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Icefields Parkway mit dem Wohnmobil: der befahrbare Traum Kanadas

Den Icefields Parkway in Kanada als normale Straße zu bezeichnen, grenzt schon an Frevel. Diese einzigartige Panoramastrecke ist vielmehr ein rund 232 Kilometer langer Traum, der die schönsten Naturschätze der Canadian Rockies befahrbar macht: eine ganz eigene Welt im Schatten der gewaltigen Rocky Mountains, vorbei an uralten Gletschern und durch unberührte Wildnis. Die Strecke verbindet Lake Louise im Banff Nationalpark mit Jasper und führt dich an Gletscherseen, Wasserfällen und dem Columbia Icefield vorbei. Wer die Route mit dem Wohnmobil fährt, findet unterwegs zahlreiche Campingplätze und sollte mindestens einen Tag, besser mehrere einplanen. Wir zeigen dir die fünf schönsten Stationen entlang des Icefields Parkway und geben dir praktische Tipps zu Reisezeit, Tempolimit, Wildwechsel und Eintritt.

Update: 08.10.2026

Alles auf einen Blick

Der Icefields Parkway verbindet Lake Louise und Jasper und ist die wohl schönste Panoramastraße Kanadas.

  • Strecke: Der Highway 93 führt auf rund 232 Kilometern durch den Banff und den Jasper Nationalpark.

  • Zeitplanung: Reine Fahrtzeit sind ca. 3 bis 5 Stunden, für die fünf Stationen solltest du ein bis drei Tage einplanen.

  • Stationen: Lake Louise und Moraine Lake, Bow Lake und Peyto Lake, Mistaya Canyon, Columbia Icefield mit Athabasca Gletscher sowie Sunwapta und Athabasca Falls.

  • Eintritt: Für beide Nationalparks brauchst du einen Pass, ab sieben Tagen lohnt sich der Jahrespass gegenüber dem Tagespass.

  • Gut zu wissen: Tempolimit 70 bis 90 km/h, Campingplätze entlang der Strecke, Moraine Lake nur per Shuttle erreichbar.

Icefields Parkway

  1. Lake Louise & Moraine Lake

Trip auf dem Icefields Parkway: die wichtigsten Infos

Stationen: 5 Kilometer: ca. 232 km Reine Fahrtzeit: ca. 3 - 5 Stunden Reisedauer: 1 - 3 Tage Der Icefields Parkway ist ein Teilstück des Highway 93 und führt durch den Banff und den Jasper Nationalpark. Die Panoramastraße an der Grenze zwischen Alberta und British Columbia ist insgesamt rund 232 Kilometer lang. Wer es ganz eilig hat, kommt also in vier bis fünf Stunden durch. Hetzen ist hier aber fehl am Platz, denn so verpasst du alles! Nimm dir getrost einen oder sogar mehrere Tage Zeit, um die fantastische Natur in vollen Zügen auf sich wirken zu lassen. Geh auch abseits unserer Stationsvorschläge auf Erkundungstour und plane Zeit für viele Fotostopps ein. An jeder Ecke gibt es neue Aussichten, neue Landschaftszüge und neue Perspektiven, eine grandioser als die andere. Bist du mit einem Wohnmobil in Kanada unterwegs, kannst du entlang des Icefields Parkways viele Campingplätze für eine Übernachtung mitten in der Natur nutzen. In der Desktop-Version dieses Beitrags haben wir die Campingplätze auf einer Karte für dich markiert.

