Anders als im Nachbarland Frankreich gibt es in Belgien keine generelle Mautpflicht, obwohl bereits seit einiger Zeit im Raum steht ein Mautsystem einzuführen. Im Moment müssen Autofahrer aber nur für einen Tunnel eine Gebühr zahlen, ansonsten kannst du die schönen Straßen des Landes unbesorgt genießen. Wer mit dem Mietwagen unterwegs ist, fragt sich trotzdem oft, ob und wo in Belgien Mautgebühren anfallen. Für Fahrzeuge des Güterkraftverkehrs sieht die Lage nämlich anders aus als für Pkw und Wohnmobile. Wir zeigen dir, für wen die Maut in Belgien gilt, wie sie erfasst wird und welche Tarife im Liefkenshoektunnel fällig werden.
Maut/Vignette in Belgien: Tarife und Gebühren

Alles auf einen Blick
Belgien verlangt keine Pkw-Maut, nur im Liefkenshoektunnel und für schwere Lkw wird es kostenpflichtig.
Pkw und Wohnmobile: Auf öffentlichen Straßen in Belgien zahlst du keine Maut, Busse sind ebenfalls befreit.
Lkw ab 3,5 Tonnen: Für Fahrzeuge des Güterkraftverkehrs über 3,5 Tonnen gilt die Mautpflicht, ebenso für Mini-Sattelzugmaschinen der Kategorie N1/BC.
Erfassung: Die Gebühren laufen über ein elektronisches Mautgerät (OBU), abgerechnet wird nach Kilometern, nicht an einer Mautstelle.
Liefkenshoektunnel: Hier zahlen auch Pkw, bis 3 Meter Höhe 8 Euro bar, 6,20 Euro mit Karte und 4,40 Euro elektronisch.
Höhere Fahrzeuge: Über 3 Meter Höhe werden tagsüber 25 Euro fällig, nachts zwischen 22 und 6 Uhr gelten die günstigeren Pkw-Tarife.
Maut in Belgien
1. Für wen gilt die Maut in Belgien?
Die Mautpflicht gilt nur für Fahrzeuge des Güterkraftverkehrs über 3,5 Tonnen und für Mini-Sattelzugmaschinen aus der Kategorie N1/BC
PKWs, Wohnmobile und Busse sind Kraftfahrzeuge zur Personenbeförderung und müssen demnach auf öffentlichen Straßen in Belgien keine Maut entrichten
Außerdem von der Maut in Belgien befreit sind Behördenfahrzeuge (z.B. Polizei und Feuerwehr), landwirtschaftliche Fahrzeuge (z.B. Traktoren), fahrende Arbeitsgeräte (z.B. Planierraupen) und Oldtimer mit einem O-Kennzeichen
Während für ein Wohnmobil über 3,5 Tonnen in Belgien von der Maut befreit ist, fallen für ein Wohnmobil mit Anhänger, das über 3,5 Tonnen wiegt, Mautgebühren an. Der Grund: Das Wohnmobil wird in diesem Fall als Lastenfahrzeug angesehen, das Güter transportieren kann. Dasselbe gilt eventuell auch für schwere Pick-Ups mit Anhänger, die Grenzen verschwimmen hier. Im Zweifel kannst du dich an den Kundenservice des Mautbetreibers Satellic wenden.
2. Erfassung der LKW-Maut in Belgien
Die LKW-Maut in Belgien richtet sich nicht mehr länger nach dem Eurovignettensystem. Stattdessen werden die Gebühren in Belgien über ein elektronisches Mautgerät (On-Board-Unit, kurz OBU) erfasst, das LKW-Fahrer online buchen und anschließend im Fahrzeug installieren müssen. Die Mautgebühren werden in Belgien also ausschließlich digital berechnet und nicht an einer Mautstelle. Ausführliche Informationen gibt es auf den Internetseiten von viapass.be. Die Höhe der Mautgebühren setzt sich aus dem Gesamtgewicht, der Euro-Emissionsnorm und der Straßenart zusammen, abgerechnet wird die Maut in Belgien nach Kilometern.
