Startseite Spanien Online-ReiseführerBeliebte Ausflüge in Spanien Auf den Spuren der Steinzeit: die Höhle von Altamira

Auf den Spuren der Steinzeit: die Höhle von Altamira

Steinzeitliche Wandmalerei in der Altamira-Höhle in Nordspanien

Sagenhafte 15.000 Jahre sind die Steinzeit-Malereien in der Altamira-Höhle alt – ein beeindruckendes Zeugnis der Kunstfertigkeit unserer Urahnen. Doch die Fundstätte im nordspanischen Santillana del Mar ist nur wenigen Glückspilzen per Los zugänglich. Wir verraten Ihnen, wie Sie vielleicht dazugehören und erzählen Ihnen die bewegte Geschichte der Höhle von Altamira. Außerdem haben wir richtig gute Tipps, wo Sie die faszinierenden Malereien noch bestaunen können – ganz ohne Glück.

Die Höhle von Altamira: alle Infos und Tipps
1. Geschichte der Höhle von Altamira
2. Zutritt zur Altamira-Höhle nur per Losglück
3. Offen für alle: Museum und Nachbau
4. Anspruchsvolle Kopien der Altamira-Höhle


 

1. Geschichte der Höhle von Altamira: auf den Spuren der Steinzeit

Als ein Jäger die Altamira-Höhle 1868 zufällig entdeckte, konnte er natürlich nicht ahnen, wie berühmt sie einmal werden sollte – bis dahin war es noch ein langer Weg. Denn die 15.000 Jahre alten Tierzeichnungen aus der Steinzeit blieben erstmal verborgen. Der Grundbesitzer des Geländes Don Marcelino Sanz de Sautuola fand die beeindruckenden Zeugnisse der Kunstfertigkeit unserer Urahnen erst Jahre später mit Hilfe seiner kleinen Tochter Maria. Und als er den prähistorischen Fund öffentlich machte, wurde ihm zunächst Betrug vorgeworfen. Seinerzeit berühmte Forscher wie Emile Cartailhac hielten das Ganze für mittelmäßige Schmierereien der modernen Malerei.

Erst der Fund ähnlicher Zeichnungen in Frankreich im Jahr 1901 führte zur Anerkennung der Echtheit der prähistorischen Kunst in der Altamira-Höhle. Cartailhac und andere entschuldigten sich öffentlich für ihre jahrzehntelange Skepsis – für Don Marcelino zu spät, er verstarb bereits 1888. Die Altamira-Höhle aber wurde ab da zu einem der wichtigsten Beweise, dass unsere Steinzeit-Vorfahren eben doch keine dumpfen Halbaffen waren. Seit 1985 ist die Höhle nun offiziell ein UNESCO Welterbe, erforscht von den bedeutendsten Wissenschaftlern und besucht von tausenden staunenden Menschen.

Wegweiser zu der Altamira-Höhle in Nordspanien

© Takashi Images – stock.adobe.com

2. Zutritt zur Altamira-Höhle nur per Losglück

Wie begehrt ein Besuch der 5.500 Quadratmeter großen Altamira-Höhle war, können Sie sich vorstellen. Doch der Andrang war schädlich für die Zeichnungen: Durch Schweiß und Atemluft bildete sich erst Feuchtigkeit, dann Schimmel, und so wurde die Altamira-Höhle 1976 für die Öffentlichkeit gesperrt. Erst moderne Messtechniken machten es ab 2011 wieder möglich, Besucher in die Altamira-Höhle zu lassen – doch nur unter strengsten Bedingungen: Jeden Freitag erhalten genau fünf Glückliche für 37 Minuten Zutritt, sie werden unter allen anwesenden Besuchern ausgelost. Wenn Sie nicht dazugehören, befinden Sie sich allerdings in prominenter Gesellschaft, nicht einmal für Präsidenten wurde bisher eine Ausnahme gemacht.

📌 Lesetipp: Auch in Deutschland gibt es faszinierende Höhlen

Haben Sie aber Losglück, werden Sie selbst ein bisschen berühmt: Denn die offizielle Website veröffentlicht die Namen jedes einzelnen Besuchers pro Jahr. Das wäre natürlich toll, aber auch andernfalls sind Sie sicher nicht umsonst zur Altamira-Höhle gefahren! Denn es gibt ein spannendes Museum mit originalgetreuer Höhlen-Nachbildung.