1. Wie von einer anderen Welt: Lake Louise & Moraine Lake

Du kennst sicherlich diese typischen Postkartenmotive aus Kanada: Ein spiegelglatter, strahlend blauer See vor einer traumhaften Kulisse mit üppigen Wäldern und schneebedeckten Berggipfeln im Hintergrund. Mit großer Wahrscheinlichkeit sind diese Fotos am Lake Louise entstanden, dem wohl bekanntesten See Kanadas. Genau hier, knapp 60 Kilometer von Banff entfernt, beginnt unser Trip auf dem Icefields Parkway. Wir lassen an dieser Stelle einfach mal die Bilder für sich sprechen, die (so schön sie auch sein mögen) mit eigenen Augen betrachtet in der Realität noch atemberaubender sind: Nimm dir im Anschluss ruhig etwas Zeit, um noch einen kleinen Abstecher Richtung Süden zu unternehmen. Hier wartet mit dem Moraine Lake ein weiterer wunderschöner Gletschersee auf dich, der mit seiner smaragdgrünen Farbe zu den am meisten fotografierten Motiven des Landes zählt. Die Moraine Lake Road ist allerdings ganzjährig für private Fahrzeuge gesperrt, du erreichst den See nur mit dem Parks-Canada-Shuttle, dem Lake Connector oder einem lizenzierten Anbieter. Aber Achtung: Beide Seen gehören zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten Kanadas und sind entsprechend sehr gut besucht. “Der frühe Vogel fängt den Wurm” lautet hier die Devise. Wer vor 10 Uhr morgens ankommt, hat die besten Chancen, die Touristenmassen zu meiden und die Aussicht in Ruhe zu genießen.

Wenn du dich in Banff noch nicht mit Proviant eingedeckt und dein Wohnmobil getankt hast, solltest du das spätestens im Ort Lake Louise tun. Bis du in Jasper bist, dem nördlichen Ende des Icefields Parkways, gibt es nämlich kaum noch Gelegenheit dazu.

Campingplätze auf dem Weg

  • Lake Louise Campground

2. Zum höchsten Punkt: Bow Lake, Bow Summit & Peyto Lake

Nachdem du wieder in nördlicher Richtung unterwegs bist und Lake Louise hinter dir gelassen hast, ist dein nächster Halt der Bow Lake. Auf dem Weg kannst du vorher linksseitig noch einen Blick auf den Hector Lake werfen. Im Süden des Bow Lakes schließlich gibt es einen Aussichtspunkt, der sich wunderbar für einen Zwischenstopp anbietet und einen tollen Ausblick auf den Crowfoot Glacier preisgibt. Am Bow Lake selbst solltest du unbedingt einen Spaziergang entlang des Ufers unternehmen. Hier kommst du der fabelhaften Natur sehr nahe und siehst auf dem Weg unter anderem die Bow Glacier Falls sowie die markante Simpson’s Num-Ti-Jah Lodge mit ihren roten Dächern. Anschließend geht es hinauf zum Bow Summit, dem höchsten Punkt auf dem Icefields Parkway. Hier erwartet dich eine spektakuläre Aussicht auf den Peyto Lake, dessen hellblaue Farbe so intensiv strahlt, dass er glatt einem Gemälde entstammen könnte.

Am Bow Summit bist du selten allein, schon gar nicht in der Hauptsaison. Wer hier ein bisschen Ruhe haben möchte, sollte dem Waldweg etwa 20 Minuten weiter nach oben folgen. Hier befindet sich ein Felsplateau, das nur wenigen Besuchern bekannt ist und eine ebenso traumhafte Aussicht bietet.

Campingplätze auf dem Weg:

  • Mosquito Creek Campground

3. Geheimtipp vor der Halbzeit: Mistaya Canyon & Saskatchewan River Crossing

Eher unbekannt aber trotzdem (oder gerade deswegen!) einen Halt wert ist der Mistaya Canyon knapp 30 Kilometer nördlich vom Peyto Lake. Ein zugehöriger Parkplatz befindet sich direkt am Icefields Parkway und von hier aus sind es nur wenige Minuten Fußmarsch bis hinunter in die Schlucht. Der Weg ist einfach, aber steinig, daher empfehlen wir festes Schuhwerk. Unten angekommen zeigt der Mistaya River sehr anschaulich, wozu das Rezept aus Wasser und Zeit imstande ist: Der reißende Fluss hat im Laufe der Jahre eine beeindruckende Schlucht aus dem Gestein geschliffen. Wenig später erreichst du den Ort Saskatchewan River Crossing, der etwa auf halber Strecke zwischen Banff und Jasper liegt. Hier kannst du tanken und Proviant einkaufen, bevor du die Route auf dem Icefields Parkway fortsetzt. Campingplätze auf dem Weg:

