Eines vorweg: In London Auto fahren ist definitiv eine kleine Herausforderung. Auslassen möchte man die spannende Hauptstadt aber während eines Roadtrips auch nicht. Wie du es stressfrei durch den Londoner Großstadtdschungel schaffst, wie das Parken günstig bleibt und was es mit den Mautzonen auf sich hat, erfährst du in unserem Artikel. Linksverkehr, große Kreisverkehre und eigene Fahrstreifen für Busse und Radfahrer verlangen dabei besondere Aufmerksamkeit. Mit etwas Vorbereitung behältst du aber auch in der britischen Hauptstadt den Überblick.
In London Auto fahren: vom Roundabout bis City-Maut

Alles auf einen Blick
Mit diesen Punkten kommst du beim Autofahren in London sicher durch Verkehr, Mautzonen und Parkplatzsuche:
Verkehrsregeln: In London gilt Linksverkehr, innerorts sind grundsätzlich 30 Meilen pro Stunde (48 km/h) erlaubt, rote Bus Lanes sind für Pkw tabu.
Congestion Charge: Die City-Maut kostet 18 Pfund pro Tag und gilt werktags 7 bis 18 Uhr sowie am Wochenende 12 bis 18 Uhr.
ULEZ-Zone: Die Umweltzone gilt seit August 2023 in ganz Greater London rund um die Uhr, ältere Fahrzeuge zahlen 12,50 GBP pro Tag.
Mietwagen und ULEZ: Fahrzeuge großer Mietwagenflotten sind meist ULEZ-konform, trotzdem prüfst du das Kennzeichen am besten sofort bei der Abholung auf der TfL-Seite.
Parken: Park-and-Ride-Plätze wie East Finchley oder Blackhorse Road sind deutlich günstiger als Innenstadt-Parkhäuser, Falschparken kostet in London bis zu 160 GBP.
Autofahren in London
1. Autofahren in London: Anreise und Besonderheiten im Straßenverkehr
Wer mit dem Auto nach London fährt, passiert meist die ringförmige Autobahn M25, die einmal um die britische Hauptstadt herum führt. Sie ist überwiegend achtspurig (vier Spuren in jede Fahrtrichtung), nahe des Flughafens Heathrow gibt es sogar insgesamt 12 Fahrspuren. Bei der Überquerung der Themse per Dartford Crossing (bestehend aus zwei Tunneln und einer Brücke) wird eine Maut von 3,50 Pfund fällig.
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Egal ob du außerhalb oder in London Auto fahren möchtest: Mach dich vorab mit den Verkehrsregeln in Großbritannien vertraut. Wie im Rest des Landes herrscht in der royalen Metropole Linksverkehr. Darüber hinaus gilt innerorts grundsätzlich eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Meilen pro Stunde (48 km/h), sofern nicht anders angegeben.
Beim Autofahren in London gilt: Neben den Schildern, die die Vorfahrt regeln (STOP und GIVE AWAY) immer auch auf die gekennzeichneten Fahrstreifen achten! Eine doppelte, weiße Linie bedeutet STOP, eine doppelte, unterbrochene Linie verlangt ein langsames Heranfahren. Die roten Bus Lanes dürfen unter keinen Umständen von PKW-Fahrern mitgenutzt werden. Dasselbe gilt für die blau gekennzeichneten Cycle Superhighways, die ausschließlich für Fahrradfahrer gedacht sind.
Ganz schön furchteinflößend und kompliziert wirken die großen Kreisverkehre in London. Mit der richtigen Vorbereitung klappt allerdings auch das: In den meisten Fällen gibt es eine Innen- und Außenspur. Die Autofahrer, die sich im Kreisel befinden, haben, sofern nicht anders vorgegeben, Vorfahrt; geblinkt wird vor dem Einfahren in die äußere oder innere Spur.
Londons berühmt-berüchtige Rush Hour fällt übrigens auf die Uhrzeit zwischen 7:00 und 9:45 Uhr und in den Nachmittagsstunden auf 16:00 und 18:45 Uhr. Zu der Zeit solltest du das Autofahren in London lieber vermeiden. Oder du planst die Mietwagen-Abholzeit von vornherein klug ein und holst das Auto erst nach der Stadtbesichtigung ab.
