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Meine Mietwagentour auf den Orkney-Inseln

von Gastbeitrag

Steinzeitliche Plätze, schroffe Klippen und sanfte Dünen erwarten Sie auf den Orkney-Inseln. Lesen Sie, welche Highlights unsere Kundin auf ihrer Mietwagen-Rundreise auf der Inselgruppe erlebt hat.

Kirkwall Stromness
Birsay Burwick
Kirkwall

Mietwagen-Tour auf den Orkney Inseln: Überblick

Reisedauer  1 Woche
erstellt am 07.06.2008
Reisedatum Juni 2007

Start: Kirkwall

Landung im Grünen: Der Flughafen auf Orkney liegt schon sehr ländlich, ist klein aber fein. Die Übernahme des Mietwagens verlief problemlos, die kurze Wartezeit wurde uns mit einer heißen Schokolade versüßt. Nach kurzer Fahrt durch das beschauliche, aber festlich geschmückte Kirkwall (es war die Zeit des St. Magnus Musikfestivals) erreichten wir unser Quartier, geführt von einer äußerst netten und recht jungen Wirtin, mit der wir schnell Freundschaft schlossen und die sich allabendlich mit diversen lokalen Biersorten um unser leibliches Wohl bemühte. Von einem solchen Hauptquartier aus lässt sich die Inselgruppe gut erkunden!

1. Station: Stromness

Das besondere an Orkney: In nur wenigen Kilometern überbrückt man spielend mehrere tausend Jahre und parkt schließlich in der Steinzeit, wo man sich dann mit Wikingern trifft: Yorrick war hier! So liest sich ein Grafitti der Wikinger in Maes Howe, einem prähistorischen Grabmal. Ihre Postkarten haben die Wikinger dort auch gleich hinterlassen, ebenfalls in Form eingeritzter Runen. Und wie unsereins im 21. Jahrhundert mussten auch Yorrick und Konsorten wegen Platzmangels auf dem erwählten Stein immer kleiner schreiben. History Repeating.

Ein absolutes Muss ist der Ring of Brodgar, ein beeindruckender Steinkreis im Moorland vor schöner Naturkulisse. Anders als bei dem berühmten großen Bruder Stonehenge stört hier die „Hauptstraße“, die recht nah vorbeiführt, kaum. Im Gegenteil, es ist faszinierend, mit dem Auto ganz eng an zwei 5 m hohen Megalithen vorbeizufahren und gerade abends bleibt es ruhig, aber auch tagsüber hey, wir sind schließlich in Orkney, nicht auf dem Kölner Ring!

2. Station: Birsay

Nach der Besichtigung eines steinzeitlichen Grabmals will man doch auch wissen, wie die Menschen so gelebt haben. Also auf nach Skara Brae und sich einen Einblick in das Dorfleben verschafft. Unmittelbar am Sandstrand gelegen zeigt es, dass auch vor 5.000 Jahren der Mensch schon wusste, wo es schön ist. Am nordwestlichen Ende der Insel wartet dann der Borogh of Birsay mit all seiner Macht und Schönheit auf. Die darauf gelegenen Siedlungsreste der Wikinger sind bei Ebbe zu Fuß zu erreichen.

Bei Flut sollte man wieder zurück sein, sonst bekommt man das harte Leben auf einer einsamen Insel zu spüren. Allerdings sollte genug Zeit eingeplant werden, zum Leuchtturm oben auf dem Felsen zu marschieren. Skurril ist der aufgespießte Schädel eines Wales, ca. 10 min Fußweg auf den Klippen entlang. Dem Motto der Fahrt getreu folgten wir dem „Craft Trail“, der zu diversen Schmuckdesignern führt. Und ganz ehrlich, wer Schmuck kaufen will, ist auf Orkney besser aufgehoben als in Paris, Mailand oder New York. Exklusive Stücke direkt vom Designer (der gerne auch mal auf einem Selbstversorger-Bauernhof lebt und Wale und Delfine beobachtet).

Herrlich, welch kauzige Gestalten man auf diese Weise treffen kann und nicht selten helfen sie mit Tipps aus, wo Orkneys Schönheiten jenseits der Touristenrouten liegen, so z. B. ein altes klassisches Cottage in einem Wäldchen gelegen, das der vor Jahren verstorbene Besitzer selbst angepflanzt, gehegt und gepflegt hat. Im Cottage noch die alten Möbel, die für Mitteleuropäer im 21. Jahrhundert kaum vorstellbar sind. Ein wahrhaft zauberhafter Ort!

3. Station: Burwick

Nach soviel Steinzeit mal etwas aktuellere Geschichte, die allerdings deutlich barbarischer war, als man es sich in der guten alten Steinzeit je hätte träumen lassen, aber ja, der Zweite Weltkrieg hat auch auf dem beschaulichen Orkney seine Spuren hinterlassen. Gut sichtbar ragen auf der Straße zum südlichsten Punkt der Inseln die Wracks der deutschen Flotte als Mahnmal aus dem Wasser. Zu sehen sind sie am besten, während man die von italienischen Kriegsgefangenen gebauten Dämme, die jetzt einzelne Inseln miteinander verbinden, überquert.

Sehenswert ist auch die Italiensche Kapelle, die eben jene Kriegsgefangene aus militärischen Restposten errichtet haben. Doch Orkney wäre nicht Orkney, gäbe es nicht auch am Südende Steinzeitgräber zu bewundern. Das Tomb of the Eagles ist auf jeden Fall einen Besuch wert, man kann sogar, mit Helm und Knieschonern geschützt, hinein krabbeln. Der Weg dorthin und zurück führt über Felder einer Farm und entlang der Klippen. Mit etwas Glück gibt es den Anblick eines Delfins und/oder einer Robbe gratis dazu. Also: Lohnt sich!

Ziel: Kirkwall

Die Ausgangsbasis Kirkwall eignet sich recht gut zum Shoppen, da fast alle Designer hier auch verkaufen. Allerdings sollte man es sich nicht nehmen lassen, diese selbst zu besuchen, wo immer es geht (und dank des „Craft Trail“ geht es auch!). Zudem bietet Kirkwall mit seinem Hafen auch die Möglichkeit, andere Inseln der Orkneys zu besuchen, z. B. Westray im Norden. Dort liegt nun wirklich der Hund begraben und man tut gut daran, die gebuchte Rückfahrt zum dortigen Anlegeplatz der Fähre (Hafen möchte ich es nicht nennen) nicht zu verpassen. Westray bietet allerdings Ruhe und Abgeschiedenheit und fantastische Sandstrände mit Dünen.

Titelbildquelle: #99268111 | Urheber: © Monkey Business – Fotolia.com; #67992287 | Urheber: © A. Karnholz – fotolia.com;  #85649339 | Urheber: © samott – Fotolia.com

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