Für alle, die mit dem Auto nach Schweden fahren möchten, geht es erst einmal über das Meer. Aber kann man von Deutschland nach Schweden auch ohne Fähre anreisen? Und was kostet eine Autofahrt nach Schweden eigentlich? Wir geben einen Überblick zu allen Reisemöglichkeiten und den damit verbundenen Kosten. Außerdem zeigen wir dir, was du auf den schwedischen Straßen beachten solltest.
Mit dem Auto nach Schweden: mit oder ohne Fähre?

Alles auf einen Blick
Mit dem Auto nach Schweden kommst du per Fähre oder über Brücken, hier die wichtigsten Fakten:
Fähren ab Deutschland: Stena Line, TT-Line und Finnlines fahren ab Kiel, Rostock und Travemünde, die Überfahrt dauert zwischen 6:30 h und 14:00 h.
Route über Dänemark: Scandlines bringt dich ab Rostock oder Fehmarn nach Dänemark, weiter geht es über die Öresundbrücke oder mit Fähren nach Schweden.
Ohne Fähre: Über A7, E45 und E20 überquerst du drei Brücken: die kostenlose Lillebæltsbro, die Storebælt-Brücke und die Öresundbrücke bis Malmö.
Brückenmaut: Die Storebælt-Brücke kostet für einen PKW ca. 31 Euro (235 DKK), die Öresundbrücke ca. 63 Euro (470 DKK), hin und zurück etwa 190 Euro.
Verkehrsregeln: Du fährst ganzjährig mit Licht, zahlst in Göteborg und Stockholm City-Maut und brauchst bei Winterwetter vom 1. Dezember bis 31. März Winterreifen.
Mit dem Auto nach Schweden
1. Mit dem Auto per Fähre nach Schweden
Es gibt zahlreiche Autofähren, die direkt von Nord- und Ostdeutschland aus nach Schweden fahren. Die Kosten für eine Überfahrt sind abhängig von Wochentag und Tageszeit (Nachtfahrten sind zum Beispiel in der Regel teurer, weil eine Kabine hinzugebucht werden muss). Auch das Fahrzeug, das überführt werden soll, spielt eine Rolle: Pkw-Fahrer und Fahrerinnen zahlen zum Beispiel als Personen, die mit dem Wohnmobil nach Schweden anreisen möchten. So kann ein Ticket zur Nebensaison zum Beispiel 50 Euro kosten, während Tickets zwischen 150 und 300 Euro keine Seltenheit sind.
Fähre | Fährverbindung | Fahrtzeit |
Stena Line | Kiel - Göteburg (Nachtfahrt) | 14:00 h |
Stena Line | Rostock - Trelleborg | 6:30 h |
TT-Line | Rostock - Trelleborg | 6:30 h |
TT-Line | Travemünde - Trelleborg | 8:15 h |
Finnlines | Travemünde - Malmö | 9:00 h |
FRS Baltic | Sassnitz (Rügen) - Ystad | 2:50 h (Linie seit 30.09.2024 eingestellt) |
Flexible Kombitickets bei Stena Line kosten etwa 150 bis 250 Euro, abhängig von Strecke und Saison. Der Vorteil: du bist nicht an bestimmte Start- und Zielorte gebunden. Du könntest deine Reise mit dem Auto nach Schweden zum Beispiel in Rostock beginnen, in Trelleborg ankommen und von Malmö zurück nach Sassnitz oder Kiel schippern.
TT-Line bietet Flex-Tickets an, mit denen du nicht auf bestimmte Fährfahrten bzw. Uhrzeiten festgelegt bist. Heißt: du kannst deinen Schweden-Urlaub spontan um einen Tag verlängern oder einfach eine Fähre später nehmen.
Alternative Routen über Dänemark:
Wenn du nicht so viel Zeit auf dem Schiff verbringen möchtest: Mit dem Anbieter Scandlines kannst du von Rostock (nach Gedser) oder von Fehmarn (Puttgarden nach Rødby) aus nach Dänemark fahren (Fahrtzeiten ca. 2:00 h bis 0:45 h). Von dort aus geht es dann mit dem Auto noch knapp zwei bis vier Stunden (je nach Ziel in Schweden und der gewählten Brücke/Fähre zwischen Dänemark und Schweden) über den Landweg weiter nach Schweden (über die Öresundbrücke oder alternativ mit Fähren zwischen Dänemark und Schweden).
Tipps für die Fährfahrt nach Schweden:
Die verschiedenen Fähren bieten oft Rabatte (auch Last-Minute) an. Wenn du deine Fährfahrt mit dem Auto nach Schweden planst, lohnt sich also vorab ein Blick auf die Angebotsseiten der verschiedenen Anbieter.
Grenz- und Fährfahrten mit dem Mietwagen müssen immer vorab angemeldet werden! Einige Mietwagen-Anbieter erlauben prinzipiell keine Fährfahrten, da der Versicherungsschutz auf der Fähre nicht mehr greift.
