Deutsche Urlauber müssen bei der Nutzung von europäischen Tunneln mit Kosten von bis zu 55,95 Euro rechnen. Beim Überqueren europäischer Brücken fallen maximal 15,33 Euro an. Wie hoch die Kosten je nach Streckenabschnitt tatsächlich ausfallen, haben wir jetzt für die Mautgebühren der größten Tunnel und Brücken in verschiedenen europäischen Ländern erhoben und verglichen. Da die Maut bei einigen Brücken je nach Fahrtrichtung oder gewählter Strecke unterschiedlich hoch ausfällt, wurden in diesen Fällen Durchschnittswerte aus den jeweiligen Einzelpreisen gebildet, um eine einheitliche Vergleichsbasis zu schaffen.
Die teuersten Tunnel dieser Analyse liegen in Frankreich. Sowohl der Fréjus-Tunnel, der Frankreich und Italien zwischen den Orten Modane und Bardonecchia verbindet, als auch der Mont-Blanc-Tunnel, der Chamonix-Mont-Blanc im französischen Département Haute-Savoie mit Courmayeur im italienischen Aostatal verbindet, verlangen eine durchschnittliche Maut in Höhe von 55,95 Euro. Mit etwas Abstand folgen der Große-St.-Bernhard-Tunnel (33,50 Euro) und der österreichische Felbertauerntunnel (24,00 Euro) auf Platz zwei und drei. Der Munt-la-Schera-Tunnel, der das Schweizer Engadin mit dem italienischen Gebiet Livigno verbindet, liegt mit 22,75 Euro auf Rang vier – knapp vor den österreichischen Bosruck- und Gleinalmtunneln (jeweils 19,00 Euro), die sich Platz fünf teilen.
Wenig überraschend zählen zu den meistbefahrenen Tunneln vor allem jene auf den klassischen deutschen Urlaubsrouten in den Süden. Die Tauernautobahn mit dem Tauerntunnel, der zwischen Flachau im Salzburger Land und Rennweg am Katschberg in Kärnten verläuft, verlangt eine durchschnittliche Maut in Höhe von 15,00 Euro. Ähnlich stark frequentiert ist der Karawankentunnel, der die österreichische Karawanken Autobahn mit der slowenischen Avtocesta verbindet und für 9,00 Euro passiert werden kann. Der Arlbergtunnel, der St. Anton am Arlberg in Tirol mit Langen am Arlberg in Vorarlberg verknüpft und damit die Hauptverbindung Richtung Schweiz und Italien bildet, kostet 13,00 Euro.
In Skandinavien belastet das Überqueren von Brücken den Geldbeutel am stärksten. Die Øresundbrücke zwischen Dänemark und Schweden, die als weltweit längste Schrägseilbrücke gilt, und die dänische Storebæltbrücke, die die dänischen Inseln Fünen und Seeland verbindet, führen dieses Ranking an. Hier wird für das Überqueren eine Maut von 60,36 Euro beziehungsweise 31,44 Euro fällig. Dahinter folgen die Rio-Antirrio-Brücke (15,40 Euro) in Griechenland und der Viaduc de Millau (12,55 Euro), der in Südfrankreich die Autoroute A75 über den Tarn führt.
Gute Nachricht für deutsche Urlauber: 20 der 25 untersuchten Brücken verlangen eine Mautgebühr von unter zehn Euro. Die günstigsten Brücken sind hier die Skurubrücke und die Motalabrücke, die sich beide in Schweden befinden und für eine Überquerung lediglich 0,45 Euro verlangen. Auch die Dunham Bridge (0,58 Euro) im Vereinigten Königreich und die Sundsvallbrücke (0,81 Euro) in Schweden lassen sich für relativ wenig Geld passieren.
„Ein Blick auf die Streckenführung vor der Reise zahlt sich aus: Zwischen dem teuersten und dem günstigsten Tunnel in unserer Analyse liegen mehr als 55 Euro Unterschied – das entspricht schnell einem zusätzlichen Tag Mietwagen oder einer Tankfüllung.", erklärt Frieder Bechtel, Pressesprecher von billiger-mietwagen.de. „Wer etwa Richtung Adria fährt, zahlt auf der Tauernautobahn nur 15 Euro, auf den französischen Alpentunneln dagegen fast das Vierfache. Wir empfehlen, Mautkosten fest ins Reisebudget einzuplanen und bei sehr teuren Mauten nach möglichen Alternativrouten Ausschau zu halten.“
Foto Credit: Flux 2, KI-generiert