2. City-Maut in London: die Congestion Charge
Die Londoner Innenstadt ist mit unglaublichen 22 Quadratkilometern das größte City-Maut-Gebiet der Welt. Im Innenstadtbereich muss werktags zwischen 7 und 18 Uhr und am Wochenende zwischen 12 und 18 Uhr die sogenannte Congestion Charge in Höhe von 18 Pfund entrichtet werden. Schilder zeigen an, wo die Zone beginnt. Bezahlen kannst du die Gebühr entweder online (auf https://tfl.gov.uk/modes/driving/congestion-charge), per Post, per SMS (Registrierung nötig) oder per Telefon. Alternativ kannst du die Gebühr auch vor Ort in ausgewählten Tankstellen-Shops oder Kiosken zahlen.
Wer einen Mietwagen in London gebucht hat und die Maut-Zone befahren möchte, sollte vorher unbedingt beim Vermieter nachfragen, wie die Regelung zur Kostenübernahme aussieht. Es gibt Autoverleiher, welche die Congestion Charge für den ersten Tag vorab zahlen und dir den Betrag nach der Mietwagen-Rückgabe auf die Rechnung setzen. Für die Bezahlung der Maut an allen anderen Tagen bist du dann selbst verantwortlich. Egal ob Mietwagen oder Privatauto: Wer die Congestion Charge ignoriert, muss eine Strafgebühr zahlen. Die Mautzone wird durch Kameras überwacht und ermittelt automatisch per Nummerschilderkennung den Halter des Fahrzeuges. Die Mahnung wird an die Anschrift des Autobesitzers bzw. der Mietwagenfirma geschickt, auch wenn es sich um eine ausländische Adressen handelt. Unbedingt rechtzeitig zahlen, sonst droht dir ein Bußgeldverfahren!
Nutze im Falle einer Online-Zahlung ausschließlich die TFL-Website (Travel for London)! Mittlerweile gibt es einige unseriöse Websites, die leider neben der offiziellen Website in den Suchergebnissen auftauchen.
3. ULEZ: Mit dem Auto in Londons Umweltzonen fahren
Seit 2019 wird für bestimmte Fahrzeuge eine Gebühr für das Autofahren in der Londoner ULEZ-Zone (Ultra Low Emission Zone) erhoben, um die Luftqualität in der Stadt zu verbessern. Das Gebiet entspricht der City-Maut-Zone, die Regelung wird aber nicht nur werktags, sondern rund um die Uhr (ausgenommen ist der 25. Dezember) in Kraft sein. Ab August 2023 wurde das Gebiet nochmal auf ganz Greater London (alle 32 Londoner Bezirke) erweitert.
Betroffen sind in erster Linie Fahrzeuge mit älteren Motoren:
Benzin-Fahrzeuge mit den Abgasnormen 0 bis 3 (Erstzulassung bis einschl. 2005)
Diesel-Fahrzeuge mit den Abgasnormen 0 bis 5 (Erstzulassung bis September 2015)
Motorräder mit den Abgasnormen 0 bis 2 (betrifft in der Regel Fahrzeuge, die vor 2007 zugelassen wurden)
Sollte dein Fahrzeug unter eine dieser drei Kategorien fallen, musst du (zusätzlich zu der Congestion Charge) 12,50 GBP pro Tag zahlen. Ähnlich wie bei der Congestion Charge ist eine Zahlung online auf der TFL-Website, per Telefon, per Auto Pay oder per App möglich. Die ULEZ-Gebühr beträgt 12,50 GBP (Britische Pfund) pro Tag.
Hast du einen Mietwagen gebucht, solltest du beim Vermieter nachfragen, ob das Fahrzeug die Niedrigemissionsstandards erfüllt. Falls nicht, trägt in den meisten Fällen der Mieter die Kosten. In der Regel handelt es sich bei den Mietautos in London allerdings um neuere Fahrzeuge, die den Standards entsprechen.
