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Rekorde, Rekorde: Die steilste Straße der Welt

Haus in der Baldwin Street in Dunedin

Höher, schneller, weiter – wir Menschen lieben Superlative. Wen wundert es da, dass sogar eine Straße einen Rekord im Guinness-Buch der Rekorde hält? Die Baldwin Street in Neuseeland ist die steilste Straße der Welt. Doch das ist nicht der einzige Rekord, der mit dieser berühmten Straße in Verbindung steht. Und auch auf anderen Kontinenten geht es richtig schräg zu.

Die steilste Straße der Welt
1. Baldwin Street: nichts für schwache Muskeln
2. Jaffa Race: wenn die süßen Kugeln rollen
3. Abgefahren: die steilste Straße der Welt und noch mehr Rekorde
4. Platz zwei und drei der steilsten Straßen


 

1. Baldwin Street: nichts für schwache Muskeln

Die steilste Straße der Welt liegt auch noch am entferntesten Ende der Welt: in North East Valley, einem Vorort von Dunedin in Neuseeland. Zum Glück ist die Straße an der Nordseite des Signal Hill nur 350 Meter lang. Denn der Aufstieg ist ein harter Kampf für Oberschenkel- und Gesäßmuskeln.

Auto auf der Baldwin Street in Dunedin, Neuseeland© macronix

35 Prozent Steigung gilt es zu überwinden. Da kommen selbst geübte Bergsteiger ins Schwitzen. Fußgänger können am Straßenrand auch einen Weg mit Treppen nutzen. Dank der vielen Touristen, die sich diese Attraktion nicht entgehen lassen, sollten Besucher ohnehin mit einigen Zwangspausen rechnen. Übrigens: nicht nur für manchen Touristen ist es hier zu steil – deshalb besteht die Oberfläche der Straße aus Betonplatten, ein beim Aufbringen weicher Asphalt würde schlicht und einfach nach unten rutschen.

Zur Belohnung wartet oben auf alle tapferen Straßenbesteiger ein Brunnen mit frischem Trinkwasser. Angeblich – so behaupten es die Einheimischen – kommen hier nur Autos mit Allradantrieb hoch. Vielleicht ist das aber auch nur ein Versuch, die Besucher davon abzuhalten, es auszuprobieren… Bei unserem Besuch haben wir allerdings weit und breit kein Auto gesehen, das diese Herausforderung annehmen wollte. Dafür haben wir es zu Fuß bis nach oben geschafft! In einem waren wir uns aber einig: Postzusteller möchten wir hier nicht sein.

Die schräge Baldwin Street und ein (gerades) Haus© Bernard Spragg. NZ

Symbol Parken Anfahrt & Parken
Dunedin ist auf jeden Fall eine Reise wert. Neben der steilsten Straße der Welt beherbergt die Stadt eine eindrucksvolle Architektur und mit Seelöwen, Albatrossen und Gelbaugenpinguinen auch eine faszinierende Tierwelt.

Die Baldwin Street ist ganz normal befahrbar, stellt aber besonders Ungeübte und Fahrer mit Problemen beim „Anfahren am Berg“ vor ernsthafte Schwierigkeiten. Den größten Spaß macht aber das Begehen zu Fuß – Parkplätze finden Sie an den Straßen am Fuß der Baldwin Street normalerweise ausreichend. Allerdings kann es an Wochenenden auch mal voller werden, dann müssen Sie eventuell etwas weiter entfernt parken.

Auch im Rest der Stadt Dunedin stehen ausreichend Parkplätze zur Verfügung. An Tagen mit extrem vielen Besuchern wie zum Beispiel dem Jaffa Day, ist das Parken in und an der Baldwin Street nicht gestattet. Ein Shuttlebus bringt Sie und die anderen Besucher direkt an den Ort des Geschehens. Mieten Sie sich vor Ort am besten einen Mietwagen, um alle Sehenswürdigkeiten bequem zu erreichen.

Wir empfehlen auf jeden Fall eine Fahrt zur Pinguinkolonie auf der Otago Peninsula, zum Larnach Castle und zum Royal Albatross Centre.

2. Jaffa Race: wenn die süßen Kugeln rollen

Jedes Jahr im Juli wird die steilste Straße der Welt zum Austragungsort eines besonderen Wohltätigkeitsevents: dem Jaffa Race. Tausende Besucher kommen dann nach Dunedin, um dieses Spektakel zu erleben. Bei den sogenannten Jaffas handelt es sich nämlich nicht etwa um eine Seifenkiste oder ein anderes außergewöhnliches Gefährt, Jaffas sind kleine Schokoladenkugeln! Umhüllt von einer bunten Zuckerschicht und mit einem Hauch von Orangenaroma versehen, gelten sie als wahre neuseeländische Spezialität.

Das Jaffa-Race in Dunedin© Dunedin NZ

Am Jaffa Day rollen rund 30.000 der bunten Schokoladenkugeln die Baldwin Street herunter. Ein Fest für alle Sinne, denn die, die nicht den Anblick der herabrollenden Kugeln von oben genießen, warten unten bereits mit offenen Taschen und Mündern. Dass die erfahrenen Jaffa-Race-Besucher unten auf die Kalorienbomben warten, hat seinen Grund: Denn Vorsicht, die durch den Zuckermantel recht harten Süßigkeiten erreichen auf dem steilen Weg nach unten bis zu 100 Stundenkilometer! Ein Treffer ist somit mindestens richtig schmerzhaft!

