Es gibt gleich mehrere Möglichkeiten, mit dem Auto in die Türkei zu reisen, sowohl auf dem Landweg als über das Meer. Welche Route sich für wen am besten eignet, erfährst du in diesem Artikel. Außerdem haben wir für dich zusammengefasst, was eine Reise mit dem Auto in die Türkei kostet und welche Dokumente auf jeden Fall im Handschuhfach liegen müssen. Wer die Strecke mit dem eigenen Auto fährt, durchquert mehrere Transitländer und sollte Übernachtungen, Maut und Tankstopps von Anfang an einplanen. Weil die Fahrt mit einem in Deutschland gemieteten Auto in die Türkei bei den meisten Vermietern nicht erlaubt ist, zeigen wir dir außerdem die Alternative mit Flug und Mietwagen vor Ort.
Mit dem Auto in die Türkei: die wichtigsten Infos

Alles auf einen Blick
Die Anreise mit dem Auto in die Türkei ist lang, mit diesen Punkten planst du Route, Kosten und Papiere richtig:
Routen: Über Land geht es über Ungarn, Kroatien oder Rumänien in die Türkei, alternativ per Fähre von Italien nach Griechenland.
Pausen: Mach spätestens nach drei bis vier Stunden eine Pause, fahr höchstens zehn Stunden pro Tag und übernachte spätestens nach 1.000 Kilometern.
Maut: Kroatien und Serbien kassieren streckenabhängig, für Österreich, Slowenien, Ungarn und Bulgarien brauchst du vorab eine Vignette, in der Türkei gilt HGS.
Dokumente: Der deutsche Führerschein reicht bis zu sechs Monate, Personalausweis oder Reisepass reichen für 90 Tage, dazu Fahrzeugschein und Grüne Versicherungskarte.
Fremdes Auto oder Mietwagen: Für ein fremdes Fahrzeug brauchst du eine beglaubigte Vollmacht, mit dem Mietwagen aus Deutschland ist die Einreise meist nicht erlaubt.
Mit dem Auto in die Türkei
1. Wie lange fährt man mit dem Auto in die Türkei?
Wer mit dem Auto in die Türkei reisen möchte, hat eine lange Reise vor sich. Von Süddeutschland sind es rund 2.300 Kilometer Fahrt bis nach Istanbul. Wenn du weiter nördlich startest oder in den Süden der Türkei möchtest, bist du noch länger unterwegs. Je nach Route kannst du dich also auf 25 bis 35 Stunden im Auto einstellen (Pause sind hier noch nicht mit eingerechnet). Vor allem rund um die Hauptstädte und an den Landesgrenzen kann es zu jeder Tageszeit zu längeren Wartezeiten kommen. Generell gilt: Nach spätestens drei bis vier Stunden Fahrt solltest du eine Pause einlegen, um etwas zu essen, die Augen zu entspannen und dich zu bewegen. Außerdem sind mehr als zehn Stunden Fahrt pro Tag nicht empfehlenswert, um noch aufmerksam zu bleiben. Spätestens nach 1.000 Kilometern gilt deswegen: Übernachtungspause einlegen! Metropolen wie Budapest, Ljubljana oder Zagreb bieten sich, je nach Route, für eine Übernachtung im Hotel an. Am besten rechtzeitig buchen!
Nördliche Route über Ungarn:
Von Nord- und Ostdeutschland: Deutschland, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Serbien, Bulgarien, Türkei Von Süd- und Westdeutschland: Deutschland, Österreich, Ungarn, Serbien, Bulgarien, Türkei Diese Route bietet sich für diejenigen an, die mit dem Auto in Ost- oder Norddeutschland starten. Von West- oder Süddeutschland aus führt die erste Etappe nicht über Tschechien und die Slowakei, sondern über Salzburg und Wien direkt bis nach Ungarn. Aufpassen: Rund um die serbische Hauptstadt Belgrad herrscht immer ziemliches Verkehrschaos, vor allem auf der Südumfahrung E75-neu. Nutze lieber die Stadtautobahn E70/E75.