2. Mit dem Auto nach Schweden ohne Fähre
Wer nicht gerne auf dem Wasser unterwegs ist oder seinen Roadtrip schon in Deutschland beginnen möchte, der kann auch ohne Fähre mit dem Auto nach Schweden fahren. Je nach Startpunkt bist du sogar gar nicht mal so lange unterwegs: Mit dem Mietwagen ab Hamburg sind es zum Beispiel gerade einmal fünf bis sechs Stunden bis nach Malmö.
Route von Deutschland nach Schweden
Zunächst geht es in Norddeutschland über die deutsche Autobahn A7 bis zur dänischen Grenze. Dort geht die A7 in die dänische E45 über.
Folge in Dänemark der Autobahn E 45 bis zur Ausfahrt 64 (Kolding V) und folge der Autobahn E20 in östliche Richtung.
Auf deiner Fahrt nach Schweden überquerst du drei Brücken: Die Lillebæltsbro zwischen Jütland und Fünen, die Storebælt-Brücke über dem Großen Belt sowie die berühmte Öresundbrücke. Letztere verbindet Dänemark und Schweden miteinander und endet direkt in Malmö.
Während die Fahrt über die Lillebæltsbro kostenlos ist, fallen auf der Storebælt-Brücke sowie auf der Öresundbrücke Mautgebühren an.
Kosten für eine Fahrt mit dem Auto nach Schweden:
Kosten Storebælt-Brücke: ca. 31 Euro (235 DKK) für PKW und Wohnmobile unter 3,5 t zGG. (Fahrzeuglänge entscheidet über die Kosten).
Kosten Öresundbrücke: Für einen PKW (bis 6 m Länge) liegen die Kosten bei ca. 63 Euro (470 DKK). Wohnmobile (ab 6 m Länge) und PKW mit Anhänger zahlen mehr. Der Preis kann bei Online-Buchung oder mit einem "ØresundGO"-Abo deutlich reduziert werden.
Gesamte Mautkosten: Insgesamt musst du für eine Hin- und Rückfahrt mit dem Auto nach Schweden grob etwa 190 Euro für die Mautgebühren einplanen, wenn du ohne Abo reist. Kosten für das Tanken: Unser Tipp: Informiere dich vor deiner Fahrt über die aktuellen Spritpreise und tanke gegebenenfalls vor der Grenzfahrt noch in Deutschland.
3. Autofahren in Schweden: Besonderheiten und Tipps
Egal ob du den Weg über das Wasser oder die drei Brücken gewählt hast: In Schweden angekommen, muss man sich erst einmal mit den Verkehrsregeln vertraut machen. Im Grunde ist das Autofahren in Schweden unkompliziert. Einige Besonderheiten gibt es allerdings:
Strengere Höchstgeschwindigkeiten: Auf schwedischen Autobahnen geht es meist mit einem Tempolimit von 110 km/h deutlich entspannter zu als in Deutschland. Auf manchen Abschnitten sind auch 120 km/h erlaubt, es gibt aber auch 90 km/h-Abschnitte. Außerorts gelten meist 70 bis 90 km/h, abhängig vom Straßentyp. Stell dich also darauf ein, dass du für manche Strecken in Schweden eventuell etwas länger brauchst und plane genug Zeit ein.
Lichtpflicht auch tagsüber: In Schweden müssen Autofahrer und Autofahrerinnen, anders als in Deutschland, das ganze Jahr über mit Tagfahrlicht fahren. Selbst wenn die Mitternachtssonne durchgängig scheint, heißt es auf allen schwedischen Straßen: Licht an!
City-Maut (Trängselskatt): Schwedens allgemeines Straßennetz ist nicht bemautet. Allerdings fällt in Göteborg und Stockholm eine Maut für das Befahren der Stadt an (sogenannte Trängselskatt). Die Höhe der Gebühren hängt von der Uhrzeit, dem Monat und dem Wochentag ab. Die Erfassung erfolgt automatisch über Kameras, die Rechnung wird dir zugeschickt. In unserem Artikel findest du mehr Infos zur Maut in Schweden.
Auf Markierungen fürs Parken achten:
Durchgezogene gelbe Linien am Bordstein: bedeuten Halte- und Parkverbot.
Unterbrochene (gestrichelte) gelbe Linien am Bordstein: bedeuten Parkverbot (Halten zum Ein- und Aussteigen ist erlaubt).
Gezackte gelbe Linien: (z.B. vor Kreuzungen oder Bushaltestellen) bedeuten ebenfalls Halte- und Parkverbot.
Gebührenpflichtige Parkplätze werden meist mit einem blauen Schild und der Aufschrift AVGIFT (Gebühr) gekennzeichnet.
Auf Wildwechsel achten: Sobald die berühmten Warnschilder mit Elchen am Straßenrand auftauchen, sollten alle Autofahrer einen Gang runterschalten. Wildunfälle sind in Schweden keine Seltenheit. Vor allem vor schwer einsehbaren Kurven gilt: langsam und vorausschauend fahren!