  • Waterfowl Lakes Campground

4. Eis, Eis und noch mehr Eis: Columbia Icefield & Athabasca Gletscher

Im weiteren Verlauf führt dich die Strecke am riesigen Columbia Icefield vorbei, nach dem der Icefields Parkway benannt wurde. Von der Panoramastraße aus ist das gewaltige, über 300 km² große Eisfeld nur teilweise zu sehen. Dafür kannst du einen umso schöneren Blick auf den Athabasca Gletscher genießen, eine von mehreren Gletscherzungen, die vom Columbia Icefield gespeist werden. In unmittelbarer Nähe zur Straße befindet sich zudem das Columbia Icefield Discovery Centre. Hier werden geführte Eiswanderungen angeboten. Abenteuerlustige können sich außerdem mit einem Shuttlebus zum Glacier Skywalk fahren lassen: auf knapp 300 Metern Höhe wurde eine Aussichtsplattform mit Glasboden errichtet. Nichts für von Höhenangst geplagte Besucher!

Zwischen Saskatchewan River Crossing und Columbia Icefield kannst du noch einen Abstecher zu den Bridal Veil Falls einplanen. Die Wassermassen stürzen hier in vier Stufen fast 400 Meter in die Tiefe und bieten ein schönes Fotomotiv.

Campingplätze auf dem Weg:

  • Rampart Creek Campground

  • Wilcox Creek Campground

  • Columbia Icefield Campground

5. Zum Abschluss rauschende Gischt: Sunwapta Falls & Athabasca Falls

Auf der letzten Etappe des Icefields Parkways kannst du die einzigartige, abwechslungsreiche Aussicht nochmal so richtig genießen. Bis zur nächsten Station dieses Trips liegen etwa 50 Kilometer vor dir. Über eine Abzweigung gelangst du zu den Sunwapta Falls. Kurze Zeit später folgen die Athabasca Falls, die zu den mächtigsten Wasserfällen der Panoramastraße gehören. Sie sind gut ausgeschildert und daher eigentlich gar nicht zu verfehlen: Folge einfach der Linksabbiegung “93A”, nach wenigen Minuten kommst du zu einem Parkplatz, der nur einen Steinwurf vom Wasserfall entfernt ist. Danach ist es nicht mehr weit, bis du Jasper und damit den Endpunkt vom Icefields Parkway erreicht hast. Campingplätze auf dem Weg:

  • Jonas Creek Campground

  • Honeymoon Lake Campground

  • Mt Kerkeslin Campground

  • Wapiti Campground

  • Whistler’s Campground

5 praktische Tipps für eine Fahrt auf dem Icefields Parkway

Wen bei diesen märchenhaften Bildern die Reiselust packt, dem haben wir hier noch ein paar nützliche Tipps für eine Fahrt auf dem Icefields Parkway zusammengestellt:

1. Die richtige Reisezeit wählen

An dieser Stelle möchten wir dir davon abraten, während der Hauptsaison im Sommer über den Icefields Parkway zu fahren. Viel zu viele Touristen sind mittlerweile zu dieser Zeit unterwegs, was die ansonsten so idyllische Stimmung durchaus trüben kann. Die Nebensaison, beispielsweise Ende Mai oder Anfang September, ist dafür besser geeignet. Die Temperaturen sind dann meist im angenehmen Bereich, Unterkünfte sind in der Regel günstiger und nicht so voll und auch die im Sommer lästigen Moskitos sind noch nicht bzw. nicht mehr so aktiv.

2. Tempolimit einhalten

Das Tempolimit auf dem Icefields Parkway liegt zwischen 70 und 90 km/h und wird durch die Ranger im Park kontrolliert. Wer zu schnell ist und erwischt wird, riskiert ein saftiges Bußgeld. Daher empfehlen wir dir, auch zu deiner eigenen Sicherheit die Geschwindigkeitsbegrenzungen einzuhalten.

3. Auf Wildwechsel achten

Der Icefields Parkway verläuft durch die atemberaubende Wildnis Kanadas. Die Umgebung ist Heimat zahlreicher Tiere, darunter Bären, Hirsche und Schafe. Mach dir bewusst, dass es jederzeit zu Wildwechsel kommen kann und halte sowohl zu Tieren als auch zu vorausfahrenden Fahrzeugen ausreichend Abstand, um Unfälle zu vermeiden.