Südliche Route über Kroatien:
Deutschland, Österreich, Slowenien, Kroatien, Serbien, Bulgarien, Türkei Diese Route bietet sich in erster Linie für diejenigen an, die in Süd- und Westdeutschland starten. Über die Tauernautobahn gelangst du zügig nach Ljubljana. Danach geht es über Zagreb weiter bis nach Serbien. Da Kroatien mittlerweile dem Schengener Abkommen beigetreten ist, gehören die ewig langen Wartezeiten an der slowenisch-kroatischen Grenze zum Glück der Vergangenheit an.
Route über Rumänien:
Deutschland, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Türkei Diese Route ähnelt der Nordroute, umfährt allerdings Serbien mit den teilweise schlecht ausgebauten Straßen komplett. Stattdessen geht es über Rumänien weiter. Rund um die Hauptstadt herrscht immer viel Stau, also versuche Bukarest am besten großflächig zu umfahren. Rüber nach Bulgarien geht es optimalerweise über die Donaubrücke in Calafat-Vidin nach Sofia.
Route über Italien und Griechenland (per Fähre):
Deutschland, Österreich, Italien, Griechenland, Türkei Wer nicht durch die Balkanstaaten fahren möchte, kann mit der Fähre von Italien aus nach Griechenland übersetzen. Von dort geht es dann über den Landweg weiter bis in die Türkei. Allerdings raten wir von dieser Alternative ab, denn für diese Route muss Italien einmal komplett durchquert werden. Je nach Startpunkt in Deutschland bist du dann mehr als 50 Stunden unterwegs. Außerdem sind die Fährfahrten vor allem in der Hochsaison nicht gerade günstig.
So lange hast du dir die Reise in die Türkei mit dem Auto nicht vorgestellt? Zeitsparender ist ein Flug von einer der deutschen Großstädte aus. Um vor Ort mobil zu sein, buchst du am besten schon in Deutschland einen Mietwagen. In allen größeren Städten und Ferienorten gibt es Mietwagenstationen, auch direkt am Flughafen.
2. Was kostet eine Reise mit dem Auto in die Türkei?
Tanken in der Türkei
Wer mit dem Auto in die Türkei fahren möchte, sollte vorab etwas Geld zur Seite legen. Obwohl die Spritkosten in den osteuropäischen Ländern unter den deutschen Benzin- und Dieselpreisen liegen, werden pro Liter (Stand Anfang 2024) zwischen 1,70 und 2,00 Euro fällig. Die Tankkosten sind am Ende natürlich immer vom Verbrauch des Autos, der Fahrweise, den exakten Spritpreisen und der gewählten Strecke abhängig. Bei rund 3.000 Kilometern könnte das auf Tankkosten zwischen 350 und 450 Euro hinauslaufen.
Übernachtung und Verpflegung
Bei einer so langen Fahrt sind Übernachtungen ein Muss. Aber wie teuer ist so eine Übernachtung, zum Beispiel in Ungarn? Das lässt sich gar nicht so einfach sagen, denn die Saison, die Hotelklasse und der Ort haben einen großen Einfluss auf den Preis pro Nacht. Während ein Hostel in einem kleinen Ort in Ungarn durchaus 30 Euro pro Nacht kosten kann, werden für ein Mittelklassehotel in Budapest oder anderen Hauptstädten eher 80 bis 150 Euro fällig. Dasselbe gilt für die Verpflegung, denn jeder is(s)t hier anders. Rund 25 bis 40 Euro pro Tag und pro Person sind hier aber durchaus realistisch.
Kosten für Maut
Egal welche Route du wählst, in allen Durchfahrtsländern wird eine Maut fällig.
In Kroatien und Serbien gibt es eine streckenabhängige Maut, d.h. du zahlst die Maut an Stationen bei der Ein- und Ausfahrt. Das geht mittlerweile zwar auch per Karte und elektronisch, aber ein bisschen Kleingeld im Auto liegen zu haben, schadet nicht.
Für die anderen Länder auf der typischen Route (z.B. Österreich, Slowenien, Ungarn, Bulgarien) musst du vorab eine Vignette (oft digital) kaufen. Optimalerweise erledigst du das rechtzeitig vor der Reise online Zuhause.
