Traumhafte Küstengegenden, märchenhafte Burgen und eine weltbekannte Metropole: Das alles gibt es im Süden von England zu entdecken. Und? Lust auf eine Südengland-Rundreise bekommen? Linksverkehr, Kreisverkehre und Mautstellen wirken auf den ersten Blick unübersichtlich. Auto-Tipps von der Buchung bis zu den Verkehrsregeln findest du in unserem Artikel, inklusive drei traumhaften Routen, die sich wunderbar mit dem Mietwagen erkunden lassen.
Hilfreiche Tipps für eine Auto-Rundreise durch Südengland

Alles auf einen Blick
Das Wichtigste zur Auto-Rundreise durch Südengland von der Mietwagenbuchung bis zu den Verkehrsregeln im Überblick:
Mietwagen buchen: Du musst mindestens 21 Jahre alt sein und deinen Führerschein seit mindestens einem Jahr besitzen.
Anreise: Fähre ab Calais oder Eurotunnel sind möglich, am schnellsten startest du die Rundreise aber per Flug nach London.
Tempolimits: Innerorts gelten knapp 50 km/h, außerorts 96 km/h und auf Autobahnen 112 km/h, ausgeschildert in Meilen.
Maut: Gebührenpflichtig sind nur das Dartford Crossing und die Tamar Bridge, dazu kommt die City-Maut in London.
Routen: Drei Vorschläge führen dich zu den Highlights ab London, an die Küste Cornwalls und zu Südenglands Städten.
Südengland-Rundreise: Auto-Tipps
1. Mietwagen für die Südengland-Rundreise: Auto-Tipps zur Buchung
Früh buchen und Preise vergleichen: Der wichtigste aller Auto-Tipps zuerst: Buche deinen Mietwagen für die Südengland-Rundreise rechtzeitig und vergleiche Preise.
Mindestalter checken: Um einen Mietwagen in Großbritannien zu buchen, musst du mindestens 21 Jahre alt sein. Bei vielen Vermietern fällt eine Jungfahrergebühr unter 25 Jahren an. Das Fahren von einigen Fahrzeugklassen ist bei ein paar Vermietern sogar erst ab 30 Jahren erlaubt. Am besten in die Mietbedingungen schauen: Alle Anbieter verlangen, dass der Fahrer seinen Führerschein mindestens ein Jahr besitzt, zum Teil sind sogar 5 Jahre gefordert!
Kaution: Die Kaution muss in Großbritannien immer mit der Kreditkarte des Hauptfahrers hinterlegt werden. Kautionsbeträge unter 1.000 Euro werden selten angeboten. Der Zusatzfahrer wird erst beim Vermieter vor Ort angemeldet und auch dort berechnet (falls nicht im Tarif inkludiert).
Auto klug wählen: Mit einem Auto aus der Kompaktklasse bist du komfortabel auf Südenglands Küstenstraßen unterwegs und findest in London einen Parkplatz. Wer etwas mehr Platz im Kofferraum benötigt, wählt einen Kombi oder Van.
Versicherung: Südenglands Straßen sind in einem guten Zustand und Unfälle passieren selten. Entscheide dich bei der Buchung dennoch für eine Vollkasko-Versicherung ohne Selbstbeteiligung und einen zusätzlichen Glas- und Reifenschutz, um im Notfall gut abgesichert zu sein.
Grenz- und Fährfahrten: Grenzüberfahrten nach Wales sind bei vielen Anbietern kostenfrei, informiere dich aber immer darüber, ob eine Gebühr gezahlt werden muss! Auch Fährfahrten (z.B. auf die Isle of Wight) sind bei einigen Vermietern gegen eine Gebühr erlaubt. Wichtig: Grenzfahrten immer anmelden und am besten auch am Mietwagenschalter noch einmal darauf hinweisen.
Abholung: Viele Mietwagen-Anbieter sind direkt am Terminal von Londons Flughäfen vertreten. Informiere dich vor deiner Reise darüber, wo du deinen Mietwagen abholen musst und plane gegebenenfalls mehr Zeit für die Anreise ein. Neben dem deutschen Führerschein benötigst du bei der Abholung eine eigene Kreditkarte, die auf den Hauptfahrer ausgestellt ist, deinen Personalausweis sowie den Voucher.
Im Zweifel Automatik: Wegen dem ungewohnten Linksverkehr auf Englands Straßen, bevorzugen viele Reisende ein Fahrzeug mit Automatikgetriebe. Bei der Buchung einfach unter Fahrzeug/Typ nach Mietwagen mit Automatik filtern und Fahrzeuge mit Gangschaltung ausschließen.