Doch beim Jaffa Race geht es nicht nur ums Staunen und Verzehren – es geht auch ums Gewinnen! Das Prinzip ist ähnlich wie bei den auch hierzulande bekannten Entenrennen auf Flüssen: jeder der will, kauft vor Beginn des Rennens ein Los, das zu einer bestimmten Schokokugel gehört. Ein Los kostet einen neuseeländischen Dollar. Geht Ihre süße Kugel zuerst über die Ziellinie, haben Sie gewonnen.

Symbol Tipp Tipp
Jaffa Day ist leider nur einmal im Jahr. Aber keine Sorge, die köstliche Schokolade aus Dunedin können Sie das ganze Jahr kosten. Besuchen Sie einfach die Cadbury World: Die berühmte Schokoladenfabrik beherbergt ein eigenes Café und einen leckeren Shop. Für besonders Interessierte werden sogar Touren angeboten und jedes Jahr im Juli findet ein Chocolate Carnival statt.

3. Abgefahren: die steilste Straße der Welt und noch mehr Rekorde

Die steilste Straße der Welt verlockt regelmäßig zu weiteren Rekordversuchen. Jedes Jahr im September findet hier zum Beispiel das Baldwin Street Gutbuster statt. Nichts für Sportmuffel! Dann rennen hunderte ambitionierte Sportler einmal die Baldwin Street rauf und runter, immer mit dem Ziel, einen im Jahr 1994 aufgestellten Rekord zu brechen. Damals brauchte einer der Läufer nur 1.56 Minuten für die insgesamt 750 Meter lange Laufstrecke.

Am 14. Januar 2000 nutzte außerdem ein Fahrradfahrer die steilste Straße der Welt für einen neuen Rekord. Auf seinem Weg nach unten erreichte der Bayer Thomas Hugenschmidt unglaubliche 117,3 Stundenkilometer, auch das ein Rekord.

Wie gefährlich die Jagd nach Rekorden sein kann, zeigte sich im Jahr 2001. Eine 19-jährige Studentin erlag – im wahrsten Sinne des Wortes – dem Rekordfieber, als sie versuchte, die Straße in einer Mülltonne herunterzurollen. Die mit zwei Personen besetzte Tonne kollidierte mit einem Anhänger. Nur die zweite Person überlebte das tragische Unglück. Also passen Sie auf sich auf und belassen Sie es bei einem sportlichen Spaziergang über die steilste Straße der Welt!

Symbol Tipp Tipp
Lohn für harte Arbeit: Sie haben es tatsächlich geschafft, die Baldwin Street bis ganz nach oben zu steigen? Lassen Sie sich diesen persönlichen Rekord bestätigen! Das Touristenbüro gleich ums Eck stellt Zertifikate für erfolgreiche Baldwin-Street-Besteiger aus.

Adresse: 50 The Octagon, Dunedin, 9016, Neuseeland

4. Platz zwei und drei der steilsten Straßen

Lange Zeit konkurrierte die berühmte Lombard Street in San Francisco um den Titel der steilsten Straße der Welt. Sie wurde jedoch zum Wohl der Anwohner mit Serpentinen ausgestattet und ist somit aus dem Rennen.

Aufsicht auf die Lombard Street in San Francisco© jon_chica – stock.adobe.com

Den zweiten und dritten Platz im Ranking belegen daher zwei andere Straßen – ebenfalls aus dem kalifornischen San Francisco. Die Filbert Street und die 22nd Street weisen beide eine Steigung von 31,5 Prozent auf und sind damit kaum leichter zu erklimmen als die Baldwin Street.

Weitere Städte in den USA und weltweit melden regelmäßig noch steilere Straßen. Das Guinness-Buch der Rekorde führt aber bis heute die Baldwin Street als steilste Straße der Welt.

Parkende Autos in der Lombard Street© eyetronic – stock.adobe.com

Symbol Hinweis Hinweis

Ob Mensch, Tier oder Straße – ins Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen zu werden, ist eine besondere Auszeichnung. Den Startschuss für das Buch der Superlative gab einst der Geschäftsführer der Guinness-Brauerei, Sir Hugh Beaver. Er hatte im November 1950 bei der Jagd einen der schnellen Goldregenpfeifer verfehlt und fragte sich, welcher eigentlich der schnellste Vogel der Welt sei.

Über den Gedanken, dass solche Fragen Inhalt typischer Stammtisch-Diskussionen sein dürften, kam ihm die Werbeidee eines Rekorde-Nachschlagewerks. Ende 1954 beauftragte er die Inhaber einer Statistik-Agentur, diese und andere Rekordfragen zu recherchieren und damit ein für alle mal zu klären. Bereits am 27. August 1955 wurde die Erstausgabe des The Guinness Book of Records veröffentlicht. Heute arbeiten 50 Angestellte für Guinness World Records und das Buch ist noch immer die Institution in Sachen Rekorde.

Titelbildquelle: © Tristan Schmurr

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