In der Türkei selbst gibt es ebenfalls ein Mautsystem (HGS oder OGS), das über eine elektronische Vignette/Transponder funktioniert, die du bei der Einreise erwerben musst.
3. Was braucht man für eine Reise mit dem Auto in die Türkei?
Wer mit dem eigenen Auto in die Türkei reisen möchte, sollte folgende Unterlagen im Handschuhfach liegen haben:
Der deutsche Führerschein reicht in der Türkei bis zu sechs Monate aus, der Internationale Führerschein ist nicht nötig.
Der deutsche Personalausweis oder Reisepass reicht für einen Aufenthalt bis zu 90 Tagen aus, danach musst du ein Visum beantragen.
Der Fahrzeugschein und die grüne Versichertenkarte beinhalten die wichtigsten Infos über das Fahrzeug und die Autoversicherung. Prüfe am besten vor der Reise, ob auch Versicherungsschutz für die Türkei besteht. Während des gesamten Aufenthaltes muss der PKW durchgehend haftpflichtversichert sein.
Je nach Durchfahrtsland gehört zur Bezahlung der Maut eine Vignette auf die Windschutzscheibe. (siehe Punkt 3).
Möchtest du mit einem Fahrzeug einreisen, das nicht auf deinen eigenen Namen zugelassen ist, dann benötigst du eine beglaubigte Vollmacht. Die kann man bei der türkischen Auslandsvertretung in Deutschland oder dem ADAC erteilen lassen. Beim Mietwagen reicht ein beglaubigter Mietvertrag. Grundsätzlich sind Fahrten über die Balkanstaaten bis in die Türkei mit dem Mietwagen allerdings nicht erlaubt. Optimalerweise fliegst du in die Türkei und erkundest das Land per Mietwagen. Die wichtigsten Mietwagen-Tipps für die Türkei haben wir hier für dich zusammengefasst.
Darf ich mit dem Mietwagen von Deutschland aus in die Türkei fahren?
Grundsätzliches zu Mietwagen-Grenzfahrten in Europa: Mietwagenreisen ins europäische Ausland sind prinzipiell möglich und werden von vielen Anbietern erlaubt. Dies setzt jedoch fast immer eine vorherige Anmeldung beim Vermieter voraus und ist oft mit zusätzlichen Gebühren verbunden. Eine solche Anmeldung ist unerlässlich, da sonst der Versicherungsschutz des Fahrzeugs für Fahrten außerhalb des Anmietlandes erlöschen kann. Die genauen Bestimmungen und Kosten variieren stark je nach Vermieter, Fahrzeugkategorie und den Zielländern. Für Fahrten innerhalb der EU/Schengen-Zone sind die Regeln meist flexibler als für Länder außerhalb dieser Zonen.
Sonderfall Türkei: Die Türkei stellt hier jedoch einen erheblichen Sonderfall dar. Bei den allermeisten Autovermietungen in Deutschland (und auch in vielen anderen EU-Ländern) ist die Einfahrt in die Türkei mit einem in Deutschland angemieteten Fahrzeug, selbst nach vorheriger Anmeldung, grundsätzlich nicht gestattet. Dies liegt meist an komplexen und unkalkulierbaren Versicherungs- und Haftungsfragen sowie logistischen Gründen, die von den Vermietern nicht abgedeckt werden können oder wollen.
Unsere eindeutige Empfehlung: Unsere eindeutige und dringende Empfehlung für deine Reise in die Türkei lautet daher: Flieg direkt in die Türkei und miete deinen Wagen erst vor Ort an einem türkischen Flughafen oder in einer größeren Stadt.
Vorteile dieser Vorgehensweise:
Keine Probleme bei der Einreise: Du vermeidest alle potenziellen Schwierigkeiten und Diskussionen an den Grenzen bezüglich der Fahrzeugpapiere und des Versicherungsschutzes.
Vollständiger Versicherungsschutz: Dein Mietwagen ist für die Nutzung innerhalb der Türkei korrekt versichert. Verstöße gegen die Bestimmungen zur Grenzfahrt können den vollständigen Verlust des Versicherungsschutzes bedeuten, was im Schadensfall zu sehr hohen Kosten führen kann.