Übrigens: Neben der neuen ULEZ-Zone bleibt weiterhin die flächenmäßig größere LEZ-Zone (Low Emission Zone) bestehen. Diese betrifft allerdings nur größere Fahrzeuge, wie zum Beispiel LKW. Ab einem bestimmten Gewicht können unter Umständen auch größere Vans oder Wohnmobile betroffen sein. Überprüfe auf dieser Seite https://tfl.gov.uk/modes/driving/, ob dein Auto den Standards entspricht. Sollte dein Fahrzeug von der Umweltzone betroffen und nicht in Großbritannien registriert sein, musst du eine kostenlose Registrierung auf der TFL-Website vornehmen!
Wichtig für ausländische Fahrzeuge
Fahrzeuge, die nicht in Großbritannien registriert sind, müssen vor der ersten Fahrt in die Zone bei TfL registriert werden, um die Einhaltung der Emissionsstandards überprüfen zu lassen.
Sind Mietwagen ULEZ-befreit?
Die Fahrzeuge großer Mietwagenflotten sind in der Regel ULEZ-konform (ULEZ compliant) und daher von der täglichen Gebühr in Höhe von 12,50 GBP befreit.
Flottenwechsel: Mietwagenunternehmen tauschen ihre Fahrzeuge regelmäßig aus. Die Flotten bestehen daher meist aus relativ neuen Modellen.
Emissionsstandards: Diese neueren Modelle erfüllen fast immer die erforderlichen Abgasnormen: Benziner Euro 4 (oder neuer), Diesel Euro 6 (oder neuer)
Obwohl die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass dein Mietwagen kompatibel ist, gibt es keine 100% Garantie, besonders bei kleineren Anbietern oder älteren Modellen.
Prüfe das spezifische Fahrzeug: Verlass dich nicht nur auf die allgemeine Zusicherung des Vermieters. Nutze die offizielle Online-Prüfseite von Transport for London (TfL) und gib das Kennzeichen (Registration Number) deines zugewiesenen Fahrzeugs ein.
Achtung bei "oder ähnlich": Wenn du ein Auto der Kategorie "VW Polo oder ähnlich" buchst, erhältst du das genaue Kennzeichen oft erst bei der Abholung. Prüfe das Kennzeichen dann sofort am Schalter.
Vertragsdetails: Überprüfe, ob in deinem Mietvertrag oder den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) eine Klausel zur ULEZ-Verantwortung des Mieters enthalten ist.
4. Parken in London: günstig mit P+R
Zum Autofahren in London gehört immer auch die leidige Parkplatzsuche. Am besten achtest du von vornherein darauf, dass dein Hotel einen Parkplatz besitzt. Solltest du nicht in London übernachten: Wesentlich günstiger als in den teuren Innenstadt-Parkhäusern (bis zu 10 GBP/Std.) stehst du auf den Park-and-Ride-Plätzen außerhalb von London City. Im Schnitt zahlt man hier nur 7,00 bis 8,50 GBP/Tag unter der Woche und 3,00 bis 4,00 GBP/Tag am Wochenende. Netter Nebeneffekt: Wer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln von hier aus in die Innenstadt fährt, entgeht somit auch der City-Maut. Unsere zwei Favoriten, die besonders gut angebunden, mit genügend Plätzen ausgestattet und zudem preiswert sind:
East Finchley im Norden der Zone 3 (Postleitzahl: N2 0NW), 267 Parkplätze, £7,50/Woche und £3,00/Sonntags, mit der Northern Line 20 Min. bis Innenstadt
Blackhorse Road im Osten der Zone 3 (Postleitzahl: E17 6JJ), 262 Parkplätze, £8,00/Woche, £3,50/Samstags und £1,70/Sonntags, mit der Victoria Line 18 Min. bis Innenstadt
5. Parken in der Londoner Innenstadt
Wer sich trotzdem auf die Parkplatzsuche in der Innenstadt begibt, sollte auf die farbigen Linien am Straßenrand sowie die Hinweis-Schilder achten:
Gestrichelte gelbe Linie: kostenfreie Kurzzeitparkzonen (erlaubte Parkzeit: 30 Min. bis 2 Std.)