3. Liefkenshoek-Tunnel in Belgien: Mautpflicht auch für PKW-Fahrer
Zwar fällt auf öffentlichen Straßen in Belgien keine Maut für PKW- und Wohnmobil-Fahrer an, der fast 1.400 Meter lange Liefkenshoektunnel bei Antwerpen bildet allerdings eine Ausnahme. Hier wird in Belgien auch eine Maut für PKW und Wohnmobile erhoben. Die Mautgebühren richten sich nach der Fahrzeuggröße und Zahlungsmethode.
Bargeld | Kreditkarte | Elektronische Bezahlung | |
Fahrzeuge bis 3 m Höhe | 8 € | 6,20 € | 4,40 € |
Fahrzeuge über 3 m Höhe (6 bis 22 Uhr) | 25 € | 21,90 € | 17,60 € |
Fahrzeuge über 3 m Höhe (22 bis 6 Uhr) | 8 € | 6,20 € | 4,40 € |
Die Tarife für die Maut in Belgiens Tunneln sind von der Zahlungsmethode abhängig. Möglich sind Bar- und Kreditkartenzahlung (günstiger).
Günstigere Tarife sind durch die Verwendung eines Transponders möglich.
4. Sonstiges zur Maut in Belgien
Die lokale Währung ist der Euro.
Ob in Zukunft eine PKW-Maut in Belgien eingeführt wird, ist noch unsicher. Wir informieren dich gegebenenfalls an dieser Stelle über Änderungen.
Roadtrip durch Belgien geplant? In unserem Belgien-Online-Reiseführer findest du Infos über die Verkehrsregeln, günstiges Parken und coole Ausflugsziele in unserem Nachbarland.
Maut in Belgien: häufige Fragen zum Mietwagen
Welchen Tarif zahlst du im Liefkenshoektunnel, wenn dein Mietwagen keine Teletol-Box hat?
Den günstigsten Satz von 4,40 Euro bekommst du nur mit Teletol oder einer anderen elektronischen Box. Die läuft über einen Vertrag mit nachträglicher Rechnung und lohnt sich für eine einmalige Urlaubsfahrt nicht. Fahr deshalb an die Schranke und zahl mit Bank oder Kreditkarte 6,20 Euro statt 8 Euro in bar (Stand 2026).
Fällt für einen gemieteten Transporter in Belgien die Kilometermaut an?
Entscheidend ist die zulässige Gesamtmasse. Ein gemieteter Transporter mit 3,5 Tonnen bleibt frei, die Pflicht beginnt erst darüber. Unabhängig vom Gewicht gilt sie für Mini-Sattelzugmaschinen der Klasse N1 mit Aufbaucode BC. Holst du eine On-Board-Unit an einem Servicepunkt ab, hinterlegst du dort 135 Euro (Stand 2026). Klär die Einstufung vor der Anmietung mit dem Vermieter.
Was ändert sich für dich in Belgien ab Mai 2027?
Flandern führt am 1. Mai 2027 ein digitales Wegenvignet für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen ein, das für Einheimische und Urlauber gleichermaßen gilt. Es hängt am Kennzeichen und ist auf Autobahnen und regionalen Hauptstraßen nötig, auf rein lokalen Straßen nicht. Die Jahresvignette soll je nach Abgasnorm 90 bis 125 Euro kosten, ohne gültiges Vignet werden 70 Euro Bußgeld fällig (Stand 2026).
Kannst du darauf hoffen, dass der Liefkenshoektunnel wegen Stau kurzzeitig gebührenfrei ist?
Verlass dich nicht darauf. Früher öffnete Flandern die Schranken bei Stau großzügig, 2022 waren es 273 gebührenfreie Stunden und 2023 noch 180. 2025 blieben davon nur fünf Stunden übrig, weil die R2 selbst fast immer ausgelastet ist und als Ausweichroute kaum noch taugt. Rechne also fest mit der Tunnelgebühr (Stand 2026).
Kommst du mit dem Mietwagen auch gebührenfrei unter die Schelde?
Ja. Der Liefkenshoektunnel auf der R2 ist die einzige Mautstelle des Landes, auf allen übrigen belgischen Autobahnen zahlst du nichts. Der Kennedytunnel auf der E17 und die weiteren Scheldequerungen in Antwerpen bleiben damit kostenlos, dafür stehst du dort zur Rushhour deutlich länger. Rechne den Zeitverlust gegen die 6,20 Euro Kartenzahlung auf (Stand 2026).



