Andalusien: Einmal rundrum

Spanien

2 Wochen

September 2008

Thomas Z.

19.09.2008

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Start: Málaga

Wie für viele andere Touristen aus allen Ecken Europas stellte auch für uns Málaga den Eintrittspunkt in die Welt Andalusiens mit ihren maurischen Festungen, mittelalterlichen Stadtkernen und meerumspülten Küstenlandschaften dar. Zwar repräsentiert Málaga auch einen Teil dieser andalusischen Identität, allerdings nur einen kleinen. Als Startpunkt ist die Stadt vielleicht nicht allzu schlecht gewählt, weil man sich auf Land und Leute in Vorfreude auf die echten Highlights langsam einstimmen kann. Ein Stadtbummel durch die herausgeputzte Innenstadt mit ihren typisch andalusischen Bodegas und dem lebendigen Flair, das sich vor allem abends bemerkbar macht, versprüht schon einen Hauch von der Atmosphäre die einem im Rest Andalusiens erwartet.

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Station 2: Granada

Von Málaga nach Granada gelangt man entweder schnell über die entsprechende Autobahn oder man wählt die landschaftlich schöne Straße über die Küste und über die noch relativ niedrigen aber doch eindrucksvollen Gipfel der Ausläufer der Sierra Nevada. Die Straßen sind relativ eng, doch herrscht nicht viel Verkehr und die wundervolle Aussicht entschädigt den zusätzlichen Zeitaufwand mehr als angemessen. Ankommen in Granada ist dann Eintauchen in eine andere Welt: Über der ganzen Stadt liegt der mystische Zauber der Alhambra. Zusätzlich füllt das rege Treiben der Gitanos und spanische Lebensfreude die engen Gässchen der Stadt mit Heiterkeit. Eine Mischung, die besticht. Ein Blick vom Albaicin oder dem Sacromonte auf die schon spektakuläre Silhouette der Alhambra lässt erahnen, welche Sinnesfreuden erst der Besuch von innen bietet. Wenn man ein Ticket (das man besser im Voraus kauft) ergattern konnte und zur vorgegebenen Zeit den Nasridenpalast betritt, kann man sich für einen Tag in Tausend-und-eine Nacht versetzt fühlen. Abrunden kann man dieses maurische Erlebnis mit einem Besuch in den arabischen Bädern, die auf historischer Grundlage nachgebaut wurden.

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Station 3: Córdoba

Wer von Córdoba spricht, denkt vor allem an die sehr bekannte Mezquita mit ihrem Säulendschungel. Ohne Zweifel ist diese ein sehr beeindruckendes Monument aus der Zeit der Maurenherrschaft, allerdings konnte sie uns nicht restlos überzeugen. Das Originalkonzept der Mezquita wie im Modell im Museo vivo de al-Andalus gut ersichtlich, beeindruckt durch seine unendliche Weite und ihr Konzept, jeden einzelnen Gläubigen in die gleiche Nähe zu Gott zu stellen. Den christlichen Bauherren war die Philosophie dahinter völlig fremd und ihre Umbauten wirken wie Fremdkörper oder Eindringlinge im vormals geschlossenen Konzept der Mezquita. Es gibt heute kaum einen Ort in dem Gebäude, in dem die Umgebung harmonisch wirkt - überall herrscht Streit zwischen Barockengel und Palmwedel, zentrischer Ausrichtung der eingebauten Kathedrale und Weite der Mezquita. Sehenswert ist die Mezquita aufgrund ihrer gewaltigen Größe und interessanten Geschichte natürlich trotzdem. Doch verlieren kann man sich nicht nur in der Weite der Mezquita sondern auch den engen Gassen der Altstadt (der Judería), die durch ihr strahlendes Weiß und ihre verwoben-verwirrende Struktur Kulisse für eine Verfolgungsjagd bieten könnten. Ein Bummel kann so zwar länger dauern als ursprünglich geplant, aber man entdeckt so immer wieder neue Plätze, die zum Verweilen einladen. Die Judería in Córdoba war die authentischste Altstadt, die wir in unserem Andalusien-Aufenthalt gesehen haben.