2. Südengland-Rundreise: Tipps für die Anreise mit dem Auto
Den Mietwagen in London abholen oder lieber das eigene Auto schnappen und die Rundreise bereits in Deutschland beginnen? Unmöglich ist das nicht, aber auch nicht ganz unkompliziert. Folgende Möglichkeiten gibt es:
Fährfahrt ab Frankreich: Die Autofähre ab dem Hafen von Calais verbindet Frankreich mit Großbritannien und bietet tagtäglich bis zu 38 Überfahrten an. Die Fährtfahrt dauert etwa eineinhalb Stunden.
Durch den Eurotunnel nach Südengland: Wer nicht mit der Fähre übersetzen und Zeit sparen möchte, kann in Calais auf den Autozug fahren, der den Eurotunnel durchquert. Eine einfache Fahrt für PKWs beginnt bei 83 Euro, die Fahrzeit beträgt etwa 35 Minuten.
📌 Lesetipp: Mehr Tipps zu der Anreise mit dem Auto nach England Keine Frage, ein ausgedehnter Roadtrip macht immer Spaß, bedenke aber, dass du, je nach Startpunkt in Deutschland, bis zu 12 Stunden unterwegs bist. Die zügigste und unkomplizierteste Anreise ist nach wie vor der Weg durch die Luft. London wird täglich von nahezu allen deutschen Flughäfen angeflogen und eignet sich hervorragend als Startpunkt einer Südengland-Rundreise mit dem Auto. Dort kannst du ausgeruht deinen Mietwagen am Flughafen entgegennehmen.
3. Linksverkehr und Co. in Südengland: Tipps für die Auto-Rundreise
Linksverkehr: Viele Autofahrer werden bei dem Gedanken an den Linksverkehr nervös, muss aber nicht sein. Übe auf einer weniger verkehrsreichen Straße das Fahren auf der linken Spur, bevor die Rundreise losgeht. Für Neulinge haben wir noch mehr Auto-Tipps rund um den Linksverkehr parat.
Geschwindigkeitsbegrenzungen: Innerorts sind umgerechnet knapp 50 km/h erlaubt, außerorts 96 km/h und auf Schnellstraßen sowie Autobahnen höchstens 112 km/h.
Meilen statt Kilometer: Auch an die Geschwindigkeitsangaben muss man sich bei einer Rundreise durch Südengland erst einmal gewöhnen. Die Briten rechnen nämlich nicht in Kilometern, sondern in Meilen. 100 Meilen pro Stunden entsprechen etwa 160 km/h.
Roundabouts: Kreisverkehre sind in England nicht nur oft anzutreffen, sondern auf den ersten Blick auch ganz schön kompliziert. In den meisten Fällen gibt es nicht nur eine Fahrspur, sondern in der Regel eine Innen- und Außenspur. Der Fahrer, der sich im Kreisel befindet, hat immer Vorfahrt. Geblinkt wird vor dem Passieren der äußeren oder inneren Spur.
Tanken: Das Tankstellennetz in Südengland ist, vor allem rund um London, gut ausgebaut. Gezahlt wird bar in Pfund (Euro wird nicht akzeptiert) oder mit Kreditkarte (an einigen Tankstellen ist auch das Bezahlen mit EC-Karte möglich). Tipp für Sparfüchse: An den Selbstbedienungsautomaten ist das Tanken in der Regel günstiger: Hierfür benötigst du eine Kreditkarte und musst vorab auswählen für welchen Betrag du tanken möchtest.
Maut: In Südengland gibt es keine Mautpflicht auf öffentlichen Straßen. In London wird lediglich eine City-Maut fällig. Darüber hinaus fallen am Dartford Crossing östlich von London (Tunnel und Queen Elizabeth II Bridge) und an der Tamar Bridge zwischen Saltash und Plymouth Mautgebühren an. Die Severn-Brücken nach Wales sind seit dem 17. Dezember 2018 mautfrei. Die Höhe der Gebühren beträgt 2,80 bis 3,50 Pfund (je nach Brücke/Tunnel).
4. Drei Routenvorschläge für die Südengland-Rundreise
1. Rundreise ab London zu den Highlights von Südengland
Mit dem Mietwagen ab London besuchst du auf einer knapp 1.000 Kilometer langen Reise malerische Dörfer, märchenhafte Burgen und atemberaubende Küstenabschnitte. Die zwei absoluten Must-Sees der Auto-Rundreise durch Südengland sind definitiv das berühmte Wasserschloss Leeds Castle und Stonehenge, die sagenumwobene Steinkreis-Anlage im mittleren Süden des Landes.