Geringerer Aufwand: Du sparst dir die lange und anstrengende Fahrt durch mehrere Transitländer und kannst dich stattdessen auf das Erkunden der Türkei konzentrieren.
Internationale Führerscheinpflicht: Beachte, dass für die Anmietung eines Fahrzeugs in der Türkei neben deinem nationalen Führerschein oft auch ein Internationaler Führerschein verlangt wird. Kläre dies vorab mit deinem lokalen Mietwagenanbieter in der Türkei.
So kannst du entspannt und ohne rechtliche oder versicherungstechnische Risiken die vielfältigen Regionen der Türkei mit dem Mietwagen erkunden.
Noch Fragen zum Thema Mietwagen? Wir helfen gerne!
Bei weiteren Fragen zu Mietwagen oder bei Unsicherheiten während der Buchung steht die kostenlose Kundenberatung gerne zur Verfügung. 0221 - 567 999 11 (außerhalb Deutschlands: 0049 221 - 567 999 11). Unsere Mietwagen-Experten helfen gerne weiter.

Häufige Fragen zur Autoanreise in die Türkei
Was brauchst du, wenn Hund oder Katze mit in die Türkei fahren?
Zusätzlich zum EU-Heimtierausweis mit Mikrochip und gültiger Tollwutimpfung verlangt die Türkei ein amtstierärztliches Gesundheitszeugnis, das unmittelbar vor der Reise ausgestellt wurde. Für Hunde wird außerdem Schutz gegen Parvovirose, Hepatitis und Leptospirose erwartet. Mehrere Rassen wie American Pitbull Terrier, Dogo Argentino oder American Staffordshire Terrier dürfen gar nicht einreisen. Für die Rückreise in die EU brauchst du einen Tollwut-Antikörpertest.
Wie zahlst du die türkische Autobahnmaut, wenn du kein HGS-Gerät im Auto hast?
Du kannst die Durchfahrt bis zu 15 Tage im Nachhinein online nachzahlen, indem du ein HGS-Konto mit ausreichendem Guthaben anlegst und per Kreditkarte bezahlst; das funktioniert auch mit ausländischem Kennzeichen über die Kennzeichenabfrage. Den HGS-Aufkleber selbst bekommst und lädst du bei PTT-Postämtern, an Raststätten, manchen Tankstellen und an Mautstationen auf. Er ist fest an ein Fahrzeug gebunden und nicht übertragbar.
Gilt deine Grüne Versicherungskarte auch im asiatischen Teil der Türkei?
Deine Grüne Karte schützt dich dort nur, wenn sie ausdrücklich für die gesamte Türkei ausgestellt ist, also auch für den asiatischen Landesteil östlich des Bosporus. Fehlt diese Deckung, musst du an der Grenze eine Grenzversicherung abschließen. Kläre deshalb vor der Abfahrt mit deinem Versicherer, ob die Karte das ganze Land einschließt. Der Schutz hängt am Fahrzeug und nicht am Fahrer, er greift also auch für deine Mitfahrer.
Was musst du nach einem Unfall mit dem Mietwagen in der Türkei tun?
Ruf die Polizei unter 155, denn für die Schadensregulierung wird in der Türkei ein Polizeiprotokoll verlangt; ohne dieses Dokument kommst du bei der Versicherung kaum weiter. Halte den Hergang zusätzlich im Europäischen Unfallbericht fest und melde den Schaden sofort deiner Vermietstation. Beachte auch: Fahrzeuge mit deutlich sichtbaren Karosserieschäden dürfen das Land nur mit polizeilicher Bestätigung wieder verlassen.
Worauf musst du beim Tanken in der Türkei achten?
Automaten-Zapfsäulen gibt es in der Türkei nicht, du kommst also nur innerhalb der Öffnungszeiten an Sprit. Östlich der Linie Trabzon bis Urfa liegen die Tankstellen weit auseinander, dort solltest du jede Gelegenheit zum Volltanken nutzen. Einen Reservekanister darfst du mit bis zu 25 Litern mitführen, empfohlen werden 10 Liter; auf Fähren ist er verboten.