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Station 4: Carmona

Carmona kann man beim Abbiegen nach Sevilla leicht übersehen - eigentlich schade, denn wir fanden das kleine Städtchen durchaus charmant. Es thront auf einem Bergrücken über einer weiten Ebene. Diesem Umstand sind gemäldeähnliche Aussichten durch Torbögen auf den Talboden zu verdanken.

Kleine Gässchen, Kirchen, ein historischer Kern und römische Grabanlagen ließen die Stadt für uns zu einem unerwarteten kleinen Höhepunkt werden.

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Station 5: Sevilla

Wer nach Sevilla will, sollte nicht zu empfindlich gegenüber Hitze sein; gleichzeitig bildet diese ständig über der Stadt liegende Hitze aber auch die Grundlage für das, was normalerweise als für Sevilla typisch betrachtet wird: feuriges Temperament und Flamenco. Besseren Flamenco als in Sevilla wird man nur schwer finden können. Der Eintritt zur Show im Flamencomuseum ist zwar sehr teuer (25 € pro Person), aber das Gebotene ist hochklassig. Authentische Atmosphäre entsteht, wenn die spanischen Gäste gelungene Einlagen mit einem freudigen "Olé" abschließen und zum Schluss selbst auf die Bühne steigen. Abkühlung kann man sich im Alcazar Pedros des Grausamen mit seinen Patios verschaffen. Vorsicht sollte man allerdings bei den zähnefletschenden Sicherheitskräften walten lassen, die es sehr ungern sehen, wenn man sich auf Stufen setzt oder auf einer Parkbank mal einen Keks isst. Diese Omnipräsenz bewaffneter Securities, die eigentlich alles verbieten, was nicht unmittelbar auf das Beschauen von Wänden hinausläuft, machen den Besuch etwas unangenehm. Dafür geht es im Casa de Pilatos sehr viel ruhiger zu. Während man hier die Verbindung zwischen maurischer Baukunst und Renaissancearchitektur betrachtet, verschaffen die in den Patios plätschernden Brunnen Kühlung.

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Station 6: El Puerto de Santa María

Über die mautpflichtige AP4 gelangt man nach El Puerto de Santa María - nicht gerade ein Ort der vielen Sehenswürdigkeiten. Dafür besitzt der Ort einen ausgedehnten und schönen Atlantikstrand, an dem man sich von den Besichtigungsstrapazen erholen kann. Etwas seltsam mutet die heruntergekommene Retortensiedlung ("Urbanizacion Privada") außerhalb der Stadt an; hier kann man nie fertig gestellten Feriensiedlungen beim langsamen Verfall zuschauen. Wer darauf einen trinken mag - in Puerto selbst laden zahlreiche Bodegas zum Kauf und zur Verkostung von Sherry ein.

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Station 7: Ronda

Auf dem Weg von El Puerto nach Málaga bieten sich die Weißen Dörfer, zu denen Ronda gehört, für einen Zwischenstopp an. Ronda, ein Schmugglernest, das spektakulär auf einem Felsen liegt, bietet schwindelerregende Aussichten und eine schöne Brücke, die in der Vergangenheit als Gefängnis genutzt wurde.

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Ziel: Málaga

Die Rückkehr nach Málaga bedeutete für uns die immer stärkere Gewissheit, dass unser Aufenthalt in Andalusien nun zu Ende ist. Schade - doch Málaga bietet alle Möglichkeiten, noch einmal das intensive Nachtleben zu genießen.

Gesamtbeschreibung

Mit den gewählten Stationen hatten wir viele der Highlights Andalusiens abgedeckt. Eine Rundreise ist immer ein Kompromiss - es gilt abzuwägen zwischen Entdeckung, Geheimtipps und echten Highlights, Besichtigung und Entspannung. Für uns haben wir das Gefühl, eine gute Balance dazwischen gefunden zu haben.

 
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