3. Offen für alle: Museum und Nachbau

Neben der echten Altamira-Höhle erwartet Sie eine exakte Rekonstruktion des 1.500 Quadratmeter großen Eingangsbereichs. In der sogenannten Neocueva, der neuen Höhle, können Sie originalgetreue und mit authentischem Materialien entwickelte Nachbildungen bestaunen – in ebenfalls perfekt nachgebauter Umgebung. Die Altamira-Höhle wurde dafür jahrelang in komplizierten Verfahren genau vermessen. So können Sie die beeindruckenden Altsteinzeit-Zeichnungen der Altamira-Höhle auch ganz ohne Glück, aber sicher glücklich genießen.

Die Malereien im Detail: Zu sehen sind 16 verschiedene Bisons, Hirschkühe, Wildschweine und auch ein Pferd. Alle Tiere sind wie die Originale mit braunen, gelblichen und roten Ockerfarben, schwarzer Manganerde und Kohleschwarz gezeichnet worden. Gerade die Bisons wirken in ihren verschiedenen Farbabstufungen erstaunlich plastisch, auch weil einige Linien tief in die Wände eingeritzt sind. Ein Bison wirkt sogar wie ein Relief, weil es auf einen vorspringenden Fels gemalt ist.

Die größte der Tierzeichnungen zeigt eine Hirschkuh und ist 2,25 Meter lang. Dieser Motiv-, Stil- und Farbmix beweist wirklich faszinierend, wie komplex und anspruchsvoll unsere Vorfahren bereits vor 15.000 Jahren arbeiteten!

Steinzeitliche Wandmalerei in der Altamira-Höhle in Nordspanien

© bereta – stock.adobe.com

Öffnungszeiten: Dienstags bis samstags ab 9.30, von Mai bis Oktober bis 20.00 und im Winter bis 18.00. Sonntags immer bis 15.00.
Geschlossen: Immer montags und an den spanischen Feiertagen 1. und 6. Januar, 1. Mai, 15. September sowie am 24., 25. und 31. Dezember.
Eintrittspreis: 3,00 Euro pro Person
Highlight: Einblicke in die Werkstatt mit genauer Erklärung der steinzeitlichen Maltechniken

Symbol Parken Anfahrt & Parken
Sie erreichen die Altamira Höhle und das Museum mit Ihrem Mietwagen von Santander aus in innerhalb von circa 30 Minuten über die A-67. Angekommen in Santillana del Mar, können Sie am ausgeschilderten Besucherzentrum parken. Adresse: Zonas Cuevas de Altamira, 39330 Santillana (Kantabrien).

4. Anspruchsvolle Kopien der Altamira-Höhle

Jetzt möchten Sie wenigsten den spannenden Nachbau der Altamira-Höhle wirklich zu gerne sehen – ob es Sie im Spanien-Urlaub aber nach Kantabrien im Norden des Landes verschlägt? Unser Tipp für Sie: Eine sehr gute und detailgetreue Kopie gibt es auch im Archäologischen Nationalmuseum in Madrid. Rund um diese Dauerausstellung finden zudem regelmäßige spannende Sonderveranstaltungen statt. Sie finden das Museum in der Calle de Serrano 13 in 28001 Madrid. Wenn Sie mit dem Mietwagen unterwegs sind, ist der Serrano Park der nächst gelegene Parkplatz.

Doch auch, wenn Sie gar nicht im sonnigen Spanien sind, können Sie einen Nachbau der Altamira-Höhle bestaunen: Das Deutsche Museum in München erwartet Sie mit einer berühmten Replik. Diese ist sogar die erste detailgetreue Nachbildung steinzeitalterlicher Kunst überhaupt und wurde in den 1960er Jahren anspruchsvoll gefertigt. Sogar der Abguss der Altamira-Höhle für das Museum in Madrid entstand hier. So können Sie sich mitten in München also wirklich fühlen wie in der echten Altamira-Höhle und genießen dazu spannende Informationen auch über die faszinierende Rekonstruktion.

Deutsches Museum in München

© Rudi Ernst – stock.adobe.com

Symbol Parken Anfahrt & Parken
Das Deutsche Museum befindet sich auf der Museumsinsel in 80538 München. Spezielle Besucherparkplätze gibt es nicht, Sie müssen in einem der näheren Parkhäuser parken. Alternativ fährt Sie die Straßenbahn 16 fast direkt vor die Tür.

Titelbildquelle: #188803761 | Urheber: © bereta – stock.adobe.com

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