4. Gut informiert durchstarten

Für aktuelle Informationen über die Strecke und das Wetter kannst du vor der Fahrt in einem der Visitor Centers vorbeischauen, diese sind in Banff, Lake Louise und Jasper zu finden. In der Desktop-Version dieses Beitrags haben wir die Besucherzentren für dich auf der Karte markiert.

5. Eintrittspreis einplanen

Wie bereits erwähnt führt der Icefields Parkway durch zwei Nationalparks. Für eine Fahrt auf der Panoramastrecke muss dementsprechend eine Gebühr gezahlt werden. Du hast hierbei die Wahl zwischen einem Tages- und einem Jahrespass. Letzterer gilt auch für die anderen Nationalparks in Kanada und lohnt sich schon ab einem Besuch von sieben oder mehr Nationalparks bzw. Tagen. Ich hoffe, wir konnten dir einen kleinen Eindruck dieser großartigen Panoramastraße geben, deren überwältigende Schönheit man mit eigenen Augen gesehen haben muss. Nicht umsonst gilt der Icefields Parkway als eine der, wenn nicht sogar DIE schönste Panoramastraße der Welt. Bist du schon einmal über den Icefields Parkway gefahren? Hattest du genau wie wir das Gefühl, am liebsten die Zeit anhalten zu wollen, weil jeder Moment so perfekt erschien? Teile deine Eindrücke mit uns, wir freuen uns auf deinen Kommentar!

Häufige Fragen zum Icefields Parkway

Darfst du anhalten, um Bären oder Hirsche am Straßenrand zu füttern oder näher an sie heranzugehen?

Nein. In den kanadischen Nationalparks ist es ausdrücklich verboten, Wildtiere zu füttern, anzulocken oder zu stören, und zwar große wie kleine. Parks Canada wird dabei deutlich: Wer erwischt wird, wird angezeigt, muss vor Gericht erscheinen und riskiert eine Geldstrafe von bis zu 25.000 kanadischen Dollar. Lass Proviant also im Auto und beobachte die Tiere vom Fahrzeug aus.

Warum darfst du am Athabasca Gletscher nicht auf eigene Faust aufs Eis laufen?

Weil der Gletscher von tiefen Spalten durchzogen ist, die unter Schnee verborgen liegen und von außen nicht zu erkennen sind. Parks Canada schreibt unmissverständlich, dass dort bereits Menschen beim Sturz in solche Spalten ums Leben gekommen sind. Der Zugang zum Eis ist deshalb abgesperrt, und du darfst diese Absperrungen nicht überqueren. Aufs Eis kommst du nur in Begleitung.

Wann räumt Parks Canada den Icefields Parkway im Winter und warum wird die Straße gesperrt?

Die Schneeräumung läuft nur zwischen 7 und 15.30 Uhr. Sobald Lawinen die Fahrbahn gefährden könnten, sperrt Parks Canada die Straße und löst die Lawinen kontrolliert aus, in der Regel mit Sprengstoff. Solche Sperren können sich bis in den Abend ziehen. Weil auf der Strecke selbst kein Mobilfunknetz verfügbar ist, empfiehlt Parks Canada ausdrücklich, den Parkway nur bei Tageslicht zu fahren.

Welche Befugnisse haben die Park Wardens, wenn sie dich im Nationalpark anhalten?

Mehr, als der Begriff Ranger vermuten lässt. Die Park Wardens von Parks Canada gelten als Peace Officers im Sinne des kanadischen Criminal Code und besitzen damit die weitreichenden Befugnisse von Polizeibeamten. Seit 2009 arbeiten sie in einer eigenen Vollzugsabteilung und sind ausschließlich auf Gesetzesvollzug spezialisiert. Eine Anweisung von ihnen hat für dich also dasselbe Gewicht wie die eines Polizisten.

Kannst du den Glacier Skywalk mit dem eigenen Fahrzeug anfahren und dort parken?

Nein, am Skywalk selbst gibt es keinen Parkplatz. Du stellst das Fahrzeug auf dem unteren Parkplatz auf der Jasper-Seite am Columbia Icefield Discovery Centre ab, von dort bringt dich der im Ticket enthaltene Shuttle hinaus. Mit dem Fahrrad darfst du die Strecke fahren, brauchst dann aber ein vorab gekauftes Ticket. Vor Ort erwarten dich rund ein Kilometer ebener Rundweg.

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