Durchgezogene gelbe Linie: Parkverbot (meist nur an Werktagen, auf Beschilderung achten)
Durchgezogene Doppellinie: Halteverbot
Pay and Display: Parken mit Parkschein (5 bis 12 GBP/Stunde)
CPZ: Controlled Parking Zones, in denen in der Regel nur Anwohner parken dürfen
Ein gutgemeinter Tipp: Halte unbedingt die erlaubte Parkzeit ein und parke nur dort, wo es ausdrücklich erlaubt ist! Die Bußgelder in London sind mit bis zu 160 GBP saftig und der Londoner Abschleppdienst zögert nicht lange. (Stand: Ende 2025/Anfang 2026. Die angegebenen Informationen dienen zur Orientierung und können sich ändern)
In London freut sich, wer einen möglichst kleinen Mietwagen gebucht hat. Mit diesem kannst du besser durch den Verkehr manövrieren und eine Parklücke ergattern. Eine Vollkasko mit Erstattung der Selbstbeteiligung lohnt sich! Die teilweise sehr engen Parklücken werden von den Londonern gerne bis auf den letzten Millimeter ausgenutzt.
Noch Fragen zum Thema Mietwagen? Wir helfen gerne!
Bei weiteren Fragen zu Mietwagen oder bei Unsicherheiten während der Buchung steht die kostenlose Kundenberatung gerne zur Verfügung. 0221 - 567 999 11 (außerhalb Deutschlands: 0049 221 - 567 999 11). Unsere Mietwagen-Experten helfen gerne weiter.

Häufige Fragen zum Autofahren in London
Was kostet die Einfahrt in eine Londoner Busspur, und wie wird das kontrolliert?
Ein Verstoß in einer Londoner Busspur kostet dich 160 Pfund (rund 185 Euro); zahlst du innerhalb von 14 Tagen, sind es nur 80 Pfund (rund 92 Euro). Die Bezirke ahnden das als Moving Traffic Contravention und überwachen die Spuren mit festen CCTV-Kameras und Kamerafahrzeugen, der Bescheid kommt per Post. Stand 2026: Die Sätze legt London Councils einheitlich für alle Bezirke fest.
Was ist eine Yellow Box Junction, und warum ist sie für Ortsfremde so teuer?
Eine Yellow Box Junction ist ein Kreuzungsbereich mit gelben Kreuzschraffuren, in den du laut Highway Code Regel 174 erst einfahren darfst, wenn deine Ausfahrt frei ist. Ob du anschließend schuldlos im Rückstau stehen bleibst, spielt für die Ahndung keine Rolle. Nur eine Ausnahme gibt es: Beim Rechtsabbiegen darfst du in der Box warten, wenn dich allein der Gegenverkehr oder andere Rechtsabbieger aufhalten.
Was passiert, wenn dein Mietwagen in London abgeschleppt oder mit einer Parkkralle gesichert wird?
Du musst ihn selbst bei der Verwahrstelle des Bezirks auslösen: In Camden kostet das Stand 2026 280 Pfund (rund 320 Euro) plus 55 Pfund (rund 63 Euro) Standgebühr je Tag ab dem Folgetag, eine Parkkralle löst du für 100 Pfund aus. Das Knöllchen selbst zahlst du zusätzlich. Informiere sofort deinen Vermieter: Er darf dir nur tatsächlich entstandenen und nachgewiesenen Aufwand berechnen, keine Pauschale.
Was gilt in London für Zufahrtsbeschränkungen wie Low Traffic Neighbourhoods?
Low Traffic Neighbourhoods sind Wohnquartiere, in denen einzelne Straßen an sogenannten Modal Filters für den Durchgangsverkehr gesperrt sind; passieren dürfen sie nur Radfahrer, Rettungs- und Müllfahrzeuge. Ein Teil der Filter ist baulich mit Pflanzkübeln dicht, viele andere stehen offen und sind nur beschildert, sodass du die Sperre im Navi leicht übersiehst. In Lewisham kommt der Bescheid dann binnen 28 Tagen per Post an den Halter.
Was bedeuten die roten Linien auf Londons Red Routes, und wo darfst du dort überhaupt halten?
Auf einer Red Route, also einer rot markierten Hauptverkehrsachse, darfst du laut Highway Code Regel 240 weder halten noch parken, solange Schilder nichts anderes erlauben. Das gilt auch für das kurze Aussteigenlassen von Mitfahrern. Be- und entladen darfst du nur in eigens markierten und beschilderten Buchten. Gelbe Striche quer über dem Bordstein zeigen dir zusätzlich an, dass dort auch das Be- und Entladen eingeschränkt ist.