2. Weiße Strände und romantische Küstenorte in Cornwall
Mit dem Mietwagen ab Newquay oder der wunderschönen Stadt Bath lässt sich hervorragend der südwestliche Zipfel von England erkunden. Hier wechseln sich idyllische Hafenstädte mit Küstenlandschaften ab, die Bilderbuch-Charakter haben: Kein Wunder, dass hier viele der Rosamunde-Pilcher-Filme gedreht wurden. Definitiv ein Highlight der Auto-Rundreise durch Cornwall: An der südlichsten Ecke der Hauptinsel zu stehen und sich wie am Ende der Welt zu fühlen.
3. Südenglands Städte auf einer Rundreise erkunden
Eine Südengland-Rundreise muss nicht immer nur durch Naturlandschaften und Bilderbuchdörfer führen. Wer die Autoreise mit dem ein oder anderen Städtetrip verbinden möchte, wird in Südengland nicht enttäuscht. Unsere Städte-Tipps: Starte deine Rundreise in der royalen Metropole London, bevor es weiter in die Universitätsstadt Oxford geht. Erkunde hier eine der schönsten Bibliotheken der Welt und freu dich schon einmal auf Bristol. In der Heimatstadt des Street-Art-Künstlers Banksy kommen Kunst- und Kulturfans voll auf ihre Kosten. Die Hafenstadt Southampton dagegen bietet mehr Geschichte als Kultur: Hier startete die Titanic auf ihre verhängnisvolle Fahrt Richtung Nordamerika. Wer sich nach dieser Info trotzdem auf eine der Fähren auf die Isle of Wight traut, wird mit traumhaften Stränden und meterhohen Klippen belohnt. Bevor es zurück nach London geht, unbedingt noch einmal in Brighton halten: Die facettenreiche Stadt verbindet gekonnt Tradition und Moderne.
Häufige Fragen zur Rundreise durch Südengland
Brauchst du für Stonehenge ein Ticket mit festem Zeitfenster?
Ja. English Heritage verkauft für Stonehenge Tickets mit festem Zeitfenster und empfiehlt ausdrücklich, vorab zu buchen. Plane deinen Fahrtag danach. Vom Besucherzentrum fährst du nicht selbst zum Steinkreis: Dort pendeln alle paar Minuten Shuttlebusse, die Fahrt dauert etwa 5 bis 10 Minuten. Wer läuft, braucht 25 bis 40 Minuten pro Richtung, Hin- und Rückweg sind zusammen rund 4 Kilometer.
Was bedeutet ein rotes X über einer Fahrspur auf der englischen Autobahn?
Das rote X bedeutet, dass diese Spur gesperrt ist. Du darfst nicht hineinfahren und auch nicht darin weiterfahren, sondern wechselst in die Spur, auf die der Pfeil zeigt, und hältst dich an das angezeigte Tempolimit. Auch hinter der Gefahrenstelle bleibt die Spur tabu. National Highways nennt als Folge ein Verwarnungsgeld von bis zu 100 Pfund plus drei Strafpunkte, in schweren Fällen ein Gerichtsverfahren.
Wie lange kannst du dein Eintrittsticket für Leeds Castle nutzen?
Leeds Castle gibt an, dass die Explorer und Ultimate Explorer Tickets ab Ausstellungsdatum ein Jahr lang mehrfach genutzt werden können. Für deine Rundreise heißt das: Du musst Schloss, Park und Gärten nicht an einem Tag abhaken, sondern kannst auf dem Rückweg nach London ein zweites Mal hinein. Bewahre das Ticket deshalb bis zum Reiseende auf.
Was sagt dir das weiße Schild mit dem schwarzen Querstrich über dein Tempo?
Es hebt kein Limit auf, sondern setzt das landesweite Standardlimit in Kraft, und das hängt von Straße und Fahrzeug ab. Ziehst du einen Wohnwagen oder Anhänger, gilt laut GOV.UK auf einspurigen Landstraßen nur 50 mph, also 80 km/h, und auf Dual Carriageways sowie Autobahnen 60 mph, also 96 km/h. Ohne Anhänger liegst du jeweils 10 mph höher.
Was gilt an einem britischen Zebrastreifen, wenn jemand noch am Fahrbahnrand wartet?
Der Highway Code trennt Pflicht und Sollvorschrift. Steht jemand schon auf dem Zebrastreifen, musst du anhalten, dort hat die Person Vorrang. Wartet sie erst am Rand, sollst du ihr nach Regel H2 ebenfalls die Querung ermöglichen. Dieselbe Soll-Regel gilt, wenn du in eine Straße einbiegst, in der Leute zu Fuß warten. Rechne damit, dass britische Fahrer früher bremsen, als du es gewohnt bist.


