Portugal ist eines der beliebtesten europäischen Ziele für Rundreisen mit dem Auto. Wie auch im Nachbarland Spanien solltest du dich darauf einstellen, dass es auf den Straßen ein wenig chaotischer und temperamentvoller zugeht. Vor allem ist es aber ratsam, die wichtigsten Verkehrsregeln in Portugal zu kennen. So beträgt zum Beispiel die Höchstgeschwindigkeit für PKW und Motorräder auf der Autobahn 120 km/h, für Wohnmobile über 3,5 t zGG. 100 km/h. Alkohol hinter dem Steuer ist maximal bis zu einer Grenze von 0,5 Promille erlaubt. Für in Portugal angemeldete Fahrzeuge gilt eine Warnwestenpflicht, auch beim Mietwagen. Eine Zusammenfassung der grundlegendsten Verkehrsregeln in Portugal findest du in der folgenden Übersicht.
Verkehrsregeln Portugal: die wichtigsten Infos

Alles auf einen Blick
Die wichtigsten Verkehrsregeln in Portugal für deine Fahrt mit dem Mietwagen im Überblick:
Tempolimits: Mit dem PKW fährst du innerorts 50 km/h, außerorts 90 bis 100 km/h und auf der Autobahn 120 km/h.
Promillegrenze: Für alle Kraftfahrzeugfahrer gilt 0,5 Promille, für Fahranfänger mit weniger als drei Jahren Fahrpraxis gelten 0,2 Promille.
Pflichtausstattung: In portugiesischen Mietwagen gehören Warnweste und Warndreieck zum Pflichtinventar, Kinder unter 12 Jahren oder 135 cm brauchen einen Kindersitz.
Parken: Gelbe Markierungen am Fahrbahnrand bedeuten absolutes Parkverbot, und auch sonst ist das Parken direkt auf der Straße meist verboten.
Tanken: Diesel findest du unter der Bezeichnung Gasóleo, Autogas (LPG) gibt es nur an wenigen Tankstellen im Land.
Verkehrsregeln in Portugal
1. Höchstgeschwindigkeiten in Portugal
Angaben in km/h | PKW | PKW mit Anhänger | Wohnmobil | Motorrad |
innerhalb geschlossener Ortschaften | 50 | 50 | 50 | 50 |
außerhalb geschlossener Ortschaften | 90 bis 100 | 70 bis 80 | 80 bis 100 | 90 bis 100 |
Autobahn | 120 | 100 | 100 bis 120 | 120 |
2. Promillegrenzen in Portugal
Alle Kraftfahrzeugfahrer | Fahranfänger mit weniger als drei Jahren Fahrpraxis |
0,5 Promille | 0,2 Promille |
3. Gesetzliche Verpflichtungen in Portugal
Kategorie | Verpflichtung / Anforderung |
Anschnallpflicht / Gurtpflicht | Gesetzliche Verpflichtung für alle Fahrzeuginsassen |
Tagfahrlicht / Lichtpflicht | Keine gesetzliche Verpflichtung außer auf der IP5 ganzjährig für alle Fahrzeuge |
Ersatzreifen | Keine gesetzliche Verpflichtung zur Mitnahme eines Ersatzreifens oder Reparatur-Sets |
Winterreifen | Keine generelle Verpflichtung |
Kindersitz | Alle Kinder unter bis 135cm Körpergröße oder unter 12 Jahren |
Warnweste | Pflichtinventar |
Warndreieck | Pflichtinventar |
Verbandskasten | Pflichtinventar |
Feuerlöscher | Kein Pflichtinventar |
Glühbirnen | Kein Pflichtinventar, aber empfohlen |
4. Parken in Portugal
Das Parken unmittelbar auf der Straße ist für gewöhnlich verboten, gelbe Markierungen am Fahrbahnrand bedeuten absolutes Parkverbot.
5. Kraftstoffe in Portugal
Autogas (LPG) wird nur an wenigen Tankstellen angeboten.
In Portugal wurden, wie in anderen europäischen Ländern, die einheitlichen EU-Kennzeichnungen für Kraftstoffe eingeführt, die Bezeichnung der Kraftstoffe in der Landessprache wird aber nach wie vor beibehalten.