Auf Schnee und Eis vorbereitet (Winterausrüstung):
In den Wintermonaten (im kühlen Nordschweden auch darüber hinaus) sind Schnee und Eis auf den Straßen keine Seltenheit.
Winterreifen sind von 1. Dezember bis 31. März verpflichtend, wenn winterliche Straßenverhältnisse herrschen. Profiltiefe mindestens 3 mm.
Spikereifen (Spikes) sind von 1. Oktober bis 15. April erlaubt (bei winterlichen Verhältnissen auch außerhalb dieser Zeit).
Es wird dringend empfohlen, eine Schaufel, Frostschutz für das Wischwasser, Starthilfekabel und eventuell eine Decke mit an Bord zu haben. Dies ist jedoch keine gesetzliche Pflicht.
(Stand: September 2026. Die angegebenen Informationen dienen zur Orientierung und können sich ändern) Jetzt kann eigentlich nichts mehr schiefgehen! Solltest du doch lieber mit dem Flugzeug oder der Bahn statt mit dem Auto nach Schweden reisen wollen, kannst du einfach vor Ort einen Mietwagen in Schweden buchen.
Noch Fragen zum Thema Mietwagen? Wir helfen gerne!
Bei weiteren Fragen zu Mietwagen oder bei Unsicherheiten während der Buchung steht die kostenlose Kundenberatung gerne zur Verfügung. 0221 - 567 999 11 (außerhalb Deutschlands: 0049 221 - 567 999 11). Unsere Mietwagen-Experten helfen gerne weiter.

Häufige Fragen zur Autoanreise nach Schweden
Wer muss die schwedische City-Maut zahlen, wenn du mit deutschem Kennzeichen nach Stockholm oder Göteborg fährst?
Die Trängselskatt gilt ausdrücklich auch für im Ausland zugelassene Fahrzeuge, nicht nur für schwedische. Transportstyrelsen ermittelt anhand des Kennzeichenfotos selbst, wer als Halter eingetragen ist, und setzt die Steuer gegen den Halter fest, nicht gegen die Person am Steuer. Bar bezahlen kannst du unterwegs nichts: Es gibt weder Schranken noch Kassenhäuschen. Sorge deshalb dafür, dass deine Anschrift im Fahrzeugregister stimmt, sonst erreicht dich der Bescheid nicht.
Darf dein Mietwagen in eine schwedische Umweltzone?
Fast jeder aktuelle Mietwagen darf hinein: Die Umweltzone Klasse 2 ist die einzige, die Pkw überhaupt betrifft, und sie verlangt bei Benzinern Euro 5 oder 6 und bei Dieselautos Euro 6. Klasse 3 lässt nur Elektro-, Brennstoffzellen- und Gasfahrzeuge durch. Die Umweltzone Klasse 1 in Stockholm, Göteborg, Malmö, Mölndal, Uppsala, Helsingborg, Lund und Umeå gilt dagegen allein für schwere Lkw und Busse. Eine Plakette gibt es nicht.
Was musst du nach einem Wildunfall in Schweden tun?
Du musst jeden Zusammenstoß mit Elch, Reh, Hirsch, Wildschwein, Bär, Wolf, Luchs, Vielfraß, Fischotter, Mufflon oder Adler sofort über 112 der Polizei melden, auch wenn das Tier wegläuft oder unverletzt wirkt. Markiere die Stelle auf der Straßenseite, auf der das Tier verschwunden ist, mit einem Markierungsband, einer Plastiktüte oder einem Tuch. Wer die Meldung unterlässt, verstößt gegen die Jagdverordnung und riskiert Tagessätze.
Darfst du dich nach dem Jedermannsrecht mit dem Wohnmobil zum Übernachten in die Natur stellen?
Das Jedermannsrecht deckt Motorfahrzeuge nicht ab: Im Gelände zu übernachten oder dort auch nur zu parken ist mit Wohnmobil, Wohnwagen oder Auto mit Dachzelt verboten. Als Gelände gelten fast alle Naturflächen, also Wald, Strände, Weiden, Parks und Rasen. Das Terrängkörningslag bindet alle, auch den Grundstückseigentümer selbst; er kann dir das Stehen dort deshalb gar nicht erlauben. In Wohnhausnähe brauchst du schon für eine einzige Nacht seine Zustimmung.
Wie lange darfst du mit dem Auto oder Wohnmobil auf einem schwedischen Rastplatz stehen?
Auf einem Rastplatz darfst du an Werktagen in der Regel höchstens 24 Stunden stehen. An Wochenenden und Feiertagen darfst du bis zum nächsten Werktag bleiben, sofern kein Schild etwas anderes vorgibt. Für Straßen, die nicht als Gelände gelten, nennt das schwedische Recht sonst keine allgemeine Zeitgrenze. Einzelne Kommunen erlassen aber eigene Vorschriften für ihre Rastplätze, und auf Privatstraßen entscheidet der Eigentümer.




