mietwagen eignet sich am besten für den Kanada-Roadtrip?

In allen größeren Städten, wie Toronto, Vancouver, Calgary oder Montréal, gibt es zahlreiche Mietwagenstationen an den Flughäfen und im Stadtzentrum. Am besten vergleichen Sie vorab Mietwagen-Preise und entscheiden sich für das Angebot mit den für Sie besten Konditionen. Momentan (Stand: 2022) sind durchschnittliche Tagespreise zwischen 55 und 80 Euro leider normal. Wer mit viel Vorlauf bucht, kann günstigere Angebote ab 35 Euro pro Tag ergattern.

📌 Lesetipp: Ich buche einen Mietwagen: was muss ich beachten?

Für einen Roadtrip durch Kanada empfehlen wir Ihnen mindestens einen Mietwagen aus der Kompaktklasse. Reisen Sie nicht nur zu Zweit, sondern mit der ganzen Familie oder mehreren Freunden kann auch ein größeres Auto aus der Mittel- oder Oberklasse Sinn ergeben. Das ist am bequemsten, wenn Sie längere Strecken zurücklegen und zudem Gepäck für zwei bis drei Wochen dabei haben. Ein Auto mit Allradantrieb ist für einen Kanada-Roadtrip nicht zwingend nötig. Die Straßen sind hervorragend ausgebaut und durchgehend geteert.

4. Roadtrip durch Kanada: das sind die drei schönsten Routen

Rundreise durch Kanadas Westen: Icefields Parkway und Vancouver

Auto auf dem Icefields Parkway vor traumhafter Bergkulisse

Der Icefields Parkway gehört zu den schönsten Routen der Welt

Route: Calgary – Banff-Nationalpark – Jasper-Nationalpark – Kamloops – Vancouver – Kelowna – Calgary

Strecke: 2000 km (ca. 25 Stunden Fahrt)

Anreise: Je nach Flugverbindung können Sie Ihre Rundreise durch den Westen entweder in Calgary oder Vancouver starten. Beide Flughäfen verfügen über Mietwagenstationen.

Schneebedeckte Gipfel, azurblaue Seen und zahllose Wildtiere, die den Weg kreuzen – der Icefields Parkway führt durch den Westen Kanadas und zählt zu den schönsten Routen der Welt. Die Straße wurde 1940 fertiggestellt, um die Nationalparks von Banff und Jasper zu verbinden. Auf der 230 Kilometer langen Fahrt hat man die Rocky Mountains immer im Blick, aber es wäre viel zu schade nur im Auto zu sitzen. Machen Sie eine Wanderung entlang der zerklüfteten Schlucht des Sunwapta Canyon und schauen Sie dabei auf den Athabasca-Wasserfall. Oder halten Sie am Icefield Centre an und tauschen Sie den Mietwagen gegen eine Pistenwalze für einen 90-minütigen Trip in den Gletscher.

📌 Lesetipp: Lieber Wohnmobil statt Mietwagen? Hier geht’s zu unserer Camper-Route über den Icefields Parkway

Über Kamloops (hier laden wüstenartige Steppen zum Wandern ein) geht es nach Vancouver, eine der lebenswertesten Städte der Welt. Mit Skipisten, Wolkenkratzern, elf Stränden in Zentrumsnähe und dem Regenwald des Stanley Parks bilden Stadt und Natur eine harmonische Einheit. Gastown, das älteste Viertel der Stadt, bietet sich wunderbar zum Frühstücken und für einen Spaziergang an. Wer mehr Lust auf Entspannung hat, lässt es sich am Kitsilano Beach oder English Bay Beach (perfekt für Sonnenuntergänge!) gut gehen. Und abends? Die Viertel Yaletown und Davie Village sind bekannt für eine lebendige Kultur und ein reges Nachtleben.

Grenzfahrt in die USA?
Viele Vermieter erlauben Grenzfahrten von Kanada in die USA. Die perfekte Möglichkeit, um die beiden nordamerikanischen Länder auf einem Roadtrip miteinander zu verbinden. Denn: Von Vancouver aus sind es gerade einmal rund 200 Kilometer bis nach Seattle. Vergessen Sie nicht, dass Sie Grenzfahrten vorab anmelden müssen! Bei einigen Vermietern fällt außerdem eine Gebühr an.

Kanadas Osten: von Toronto nach Québec

Indian Summer in der Region Québec in Kanada

So schön ist der Indian Summer in Kanada © Louis-Michel DESERT - stock.adobe.com

Route: Toronto – Niagarafälle – Muskoka Lakes – Algonquin Provinvial Park – Ottawa – Montréal – Lac-Teaureau – La Malbaie – Sainte-Anne Canyon – Québec

Strecke: 1.825 km (ca. 22 Stunden Fahrt)

Anreise: Am besten holen Sie Ihren Mietwagen in Toronto ab, denn die Stadt wird von den meisten Airlines angeflogen. Alternativ können Sie die Strecke natürlich auch aus anderer Richtung starten und den Mietwagen in Québec abholen.

Dieser Roadtrip durch Kanada ist perfekt für den Herbst, denn dann verwandelt sich die Region Quebéc in ein buntes Laubfeuerwerk. Vor allem der Algonquin Provinvial Park leuchtet zu dieser Zeit in den verschiedensten Rot-, Orange- und Gelbtönen. Außerdem erwartet Sie auf dieser Route eine der spektakulärsten Sehenswürdigkeiten Kanadas: die Niagarafälle! Wer die tosenden Wassermassen mit eigenen Augen sieht, kommt aus dem Staunen kaum heraus. Von den Horseshoe Falls aus hat man einen besonders guten Ausblick! Ottawa und Montreal sorgen für die Extradosis Kultur, bevor es Richtung Lac Taureau und La Malbaie geht. Hier schnappt man sich am besten ein Kajak und erkundet die Gewässer auf eigene Faust. Übrigens: Am St.-Lorenz-Strom ist die Chance auf Walbeobachtungen groß. Hier tummeln sich Buckel-, Finn-, Weiß- und Blauwale.