Unter der Bezeichnung „diesel“ wird teilweise ein Premiumdiesel angeboten. Schau vorerst nach der Bezeichnung „Gasóleo“.
Deutsche Bezeichnung | Einheimische Bezeichnung | Oktanzahl |
Super Benzin Bleifrei | Gasolina sem chumbo 95 | 95 |
SuperPlus Benzin Bleifrei | Gasolina sem chumbo 98 | 98 |
Diesel | Gasóleo, Diésel, Aceite Diésel | - |
Autogas (LPG) | Autogas (LPG) | 105 bis 115 |
6. Sonstiges zu den Verkehrsregeln in Portugal
Die lokale Währung ist der Euro
Der Fahrstil der Portugiesen ist wie in vielen südlichen Ländern ein wenig „heißblütiger”
In mehrspurigen Kreisverkehren, nutzt man die äußerste Spur nur, wenn man an der nächsten Ausfahrt wieder raus möchte.
Verkehrsstraßen müssen direkt vor Ort bezahlt werden.
Motorräder müssen mit zwei Rückspiegeln versehen werden.
Alle Information zur Maut in Portugal findest du in unserem Ratgeber.
Häufige Fragen zu den Verkehrsregeln in Portugal
Was kostet dich Alkohol am Steuer in Portugal?
Ab 0,5 Gramm pro Liter zahlst du 250 bis 1.250 Euro, bei 0,8 bis unter 1,2 Gramm sind es 500 bis 2.500 Euro nach Artikel 81 Código da Estrada. Dazu kommt ein Fahrverbot für Portugal: ein Monat bis ein Jahr im ersten Fall, zwei Monate bis zwei Jahre im zweiten. Ab 1,2 Gramm pro Liter ist es keine Ordnungswidrigkeit mehr, sondern eine Straftat nach Artikel 292 Código Penal, mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr.
Wie hoch sind die Bußgelder für zu schnelles Fahren in Portugal?
Zwischen 60 und 2.500 Euro, Stand 2026, gestaffelt nach Fahrzeugart und Ort. Für Pkw gilt innerorts: bis 20 km/h zu viel 60 bis 300 Euro, 20 bis 40 km/h 120 bis 600 Euro, 40 bis 60 km/h 300 bis 1.500 Euro, darüber 500 bis 2.500 Euro. Außerorts verschieben sich die Stufen auf 30, 60 und 80 km/h. Ab der zweiten Stufe kommt zum Bußgeld ein Fahrverbot für Portugal hinzu.
Was passiert, wenn du mit dem Mietwagen in Portugal geblitzt wirst?
Der Bescheid geht zuerst an den Vermieter, weil er als Halter im Fahrzeugdokument steht. Er muss dich nach Artikel 171 Código da Estrada mit dem Formular F306 benennen, innerhalb von 15 Werktagen ab Zustellung. Zahlst du nicht, kann Portugal die Forderung ab 70 Euro über das Bundesamt für Justiz in Deutschland vollstrecken lassen. Eine pauschale Bearbeitungsgebühr darf der Vermieter dafür nicht verlangen, das OLG München kippte am 28.02.2025 eine Pauschale von 29 Euro.
Was kostet Handy am Steuer in Portugal?
250 bis 1.250 Euro. Artikel 84 Código da Estrada verbietet es, während der Fahrt Geräte dauerhaft in der Hand zu halten oder zu bedienen, und stuft den Verstoß als contraordenação grave ein. Dazu kommt deshalb ein Fahrverbot von einem Monat bis zu einem Jahr. Erlaubt bleibt nur die Bedienung über eine Freisprechanlage oder einen einzelnen Ohrhörer, die keine dauerhafte Handhabung verlangt.
Sind Radarwarner in Portugal verboten?
Ja. Artikel 84 Absatz 3 Código da Estrada verbietet Einbau und Nutzung aller Geräte, Vorrichtungen oder Produkte, die Verkehrsüberwachungsanlagen aufspüren oder deren Messung stören können. Das kostet 500 bis 2.500 Euro, und der kontrollierende Beamte baut das Gerät sofort aus und zieht es ein. Ist das nicht möglich, behält er das Fahrzeugdokument ein, bis das Gerät entfernt ist.