📌 Lesetipp: Hier geht’s zur ganzen Route durch den Osten Kanadas

Rundreise durch Nova Scotia

Panoramastraße in Nova Scotia mit Blick auf die Berge und das Meer

Der Cabot Trail schlängelt sich an Bergen und Meer entlang © Petrov Vadim - stock.adobe.com

Route: Halifax – Martinique Beach – Baddeck – Ingnoish Beach – Kap North – Pleasant Bay – Chéticamp – Margaree Forks – Annapolis Valley – Kejimkujik-Nationalpark – Lunenburg – Peggy’s Cove – Halifax

Strecke: 1.500 km (ca. 18:30 Stunden Fahrt)

Anreise: Von Frankfurt am Main gibt es Direktflüge nach Halifax (ca. 7 Stunden). Dort angekommen, können Sie Ihren Mietwagen in Halifax am International Airport abholen.

Das Leben in Nova Scotia ist entspannt: Wale tauchen auf und ab, Fischer fahren mit kleinen Booten auf das Meer und der Wind rauscht durch die Bäume. Selbst Halifax – die Hauptstadt der Provinz und das Tor zu Nova Scotia – hat den Charme einer romantischen Hafenstadt, obwohl hier 400.000 Menschen leben. Von hier aus geht es über den Canson Causeway auf die Kap-Breton-Inseln, das wohl schönste abgelegene Fleckchen im Osten Kanadas. Die Aussicht über die sanften Hügel und auf das Meer ist einfach wunderschön. Aber auch die kulturelle Geschichte der Inseln ist spannend: Einst lebten hier die Mi`kmaq bis sich später Schotten, Iren, Engländer und die Akadier (Nachfahren französischer Aussiedler) niederließen. Daraus entstanden ist eine bunte, gälische Mischung, die noch heute in den kleinen Fischerdörfern zu spüren ist.

📌 Lesetipp: Kanada: die besten Tipps für eine Rundreise

Im Westen von Nova Scotia sausen bunte Häuser, blühende Gärten und jede Menge Weinberge am Autofenster vorbei. Anapolis Valley ist der perfekte Ort um eine Pause einzulegen und einen der Weine auf den zahlreichen Gütern zu probieren. Am nächsten Tag geht es dann, vorbei am wunderschönen Kejimkujik-Nationalpark, weiter Richtung Süden. Dort staunt man nicht schlecht: Hier reihen sich lange Sandstrände aneinander, die man vielleicht eher in der Südsee vermuten würde. Absolutes Pflichtprogramm: der weiße Leuchtturm in Peggy’s Cove, der mittlerweile zu den beliebtesten Instagram-Fotomotiven gehört.

Titelbildquelle: #100883665 | Urheber: © ydumortier – stock.adobe.com

Julia

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2 Kommentare

Timur 15. Juni 2022 - 14:44

Danke für den tollen Artikel!
Ich habe eine Frage zu deinem Finnöand Artikel. Kennst du günstige Wege um nach Finnland mit dem Auto(kleiner PkW) zu kommen?
Schöne grüsse

Antworten
Julia 17. Juni 2022 - 10:19

Hallo Timur,

grundsätzlich ist die Anreise mit dem Flieger nach Finnland am günstigsten. Vor Ort könntest du dir dann ein Auto mieten. Leider gibt es mit dem eigenen Auto ab Deutschland keine Alternative, die besonders günstig ist. Du könntest:

– mit der Fähre ab Travemünde nach Helsinki fahren. Allerdings werden mit einem kleinen PKW rund 400 Euro pro Fahrt fällig.
– mit der Fähre ab Fehmarn nach Dänemark fahren (wenn du rechtzeitig buchst, sind Preise um die 50 Euro möglich). Von dort aus geht es über den Landweg weiter bis nach Schweden und von dort aus mit der Fähre weiter nach Finnland (Kapellskär – Naantali). Eine Überfahrt kann je nach Saison zwischen 130 und 300 Euro kosten – je früher man bucht, desto besser. Hinzu kommen natürlich auch noch die Benzinkosten, die in Skandinavien nicht gerade günstig sind.
– über Polen, Litauen, Estland und Lettland fahren und ab Tallinn die Fähre nach Finnland nehmen. Die Preise liegen hier grundsätzlich unter 200 Euro. Vermutlich handelt es sich hierbei um die günstigste Alternative, aber die Anfahrt mit dem Auto über Polen und das Baltikum ist lang (rund 21 Stunden).

Wie du siehst, kann ich dir leider keinen richtigen Spar-Tipp geben, weil alle Fähren verhältnismäßig teuer sind. Hinzu kommen die Benzinpreise, die gerade weltweit unglaublich hoch sind. Mit Flug und Mietwagen in Finnland wärst du wahrscheinlich günstiger unterwegs. Natürlich sind die Fähr-Preise stark von der Saison und dem Buchungszeitpunkt abhängig. Am besten gehst du auf einen Preisvergleich (z.b. misterferry.de) und vergleichst dort Fähren miteinander.

Ich wünsche dir eine schöne Zeit in Finnland!
Julia von billiger-mietwagen.de

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